Prüfungsvorbereitung in weniger als 24 Stunden

by Marcus Krahlisch on 19. Februar 2012

Wie bereitete ich mich auf eine Prüfung in weniger als 24 Stunden effektiv vor? Mein Erfolgsrezept – das MWB-System – hilft Dir garantiert.

Das MWB-System

Kürzlich half ich einer Studentin bei ihrer Prüfungsvorbereitung. Die Situation war schwierig. Sie ist bereits 12 Mal in Folge durch diese Prüfung gefallen und wir hatten weniger als 24 Stunden für die Prüfungsvorbereitung zur Verfügung. Das Skript hatte über 100 Seiten. Wird sie es schaffen und ihre Prüfung im 13. Anlauf erfolgreich bestehen? Wie kann man eine solche unmögliche Situation meistern? Die Antworten stehen hier in diesem Artikel.

Zuerst habe ich einen Plan für die Prüfungsvorbereitung erstellt – basierend auf dem von mir entwickelten „MWB-System” und dem Wissen der Wissenschaft [1],[2],[3],[4]. Die gesamte Prüfungsvorbereitung bestand aus fünf Stufen, während die drei Buchstaben „MWB“ für drei dieser Stufen stehen, welche sich in regelmäßigen zeitlichen Abständen wiederholen.

I. Motivation

Zuerst sprachen wir über schöne Dinge, um in eine gute Stimmung zu kommen. Dann machten wir Pläne für eine Party, auf der wir die bestandene Prüfung feiern können. Wir gingen mit freudigen Erwartungen daran, die Prüfung zu bestehen, und dachten an die tolle Freizeit, die wir nach diesem harten Lern-Tag haben werden. In der Psychologie nennt man diese einfache Technik „backwards-thinking” (dt. Rückwärts-Denken).

II. Work (dt. Arbeit)

Nun teilten wir das Skript in zwei gleich große Teile, sodass wir so wenig Zeit wie möglich brauchten, um das Skript durchzuarbeiten. Wir arbeiteten in kleinen „timeboxes” (dt. Zeitfenstern) von 15 bis maximal 30 Minuten. Innerhalb dieser „timeboxes” wechselten wir zwischen den Aktivitäten lesen und reflektieren. Während des Lese-Zeitfensters versuchen wir unser Bestes, um ein komplettes Kapitel zu verstehen. Reflexion bedeutete in unserem Fall, dass wir uns gegenseitig erklärten, was wir gelesen haben.

Diese Abwechslung trägt dazu bei, den Lesevorgang noch interessanter und produktiver zu gestalten. „Timeboxes” sind sehr wichtig für die Konzentration und das Gedächtnis. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Niemand kann sich länger als 45 Minuten ohne eine Pause konzentrieren und Informationen speichern.

III. Break (dt. Pause)

Nach der Lese- und Reflexionsarbeit machten wir Pausen von maximal 10 Minuten. Wir hatten dann Zeit zum Reden und Entspannen, was wunderschön war. Nach drei Arbeits-Zyklen, mit jeweils einer kurzen Pause, mussten wir eine längere Pause zum Ausruhen und Abendessen einlegen. Es war die ideale Zeit zum Austauschen von persönlichen Erfahrungen. Nichts funktioniert besser als eine nette Konversation, um eine tolle Atmosphäre zu schaffen.

IV. Schlaf

Nach sechs Arbeits-Zyklen waren wir fertig mit unserer Skript-Arbeit. Es war nun an der Zeit, ein paar Stunden zu schlafen. Schlaf ist sehr produktiv, denn während dem Prozess des Schlafens wird Alles, was man getan hat gespeichert und im Gehirn verarbeitet. Vom medizinischem Aspekt betrachtet, baut das Gehirn im Schlaf neue neuronale Verbindungen auf, sodass es leichter ist, mit den neuen Informationen im Anschluss weiter zu arbeiten und zu lernen. Das ist natürlich enorm wichtig für eine erfolgreiche Prüfungsvorbereitung.

V. Beantworten von Fragen

In der letzten Phase unserer Vorbereitung beantworten wir abwechselnd einige alte Prüfungsfragen und wiederholten die wichtigsten Teile des Skripts. Anschließend schrieb sie schließlich die Prüfung.

