NFP Erfahrungsbericht – keine Gebärmutterhals-OP dank NFP?

NFP-Erfahrungsbericht von Katharina aus Schweinfurt

Jede/Jeder mit NFP Erfahrung kann auch diesen Fragebogen ausfüllen und somit an dieser Artikelserie teilnehmen.

Hier sind nun die beantworteten Fragen von Katharina aus Schweinfurt:

Wie bist du zu NFP gekommen? Über das Internet (welche Homepage)? Über Freunde/Bekannte? Über deinen Frauenarzt? Oder etwas anderes?

Ich hatte aufgrund einer Krebsvorstufe am Gebärmutterhals, nach alternativen zur Pille gesucht, da diese das Risiko an Krebs zu erkranken nach den Informationen, die ich hatte deutlich erhöht. Ich wollte damals alles mir mögliche tun, um eine Konisation (Teilentfernung des Gebärmutterhalses) zu vermeiden, die nach Meinung der Ärzte recht schnell notwendig gewesen wäre. Also suchte ich nach einer Verhütungsmethode, die sicher aber ohne jeglichen Eingriff in den Körper ist. Nach etwas Suchen, erfuhr ich dann über das Internet von NFP, besorgte mir entsprechende Literatur und fand zusätzlich Hilfe im NFP-Forum. (noch zur Info: ich hörte auch mit dem Rauchen auf, nahm verschiedene homöopathische Mittel, stärkte das Immunsystem und ein halbes bis ¾ Jahr später war mein Gebärmutterhals vollständig genesen- bis heute 🙂 )

Wie alt warst du, als du mit NFP angefangen hast und in welchem Zyklus bist du jetzt?

Angefangen habe ich mit 25 und habe jetzt meinen 60. Zyklus begonnen. Bin ganz stolz 😉

Welche Verhütungsmethode hast du vorher benutzt?

Die Pille und zwischenzeitlich ganz kurz die Kupferspirale.

Hattest du Nebenwirkungen mit deiner/deinen früheren Verhütungsmethode(n)?

Bei den Pillen gab es verschiedene Nebenwirkungen. Allen gleich war der starke Libidoverlust, was mir allerdings erst auffiel, als ich dann keine mehr nahm.
Durch die Cilest: starke und permanente Kopfschmerzen, Belara: Gewichtszunahme, Yasmin: keine, und die für mich schlimmste die Cerazette: Zwischenblutungen, fettige Haut und Haare, vermehrte Akne, übermäßiges Schwitzen und unangenehmer Körpergeruch, Laune immer im Keller.
Bei der Kuperspirale war es für mich, als würde ich launentechnisch in einer permanenten prämenstruellen Phase stecken, ziemlich deprimiert und unmotiviert. Mein Körper wehrte sich gegen diesen Fremdkörper mit starken Unterleibsschmerzen, auch unabhängig von der Periode, meine Libido ging in den Keller, sowie die Zervixschleimproduktion. Außerdem war Verkehr nur noch mit Hilfe von Gleitgel möglich, was ich bis dahin nicht kannte. Zudem verkürzte sich mein Zyklus. Hätte ich nie gedacht, dass man so auf die Spirale reagiert. Nach 3 Monaten ließ ich sie mir, entgegen der Empfehlung der Frauenärztin (vielleicht würde ich mich ja noch daran gewöhnen und schließlich habe ich ja 160€ dafür ausgegeben), wieder ziehen und alles normalisierte sich innerhalb von Tagen. Habe es auch nicht einen Tag bereut… Mag sein, dass ich sensibler auf jeglichen Eingriff in meinen Körper reagiere als andere, da ich auch sonst sehr bewusst mit ihm umgehe, was z. B. Nahrung, Bewegung, Bewusstsein usw. angeht.

Barrieremethode und/oder Abstinenz? Wie verhältst du dich in der fruchtbaren Zeit?


Barrieremethode
, sprich Kondome. Abstinenz kommt für mich nicht in Frage, zumal die Studien ja belegen, dass NFP-Paare mit zusätzlicher Kondombenutzung ja quasi einen genau so hohen PI (Pearl-Index) aufweisen wie die, die enthaltsam sind.

Welche Barrieremethoden hast du schon ausprobiert?

Kondome und Diaphragma. Ich finde beides eine gute Möglichkeit, wobei für meinen Geschmack das Dia ein bisschen zu viel Gefummel ist und zu Sauerei macht, da ist das Kondom sehr viel angenehmer für uns beide. (Kann die „Lümmeltüten zweisam“ nur empfehlen- sehr gut im Test, sehr dünn und richen kaum nach Gummi o. ä.)

Hat sich dein Verhältnis zu deinem Körper verändert? Wenn ja, was?

Ja sehr. Ich finde es nach wie vor total faszinierend, was man alles so beobachten kann, wenn nicht eingegriffen wird. Die verschiedenen Anzeichen für die unterschiedlichen Zyklusphasen zu merken und erkennen wie den Mittelschmerz, Brustspannen, bestimmte Launen usw. Meine Stimmungen sind auch ausgeprägter. Mit der Pille bin ich quasi immer auf dem gleichen Level. Keine großartigen „Aufs“ und „Abs“. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, die Pille verändert die Persönlichkeit damit.
Ich habe mehr Respekt und richtiggehende Bewunderung für meinen Körper entwickelt. Ich kümmere mich gerne um ihn und bin bemüht zu sehen, was er braucht, denn er dient mir jeden Tag auf so tolle Weise.

Welchen Messort verwendest du aktuell?

Vaginal. Das finde ich am unkompliziertesten, sowohl vom Messen als auch von der späteren Reinigung (achte immer extrem auf Hygiene) her.

