Gratis eBook - Schwanger werden in NUR 6 Monaten

Trag dich jetzt ein, um das Gratis eBook zu erhalten:

Prokrastination plus Psyche

Prokrastination-Kreislauf-Psyche

Prokrastinations-Kreislauf

Du leidest an Prokrastination und kriegst deine unangenehmen Aufgaben einfach nicht erledigt? Du stehst dir selbst im Weg und weißt nicht wie du da herauskommen kannst? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Blog zeige ich dir, wie du deine Prokrastination plus Psyche wieder in den Griff bekommst.

Prokrastination schnelle Hilfe

Um deine Prokrastination schnell und effektiv zu überwinden musst du drei Dinge tun:

  1. Ursachen deiner Prokrastination herausfinden
  2. Diesen Schritt kannst du allein gehen, indem du dich wie in diesem Blog beschrieben mit deiner Psyche auseinandersetzt. Oder du kannst Dir Hilfe in Selbtshilfegruppen oder bei einem Berater für Prokrastination holen. Hierzu findest Ansprechpartner in meinem Artikel „Prokrastination Hilfe Berlin”. Die häufigsten 3 Ursachen für Prokrastination sind unklare Ziele, schlechte Selbstorganisation, und eine instabile Psyche. Wie man diese drei Hauptursachen eliminiert habe ich meinem Artikel „Prokrastination plus Prüfungsangst” erklärt.

  3. Ursachen terminieren, Verhalten verändern

  4. Meist ist die Ursache mit einem bestimmten Verhalten verknüpft. Zum Beispiel habe ich am Rechner lieber Computer gespielt, als eine Hausarbeit beschrieben. Eine notwendige Konsequenz war der Umstieg auf Linuxrechner bei Arbeit. Ich hatte somit keine Chance mehr auf dem Arbeitsrechner zu spielen. Wie man sieht gehört hier eine gewisse Konsequenz dazu!

  5. Verhalten stabilisieren
  6. Eine kurzweilige Änderung des Verhaltens ist einfach. Schließlich haben Freunde schon etwa 100 mal mit dem Rauchen aufgehört und es etwa 1 Woche durchgehalten. Eine dauerhafte Änderung ist dagegen nicht so einfach sie erfordert einen intelligenten Umgang mit deiner Psyche. Die notwendigen Schritte und Infos werden nun ausführlich erläutert.

I. Prokrastination ist ein sich wiederholender Kreislauf

Als ich mich mit meiner Prokrastination plus Psyche beschäftigte, stieß ich auf den amerikanischen Psychologen Dr. Bill Knaus. Dieser sah die Prokrastination als eine Art Kreislauf, der sich immer wiederholte. Prokrastination beginnt seiner Ansicht nach immer mit einer negativen Wahrnehmung und endet mit dem Aufschub. Genau genommen kann man den typischen Ablauf jeder Prokrastination etwa so beschreiben.

  1. Negative Gedanken oder Wahrnehmung
  2. Du hast eine Aufgabe vor dir, welche du als unangenehm, schwierig, verwirrend, langweilig oder bedrohlich bewertest. Auf der Grundlage dieser Bewertung entstehen negative Gedanken. Ich hatte dies immer bei schwierigen Physikaufgaben, die nur mit enormer geistiger Anstrengung und stundenlanger Literatursuche zu lösen waren. Meine Gedanken waren: „Jetzt muss ich diese verwirrenden, langweiligen, unangenehmen Aufgaben lösen. Das wird Stunden dauern!”

  3. Negative Gefühle und körperliche Reaktionen
  4. Die Folge waren negative Stress-Gefühle. Diese lösten dann meist körperliche Reaktionen, wie Magenschmerzen oder Kopfschmerzen, aus. Es waren sehr intensive Gefühle ähnlich wie Ärger oder Wut. In diesem Fall wollte ich alles tun, um diese Gefühle wieder loszuwerden.

