Von Ausfluss bis Zervixschleim

by Anne Zietmann on 12. Juli 2012

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Ausfluss-Zervixschleim

Liebe Frauen, bitte habt keine Angst vor Ausfluss aus eurer Scheide – es ist meistens nur ganz natürlicher Zervixschleim! Mit diesem Artikel erfahrt ihr den Unterschied zwischen krankhaften und normalen Ausfluss.

Ausfluss – Definition

Als Ausfluss (Fluor genitalis, Fluor vaginalis) wird allgemein jegliches Sekret, das aus der weiblichen Scheide fließt, genannt.

Viele verbinden damit sofort eine Krankheit wie Scheidenpilz oder Ähnliches. In den meisten Fällen ist es jedoch Zervixschleim, der für gewöhnlich jeden weiblichen Zyklus begleitet. Frauen, die ihren Zyklus und deren Symptome beobachten, können schon am Aussehen des Ausfluss bzw. Zervixschleims erkennen, in welcher Zyklusphase sie sich gerade befinden. Die Zyklusbeobachtung kann man z. B. mit der symptothermalen Methode umsetzen. Diese Methode wird zwar hauptsächlich zur Verhütung oder bei Kinderwunsch angewendet, ist aber auch zur reinen Zyklusbeobachtung sehr empfehlenswert und verstärkt das eigene Körperbewusstsein.

Gebildet wird der Zervixschleim in den Kypten des Gebärmutterhalses und wird dann durch den leicht geöffneten Muttermund in die Scheide abgegeben (siehe Abb.).

Ausfluss

Die Entstehung von Zervixschleim bzw. Ausfluss

Der Ausfluss bzw. Zervixschleim ist insbesondere sehr wichtig für die Gesunderhaltung und Schutz der weiblichen Geschlechtsorgane, für den Transport der Spermien durch die Scheide und sogar für die Ernährung der Spermien. Der normale Zervixschleim-Ausfluss hat also eine sehr hohe Bedeutung für die weibliche Fruchtbarkeit und ist alles andere als krankhaft. Die folgenden Ausflussarten können im Zyklus der Frau auftreten:

Weißfluss

Den Weißfluss bemerken Mädchen bereits weit vor ihrer ersten Periode (= Menarche). Oft schon etwa ein bis zwei Jahre vor der Menarche ist nämlich die Östrogenproduktion so aktiv, dass in den Krypten des Gebärmutterhalses (= Zervix) der erste Zervixschleim freigesetzt wird. Später haben Frauen weiterhin Weißfluss – meistens ein paar Tage nach dem Ausklingen ihrer Menstruation, wenn die Östrogene wieder mehr werden und sich der Körper erneut auf einen Eisprung vorbereitet.

Gelber Ausfluss

Ein gelblicher Ausfluss tritt oft in der Phase nach dem Eisprung oder etwa eine Woche vor dem Eisprung auf. Gelber Ausfluss kann sich auch abwechseln mit weißem cremigen Schleim – alles ist hier möglich, denn jede Frau erlebt ihren Zyklus etwas anders. Ausfluss dieser Kategorie ist nicht dehnbar und sieht dann etwa so aus:

ausfluss-nicht-dehnbar

nicht dehnbarer Ausfluss

Durchsichtiger Ausfluss

Umso dichter der Eisprung rückt, desto flüssiger, durchsichtiger/ transparenter und dehnbarer wird der Ausfluss. Das ist ein Zeichen des kurz bevorstehenden Eisprungs. Der Muttermund öffnet sich leicht, um bei einer möglichen Befruchtungsabsicht die Spermien leichter duchzulassen. Meistens ist der Ausfluss/ Zervixschleim sehr dehnbar und fadenziehend. Das kann man leicht auf der Toilette mit den Fingern oder dem Toilettenpapier testen.

 Dehnbarer und transparenter Ausfluss

Dehnbarer und transparenter Ausfluss

Ausfluss vor Periode

Kurz vor der nächsten Periode kann erneut Zervixschleim beobachtet werden. Das ist auch völlig logisch, da der Muttermund sich schon auf die anstehende Menstruation vorbereitet und sich der Gebärmutterhals (= Zervix) leicht öffnet. Somit tritt der Zerxixschleim in die Scheide über.