Was stört bei dir am häufigsten deine Basaltemperatur und/oder deinen Zervixschleim?

Den Zervixschleim stört bei mir eigentlich nichts, die Basaltemperatur Alkohol.

Hast du mit NFP auch schon mal eine Schwangerschaft geplant? Wenn ja, wieviele Zyklen hat es jeweils gedauert bis die Schwangerschaft eingetreten ist?

Nein, bisher nur zur Verhütung verwendet.

Bist du schon mal durch einen Anwendungs- oder Methodenfehler mit NFP ungeplant schwanger geworden? Woran lag es genau?

Nein.

Welches Thermometer oder anderes Messgerät nutzt du aktuell?

Das Geratherm basal. Auch wenn das bestimmt schon mein 10. ist, weil ich doch häufig sehr ungeschickt bin und Glas dem Boden nicht gut Stand hält ;), würde ich mich (nach Testung selbstverständlich) ungern auf ein digitales Thermometer verlassen.

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Nutzt du deinen Zervixschleim und/oder den Muttermund als Körpersymptom?

Den Zervixschleim. Den Muttermund habe ich nur anfangs zu übungszwecken und um noch mehr Sicherheit zu bekommen, mit beobachtet.

Wie dokumentierst du deine Zyklen? (Zyklusblatt+Stift/ Zyklusverwaltung/ App/ Sonstiges)

Zyklusblatt und Stift. Anfangs habe ich bei „myNFP“ zusätzlich alles eingetragen, ist mir aber irgendwann zu umständlich gewesen mit der doppelten Buchführung. Jetzt bin ich dabei geblieben.

Wie lang sind deine Zyklen (kürzester + längster Zyklus bisher)?

24 – 30, am häufigsten 26-28

Hast du eine NFP Beratung oder einen NFP Einführungskurs besucht? Wenn nicht, wie hast du die Methode erlernt?

Autodidaktisch mit dem Praxisbuch und Arbeitsheft. Eine Hilfe war auch das NFP-Forum und eine Stütze die automatische Auswertung bei „myNFP“, als kleine, wenn auch nicht anerkannte, Kontrolle meiner Auswertung. Im Nachhinein habe ich noch einen Kurs besucht, interessehalber. Das würde ich jetzt auf jeden Fall vorher machen, weil es alleine doch nicht ganz so einfach ist.

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Wie kommt dein Partner damit zurecht, dass du NFP anwendest?

Er findet das ganz toll und ist, so wie ich, auch 100%ig davon überzeugt, wenn er es auch vor mir nicht kannte. Mein damaliger Partner war nicht begeistert davon, weil er vorher noch nie etwas von der Methode gehört hatte und wir auch erstmal eine Schwangerschaft vermeiden wollten. Ich habe ihm zwar damals keine Wahl gelassen (außer immer Kondome oder das Dia zu nehmen), weil etwas anderes aus gesundheitlichen Gründen für mich nicht mehr in Frage kam, aber er hat sich dann damit arrangiert, nachdem er sich selber noch informiert hat etc.. Ich habe das schon auch verstanden, weil es ja ein enormes Maß an Vertrauen voraussetzt, das den Männern da abverlangt wird, das muss man schon auch mal sagen. Aber wenn sie wollen, können sie ja auch selber sehr viel Einblick in die Auswertung usw. bekommen und mit ihrer Frau zusammen verhüten sozusagen. Man kann auch nicht immer von den Frauen verlangen, das alles auf sich zu nehmen und irgendwas zu schlucken oder sich einsetzen zu lassen, nur damit es für die Männer bequem ist. Sex und Familienplanung ist nunmal etwas, wo BEIDE dran beteiligt sind.

Wie schätzt du den Arbeitsaufwand von NFP im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden ein?

Anfangs, in der Lernphase ist es natürlich mit etwas Zeitaufwand verbunden. Wenn man nach ein paar Wochen die Regeln kennt, ist er nicht viel größer, als jeden Tag daran zu denken, die Pille zu nehmen. Ich schieb morgens das Thermometer an seinen Platz, stelle den Wecker auf 5 Minuten weiter, kann in der Zeit nochmal schafen, trag die Temp in das Blatt ein, gucke tagsüber wenn ich eh zur Toilette gehe, was mein Zervixschleim so macht und trage das dann abends ein. Wenn man etwas Erfahrung hat, ist die Auswertung mitte des Zyklus´ ja dann auch nur eine Sache von 1-2 Minuten. Bei NFP hat man als größten Zeitaufwand eben die Lernphase, sei es ein Kurs oder das selbstständige Lernen und Üben und die Kosten für das Thermometer, das Übungsheft und den Kurs (eventuell). Damit hat es sich dann auch. Bei der Pille hat man häufigere Arztbesuche und regelmäßige Kosten, bei der Spirale alle paar Jahre höhere Kosten und auch häufigere Arztbesuche. Die anderen Methoden sind denk ich nicht so häufig. Kondome und Dia haben halt den Kostenfaktor.

Welchen größten Vorteil hast du deiner Meinung nach, seitdem du NFP anwendest?

Besseres Verhältnis zu meinem Körper und keine Pilzinfektionen oder sonstige Infektionen mehr, in Kombi mit dem Weglassen von Tampons.

Vielen Dank, Katharina, für deine ausführlichen Antworten!

Bald gehen uns wieder die ausgefüllten Fragebögen aus, daher: Mach mit und schicke uns auch deinen beantworteten Fragebogen, um an unserer Aktion teilzunehmen!

Weitere Erfahrungsberichte findest du in der NFP Erfahrungen.

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