Pille ist mir egal, ich mach’s sympothermal

by Marcus Krahlisch on 20. Juni 2012

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Die Mehrheit der deutschen Frauen verwenden die Pille, um eine Schwangerschaft zu vermeiden [1]. Viele dieser Frauen hätten gern eine sichere, natürliche Alternative ohne gesundheitliche Nebenwirkungen. Heute spreche ich mit einer Frau, die mit der symptohermalen Methode eine echte Alternative für sich gefunden hat und selbstbewusst sagt: „Die Pille ist mir egal, ich mach’s symptothermal.” Warum sie das so sagt und was die sympthothermale Methode ist – erfährst du in diesem Interview.

trainyabrain: Anne, du bist heute überzeugte Anwenderin der symptothermalen Methode nach Sensiplan. Wie bist du zu dieser Methode gekommen?

Anne Zietmann: Ich habe zuvor über mehrere Jahre mit der Antibabypille verhütet. Jedoch habe ich mich mit der Pille nie wohl gefühlt. Ich hatte ein sehr schlechtes Gewissen gegenüber meinem Körper – fast jeden Tag künstliche Hormone zu nehmen. Eigentlich suchte ich schon immer nach einer natürlichen Alternative. 2009 entschloss ich mich die Pille abzusetzen und mit dem PERSONA Verhütungscomputer eine Schwangerschaft zu vermeiden. Dieser Computer hat bei mir leider nicht sehr gut funktioniert und war mir zudem nicht sicher genug. Nach einer weiteren intensiven Internetsuche bin ich auf die symptothermale Methode aufmerksam geworden. Seitdem verwende ich die symptothermale Methode nach Sensiplan und bin sehr zufrieden.

trainyabrain: Nun hast du sicher viele Frauen neugierig gemacht, was die symptothermale Methode ist. Wärst du so nett uns aufzuklären?

Anne Zietmann: Die symptothermale Methode gehört zu den Modernen Methoden der Natürlichen Familienplanung. Sie basiert auf der Beobachtung der Körperzeichen Zervixschleim (sympto) und Temperatur (thermal), welche sich innerhalb des Menstruationszyklus verändern. Die symptothermale Methode nach Sensiplan macht es möglich, die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus zu bestimmen. Aus diesem Grund kann sie sowohl zur Schwangerschaftsvermeidung als auch für den Kinderwunsch eingesetzt werden. Vereinfacht kann man sich die symptothermale Methode als eine Kombination der Zervixschleimmethode und der Temperaturmethode vorstellen. „Sensiplan steht für die symptothermale Methode der Arbeitsgruppe NFP, die wissenschaftlich abgesichert ist und im Praxisbuch ,Natürlich und sicher’ und im dazugehörigen Arbeitsheft beschrieben ist, und für das dazugehörige Ausbildungs- und Beratungsangebot.“[2] Das Gütesiegel Sensiplan ist eine Art Markenbezeichnung für die hohe Qualität der Methode im Vergleich zu anderen symptothermalen Methoden. Ähnlich wie andere bekannte Marken sich als hochqualitative Marke von anderen Herstellern abgrenzen.

trainyabrain: Ich kann mir das noch nicht genau vorstellen. Warum kann man die fruchtbaren Tage im Zyklus mithilfe von Zervixschleim und Basaltemperatur bestimmen?