Brauner und blutiger Ausfluss

Ein bis zwei Tage vor und nach der Menstruation kann es zu braunem und/ oder blutigem Ausfluss kommen. Diesen nennt man dann Schmierblutung. Am Beginn der Menstruation löst sich die Gebärmutterschleimhaut nur leicht ab, bevor sie dann richtig einsetzt. Nach der Menstruation klingt die Blutung ganz langsam ab und kann demzufolge auch als Schmierblutung beobachtet werden.

Manche Frauen erleben auch sogenannte Zwischenblutungen mitten in ihrem Zyklus. Diese Zwischenblutungen stehen oft im Zusammenhang mit dem Eisprung und werden auch Eisprungsblutung genannt.

Sollte es zu einer Befruchtung gekommen sein, kann sogar etwa eine Woche nach dem Eisprung eine Einnistungsblutung erfolgen, die auch wieder als blutiger oder brauner Ausfluss sichtbar wird. Dies ist natürlich alles von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Zur besseren Interpretationen der Zwischenblutungen empfiehlt es sich unserenMenstruationskalender für Profis zu führen.

Starker Ausfluss

Manche Frauen haben von Natur aus immer starken Ausfluss. Das ist vergleichbar mit Menschen die z. B. viel mehr schwitzen als andere. Man sollte den Ausfluss in diesem Fall genauer beobachten und am besten mit der symptothermalen Methode zyklisch dokumentieren. Mit den Aufzeichungen dann zum Frauenarzt, wenn man sich unsicher ist oder etwas besonderes festgestellt hat (siehe unten „Krankerhafter Ausfluss“). Solange kein krankhafter Ausfluss diagnostiziert werden kann, ist auch starker Ausfluss als individuelles Zervixschleimmuster zu verstehen. Sollte der starke Ausfluss ein großes Problem für die jeweilige Frau darstellen, kann ich eine Beratung für Natürliche Familienplanung (NFP) empfehlen. Hier lernt man die einzelnen Körperzeichen zu beobachten und zu verstehen. Das kann folglich auch helfen die speziellen Körpervorgänge besser zu akzeptieren.

Ausfluss in der Schwangerschaft

Einige Frauen versuchen, anhand des Aussehens vom Zervixschleim abzuleiten, ob die Befruchtung erfolgreich war. Es ist jedoch leider nicht möglich mit der Zervixschleimbeobachtung eine Schwangerschaft festzustellen. Zum Feststellen einer Schwangerschaft sollte nach Möglichkeit ein Frauenarzt zu rate gezogen werden. Wer mehr zu den allerersten Schwangerschaftsanzeichen erfahren möchte kann meinen Artikel „Meine ersten Schwangerschaftsanzeichen“ lesen.

In der Schwangerschaft beobachten die meisten Frauen jedoch vermehrten Zervixschleim. Auch hier bietet der Zervixschleim Schutz vor Bakterien, die zum Kind in die Gebärmutter eindringen könnten. Sollte der Ausfluss in der Schwangerschaft krankhaft werden, muss dringend ein Arzt aufgesucht werden, um das heranwachsende Baby zu schützen. Wie man krankhaften Ausfluss von gesundem Ausfluss unterscheidet, wird im nächsten Abschnitt erklärt.

Krankhafter Ausfluss

Krankhaften Ausfluss erkennt man daran, dass der Ausfluss unangenehm stark riecht, der Ausfluss grünlich, bröckelig oder völlig ungewohnt im Vergleich zum sonst beobachtetem Zervixschleim ist. Auch bei Scheiden-Jucken, Brennen, Blutungen durch Intimverletzungen, Schmerzen im Genitalbereich oder Schmerzen beim Sex ist von krankhaftem Ausfluss auszugehen. In diesem Fall sollte zeitnah ein Frauenarzt aufgesucht werden.

Allgemein gilt, achte besonders auf die Nebensymptome, um den krankhaften Ausfluss rechtzeitig zu erkennen und einen Arzt aufsuchen zu können.

    Symptome bei krankhaftem Ausfluss:

  • Jucken
  • Brennen
  • Schmerzen im Vaginalbereich
  • extreme Trockenheit
  • übler Geruch

Zervixschleim

Wenn du mehr über deinen Körper und den Unterschied zwischen krankhaftem Ausfluss und Zervixschleim erfahren möchtest, empfehle ich dir das Buch „Was ist los in meinem Körper?“ zu lesen. Es hat mir sehr geholfen meinen Zyklus und meinen Körper
besser zu verstehen.

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