Meine Geburtsträume mit Deutung Teil 1

Geburtstraeume-vor-der-Schwangerschaft

Was verraten Geburtsträume? Für die Deutung von Geburtsträumen ist der Zeitpunkt, an dem man sie träumt, sehr entscheidend.

In diesem ersten Teil über Geburtsträume berichte ich über zwei Geburtsträume, die ich weit vor meiner ersten Schwangerschaft hatte, und gebe jeweils im Anschluss eine Traumdeutung. Im zweiten Teil gehe ich dann auf meine Geburtsträume, die ich während meiner Schwangerschaft hatte, ein und im dritten Teil auf meine Geburtsträume nach meiner Schwangerschaft. So lässt sich ein toller Entwicklungsverlauf feststellen.

Geburtstraum Nr.1
Dienstag, der 9. Juni 2010
(etwa 1 ½ Jahre vor Eintritt meiner 1. Schwangerschaft)

„Der Geburtsorgasmus“

Ich bin schwanger und bekomme ein paar Monate nach meiner Freundin ein Kind. Bei der Geburt des Kindes sind einige Menschen um mich herum, die aber raus gehen, als es „ernst“ wird. Die Geburt ist sehr schön, schnell und völlig schmerzfrei :). Ich habe einen Geburtsorgasmus und ärgere mich danach, dass ich keine Zwillinge bekomme, weil ich dieses schöne Gefühl gleich nochmal haben möchte. Nach der Geburt sehe ich das Kind. Später bin ich in meiner Wohnung und meine Mutter wohnt eine Etage unter mir und passt auf das Baby auf. Ich wundere mich darüber, dass ich keine Nachgeburt hatte und frage mich, ob die wohl noch kommt? Dann bekomme ich auf einmal ein komisches Gefühl im Bauch und glaube, dass ich noch eine Untersuchung im Krankenhaus machen muss. Ein befreundetes Pärchen bringt mich ins Krankenhaus. Wir fahren im Auto und alle sitzen vorne. Der Mann hat das Baby auf dem Schoß und ich möchte es gern in den Arm nehmen. Am Krankenhaus ist dann die Mutter meines Partners und wir haben beide ein Fahrrad, das wir anschließen müssen. Sie findet eine Stelle zum Anschließen und ich verbiege einfach mein Fahrrad und trage es unter dem Arm mit! Es ist ganz klein und leicht geworden. Später bin ich in der Stadt, in der ich von 0 bis 6 Jahre gelebt habe auf einer Familienfeier. Ich sitze alleine am Rand und überlege, ob ich meinen Verwandten überhaupt erzählen sollte, dass ich jetzt ein Kind habe?

TRAUM-DEUTUNG
Als ich diesen Traum hatte – etwa 1 ½ Jahre vor Eintritt meiner Schwangerschaft – beschäftigte ich mich das erste Mal ernsthaft mit dem Thema Geburt, weil meine Freundin zum damaligen Zeitpunkt mit ihrem ersten Kind schwanger war. Alle Welt fragte mich ständig, ob ich schwanger sei, weil ich andauernd von Geburten redete. Aber dem war nicht so. Ganz im Gegenteil – ich hatte nicht mal einen Kinderwunsch zu dieser Zeit. Damals dachte ich noch, eine Geburt würde ich nicht überleben können und hatte tierische Angst davor. Das war unter anderem ein Grund dafür, warum ich noch kein Kind wollte. Mehr dazu steht in meinem Artikel „Kinderkriegen ist nichts für Feiglinge“. In diesem Traum verarbeite ich nun die Schwangerschaft meiner Freundin und wie es wäre, wenn ich selbst ein Kind bekommen würde. Da ich bei meinen Recherchen zur Geburt vom Geburtsorgasmus gelesen habe und in der zweiten Staffel von Californication gesehen habe, wie sich ein Pärchen auf den Geburtsorgasmus vorbereitet, habe ich natürlich diese angenehme Form der Geburt im Traum gewählt.