Anne Zietmann: Im Biologieunterricht haben wir gelernt, dass eine Frau nur dann schwanger werden kann, wenn Eizelle und Spermium zusammenkommen. Die Eizelle wird nur einmal im Zyklus für die Befruchtung freigegeben und ist dann maximal 18 Stunden befruchtungsfähig. Spermien können im Zervixschleim etwa 5 Tage im Körper der Frau befruchtungsfähig bleiben. Es ergibt sich also ein zeitliches Fenster im Zyklus einer Frau, in der die Frau mit hoher Wahrscheinlichkeit schwanger werden kann. Das Ziel der symptothermalen Methode nach Sensiplan ist es, das kurze Zeitfenster der Fruchtbarkeit, das sich aus der Befruchtungsfähigkeit der Spermien und der Eizelle ergibt, möglichst genau zu bestimmen. Hierzu nutzt die symptothermale Methode nach Sensiplan aus, dass sich die zwei Körperzeichen Basaltemperatur und Zervixschleim während der fruchtbaren Zeit verändern. Diese Veränderung dokumentiert die Frau und trägt sie anschließend in ein Zyklusblatt ein. Anhand der Sensiplan-Regeln wertet sie nun den Zervixschleim und ihre Temperaturkurve aus und kann ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus bestimmen. Falls der Zervixschleim gestört ist oder mal schwieriger beobachtet werden kann, ist es auch möglich die Veränderung des Gebärmutterhalses (Muttermund) als Ersatz für den Zervixschleim zu beobachten.[3]
trainyabrain: Das hast du schön erklärt. Man kann demnach durch die reine Dokumentation und Auswertung von Körperzeichen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus bestimmen. Ist das nicht unsicher?
Anne Zietmann: Nein ganz im Gegenteil. Die symptothermale Methode nach Sensiplan gehört zu den sichersten Methoden der Welt, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Es wird nur etwa 1 von 200 Frauen, die die symptothermale Methode nach Sensiplan richtig anwenden, innerhalb eines Jahres schwanger. Dies entspricht einem Pearl Index der Methodensicherheit von 0.4-0.6. Zählt man die Schwangerschaften, die bei richtiger und fehlerhafter Anwendung eintreten, zusammen – werden nur etwa 2 von 100 Frauen innerhalb eines Jahres schwanger. Dies entspricht einen Pearl Index der Gebrauchssicherheit von 1.8-2.3 [4].

trainyabrain: Hat die symptothermale Methode Nebenwirkungen?

Anne Zietmann: Die symptothermale Methode ist frei von gesundheitlichen Nebenwirkungen, da sie nicht in den Zyklus der Frau eingreift. Die Frau kann also natürlich und sicher eine Schwangerschaft vermeiden oder anstreben.
trainyabrain: Nun hast du beschrieben, dass sich durch die Methode unfruchtbare und fruchtbare Tage ergeben? Was machst du an den fruchtbaren Tagen, um eine Schwangerschaft zu vermeiden?
Anne Zietmann: Ich persönlich verwende mit meinem Partner Barrieremethoden wie das Kondom in der fruchtbaren Zeit, um erfolgreich eine Schwangerschaft zu vermeiden. Mit dieser Haltung liege ich voll im Trend, denn etwa 60 Prozent der Paare verwenden Barrieremethoden in der fruchtbaren Zeit. Die anderen 40 Prozent verzichten in der fruchtbaren Zeit auf Sex [5]. Die Sicherheit wird bei einer Mix-Anwendung von Sensiplan und Barrieremethoden kaum beeinflusst – so lange die Frauen oder Paare in einer NFP Beratung in die Methode eingeführt wurden. Der Pearl Index bei perfekter Anwendung der Mix-Anwendung liegt bei etwa 0.6, die Gebrauchssicherheit bleibt bei 1.8 unverändert.[4]
trainyabrain: Wieviele Tage ist die Frau nach der Methode fruchtbar?
Anne Zietmann: Dies ist in jedem Zyklus und bei jeder Frau unterschiedlich. Ich selbst habe etwa 10 bis 14 fruchtbare Tage bei einem 30 bis 33 Tage Zyklus. Also sind es bei mir etwa 30 bis 50 Prozent methodenbedingte fruchtbare Tage.

trainyabrain: Wie kommt dein Partner damit klar, dass ihr regelmäßig ein Kondom verwendet?

