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Warum Menstruationskalender Apps nicht funktionieren

Cue App, Menstruationskalender App funktioniert nicht

Menstruationskalender Apps können super die Mentruations- und Zykluslänge dokumentieren, aber NICHT die fruchtbaren Tage bestimmen!

Letztens habe ich darüber berichtet, dass Menstruationskalender Apps megagefährlich sein können, wenn sie eine fruchtbare Zeit auf der Grundlage der Kalendermethode berechnen – zumindest wenn man sich auf die Fruchtbarkeitsaussage verlässt. Nun möchte ich einmal genauer erklären, warum die fruchtbaren Tage von Menstruationskalender Apps nicht berechnet werden können.

Vage Vermutung

So würde ich es ausdrücken – es ist maximal eine ungefähre vage Vermutung, wenn durch das Eintragen der letzten Menstruation durch eine Menstruationskalender App die fruchtbaren Tage vorhergesagt werden. Es ist leider nicht möglich auf diese Weise die fruchtbare Zeit korrekt vorherzusagen. Es gibt seit langem schon klinische Untersuchungen dazu, dass die Zyklusphase vor dem Eisprung (Eireifungsphase) starken Schwankungen unterliegen kann und keinesfalls jeden Zyklus gleich lang ist. Im Buch „Natürliche Familienplanung heute“ kann man die neuesten Studien übersichtlich und kompakt nachlesen. Die Zykluslängen im Bereich von 23-35 Zyklustagen gelten als normal, was nicht bedeutet, dass es außerhalb dieser Spanne alles unnormal ist, sondern es gibt auch sehr kurze Zyklen (<23) oder sehr lange Zyklen (>35). Somit kann beispielsweise der Eisprung in einem Zyklus am 15. Zyklustag sein – im nächsten Zyklus am 18. und im übernächsten am 13. Zyklustag und das wäre völlig normal und liegt im normalen Schwankungsbereich. Bei langen Zyklen kann z. B. der Eisprung erst am 78. Zyklustag sein – wie z. B. bei Frauen, die am PCO-Syndrom leiden. Aber auch in den ersten Jahren nach der Menarche schwankt der Zeitpunkt des Eisprungs sehr stark und genau diese Altersgruppe verwendet am häufigsten diese Menstruationskalender Apps. Auch in den ersten Monaten nach dem Absetzen von hormonellen Verhütungsmitteln, kann die erste Zyklushälfte sehr lang sein und somit der Eisprung viel später als gewöhnlich.

Eisprung am 14. Zyklustag und 28 Tage Zyklus ?

Einige Menstruationskalender Apps kalkulieren die fruchtbare Zeit nach der veralteten und sehr unsicheren Kalendermethode mit kleineren Abweichungen je nach App. Beispielsweise ist bei manchen Apps der 9.-16. Zyklustag als fruchtbare Phase markiert. Da ich meine fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus seit Jahren mit der sehr sicheren symptothermalen Methode bestimme, weiß ich, dass mein persönlicher Eisprung meist immer erst um den 20. Zyklustag ist. Wenn man sich die Zyklusstatistik in den Studien ansieht, sieht man auch, dass ich kein Einzelfall bin. (s. Bild)

Laenge der Eireifungsphase

In 55 Prozent der Zyklen dauert es mindestens 16 Tage oder länger bis der Eisprung stattfindet. Das heißt, in diesen Fällen würde eine solche Menstruationskalender App mit starren Berechnungen komplett falsch liegen bei der Angabe der fruchtbaren Tage – die App gibt dann schon „unfruchtbar“ an, obwohl der Eisprung erst noch kommt. Andersherum kommt es in 19,5 Prozent der Zyklen vor, dass der Eisprung vor dem 14. Zyklustag stattfindet.

Der Eisprung ist immer 14 Tage vor der Menstruation?

Manche Menstruationskalender Apps „lernen“ dazu – je nachdem wie viele Menstruationszyklen schon eingegeben wurden, wird die fruchtbare Zeit dann nach den bisherigen Zykluslängen berechnet. Hierbei geht man davon aus, dass genau 14 Tage vor Beginn der Menstruation der Eisprung war. So ungefähr stimmt das zwar, aber auch hier gibt es individuelle Schwankungen. Die zweite Zyklushälfte ist zwar viel konstanter als die erste Zyklushälfte, aber dennoch kann diese Phase schwanken. Bei einem normalen gesunden Zyklus schwankt die Temperaturhochlage (Phase ab dem Eisprung bis zum Tag vor der nächsten Menstruation) zwischen 10 und 16 Tagen. Bei Zyklusstörungen kann die Temperaturhochlage sogar noch verkürzt sein (weniger als 10 Tage). Zudem gibt es noch Zyklen ohne Eisprung. Diese kann eine Menstruationskalender App nicht erkennen, da man nur anhand der Blutung nicht zwangsläufig sagen kann, dass ein Eisprung stattgefunden hat.

Fallbeispiele

Um die Problematik noch mehr zu verdeutlichen, zeige ich im Folgenden einige mögliche Fallbeispiele.