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Dass meine Entbindung schmerzhaft ist, konnte und wollte ich mir zu diesem Zeitpunkt einfach nicht vorstellen und verdränge diese Angst davor sozusagen mit dem Geburtsorgasmus. Genauso wie im echten Leben wünschte ich mir damals übrigens auch Zwillinge, aber aus ganz anderen Gründen. Nachdem ich nun meine erste natürliche Geburt eines Kindes hinter mir habe, wünsche ich mir mittlerweile keine Zwillinge mehr. Eine weitere Angst von mir war, ins Krankenhaus zu müssen, um ein Kind zu bekommen. Gleichzeit machte ich mir in diesem Zusammenhang Angst um meine Freundin, die eine Krankenhausgeburt im Realen plante. Im Traum fahre ich nun mit meiner Freundin und ihrem Partner im Auto zum Krankenhaus. Das Transportmittel Auto (siehe: http://www.traumdeuter.ch/texte/585.htm) gehört zu den eher schnelleren Fortbewegungsmöglichkeiten, was darauf hindeutet, dass alles sehr schnell geht. Alle sitzen im Auto vorne. Ich erinnere mich jedoch nicht mehr daran, wer im Traum das Auto überhaupt steuert, aber ich geh davon aus, dass meine Freundin das Auto fährt, weil ihr Freund ja schon das Kind auf dem Schoß hat und ich ja diejenige bin, der es schlecht geht und ins Krankenhaus soll. Das deutet darauf hin, dass meine Freundin schnell voran schreitet, was ihre Kinderwunscherfüllung angeht und sie sozusagen ihrem Partner damit ein Kind in den Schoss gelegt hat. Ich möchte das Kind nun umarmen, was eventuell auf einen unbewussten Kinderwunsch zurückzuführen ist. Am Krankenhaus angekommen wechselt auf einmal das Transportmittel von Auto auf Fahrrad, das im Vergleich zum Auto viel langsamer ist und man beim Fahrradfahren selbst Kraft aufbringen muss, um voran zukommen. Außerdem fährt man auf einem Fahrrad in der Regel alleine. Genauso ist es auch bei einer Geburt – man kann selbst entscheiden, wie man gebären möchte und meistens dauern Geburten eine gewisse Zeit. Fahrradfahren kann auch extrem anstrengend sein, wenn man mal an die Tour de France denkt. Deshalb ist das Traumsymbol „Fahrrad“ an dieser Stelle sehr treffend. Noch deutlicher wird dies, als ich das Fahrrad anschließen möchte. Das „Abschließen mit einem Schloss“ steht hier im übertragenden Sinne für Schutz und Sicherheit. Im Traum finde ich am Krankenhaus keinen Platz zum anschließen im Gegensatz zu der Mutter meines Partners, die übrigens im wahren Leben eine positive Verbindung zu Krankenhäusern hat und ArzthelferInnen ausbildet. Das ist eine passende Assoziation, denn ich kann im wahren Leben nämlich auch keinen Schutz oder Sicherheit im Krankenhaus finden und schon gar nicht bei einer Geburt. Das bringe ich in diesem Traum deutlich zum Ausdruck, indem ich nach vergeblichen Suchen nach einem sicheren Ort, mich einfach dazu entschließe das Fahrrad unter dem Arm mitzunehmen. Ich verbiege es sogar, ähnlich wie sich der Körper der Frau bei der Schwangerschaft und Geburt verbiegt. Ein Kind trägt man in der Schwangerschaft ja auch immer mit sich herum und auch nach der Geburt, wenn es noch klein ist – so wie ich das Fahrrad trage.

In diesem Traum kam das Krankenhaus-Symbol erst nach der Traum-Geburt, aber im nächsten Geburtstraum geht es noch einen Schritt weiter.

Geburtstraum Nr.2
Donnerstag, der 21. Juli 2011
(etwa ½ Jahr vor Eintritt meiner 1. Schwangerschaft)

„Kaiserschnitt mit Freundin“

Ich bin gleichzeitig mit einer Freundin schwanger und kurz vor der Entbindung. Mein Partner ist auch dabei. Wir sind im Krankenhaus und die Schwestern geben uns eine Pille. Wir nehmen sie beide. Danach erklärt die Schwester, dass in ca. 15 min. dann der Kaiserschnitt stattfindet und wir vorher noch auf die Toilette müssen. Ich finde keine Toilette, sondern nur einen Ruheraum. Dort gehe ich erstmal rein. Ich ärgere mich extrem über das Vorgehen der Ärzte. Sie haben das mit dem Kaiserschnitt nicht mit mir abgesprochen und ich wollte doch unbedingt eine natürliche Geburt. Ich gehe wieder auf den Flur und treffe meine Freundin wieder. Sie fragt mich: „Bei dir scheinen die Tabletten ja ganz schön durchzuschlagen?“ Ich sage: „Nein – das war keine Toilette.“ Ich frage sie, ob ich trotz der genommenen Pille noch „normal“ entbinden könne? Sie sagt, dass es schwierig sei. Ich verstehe nicht, warum keine Zeit war, ein Geburtshaus zu finden? Es ist jetzt Juni und die Zeit bis zur Geburt ging sehr schnell vorbei. Ich denke auch an den Geburtsorgasmus und das es doch nicht sein kann, dass ich im Krankenhaus bin! Daraufhin wache ich auf.