Anne Zietmann: Mein Partner hat mich von Anfang an in der Anwendung der Methode unterstützt und hat mit der Mix-Anwendung von Sensiplan und Barrieremethoden keine Probleme. Allerdings hat es uns sehr geholfen, dass wir viel miteinander reden und verschiedene Barrieremethoden ausprobiert haben. Die symptothermale Methode ist halt eine partnerschaftliche Methode, bei der jedes Paar für sich individuell eine Lösung finden muss.
trainyabrain: Du hast vorhin erwähnt, dass man die Methode auch für den Kinderwunsch nutzen kann. Kannst du dazu etwas erzählen?
Anne Zietmann: Ja, die symptothermale Methode ist auch bei einem Kinderwunsch sehr zu empfehlen. Viele Frauen mit Kinderwunsch werden nicht schwanger, da sie unwissend nur an den unfruchtbaren Tagen Verkehr haben. Somit bleibt der Kinderwunsch manchmal für lange Zeit unerfüllt. Mit der symptothermalen Methode weiß man ganz genau, wann man fruchtbar ist und kann an den Tagen um den Eisprung gezielt ungeschützten Sex haben. Zudem sammeln die Frauen durch das Dokumentieren ihres Zyklus wichtige Informationen, die dem Gynäkologen eventuell helfen, eine genauere Diagnose über mögliche Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches anzustellen.

trainyabrain: Hast du die symptothermale Methode auch schon für den Kinderwunsch eingesetzt?

Anne Zietmann: Ja, auch hier kann ich die Wirksamkeit bestätigen. Schon im ersten ernsthaften Kinderwunsch-Zyklus wurde ich sofort schwanger und bin aktuell im 6. Monat. Mein Freund und ich waren selbst überrascht wie schnell es gehen kann. Aus Gesprächen mit anderen Paaren weiß ich, dass es mit der symptothermalen Methode häufig schneller geht.

trainyabrain: Was meinst du mit ernsthaftem Kinderwunsch-Zyklus? Kann man auch einen nicht ernsthaften Kinderwunsch haben?

Anne Zietmann: Ja, das ist möglich – bei mir war das so. Ungefähr ein halbes Jahr lang war ich mir über meinen Kinderwunsch sehr unsicher. Ich konnte mich nicht für ein klares „ja ich möchte jetzt schwanger werden“ durchringen. Wenn ich zu dieser Zeit schwanger geworden wäre, hätte es mir aber auch nichts ausgemacht und ich hätte mich darüber auch gefreut. Trotzdem fehlte mir immer noch das letzte entscheidende Stück Mut, es wirklich darauf ankommen zu lassen. Mein Partner stand immer hinter mir – egal für was ich mich entschieden hätte. In dieser Übergangsphase hat mir die symptothermale Methode sehr gut geholfen, denn ich konnte mit meinem Partner die Methodenregeln individuell an unsere Bedürfnisse anpassen. Wir lockerten jeden Zyklus ein wenig mehr die Regeln und kürzten in eigener Regie meine methodenbedingten fruchtbaren Tage letztendlich auf ein Minimum. Die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhte sich also ganz sachte Zyklus für Zyklus. So konnte ich mich ganz behutsam dem Gedanken an eine Schwangerschaft nähern und entschied mich schließlich konsequent dafür.

trainyabrain: Kann man aus der Basaltemperaturkurve erkennen, ob man geworden schwanger ist?

Anne Zietmann: Ja, das ist möglich. Die Basaltemperatur bleibt während der ganzen Schwangerschaft leicht erhöht, daher kann man ab mindestens 18 erhöhten Temperaturwerten und ohne Menstruationsblutung sehr sicher sein, dass man schwanger ist. Am schönsten fand ich jedoch, dass ich aus meiner Kurve den voraussichtlichen Entbindungstermin berechnen konnte.

trainyabrain: Wann ist es denn soweit?

Anne Zietmann: Nach meiner Rechnung am 28.10.2012. Die Rechnung ist übrigens genauer als die des Frauenarztes. Dieser geht nämlich vom letzten Datum der Menstruation aus und nimmt somit den Eisprung bei jeder Frau am 14. Zyklustag an.

trainyabrain: Was hat dein Frauenarzt gesagt, als du ihm deinen Zyklus gezeigt hast?