Drei Tage vergingen, bis sie das Ergebnis bekam. Unglaublich – sie bestand die Prüfung mit einer 3,7. In diesem Moment verstand ich, dass Martin Luther King Recht hatte, als er sagte:

„Ordinary people can do extraordinary things.“
(dt. „Gewöhnliche Leute können außergewöhnliche Dinge tun.”)

Alles ist möglich mit einem guten Plan, gut funktionierende Techniken und ein starker Glaube an sich selbst.

Diese Prüfungsvorbereitung war auch gleichzeitig die erste harte Prüfung für das MWB-System und ich bin stolz sagen zu können, dass es hervorragend funktioniert.

Abschließend möchte ich Anne für den Glauben an mich und meinen Plan danken. Vielen Dank! Dieses Erlebnis war eines meiner schönsten Erfahrungen in meinem Leben und ich werde es nie vergessen. Ein weiteres spannendes Selbst-Experiment, an dem Anne teilgenommen hat, könnt ihr in unserem Artikel Eisprung-Traum-Experiment nachlesen. Abschließend möchte ich Anne selbst zu Wort kommen lassen. Sie wird nun aus ihrer Sicht schildern, wie sie das kleine Prüfungsexperiment erlebt hat:

„Ich konnte diese besagte Pflicht-Prüfung, in Form einer Klausur, laut meiner damaligen Diplom-Prüfungsordnung so oft wiederholen, wie ich wollte. Es war also nicht auf drei Versuche pro Prüfung beschränkt, wie es heute bei den Bachelor-/Master-Studiengängen üblich ist. Also war es im Prinzip, egal wann ich bestehe. Aus diesem Grund fiel es mir sehr schwer die Prüfungsvorbereitung für dieses Fach ernsthaft durchzuführen und so fiel ich ca. 12-mal durch diese Prüfung. Dazu kam noch, dass ich eine Abneigung gegen dieses Fach hatte, da es sehr wenig mit meinem eigentlichem Studienfach zu tun hatte. Mit Marcus’ Hilfe und seinem selbst entwickelten „MWB-System” gelang es mir endlich, eine Prüfungsvorbereitung für dieses Fach durchzustehen und schließlich auch die Prüfung zu bestehen. Das spannendste an der gesamten Prüfungsvorbereitung war für mich die Schlafphase, da ich in dieser sehr viele lebhafte Träume hatte, die durch den starken Input herbeigeführt wurden. Auch die vielen Pausen machte die Prüfungsvorbereitung nicht nur erträglich, sondern es lockerte alles so sehr auf, dass es mir gar nicht vor kam wie eine Prüfungsvorbereitung.“

Ich hoffe, ihr findet diesen Artikel hilfreich und ich würde mich freuen, wenn ihr Kommentare und Gedanken auf unserer Facebookseite mit uns teilt oder den Artikel an Freunde twittert. Mehr Tipps zum Erfolgreich lernen findet ihr in meinem Artikel „Optimal Lernen im Flow”.

Prüfende Grüße sendet euch

Marcus Krahlisch

Wörter: 994

Hinweise

Natürlich geben wir keine Garantie für das Bestehen einer Prüfung nach der beschriebenen Methode. Nach unseren Erfahrungen zu urteilen, funktioniert das „MWB-System“ vor allem bei typischen Lern-Prüfungen und Lern-Klausuren, die den Stoff von einem Semester nicht überschreiten. Bei Fächern wie Mathematik, in denen nicht nur die Aufnahme von Fachwissen, sondern auch logisches und abstraktes Denkvermögen vorhanden sein muss, ist diese Methode nicht anwendbar.

[1] Steve Pavlina, Timeboxing, stevepavlina.com, 19. Oktober 2010, http://www.stevepavlina.com/blog/2004/10/timeboxing/

[2] David Allen, Getting Things Done. The Art of Stress-Free Productivity, Penguin (Non-Classics); Auflage: Reprint (31. Dezember 2002), ISBN-13: 978-0142000281

[3] Christian Grüning, Garantiert erfolgreich lernen: Wie Sie Ihre Lese- und Lernfähigkeit steigern, Grüning, Auflage: 3. Auflage. (2009), ISBN-13: 978-3940166067

[4] Lothar Seiwert, Das neue 1×1 des Zeitmanagement: Zeit im Griff, Ziele in Balance. Kompaktes Know-how für die Praxis (Einzeltitel Lebenshilfe), Verlag: Gräfe und Unzer Verlag; Auflage: N.-A., Nachdruck 2003. (September 2007), ISBN-13: 978-3774256705


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