Wie findet man den richtigen Babynamen?

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Wie findet man den richtigen Babynamen? Eine wahre und schöne Geschichte von einem Vater, der den richtigen Namen für seinen Jungen fand.

Viele Eltern tun sich schon in der Schwangerschaft sehr schwer damit den richtigen Babynamen zu finden. Für uns war es sogar doppelt kompliziert, da wir das Geschlecht des Babys bis zur Geburt nicht wissen wollten. Aus diesem Grund mussten wir für alle Fälle, einen Jungen-Namen und einen Mädchen-Namen suchen. Beim Mädchennamen fiel es uns leicht – denn schon weit vor der Schwangerschaft hatten wir uns auf einen Namen geeinigt. Beim Finden eines geeigneten Namens für einen Jungen taten wir uns sehr schwer. In diesem Blog erzähle ich was mir wichtig war und wie ich endlich den richtigen Namen für unseren Jungen fand.

Es ist uns eine Ehre mit diesem Artikel an der Blogparade Monat März 2013 mit dem Thema „Wie das Kind zu seinem Namen kam” von testmama.de, dem amtierenden Blog-Europameister 2012, teilzunehmen.

Die Hinternamen Geschlechtsregelung

Meine Freundin und ich sind nicht verheiratet. Also war schon das erste Problem, zu entscheiden, welchen Hinternamen das Baby erhalten soll. Also einigten wir uns darauf, dass im Falle eines Mädchens, sie den Hinternamen meiner Partnerin erhält. Umgekehrt – bei einem Jungen, den Hinternamen von mir. Diese Hinternamen Geschlechtsregelung ist ganz sinnvoll, da Doppelhinternamen bei Kindern nicht zulässig sind. Was uns bis heute immer noch stört, ist, dass das erste Kind somit den Hinternamen von seinen künftigen Geschwistern bestimmt. Diese Bestimmung finden meine Partnerin und ich bis heute nicht liberal, gleichberechtigt und emanzipiert. Ich hätte mich sonst wahrscheinlich für die Regelung beim ersten Kind den Hinternamen von mir – beim zweiten Kind den Hinternamen meiner Partnerin entschieden. Leider ist diese Wahl nach bundesdeutschem Recht derzeit noch nicht möglich. Alternativ kann man für viel Geld den Hinternamen des Kindes ändern lassen.

Jungennamen sind Männersache

Nachdem die Hinternamen-Geschlechtsregelung beschlossene Sache war – schlug meine Partnerin vor – dass es logisch wäre, wenn der Vater den Jungenamen bzw. die Mutter den Mädchennamen aussucht. Ich fand diese Vorgehensweise zwar auch logisch und nachvollziehbar – doch blieb so die schwierige Frage an mir hängen. Schließlich fiel mir keine bessere Regelung ein, jedoch wollte ich, dass beide Elternteile ein wenig Mitspracherecht haben. Schließlich müssen beide Eltern mit dem Babynamen zufrieden sein.

Die ANTI-Strategie

Wie ich in meinen Blog „Wie find ich heraus, was ich wirklich werde möchte?” schon angedeutet habe, gibt es mehrere gute Möglichkeiten, zu einer Entscheidung zu kommen. Ich stellte heraus, dass für mich bei der Namensfindung die Anti-Strategie am besten funktionierte. Ich wusste eigentlich nur genau, was ich nicht wollte und konnte somit nur noch ausschließen, was dann noch übrig bleibt. So konnte ich die Zahl möglicher Babynamen sehr stark eingrenzen.

  1. keine beliebten Modenamen
  2. Ich selbst hatte mit Marcus einen Modenamen, also einen Namen, der in einer Generation besonders beliebt und häufig gewählt wurde. Etwa sechs Kinder im Kindergarten hatten denselben Vornamen, was häufig zu Verwechslung und Komplikationen führte. „Marcus komm mal her“, ja welcher Marcus denn? Das gleiche setze sich in der Grundschule bis zum Abitur fort. Das wollte ich meinem Kind nicht zumuten.