  5. Ablenkung
  6. Ich begann mich unbewusst, von der unangenehmen Aufgabe abzulenken, in dem ich andere Tätigkeiten durchführte. Meine häufigsten drei Ablenkungsmanöver waren E-Mails checken, Internet surfen und Fernsehen. So verbrachte ich Stunden damit, einfach etwas anderes zu tun, um ja nicht meine Aufgaben zu bearbeiten und diese schrecklichen Gefühle der Prokrastination wieder aufkommen zu lassen.

  7. Verschieben auf Morgen

  8. Als es dann gegen Abend war, sagte ich zu mir: „Jetzt lohnt es sich auch nicht mehr, damit anzufangen“, und verschob die Bearbeitung der Aufgaben auf morgen.

  9. Schuldgefühle

  10. In der Nacht, vor dem Einschlafen, bekam ich Schuldgefühle und konnte schlecht schlafen. Ich machte mir Vorwürfe, dass ich wieder nichts geschafft hatte. Irgendwann schlief ich dann ein und schon kurz nach dem Aufstehen ging der Kreislauf der Prokrastination von vorn los.

Nach der Erkenntnis, dass meine Prokrastination ein automatisierter Kreislauf ist, war es viel leichter eine hilfreiche Strategie gegen Prokrastination zu entwickeln. Eigentlich ist alles ganz einfach:

„Durchbreche den Kreislauf der Prokrastination und du wirst sie überwinden.”

II. Prokrastination und die Macht der Gewohnheit

Es hört sich einfach an, aber es ist nicht einfach, den Kreislauf der Prokrastination zu durchbrechen. Hauptursache ist, so musste ich feststellen ist, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Versuch doch mal, statt mit rechts mit links die Zähne zu putzen (oder andersherum als Linkshänder). Du wirst feststellen, dass es dir schwerfallen wird – da sich dein Gehirn und dein Körper an diesen Prozess gewöhnt haben. Eine Durchbrechung des Kreislaufes der Prokrastination muss also gut durchdacht sein und ist mit Sicherheit nicht von heute auf morgen zu erreichen. Der erste Schritt ist es daher, erst mal zu erkennen, wie dein persönlicher Prokrastinationskreislauf aussieht. Hierzu führte ich ein Tagebuch, in dem ich Folgendes notierte:

  1. Uhrzeit und Ort, Dauer
  2. Bsp: 14.46 Berlin in meiner Wohnung

  3. Unangenehme Aufgabe, Dauer
  4. Bsp: Mathematisches Script durcharbeiten und verstehen (1 Minute)

  5. Negative Gedanken, Dauer
  6. Bsp: Die Rechnungen dauern lange und sind schwer zu verstehen, Zudem alle Literatur in englischer Sprache… (1 Minute…)

  7. Negative Gefühle, körperliche Reaktionen, Dauer
  8. Bsp: Magenweh, Rückschmerzen (2 Minuten…)

  9. Ablenkungen, Dauer
  10. Bsp: E-Mails checken (30 Minuten), Computerspielen (2 Stunden), Musik hören (1 Stunden)…

  11. Aufschieben auf Morgen, Zeitpunkt

  12. Bsp: 18.00 Uhr, Es lohnt sich sowieso nicht mehr.

  13. Schuldgefühle, Zeitpunkt
  14. Bsp: 23 Uhr, Jetzt habe ich schon wieder nichts geschafft…

Durch diese Vorgehensweise konnte ich meist sehr schnell erkennen – wann ich prokrastinierte. Zudem erkannte ich, welche Gefühle die Prokrastination mit sich brachte, durch welche Tätigkeiten ich mich ablenkte und an welchen Orten die Prokrastination am häufigsten auftrat und wie lange die einzelnen Prokrastination-Phasen dauern. Diese Informationen sind sehr wichtig, um eine gezielte Unterbrechung des Kreislaufes der Prokrastination zu erwirken.