Anne Zietmann: Meine Frauenärztin wollte ihn gar nicht sehen und zeigte kein großes Interesse an meinen Zyklen. Sie meinte: „Wir schauen uns mal im Ultraschall an – ob es geklappt hat.” Nach dem ersten Ultraschall und ihrer Rechnung (anhand meiner letzten Menstruation) war das Baby etwa eine Woche in der Entwicklung zurück. Bei einer späteren Ultraschalluntersuchung hat sie den errechneten Entbindungstermin aufgrund ihrer Messungen der Körpergröße des Babys auf den 30.10.2012 gesetzt – was ziemlich gut mit meinem errechneten Entbindungstermin übereinstimmte. Mein persönliches Fazit: Mit der symptothermalen Methode kann man den wahrscheinlichen Entbindungstermin schneller berechnen als mit Hilfe eines Ultraschallgerätes!

trainyabrain: Und was passiert nach der Entbindung? Kann man die Methode auch in der Stillzeit anwenden, um eine Schwangerschaft zu vermeiden?

Anne Zietmann: Ja, das ist möglich. Es gibt dann etwas andere Regeln für die Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage. Diese besonderen Regeln für die Stillzeit gelten übrigens auch für die Zeit in den Wechseljahren. Generell ist ein wirklicher Pluspunkt, dass man die Methode nahezu in jeder Lebensphase der Frau anwenden kann. Ich freue mich schon sehr darauf diese speziellen Regeln für die Stillzeit anzuwenden und meinen eigenen ersten Stillzyklus zu dokumentieren.

trainyabrain: Wie meinst du das – in jeder Lebensphase der Frau anwendbar?

Anne Zietmann: Die symptothermale Methode kann man meiner Meinung nach wirklich in jeder Lebensphase anwenden. Wenn ich die Methode z. B. während meiner Pubertät schon gekannt hätte, hätte ich sie definitiv angewendet und somit meinen Körper viel besser verstanden. Ich war damals schon sehr interessiert an meinen eigenen Körpervorgängen. Nachdem sich der Menstruationszyklus einigermaßen eingependelt hat, können junge Frauen die Methode meiner Meinung nach schon zur Vermeidung einer Schwangerschaft einsetzten. Bei einem späterem Kinderwunsch bräuchte man sich auch nicht großartig umstellen, sondern nutzt die Methode, um gezielter schwanger zu werden. Nach einer Geburt, also in der Stillzeit, und in den Wechseljahren, wie schon gesagt, kann man die Methode auch anwenden. Ich persönlich kann mir jedenfalls vorstellen die symptothermale Methode bis zu den Wechseljahren anzuwenden.

trainyabrain: Nun kann ich mir vorstellen, dass die handschriftliche Dokumentation und Eintragung der Körperzeichen in das Zyklusblatt ganz schön viel Mühe macht. Wie schaffst du es dich jeden Zyklus zu motivieren?

Anne Zietmann: Zunächst einmal brauche ich, wie viele Frauen die ihren Zyklus schon sehr lange beobachten, nur wenige Tage im Zyklus meine Basaltemperatur und meinen Zervixschleim dokumentieren. Die Eintragung nehme ich meist am PC oder Netbook in einer Online-Zyklusverwaltung vor. Hier gibt es wirklich sehr schöne Funktionen, mit der die tägliche Eintragung zur Sekundensache wird. Eine Freundin von mir trägt ihre Daten bequem am Frühstückstisch auf ihrem Handy ein. Mittlerweile gibt es zahlreiche Handy-Apps, die ansprechend gestaltet sind und über zahlreiche Features verfügen. Derzeit ist das myNFP App sowie das iNFP App sehr verbreitet. Für mich ist die Eintragung ähnlich wie ein Online-Spiel auf Grundlage meines Körpers. Es ist eher ein Hobby als eine Pflicht. Der Zyklus ist jedes Mal und bei jeder Frau ein wenig anders. Deshalb macht es mir besonders viel Spaß meinen Freundinnen meinen Zyklus zu zeigen und über die Besonderheiten zu sprechen. Auch nach Jahren gibt es immer wieder Neues zu erzählen – das macht die symptothermale Methode unter anderem für mich so interessant.

trainyabrain: Und was machst du, wenn du mal keinen Internetzugang hast – zum Beispiel im Urlaub oder auf Reisen?