  3. keine Promi-Namen
  4. Es erschüttert mich jedes Mal, welche unzumutbaren Babynamen Promis an ihre Kinder weitergeben. Beispielsweise nannte die berühmte Schauspielerin Gwyneth Paltrow kürzlich ihr Baby „Apple“. Ihren ersten Sohn hatte sie natürlich Moses genannt. Warum nicht gleich seine Söhne Jesus und Ubuntu – oder Google und Facebook nennen? Ich möchte, dass mein Kind nicht mit einer historischen Person, einem Betriebssystem oder Softwarefirma verwechselt werden kann. Der Babyname sollte für mich etwas individuelles sein – etwas, das das Antlitz und die Persönlichkeit des Kindes unterstützt. Ähnlich wie passende Schuhe bzw. Lippenstift zum Abendkleid.

  5. keine Assoziationen
  6. Ich habe mal sehr viele Jahre Volleyball im Verein gespielt und so lernte ich sehr viele männliche Mitspieler mit unterschiedlichen Vornamen kennen. Ich hatte somit zu vielen männlichen Vornamen eine Assoziation, die ich mit einem bestimmten Charakter bzw. Spielertyp verband. Ich wollte jedoch, dass der Jungenname einzigartig und etwas besonderes ist – ich wollte bei dem richtigen Babynamen für meinen Jungen nur an meinen Sohn denken müssen.

  7. keine Mix-Geschlechternamen
  8. Ich mag es nicht, wenn das Geschlecht des Kindes nicht am Namen erkannt werden kann. Beispielsweise kann der Name Michelle für einen Jungen oder Mädchen stehen. Es kann sich also einmal, um den berühmten Regisseur Michele Placido handeln. Zum anderen könnte man auch die bekannte Fernsehmoderatorin Michelle Hunziger assoziieren. Nein, es sollte eindeutig am Namen klar sein, welches Geschlecht das Kind hat.

  9. keine Kose-Namen
  10. Schon in meiner Schulzeit lernte ich, dass Kinder die einen Namen besaßen, den man leicht verniedlichen kann, nie mit ihrem richtigen Namen angesprochen wurden. Am schlimmsten war es bei meiner Mitschülerin „Fatima”. Einmal ertönte ein Schrei über den ganzen Schulhof: „Vati, Vati!” Alle Mitschüler schauen sich verständlicherweise nach einer männlichen Person im mittleren Alter um. Doch hätte ich wohl genauer hinhören sollen – es hieß nämlich „Fati, Fati” und folglich war mit den Rufen ein kleines dunkelhaariges Mädchen gemeint. Nee, Sorry Leute, aber solche Peinlichkeiten wollte ich meinem Kind ersparen.

  11. keine Doppelnamen
  12. Beispielsweise hat der ehemalige Weltfußballer Ronaldo den bürgerlichen Namen: Ronaldo Luís Nazário de Lima. Und dann soll das Kind am besten noch entscheiden, welchen der vielen Vornamen es als Rufname haben möchte. Nein – ich möchte, dass mein Kind eindeutig mit einem Namen gerufen werden kann und muss. So ne Geschichten, dass der eine Verwandte den Vornamen 1 benutzt und ein anderer den Vornamen 2, kommt für mich nicht infrage.

  13. keine lustigen Kombi-Namen
  14. Jeder weiß, dass Frau Grube ihre Tochter nicht Claire nennen sollte. Leider berücksichtigen dies nicht alle Eltern bei der Namensfindung. Es gibt tatsächlich eine Radiomoderatorin, die die tägliche Wettervorhersage macht und Clara Himmel heißt. Was beim ersten Mal noch ganz lustig klingt, kann auf Dauer echt nerven. Besonders da man immer wieder von Fremden sein ganzes Leben darauf angesprochen wird. Das ist so, als würde man einen guten Witz etwa 10 000 mal hören – sicher findest du den dann auch nicht mehr lustig. Um genau das zu vermeiden, sollte für mich keine Kombination dieser Art zwischen Vor- und Hinternamen möglich sein.

  15. keine Standartnamen
  16. Es gibt so Namen wie Stefan oder Sebastian, die fast zu jedem Namen passen und daher immer wieder gewählt werden. Diese Namensfindung ist mir persönlich zu einfallslos, da im Prinzip jeder so heißen könnte. Es sollte schon für mich ein Babyname sein, der etwas besonderes darstellt.

Sicher hast du schon die Probleme der Anti-Strategie festgestellt. Wenn man nämlich so viele Dinge ausschließen kann, welche Babynamen bleiben dann eigentlich noch übrig? Ja genau – zum Glück wusste ich auch noch ein wenig, was ich wollte.