PDF-DOWNLOAD Prokrastinations-Tagebuch

Prokrastination-Tagebuch

Prokrastinations-Tagebuch

A Der erste Versuch

Nach etwa einer Woche dieser Dokumentation versuchte ich meine erste gezielte Unterbrechung. Ich beschloss, alles zu verändern. Ich änderte den Ort von Wohnung auf die Bibliothek, wo man damals noch keinen Internetzugang und PC hatte. Des Weiteren nahm ich mir nur meine Aufgaben mit. Durch diese Maßnahmen wollte ich verhindern, mich durch E-Mails checken und Computerspielen abzulenken. In der Bibliothek angekommen, setzte ich mich hin und arbeitete etwa 30 Minuten an meinen Aufgaben. Kurz darauf merkte ich, wie meine Gedanken abwichen. Zumeist schaute ich zur Ablenkung aus dem Fenster oder holte mir einen Kakao aus dem Automaten. Als ich mich wieder an den Tisch setzen und mit meinen Aufgaben weitermachen wollte, überkamen mich wieder negative Gedanken. Die Gefühle waren so intensiv und negativ, dass ich meinen Versuch unterbrechen musste. Nach einigen Stunden fuhr ich wieder nach Hause. Nach etwa einer Woche hatte ich in der Bibliothek neue Ablenkungstätigkeiten entwickelt, wie die wissenschaftlichen Zeitschriften lesen oder mit anderen Studienfreunden quatschen. Ich erkannte, dass es, ähnlich wie beim Abnehmen, auch bei der Prokrastination einen Jo-Jo-Effekt gibt. Dennoch wertete ich die ersten 3 Tage als Erfolg, da ich etwa insgesamt 3 effektive Stunden zum Arbeiten gekommen war.

III. Der Jo-Jo-Effekt der Prokrastination

Meiner Erfahrung nach tritt der Jo-Jo-Effekt gerade am Anfang, wenn man das erste Mal seinen Kreislauf der Prokrastination durchbricht, auf. Tatsächlich gewöhnte sich mein Körper und Geist nach etwa 3 Tagen an eine neue Lernumgebung. Er fand in diesen drei Tagen auch immer eine neue Ablenkungstätigkeit. Aus diesem Grund ist spätestens nach 3 Tagen der neue Lernort nicht mehr geeignet. Allerdings war die Prokrastination in der ersten Woche weniger stark ausgeprägt im Vergleich zu einer Umgebung, in der ich schon jahrelang einen Handlungskreislauf entwickelt hatte. Warum gibt es diesen Jo-Jo-Effekt der Prokrastination? Die Antwort ist simpel. Wer die Prokrastination wirklich dauerhaft loswerden möchte, muss an der Wurzel der Prokrastination ansetzen. Prokrastination beginnt mit negativen Gedanken. Bei meinem ersten Versuch setzte ich dagegen nur bei meinen Ablenkungen (Phase 3 des Prokrastinationskreislaufes) an. Dieser Lösungsansatz ist nicht geeignet, wenn man nicht alle 3 Tage den Lernort wechseln möchte oder gar nicht verändern kann. Es ist so ähnlich als würde man nur Sport machen, um abzunehmen und die Ernährungsumstellung dabei völlig vernachlässigt. Der Erfolg würde natürlich dauerhaft ausbleiben.

IV. Die Wurzel der Prokrastination – positive Gedanken generieren – negative Gedanken terminieren

Wenn man Prokrastination überwinden möchte – muss man es schaffen negative Gedanken zu terminieren und positive Gedanken zu schaffen. Für diese Aufgabe haben die Psychologen einige Tricks entwickelt – die Effektivsten möchte ich nun präsentieren.

  1. Rückwärts Denken
  2. Die Technik ist ganz einfach. Stell dir vor, dass du deine unangenehme Aufgabe bereits erledigt hast. Fühle das positive, zufriedene Gefühl, das sich am Ende des Tages in deinem Körper ausbreitet. Geh deine Schritte vom Ziel (erledigte Aufgabe) rückwärts bis zum Start (unerledigte Aufgabe) durch. Das Schöne ist, dass man durch den Gedanken „Wie wird es sich anfühlen?“ – schon positive Gedanken entwickelt. Diese positiven Gedanken können einem helfen mit positiven Gedanken und Gefühlen in ein Projekt zu starten. Das schrittweise Rückwärtsdenken ermöglichte mir eine entspanntere Zeitplanung – da ich wusste, dass ich zum Ziel kommen werde. Mir hat diese Technik nach einiger Übung sehr geholfen, positiv an meine Aufgaben heranzugehen. Die Zahl der negativen Gedanken wurde spürbar geringer.