Zunächst sind hier zwei meiner eigenen Zyklen, die so wirklich passiert sind und ich vergleiche hier direkt das, was die Menstruationskalender App „Clue“ mir als fruchtbare Phase anzeigt mit der, die mithilfe von Körperbeobachtung und der Auswertung mit den Auswertungsregeln der AG NFP als fruchtbare Phase bestimmt wird. Das ist allerdings schon positiv für die Clue-App dargestellt, weil ich hier nur zeige, was Clue im Nachhinein als fruchtbar anzeigt, also wenn der Zyklus schon vorbei ist. Aber das spielt hier eigentlich keine Rolle, denn in beiden Fällen – ob vorher oder nachher – zeigt mir die Clue-App etwas komplett falsches an.

6 Tage Spermien + 1 Tag Eizelle = fruchtbares Fenster

Das fruchtbare Fenster setzt sich aus der Überlebensfähigkeit der Spermien im Zervixschleim der Frau (bis zu 5 Tagen) und der Dauer, die die Eizelle nach dem Eisprung befruchtungsfähig ist – rund einen Tag (12-18 Stunden) zusammen

Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man pauschal immer ein 6 Tage langes fruchtbares Fenster angibt. Biologisch gesehen sind es zwar „nur“ 6 Tage, die eine Frau fruchtbar ist, aber mit keiner bisher entwickelten Methode lassen sich diese 6 fruchtbaren Tage SO genau eingrenzen – schon gar nicht, wenn man dazu lediglich die Zykluslängen betrachtet und erst recht nicht im Voraus.

Zykluslaengen-Fruchtbarkeit-Fallbeispiele

An diesen beiden Fallbeispielen sieht man sehr gut, warum sich eine Frau oder ein Paar lieber nicht auf eine Menstruationskalender App verlassen sollte hinsichtlich der fruchtbaren Tage. Die Clue-Anzeige der fruchtbaren Zeit liegt nicht mal im Bereich des Eiprungs. Hätte ich mich im ersten Zyklus auf die Clue App verlassen, wäre ich eventuell ungewollt schwanger geworden, da mein Eisprung viel später war und auch noch eine ausreichend lange zweite Zyklusphase (Temperatur-Hochlage) zustande kam. Im zweiten Zyklus war zwar die Hochlage zu kurz (<10 Tage), um die Einnistung eines eventuell befruchteten Eis sicherzustellen, aber dennoch lag die Clue App wieder völlig daneben.

Fazit

Mein Fazit insgesamt ist, in einem Satz: Where is the „clue“? Oder in mehreren Sätzen: Was soll das Ganze? Wofür gibt es überhaupt die Fruchtbarkeitsanzeige-/vorhersage in Menstruationskalender Apps? Wem nützt diese Fruchbarkeitsanzeige etwas, wenn es (fast) immer falsch anzeigt? Bei Verhütungsabsicht läuft man und frau Gefahr ungewollt schwanger zu werden und beim Kinderwunsch würden die wenigsten Frauen mithilfe dieser Angaben schwanger werden. Wer hat sich so etwas ausgedacht und wo führt das alles hin? Ok, die Geburtenrate in Deutschland ist nicht sooo rosig, aber muss denn gleich zu solchen Mitteln gegriffen werden? Im schlimmsten Fall resultieren daraus noch mehr Abtreibungen und wofür? Nur um ein tolles schickes „Mens-App“ auf den Markt zu bringen ist dieser Preis viel zu hoch. Selbst wenn „nur“ eine ungewollte Schwangerschaft daraus entsteht – meiner Meinung nach ist es nicht vertretbar solche Menstruationskalender Apps mit Fruchtbarkeitsprognosen zu verkaufen oder kostenlos anzubieten. Warum nur reicht es denn nicht aus, einfach nur das Datum der Menstruation eingeben zu können? Eine kleine Statistik über die Zykluslägen und eine Erinnerung, wann eventuell die nächste Menstruation einsetzt, würden doch völlig ausreichen. Die Clue-App Gründerin Ida Tin hat zwar lobenswerte tolle Absichten (Frauen sollen den eigenen Zyklus besser verstehen) und ich bin auch sehr gespannt, wie es mit Clue weiter geht, aber dennoch sehe ich es sehr kritisch. Nur auf der Grundlage der Blutung, eine fruchtbare Zeit anzugeben und nirgendwo hin zu schreiben, dass es nicht zur Verhütung gedacht ist, finde ich sehr bedenklich.

Meine Empfehlung

Alle, die nun unbedingt eine Zyklus App verwenden möchte, um damit wirklich sicher die fruchtbaren Tage zu bestimmen mithilfe von Körperbeobachtung, den kann ich die aktuellen NFP Apps empfehlen. Allerdings müssen auch in diesem Fall unbedingt die symptohermalen Methodenregeln erlernt werden, um damit sicher eine Schwangerschaft zu vermeiden!

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{ 1 comment… add one }
  • Nina
    10. Juni 2016, 22:35

    Super Artikel. Aber ich glaube du meinst das Wort „vage“ und nicht „Waage“. Denn eine Waage ist ein Gerät zum Messen von Gewicht. Eine „vage“ Vermutung muss es heißen. Mach weiter so 🙂 lg Nina