Die PRO-Strategie

Nachdem ich mit der Anti-Strategie schon eine große Zahl an Namen ausschließen konnte, stellte es sich hilfreich heraus, Punkte zu finden, die mir beim Namen wichtig sind.

  1. persönliche Geschichte zum Namen
  2. Beispielsweise erzählte mein Vater immer eine lustige Geschichte, wie er zu seinem Namen gekommen ist.

    Zuvor hieß ich Sebastian, bis zu dem einen Tag, an dem ich mit meinem Vater im Supermarkt stand und ich dieses wirklich tolle Spielzeug sah. Mein Vater war grad knapp bei Kasse und sagte zu mir: „Klau’s!” Seitdem heiße ich Klaus.

    Ne, mal im ernst es ist schön, wenn man dem Kind eine persönliche Geschichte zu seinem Namen erzählen kann, die man vielleicht wirklich erlebt hat.

  3. Die richtige Sprach-Melodik
  4. Manchmal denke ich, dass manche Menschen keinen Instinkt für Sprachmelodik besitzen. Zum Beispiel nehmen wir den Namen Benny Bürgermeister. Sprachmelodisch würden Benjamin oder Ben wesentlich besser zum Hinternamen passen. Zumindest klingt diese Namenskombination für mich viel besser als einen amerikanischen Kosenamen mit einem deutschen Namen zu kreuzen. In der Regel gilt, dass ein langer Hintername und kurzer Vorname in Kombination, besser passen. Beispielsweise klingt Max Mustermann sprachmelodisch meiner Ansicht nach wesentlich besser als Maximilian Mustermann. Ebenso gilt, dass die Kombination kurzer Hintername und langer Vorname, häufig besser passt. (Bsp. Maximilian Schell statt Max Schell) Bei Hinternamen, die zwei Silben haben, bietet sich häufig auch ein zweisilbiger Vorname an. (Bsp: Marcus Krahlisch statt Marc Krahlisch) Da mein Hintername zwei Silben hat, war mir schon mal klar, dass der Name nach dem ich suche ebenso zwei Silben haben sollte.

  5. Die richtige Namensbedeutung
  6. Ich habe vor einiger Zeit bei einem bekannten brandenburger Radiosendung gehört, die die Bedeutung des Names eines Anrufers im Laufe der Sendung durch einen Sprachwissenschaftler entschlüsselte. Hierbei lernte ich, dass jeder Name eine gewisse Bedeutung und Herkunft hat. Es war mir aus diesem Grund wichtig, dass der Namen für etwas Positives steht und eine schöne Herkunftsgeschichte hat. Beispielsweise ist mein eigener Vorname Marcus römischer Herkunft. Die Vorsilbe mar steht für berühmt, groß, herrlich. Der Name steht im Zusammenhang mit dem Kriegsgott Mars und wird häufig an Menschen vergeben, die im März Geburtstag haben. Letzteres trifft bei mir übrigens zu, da ich im März geboren wurde. Meine Eltern assoziierten damals bei ihrer Namensfindung den römischen Kaiser Marcus Aurelius, der im späteren Kinohit Gladiator durch den Oskarpreisträger „Russel Crowe” verkörpert werden sollte. Allgemein stand er in ihrer Assoziation für einen starken Mann mit einem starken Willen und Durchsetzungskraft. Alles in allem bin ich wirklich ein kleiner Kämpfertyp geworden, schließlich kämpfe ich mit diesem Blog darum, dass jede Frau in Deutschland, die symptothermale Methode als sichere Alternative zur Pille, kennt. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Namensbedeutung und Geschichte – für meinen Sohn wollte ich es in diesem Punkt ebenso gut wie meine Eltern machen.

Wie du wahrscheinlich schon mitbekommen hast, ist die Namensfindung ein Prozess, der zahlreiche Phasen durchläuft. Aus diesem Grund fällt es den Eltern in der Regel so schwer, da der Prozess wirklich sehr intensiv ist. Mein Problem war nun einen Namen zu finden, der meine drei wichtigen Punkte miteinander verbinden konnte. Zum Glück kannte ich die Leonardo da Vinci Strategie, welche mir schon oft aus der Klemme geholfen hat.

