Eltern-Weisheiten Teil 2 – Erich Maria Remarque

Elternweisheiten

Diesmal geht es in der Artikelreihe Eltern-Weisheiten um ein Zitat von Erich Maria Remarque, das ich wieder mit einem kritischen Auge begutachten werde und mein eigenes Fazit daraus schließe.

Weisheit Nr.2

„Erst wenn man genau weiß, wie die Enkel ausgefallen sind, kann man beurteilen, ob man seine Kinder gut erzogen hat.“
von Erich Maria Remarque (*1898; † 1970)

Erich Maria Remarque war ein berühmter deutscher Schriftsteller und überwiegend durch seine Anti-Kriegs-Romane bekannt. Er hatte vermutlich keine eigenen Kinder – zumindest steht darüber nichts in seinem Wikipedia Eintrag. Dafür war er mehrmals verheiratet. Interessant ist, dass auch er wieder das Wort „Erziehung“ [bzw. „erzogen“] gebraucht. Beim ersten Lesen dieses Zitats, dachte ich mir noch, dass es sich ziemlich logisch anhört und bestimmt auch so ist. Als ich nun aber mal genauer drüber nachdenke, frage ich mich, ob man sich mit dieser Einstellung nicht selbst ein Bein stellt? Denn ist es nicht so, dass bisher jede Generation so ihre Eigenheiten im Umgang mit Kindern hatte und wahrscheinlich haben wird? Jede Generation möchte es meist ein wenig anders und/oder besser machen als die eigenen Eltern. Demnach kann man nicht davon ausgehen, dass die eigenen Kinder wiederum ihre Kinder nach seinen eigenen Vorstellungen ausgehend „gut erziehen“. Das heißt natürlich nicht, dass ein anderer Umgang mit Kindern gleich schlechter oder besser ist. Gute Erziehung oder schlechte Erziehung hin oder her – vielleicht ist ein Perspektiv-Wechsel auch geeigneter für eine solche Beurteilung: Wie sehen denn die Kinder ihre „Erziehung“ von den Eltern? Am Ende geht es doch um das Individuum – das Kind, das mit Hilfe der Eltern später ein eigenes Leben und eine Familie hat. Ist dieses später erwachsene Kind mit sich selbst zufrieden? Und außerdem – ist es überhaupt sinnvoll, die Erziehung seiner Kinder in Frage zu stellen? Ändern kann man im Nachhinein sowieso nichts mehr.

Andererseits kann man das Zitat auch so verstehen, dass sich alles was man in der Kindheit erlebt hat – ob positiv oder negativ – sich erst viel viel später bemerkbar machen kann. Da ist natürlich etwas Wahres dran. Psychologisch gesehen prägt uns die Kindheit und die Beziehung zu unseren Eltern wahnsinnig intensiv. Aus diesem Grund finde ich es sehr wichtig, als Eltern seinem Kind eine schöne Kindheit zu ermöglichen.

Mein Fazit

Mein Ziel ist es nicht, mein Kind „gut zu erziehen”, sondern mein Ziel ist es, dass mein Kind glücklich ist.

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