  3. Das Negativ-Denken Paradoxon
  4. Vera Pfeifer schreibt in ihrem Buch „Aktivprogramm Positives Denken” [3], dass es nicht möglich ist, bewusst an etwas Negatives zu denken. Sie erklärt, dass negative Gedanken meist unbewusst in unser Denken treten. Wer skeptisch ist, kann es ja sogleich ausprobieren, ob Frau Pfeifer recht hat. Versuche jetzt mal ganz bewusst für 1 Minute ausschließlich an etwas Negatives zu denken. Und hat es funktioniert? In über 90 Prozent der Fälle gelingt es nicht. Aus diesem Grund kann man diese Technik gezielt einsetzen, um negative Gedanken der Prokrastination zu verringern.

  5. Alle Gedanken aufschreiben und ordnen
  6. Es gab Tage, an denen mein Kopf mit negativen Gedanken überflutet wurde – ich war echt ein Profi darin, mir immer das Schlimmste auszumalen. Ich schrieb all meine Gedanken auf ein Papier und versuchte sie mit Buchstaben A, B, C, D in Themen zu gruppieren. Negative Gedanken strich ich durch, positive Gedanken hob ich hervor. Am Anfang hatte ich nur negative Gedanken und das war sehr praktisch, denn ich konnte den Zettel danach verbrennen oder zerreißen. Das war einfach ein super Gefühl. Noch besser ist es, zu versuchen jeden negativen in einen positiven Gedanken umzuwandeln.

    Bsp: „Das ist wirklich viel Arbeit.” Umgewandelt in: „Es ist eine große Herausforderung meine Aufgaben zu bewältigen. Ich freue mich darauf und werde schon gleich beginnen. Wenn einer es schaffen kann, dann bin ich das.”

  7. Gettin Things Done
  8. Manchmal hat man so viele Aufgaben aufgeschoben, dass man gar nicht weiß, womit man beginnen soll. David Allen hat in seinem Buch „Gettin Things Done [6]” meiner Meinung nach eine brillante Antwort auf diese Herausforderung. Dieser rät in der ersten Phase dazu, all seine Gedanken aufzuschreiben und in Kategorien sowie Projekte zu ordnen. Ein Projekt ist hierbei jede Aufgabe, die mehr als 2 Schritte zur Erledigung benötigt. Anschließend soll man die Zeit für die einzelnen Aufgaben schätzen. Die Aufgabe, welche am kürzesten dauert und sofort durchführbar ist, wird zuerst erledigt. In der Regel ist dieser Einstieg für die Psyche optimal, da wir sehr schnell Erfolge sehen.

  9. In Babyschritten denken
  10. Wenn jemand Angst vor Spinnen hat und diese überwinden möchte – setzt man ihn keine Vogelspinne auf dem Arm. Ein Psychologe geht hier ganz geschickt vor – er bittet den Patienten zunächst, etwa 100 m in die Nähe einer Spinne zu gehen. Am nächsten Tag sind es 99 m Abstand zur Spinne. Solange bis man auf einen Meter herangekommen ist und schließlich die Spinne auf die Hand nimmt. Ähnlich habe ich es mit meiner Prokrastination getan. Ich stellte mir gern im Kopf vor, wie ich viele Stunden und einen Riesenstapel Arbeit hinter mich bringen musste. Dieser Gedanke war so negativ, dass ich starke Magenschmerzen bekam und nicht mehr arbeiten konnte. Seit ich die Babyschrittmethode gegen Prokrastination einsetze, habe ich damit keine Probleme mehr. Ich teile mir jede Aufgabe in viele kleine Schritte auf. Jeder dieser Schritte dauert nur etwa 5 Minuten. So schaffe ich es, meine Aufgaben Schritt für Schritt abzuhacken. Mit der Zeit ist es wieder möglich, in größeren Schritten zu planen und komplexere Aufgaben zu bewältigen.