Die Leonardo da Vinci Strategie

Leonardo da Vinci gilt als einer der größten Wissenschaftler aller Zeiten. Als Kind war ich total von seinem Einfallsreichtum und Können beeindruckt und studierte seine Biographie und Werke ganz genau. In einem Buch versuchte man zu erklären, wie er so außergewöhnliche Dinge, erschaffen konnte. Er soll mal gesagt haben:

„Realize that everything connects to everything else.”

Deutsche Übersetzung:

Realisiere, dass alle Dinge miteinander verbunden sind.

Leonardo da Vinci, Leornardo Da Vinci Quotes, goodreads.com, März 2013

Und ergänzend habe ich daraus für mich gemacht, du brauchst nur ein wenig Zeit dann findest du auf jeden Fall einen Weg, Dinge miteinander zu verbinden. Zumindest ist das meine Erfahrung, dass das Gehirn immer einen Weg findet, Dinge miteinander zu verbinden – man muss ihm nur genug Zeit geben. Meine Angst war nun jedoch, dass der Prozess länger als bis zur Geburt dauert.

Die Erkenntnis auf Djerba

Bei unseren letzten gemeinsamen Urlaub zu zweit in der Sonne auf der Insel Djerba kam plötzlich die Erkenntnis. Mir fiel ein, dass ich damals im Volleyball – aufgrund leichterer Unterscheidung von zahlreichen anderen Spielern mit dem Vornamen Marcus – den Spitznamen Marvin erhielt. Schon damals dachte ich, Marvin – das ist echt ein schöner Name. Als ich diesen Namen trug arbeitete ich mich gerade zum Stammspieler hoch und gewann meine erste Schulmeisterschaft, wurde Vize-Landesmeister im Volleyball und war glücklich. Darüber hinaus kenne ich bis heute niemanden der Marvin mit Vornamen heißt und er erfüllte auch alle ANTI-Strategie Punkte. Ich fand den Namen auch melodisch mit zwei Silben zu meinem Hinternamen sehr passend. Nun schaute ich gespannt die Bedeutung und Herkunft nach. Marvin kommt aus dem angelsächsischen Raum. Seine ursprüngliche Bedeutung leitet sich aus dem althochdeutschen ‚mari‘ (berühmt/groß) und wini (Freund) ab. Demnach könnte man schließen das Marvin für einen „berühmten, großen Freund” steht. Freundschaft ist mir als Wert schon immer sehr wichtig gewesen. Außerdem ist es cool, dass sein Vater ebenso einen Namen mit der Vorsilbe mar=berühmt, groß trägt. Schließlich sind 50 Prozent, seiner Gene und 50 Prozent seines Namens dann mit dem Vater identisch :). Die Freundschaftsgene hat er dann passend von meiner Freundin. Ich war mit dem Namen Marvin happy und meine Partnerin fand ihn auch tool.

So gravierten wir den Namen Marvin – gemeinsam mit dem Namen, den sich meine Freundin für ein eventuelles Mädchen aussuchte – in arabischer Schrift in ein Herz, dass meine Partnerin noch heute zu besonderen Anlässen trägt. Dieses Herz hatte den Vorteil, dass keiner der Bekannten und Verwandten den Namen des Kindes vor der Geburt entschlüsseln konnte und wir ihn trotzdem ständig bei uns tragen konnten. Mehr zu dieser Geschichte kannst du in unserem spannenden Artikel „Schwanger auf Djerba” nachlesen. Der Name passt zu unserem Jungen wie die Faust aufs Auge. Er fühlt sich schon als Baby bei unserer Familie und Freunden am wohlsten und ist nie gern allein. Die Artikel, die wir über ihn schreiben, werden meist am liebsten gelesen und so ist er jetzt schon ein wenig berühmt ;). Außerdem ist er schon unglaublich schnell, unglaublich viel gewachsen. Wenn das so bleibt könnte er wirklich der große, berühmte Freund werden, wie es seine Namensgeschichte erzählt.

Hinweis:

Der Artikel stellt die Meinung des Autors dar. Natürlich muss jeder Vater und jede Mutter ihren eigenen Weg finden und eine Entscheidung treffen. Dieser Artikel möchte keinen Namen bevorzugen oder benachteiligen.

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