Mein Geburtsvorbereitungskurs – Teil 4

Was macht man in einem Geburtsvorbereitungskurs? Mein Erfahrungsbericht von meinem Geburtsvorbereitungskurs Teil 4 bringt Licht ins Dunkel.

Vorbereitungen für die Zeit nach der Geburt

Für die Zeit nach der Geburt sollte man auf einiges vorbereitet sein. Die Hebammen erklären uns, was alles wichtig ist. Dass das Baby die ersten zwei Jahre besser im Schlafzimmer der Eltern mit schläft, ein Beistellbett/ Babybalkon günstiger für nächtliches Stillen ist und vieles mehr, wird nun durchgesprochen. Ich frage mich, wozu die meisten Eltern das Kinderzimmer schon während der Schwangerschaft fertig einrichten, wenn man das Kind in den ersten zwei Jahren doch lieber im eigenen Schlafzimmer schlafen lassen sollte? Zwei Jahre finde ich ja ganz schön lang, aber die Hebammen meinen, dass in den ersten beiden Jahren die Gefahr für einen plötzlichen Kindstod besteht und die Gefahr weniger besteht, wenn es im Elternschlafzimmer mit schläft. Es gibt einige vorbeugenden Maßnahmen, die man treffen kann, um die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Kindstodes zu verringern. Die eigentlichen Ursachen sind noch nicht geklärt, aber es gibt statistisch signifikante Verhaltensmodelle z. B. Rauchen, im eigenen Zimmer schlafen lassen, zu warme Schlaftemperatur usw. , bei denen es öfter eintrat.

U-Untersuchungen

Wenn man ambulant im Geburtshaus entbindet, wird nur die U1 mitgemacht. Die U2 muss dann bereits beim Kinderarzt innerhalb der ersten zehn Lebenstage erfolgen. In Berlin ist es so, dass die U-Untersuchungen streng überwacht werden und sogar das Jugendamt eingeschaltet wird, wenn ein Kind nicht bei den Untersuchungen erscheint. An dieser Stelle erklären uns die Hebammen auch, welche Impfungen und welche Vitaminzugaben es gibt. Das Vitamin D wird im gesamten ersten Lebensjahr empfohlen und von den meisten Kinderärzten nur in Tablettenform verschreiben. Was viele Eltern nicht wissen, es gibt Vitamin D auch als Tropfen zum Einnehmen. Diese halten viel länger, da man nur einen Tropfen täglich verabreicht. Außerdem ist es viel einfacher einem Neugeborenen einen Tropfen zu geben als eine Tablette. Hierbei sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass es wirklich nur ein Tropfen am Tag ist, da es sonst zu einer Überdosierung kommen kann.

Tragen

Die Hebammen haben ein Tragetuch, ein Tragegurt und mehrere Baby-Puppen zum Üben parat. Jeder der will, kann das jetzt ausprobieren. Mein Freund probiert beides mal aus, da er sich noch nicht entschieden hat, mit welchem von beiden er besser zurecht kommt und wir nun langsam eines von beiden uns kaufen müssen bevor das Baby da ist. Er probiert zunächst den Tragegurt und ist überrascht, wie schwer es ihm fällt, den Verschluss am Rücken zu schließen. Er kommt dort selbst nur sehr schwer ran und muss sich dabei ziemlich verrenken. Danach probiert er das Tragetuch mit Baby-Puppe in der Kreuztragetechnik aus. Da er allgemein sehr ungeschickt in solchen praktischen Dingen ist, haben wir schon ein wenig Sorge, dass er sich beim Binden nicht verknotet – er muss es nämlich vor allen anderen selbst binden mit Anleitung der Hebamme. Als er es nach ein paar Minuten geschafft hat, applaudiert der ganze Kurs. Zu seiner Verwunderung stellt er nun fest, dass ihm das Tragetuch vom Tragegefühl besser gefällt. Zuvor dachte er nämlich, dass ein Tragegurt die richtige Wahl für ihn persönlich ist. Ich hatte mich vorher schon für’s Tragetuch entschieden und freue mich nun darüber, dass mein Freund sich auch dafür entschieden hat. 😀

Richtiges Halten des Babys

Wie hebt man eigentlich ein Baby am besten hoch, das den Kopf noch nicht selbständig halten kann? Diese Frage hatte ich mir bis jetzt noch gar nicht gestellt. Nun lerne ich, dass man dem Baby mit beiden Händen unter die Arme greift, es dann auf eine beliebige Seite (rechts oder links) dreht und dann in dieser Seitenlage nach oben hebt. Das ganze üben wir dann auch gleich an den Baby-Puppen, die wir auch schon bei den Tragehilfen verwendet haben. Das sieht irgendwie merkwürdig aus, wie alle im Kurs gleichzeitig die Puppen hoch heben. Es fühlt sich auch irgendwie komisch an und ist mit einem echtem Baby auch bestimmt ganz anders, kann ich mir vorstellen.