  11. Sublimation und Autosuggestion einsetzen
  12. Die Macht der Suggestion ist groß. Sagt man Patienten, dass ein Medikament wirkt, hat es auch in meisten Fällen eine positive Wirkung, selbst wenn es ein Placebo ist. Diese Erkenntnis zeigt, dass Körper und Geist durch positive Informationen und Botschaften beeinflusst werden können.

    Bei der Sublimationstechnik werden die Botschaften knapp unter der Hörbarkeitsschwelle mit angenehmer Musik in das Unterbewusstsein gebracht, dort angekommen entfalten sie eine positive Wirkung. Solche Musik ist sehr leicht käuflich zu erwerben. Ich habe es selbst ausprobiert und muss sagen, dass ich schon nach wenigen Wochen durchaus positiver in den Arbeitsalltag gegangen bin und positivere Gedanken entwickelt habe. Ich formulierte meine Ziele auch in motivierenden Autosuggestionsformeln, die ich regelmäßig vor dem Schlafengehen wiederholte. Wie man solche autosuggestiven Botschaften formuliert, kann man in jedem guten Buch zu diesem Thema nachlesen. Die Anwendung der autosuggestiven Formeln verbesserte meine Einstellung zu schwierigen Aufgaben ungemein.

B Der zweite Versuch

Für meinen zweiten Versuch meine Prokrastination zu besiegen, lernte ich auf der Wiese vor der Bibliothek bei herrlichem Sonnenschein. Ich hatte mir meine Aufgaben mitgenommen. Desweiteren hatte ich Audio-CD’s von nahmhaften Psychologen zum Thema Motivation und Angstüberwindung dabei. Die Musik hörte ich während des Arbeitens wobei die Musik nur ganz leicht zu hören war. Ich hatte meine Aufgaben in kleine Schritte geteilt und konnte sie gut abhacken. Es funktionierte ich konnte etwa 30 Minuten am Stück arbeiten. Dann waren meine Gedanken wieder wo anders. Ich bemerkte wie es mir wieder schwer fiel. Mehrere Versuche mich wieder auf meine Aufgaben zu konzentrieren scheiterten schon nach wenigen Minuten. Ich fühlte mich irgendwie erschöpft. Nach etwa 3 Stunden bekam ich Kopfschmerzen und entwickelte enorme negative Gedanken und Gefühle. Die Techniken zur Eliminierung der negativen Gedanken kamen zu spät, da meine Gefühle der Prokrastination so schlimm und unangenehm waren, dass ich mich kaum konzentrieren konnte. Schließlich zwangen mich die Kopf- und Magenschmerzen zu einem Abbruch meines zweiten Versuchs. Was hatte ich falsch gemacht und wie kann man diese Gefühle bloß loswerden?

V. Negative Gefühle terminieren

  1. Die Aufmerksamkeitsspanne der Prokrastination – 45 Minuten Regel
  2. Eine Antwort auf diese Frage fand ich in einem Buch von Lothar Seiwert über Zeitmanagement [3]. In diesem steht geschrieben, dass sich der Mensch nicht länger als 45 Minuten effektiv konzentrieren kann. Aus diesem Grund dauert auch eine Unterrichtsstunde nicht länger als 45 Minuten. Jeder Mensch hat seine individuelle Aufmerksamkeitsspanne der Prokrastination, ab der man regelmäßig eine Pause benötigt. Ist man untrainiert, kann die Konzentrationsschwäche schon nach 5 bis 10 Minuten auftreten. Nach dieser Zeit ist es wichtig, eine kurze Pause von etwa 5 Minuten einzulegen. Nach dieser kurzen Pause ist man wieder voll leistungsfähig und kann sich wieder in der gleichen Spanne (5 bis 10 Minuten) konzentrieren. Nach etwa 3 Stunden sollte man eine längere Pause von etwa 30 Minuten bis zu einer Stunde einlegen. Vorsicht: Ist die Pause zu lang, ist der Körper schon im Stand by Modus und ein erneuter Einstieg kann schwerfallen. Ganz ähnlich ist es beim Sport – ein Untrainierter kann nur für kurze Zeit sportliche Leistung erbringen, während ein Trainierter länger auf hohem Niveau durchhält. Nach einer zu langen Pause sind die Muskeln kalt und der Sportler hat es schwerer wieder sein Top-Niveau zu erreichen.