Anne Zietmann: In diesem Fall drucke ich mir ein Zyklusblatt aus und trage meine Werte ganz altmodisch mit dem Stift ein. Die Handyapps funktionieren auch teilweise offline, somit braucht man nicht unbedingt Internetzugang um seinen Zyklus zu dokumentieren.

trainyabrain: Gut, man merkt schon, dass dir die symptothermale Methode sehr viel Spaß macht. Hast du schon daran gedacht, dein Hobby zum Beruf zu machen?

Anne Zietmann: Ja, natürlich. Daher habe ich im Oktober des letzten Jahres mit einer Ausbildung zum Berater für Natürliche Familienplanung (NFP) begonnen, die ich voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2012 abschließen werde. In der wissenschaftlichen anerkannten Ausbildung lerne ich, Frauen in die symptothermale Methode nach Sensiplan einzuführen.

trainyabrain: Nach meinen Recherchen gibt es doch schon sehr gute Bücher, durch die man die symptothermale Methode nach Sensiplan erlernen kann. Warum ist es deiner Ansicht nach doch sinnvoll eine NFP Beratung aufzusuchen?

Anne Zietmann: Meiner Meinung nach lernt man die symptothermale Methode nach Sensiplan am Besten und Sichersten in einer NFP Beratung. Eine Beratung ist eine völlig andere Form der Wissensvermittlung als ein Buch. Ein Buch kann nicht auf persönliche Fragen antworten oder sich den ersten eigenen Zyklus der Frau ansehen und dazu Hinweise geben. Vielen Frauen wird das alleinige Buchlesen nicht ausreichen, um sich sicher genug in der Anwendung zu fühlen und suchen dann oft einen gewissen Erfahrungsaustausch.
Ein weiterer Vorteil einer Beratung ist, dass jede Kurseinheit pädagogisch ansprechend gestaltet und aufgebaut ist. Außerdem lässt sich die Zervixschleimbeobachtung hinsichtlich dem Fühlen, dem Sehen und dem Empfinden schlechter über Bücher vermitteln. Die Sicherheitsangaben der symptothermalen Methode nach Sensiplan beziehen sich übrigens auch auf Frauen, die eine NFP-Einführungs-Beratung besucht haben.
Für Frauen in Schichtenarbeit, können die Berater zusätzliche Hilfe leisten, da hier die Auswertung der Temperaturkurve für ungeübte Frauen am Anfang etwas schwieriger sein kann. Insbesondere ist die NFP Beratung für alle Frauen besonders zu empfehlen, dessen Zyklen von den Musterbeispielen abweichen oder die sich in der Anwendung der Regeln unsicher sind.
Wie schon gesagt haben alle NFP Berater eine ausführliche (medizinische) Beraterausbildung, betreut von Ärzten und erfahrenen NFP Beratern, erfolgreich absolviert. Zusätzlich ist ein NFP Berater verpflichtet, sich regelmäßig weiterzubilden. Aus diesem Grund ist diese Beratung besonders hochwertig.

trainyabrain: Wo kann man sich genauer über die NFP Beratung informieren?

Anne Zietmann: Für Frauen, die sich genauer über eine Beratung oder die Beraterausbildung informieren wollen, ist die Homepage der Arbeitsgruppe NFP eine ausgezeichnete Adresse. Hier findet man auch die Ansprechpartner in der gewünschten Region. Die Kosten für eine Beratung sind regional verschieden und werden von der jeweiligen Regionalgruppe festgelegt.
Begleitend kann die symptothermale Methode über die sehr guten Bücher der Arbeitsgruppe NFP vertieft werden. Im Buch „Natürlich und sicher: Das Praxisbuch” findet man alle wichtigen Regeln und Erklärung zur Methode und im „Natürlich und sicher. Das Arbeitsheft“ kann man an konkreten Zyklus-Beispielen üben und so maximale Sicherheit erlangen.

trainyabrain: Wenn die Methode so gut vermittelt wird, sicher ist und keine gesundheitlichen Nebenwirkungen hat, warum ist sie dann so unbekannt?