Säuglingspflege

Wenn die Hebamme regelmäßig zur Nachsorge kommt, steht unter anderem auch das erste Baden auf dem Programm. Ungefähr dann, wenn die Nabelschnur abgefallen ist, kann man mit dem Baden beginnen. Außer im Windelbereich wird so ein Baby ja kaum dreckig, also reicht ein bis zwei Mal baden pro Woche vollkommen aus. Täglich waschen mit Waschlappen ist auch ok. Wir lernen auch, dass man ein Baby mit normalem Speise-Olivenöl einschmieren kann. Das hat einen Vorteil gegenüber Creme, weil man die Baby Hände auch mit Olivenöl eincremen kann – die Hände nuckelt sich das Baby nämlich häufig ab und es ist nicht schön, wenn es Creme abnuckelt. Etwa eine Woche nach der Entbindung fangen die meisten Babys an, sich am ganzem Körper zu pellen. Darunter kommt die zarte Babyhaut zum Vorschein. In dieser Übergangsphase ist Olivenöl die beste Wahl. Beim Thema Säuglingspflege sprechen wir natürlich auch über Windeln, das Windelwechseln und so weiter. Hier heißt es ungefähr sechs mal am Tag die Windeln wechseln! Bei einigen Männern kann ich jetzt schon die Angst in den Augen erkennen, was ich gut verstehen kann. Ich habe nämlich auch nicht wirklich Lust auf’s Windelnwechseln. Womit ich gleich beim nächsten Punkt bin…

Windelfrei ab der Geburt?!

Seit dem ich mich mit der freien Menstruation beschäftigt habe, bin ich zwangsläufig auch auf das Thema „windelfrei“ gestoßen. Damals habe ich mir schon gesagt: „Wenn ich ein Kind bekomme, dann probiere ich windelfrei aus!“ Ich frage meinen Freund nun, ob ich das mal hier im Kurs ansprechen sollte? Er ist davon nicht so begeistert und möchte jetzt keine Aufmerksamkeit diesbezüglich auf sich lenken. Ich jedoch – nehme meinen Mut zusammen und spreche es in der Kursrunde an. Ich frage, ob schon jemand windelfrei kennt und ob die Hebammen schon Familien betreut haben, die das gemacht haben. Sie sagen mir kopfschüttelnd: „Ja wir hatten mal eine Mutter dabei, die das gemacht hat und die hat es nach wenigen Wochen wieder aufgegeben.“ Von den anderen Paaren kennt es keiner und dementsprechend schauen mich alle mit großen verwunderten Augen an. Nun stand ich erstmal ziemlich alleine da mit meiner Meinung. Ich denke mir nur: „Oh man, beim nächsten Treffen nehme ich für alle einen windelfrei-Info-Flyer mit!“

Fazit:

Zum Zeitpunkt dieses Geburtsvorbereitungskurses bin ich in der Schwangerschaftsswoche 31+1. Es sind also noch 9 Wochen bis zur Geburt und ich fühle mich irgendwie noch total unvorbereitet. Wir haben das Babybettchen noch nicht aufgebaut und noch nicht alle Dinge gekauft oder besorgt, die das Baby brauchen wird. Das macht mir dieser Kurs sehr deutlich, sodass ich am liebsten sofort alles erledigen würde. Interessant fand ich in diesem Kurs, dass es auch eine Alternative zu den Vitamin D Tabletten gibt, da ich meinem Baby ungern Tabletten geben möchte. Wobei ich noch stark bezweifle, dass es im Sommer wirklich nötig ist, einem Baby Vitamin D zu geben, das täglich an der frischen Luft ist.

Im fünften Geburtsvorbereitungskurs geht es dann rund um die Partnerschaft, die eine starke Veränderung durchstehen muss, wenn ein Kind zur Welt kommt. Wie geht man damit um? Was haben die anderen Teilnehmer erlebt, die bereits Kinder haben? Ab wann kann man eigentlich wieder Sex haben? Erlebe außerdem mit, wie ein wenige Stunden altes Baby am Geburtsvorbereitungskurs teilnimmt!

» Mein Geburtsvorbereitungskurs – Teil 5 »

« Mein Geburtsvorbereitungskurs – Teil 1
« Mein Geburtsvorbereitungskurs – Teil 2
« Mein Geburtsvorbereitungskurs – Teil 3
Mein Geburtsvorbereitungskurs – Teil 4
Mein Geburtsvorbereitungskurs – Teil 5 »
Mein Geburtsvorbereitungskurs – Nachtreffen »

Leave a Comment

{ 0 comments… add one }