TRAUM-DEUTUNG

Interessant ist, dass auch in diesem Traum wieder das Traumsymbol „Krankenhaus“ auftritt. Dieses Symbol steht in der Traumdeutung für einen Ort der Sicherheit oder aber für einen Ort, an dem das Dasein bedroht und verletzbar ist – je nachdem welche Einstellung man zum Krankenhaus hat. Bei mir handelt es sich eindeutig um letztere Deutung, denn ich fühle mich in Krankenhäusern allgemein eher unwohl und möchte dort auch nicht eine Geburt erleben. In dieser Lebensphase beginnt mein unentschiedener Kinderwunsch. Ich weiß noch nicht, ob ich wirklich bereit für ein Kind bin – aber wie die Geburt meines Babys im besten Fall ablaufen sollte, darüber hatte ich schon eine genaue Vorstellung. Ich wollte ins Geburtshaus und davon konnte mich auch nichts abhalten (außer eventuelle Komplikationen). In diesem Traum bin ich nun in der Situation, dass ich anscheinend vergessen habe, ein Geburtshaus im Vorfeld zu suchen, was mir völlig abwegig erscheint. Da ich mir in der Hinsicht so sicher war, nicht ins Krankenhaus zu wollen, wäre ich fast in einen Klartraum übergegangen, aber leider wache ich vorher auf. Die Angst vor einem Kaiserschnitt spielt natürlich auch eine große Rolle in diesem Traum und die Angst, dass ich dann mein ganzes Vertrauen in die Hände der Ärzte legen muss, ohne eigene Beteiligung an der Geburt.

Eine zweite Deutungsebene findet sich im Zusammenhang mit der Freundin, die gleichzeitig mit mir schwanger und in diesem Krankenhaus ist. Ich und meine Freundin standen zu diesem Zeitpunkt beide kurz vor unserem Uni-Abschluss und hatten noch keine Kinder. Im Allgemeinen steht das Traumsymbol „Geburt“ für Neubeginn, das Entstehen neuer Pläne sowie persönliche Weiterentwicklung. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass wir lange Zeit die Pille genommen haben und dann auf Natürliche Familienplanung (NFP) umgestiegen sind. Deshalb habe ich vermutlich gerade diese Freundin in meinem Traum gleichzeitig mit mir hoch-schwanger gesehen. Wir waren in einer ähnlichen Lebenssituation. Ich hatte viele neue Pläne, was ich nach meinem Abschluss machen wollte. Ich wollte NFP Beraterin werden, einen eigenen Blog mit meinem Partner aufbauen und nebenbei noch die Welt verändern ;). Kein Wunder, dass ich von einer Geburt träumte. Ich träume außerdem, dass ich nach der Pille eine Toielle aufsuchen soll. Die Pille sowie andere Medikamente haben in der Realität meistens als häufigste Nebenwirkung Verdauungsprobleme und Übelkeit. Im Traum suche ich nach der Pilleneinnahme vergeblich eine Toilette, sondern finde nur einen Ruheraum. Vielleicht möchte mir mein Traum damit sagen, dass ich ruhiger und gelassener mit der Pillen- und Krankenhausthematik umgehen sollte?!

Fazit

Geburtsträume treten nicht zufällig auf, sondern meistens wenn im Umkreis jemand schwanger geworden ist, man selbst schwanger ist oder ein neuer Lebensabschnitt bevorsteht. Gerade wenn man zum Zeitpunkt des Traumes nicht schwanger ist oder anderweitig mit Schwangeren zu tun hat, steht das Traumsymbol „Geburt“ normalerweise nicht für eine bevorstehende Geburt, sondern symbolisiert einen neuen bevorstehenden Lebensabschnitt, neue Pläne und Vorhaben. Geburtsträume können aber auch z. B. einen unbewussten oder unerfüllten Kinderwunsch sowie Ängste und Wünsche hinsichtlich der Geburt thematisieren. Hierbei können z. B. Transportmittel den Verlauf der Geburt beschreiben. Die Personen, die im Geburtstraum auftauchen sind nicht zufällig gewählt, sondern sind häufig gute Freunde, Eltern und Partner. Falls fremde Personen auftauchen, stehen diese für einen Teil der eigenen Persönlichkeit, die man als nicht zu sich gehörig empfindet.

Im zweiten Teil meiner Geburtsträume geht es dann um meine Geburtsträume, die ich während meiner Schwangerschaft hatte.

Angenehme Träume wünschen
Anne Zietmann und Marcus Krahlisch (Hilfe bei der Traumdeutung)


Teil 1 – Geburtsträume vor der Schwangerschaft

Teil 2 – Geburtsträume während der Schwangerschaft
Teil 3 – Geburtsträume nach der Entbindung

[1] Online Lexikon für Traumdeutung, http://deutung.com/

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