Anne Zietmann: Frauen werden meist von ihrem Frauenarzt über mögliche Methoden der Schwangerschaftsvermeidung und Verhütung informiert. Die meisten Gynäkologen kennen diese Methode allerdings nicht und können die symptothermale Methode daher leider nicht weiterempfehlen. Die aktuellen Fachbücher der Gynäkologie enthalten Regeln und Sicherheitsangaben, die 50 Jahre alt sind – also noch weit vor der Entwicklung von Sensiplan. In diesen Büchern wird die symptothermale Methode als sehr unsicher dargestellt. Aus diesem Grund halten viele Gynäkologen die Pille für die beste und sicherste Methode der Welt. Außerdem kann man die Pille als Rezept verschreiben – die Methode leider nicht. Erst seit Kurzem ist die symptothermale Methode nach Sensiplan für Gynäkologen ein Thema geworden, da sie immer häufiger von Patientinnen angesprochen werden und die Methode auch in der Zyklusdiagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt werden kann. Für interessierte Gynäkologen führt die Arbeitsgruppe NFP ebenso regelmäßige Schulung und Weiterbildungen durch. Das ist meines Erachtens auch dringendst notwendig – vor allem für die Patientinnen. Bis die meisten Gynäkologen darüber aufgeklärt sind, wird es vermutlich noch einige Jahrzehnte dauern.

trainyabrain: Wie siehst du die Chancen, dass sich die symptothermale Methode in Deutschland verbreitet?

Anne Zietmann: Ich sehe sehr gute Chancen für die Methode – mit dem Internet sind neue Möglichkeiten der Verbreitung entstanden. Durch diese bin ich ebenfalls auf die symptothermale Methode aufmerksam geworden. Im Moment engagiere ich mich sehr stark im Netz dafür, dass die Frauen, die sich für natürliche Methoden interessieren, von der Methode erfahren. Die symptothermale Methode nach Sensiplan ist eine Methode der Zukunft. Vielleicht werden in 10 Jahren viele Frauen, wie auch ich, sagen: „Pille ist mir egal – ich mach’s symptothermal.” Ich würde mich zumindest sehr darüber freuen.

Das Interview führte Marcus Krahlisch

[1] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA), Deutsche verhüten verantwortungsbewusst, Pressemitteilung vom 31.03.2011, http://www.bzga.de/?sid=628

[2] Arbeitsgruppe NFP, Die Methode – Sensiplan, nfp-online.de, 2012, http://www.nfp-online.de/Die-Methode-sensiplan-R.11.0.html

[3] Malteser Arbeitsgruppe NFP, Natürlich & sicher: Das Praxisbuch. Sichere Empfängnisregelung ohne Nebenwirkungen. Familienplanung mit sensiplan®. Mit dem richtigen Timing zum Wunschkind, Trias; Auflage: 18. Auflage. (20. April 2011)

[4] P. Frank-Herrmann1,J. Heil,C. Gnoth, E. Toledo, S. Baur,C. Pyper, E. Jenetzky,T. Strowitzki1 and G. Freundl, The effectiveness of a fertility awareness based method to avoid pregnancy in relation to a couple’s sexual behaviour during the fertile time: a prospective longitudinal study, Oxford Journals Medicine Human Reproduction Volume 22, Issue 5 Pp. 1310-1319, http://humrep.oxfordjournals.org/content/22/5/1310

[5] E. Raith, P. Frank-Herrmann, G. Freundl, S. Baur, N. Klann, U. Sottong, Natürliche Familienplanung heute: Mit ausführlicher Darstellung der Zykluscomputer für Ärzte, Berater und interessierte Anwender, Herausgeber: Sichere Empfängnisregelung, Köln Arbeitsgruppe nfp der Malteser e.V., 4. Auflage, 2008

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