    Nach diesen Überlegungen musste mein zweiter Versuch scheitern, da mein Körper nach etwa 30 Minuten eine Pause benötigte, die ich ihm nicht gab. Er rebellierte schließlich ganz stark – als er nach 3 Stunden keine längere Pause bekam. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts über negative Gefühle der Prokrastination wusste, schaffte ich es nicht, diese effektiv zu bekämpfen.

    Konzentration-Zeit-Diagramm-Prokrastination

    Konzentrationsfähigkeit in Abhängigkeit der Zeit

  3. Gefühle der Prokrastination sind Affekte
  4. Irgendwann fand ich heraus, dass meine Gefühle der Prokrastination sehr intensive Gefühle von kurzer Dauer sind. Meiner Ansicht nach sind Prokrastinationsgefühle Affekte ähnlich wie Angst, Trauer, Freude und Wut … Was folgt daraus? Nach meiner Erfahrung dauert kein negatives Gefühl der Prokrastination länger als 15 Minuten. Wenn man beispielsweise wütend ist und etwa 15 Minuten Meditation macht – wird sich die Wut wahrscheinlich erledigt haben. Sie bleibt nur erhalten, wenn die negativen Gedanken immer wiederholt werden. Aus diesem Grund meditierte ich einfach und konzentrierte mich auf meine Atmung. Nach 10 bis 15 Minuten waren die Gefühle der Prokrastination vorüber und ich konnte weiter arbeiten. Allerdings wollte ich irgendwann mehr. Es störte mich, immer wieder 10 bis 15 Minuten zu verlieren und ich fragte mich, was ich tun könnte, um die Gefühle der Prokrastination noch schneller loszuwerden.

    Emotionen-Affekt-Zeit-Prokrastination

    Gefühlsintensität in Abhängigkeit der Zeit: Affekt = sehr kurzes und intensives Gefühl; Normalgefühl = beginnt und endet ehr langsam; Leidenschaft = beginnt unmerkbar und wächst kontinuierlich

  5. Emotional Freedom Techniques (EFT)
  6. Auf meiner Suche stieß ich auf die Emotional Freedom Techniques (EFT), eine therapeutische Technik – welche auf dem körperlichen Energiesystem (Meridian-System) basiert und gegen Stress und andere psychologische Störungen hilfreich ist. Die Grundidee ist ganz einfach – jedes negative Gefühl wird bei EFT als Störung des körpereigenen Energiesystems betrachtet. Diese Störung kann durch die Stimulation bestimmter Akupressur-Punkte in Kombination mit autosuggestiven Botschaften beseitigt werden. In der Praxis spricht man einen psychologisch optimierten Text und klopft sich dabei in einer bestimmten Abfolge auf bestimmte Körperpunkte. Schon nach 3 Minuten waren bei mir jegliche negativen Gefühle der Prokrastination verschwunden. Das Erlernen einiger Techniken ist sehr leicht – denn es gibt im Internet auf Youtube zahlreiche gute Videos die in EFT einführen. Eine kleine Auswahl ist hier:

  1. Emotional Freedom Techniques (EFT) – Gary Craig, sehr gutes Intro in englischer Sprache
  2. EFT 1f: Das Grundrezept, Teil 2, deutsch
  3. Kill Procrastination with Emotional Freedom Technique (EFT), gute Anleitung in englischer Sprache

Überdies gibt es gute kostenlose E-Books, die man sich ausdrucken und lesen kann.

C der dritte Versuch

Bei meinem dritten Versuch meine Prokrastination zu stoppen lernte ich im Tierpark. Es war Herbst – der Park war im goldenen Oktober menschenleer und die Parkatmosphäre sehr positiv. Ich hatte meine Aufzeichnungen und einen MP3 Player mit Autosuggestion und Sublimationshörbüchern dabei. Des Weiteren hatte ich eine Anleitung der EFT Körperpunkte ausgedruckt – für den Fall, dass ich negative Gefühle der Prokrastination entwickeln sollte. Zudem hatte ich mir meine wichtigsten Gedankenstrategien auf einen Zettel geschrieben, sodass ich beginnen konnte. Ich hatte meine Aufgaben optimal eingeteilt und hakte Schritt für Schritt meine Aufgaben ab. Ich arbeitete immer in 30 Minuten Einheiten mit 10 Minuten Pause dazwischen. Es war fantastisch – ich konnte ohne Probleme 30 Minuten ohne Ablenkung arbeiten und kam sehr zügig voran. In den Pausen schaute ich mir die Tiere an, meditierte oder probierte einige der EFT Techniken aus. Nach etwa 3 Stunden aß ich etwa eine halbe Stunde im Tierpark Restaurant Mittag und schaute mir dabei die Elefanten an. Ich fühlte mich großartig nach etwa 5 Stunden hatte ich ein hundert-seitiges Mathescript komplett durchgearbeitet. In diesem Jahr bestanden nur 6 von 40 Studenten die Matheprüfung. Ich war einer der sechs – obwohl ich nicht zur Vorlesung gegangen und mir stattdessen eine Dauerkarte im Tierpark gekauft hatte.

In den nächsten Jahren folgte ich dem Leitsatz des Mathematikers John Nash „Vorlesungen machen den Verstand träge. Sie zerstören das Potenzial authentischer Kreativität [5]” und ging statt zur Vorlesung an Lernorte, die traumhaft schön waren. Meine Noten waren es schließlich auch und so schloss ich mein Diplom mit sehr gutem Resultat ab.

Jeder kann es schaffen seine Prokrastination zu überwinden

Wenn ich es geschafft habe – kann es jeder schaffen. Voraussetzung ist allerdings, dass du bereit bist, die ein oder andere Technik auszuprobieren und den Grundsätzen meiner Artikel zu folgen. In weiteren Blogs dieser Reihe gibt es noch mehr Tipps, wie du deine Prokrastination erfolgreich überwinden kannst. Wenn du diesen Beitrag über Prokrastination hilfreich fandest, freue ich mich über eine Verlinkung oder ein Like bei einem bekannten Sozialen Netzwerk.

Wir lesen uns

Marcus Krahlisch

Wörter: 3253

[1] Dr. Bill Knaus, The Procrastination Workbook. New Harbinger. 2002

[2] Vera Pfeifer, Aktiv-Programm Positives Denken, Knaur Taschenbuch, 2005, ISBN 3-426-87223-4

[3] Lothar Seiwert, Das neue 1×1 des Zeitmanagement: Zeit im Griff, Ziele in Balance. Kompaktes Know-how für die Praxis (Einzeltitel Lebenshilfe), Verlag: Gräfe und Unzer Verlag; Auflage: N.-A., Nachdruck 2003. (September 2007), ISBN-13: 978-3774256705

[4] Steve Pavlina, „Wie man Prokrastination überwindet”, stevepavlina.de, Unbekannt, http://stevepavlina.de/wie-man-prokrastination-ueberwindet

[5] Russel Crowe, Ed Harris, Jennifer Connelly, A Beautiful Mind, Regie Ron Howert, 2001, imdb.de, http://www.imdb.com/title/tt0268978/

[6] David Allen, Getting Things Done. The Art of Stress-Free Productivity, Penguin (Non-Classics); Auflage: Reprint (31. Dezember 2002), ISBN-13: 978-0142000281

für google:
Prokrastination, Prüfungsangst, Prokrastinationsberatung, Prokrastinationstherapie, Prokrastination Hilfe, Prokrastinationstagebuch, Strategien gegen Negative Gedanken, Selbstzweifel, Hilfe gegen Prokrastination, Berlin

GRATIS EBOOK - SCHWANGER WERDEN in 6 Monaten

Trage dich jetzt ein, um unser Gratis Ebook SCHWANGER werden in NUR 6 Monaten zu erhalten!

Leave a Comment

{ 0 comments… add one }