Meine Geburtsträume mit Deutung Teil 3

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Wie verändern sich die Geburtsträume nach der Geburt? Welchen Zweck haben diese Träume? Der dritte Teil meiner Reihe lüftet das Geheimnis…

Im ersten Teil hatte ich ja bereits über zwei Geburtsträume, die ich vor meiner Schwangerschaft hatte, berichtet. Im zweiten Teil meiner Artikelreihe Geburtsträume schrieb ich über sechs Geburtsträume, die ich während meiner ersten Schwangerschaft hatte. Im dritten und letzten Teil deute ich nun meine Geburtsträume nach der Geburt meines Sohnes. Ich bin schon sehr gespannt, was mir meine Geburtsträume diesmal über mich verraten.

Traum Nr. 1
Freitag, der 9. November 2012 (1 ½ Wochen nach der Geburt)

„Die Doppel-Geburt“

Ich bin in einer großen Lagerhalle oder Sporthalle in der oberen Etage. Auf einer Matratze bekomme ich ganz alleine ein Kind und es fühlt sich genauso an, wie bei der wirklichen Geburt meines Babys. Ich erlebe jedoch nur die letzten paar Minuten in der Pressphase. Danach kommt eine fremde Hebamme zu mir und sagt, dass ich nicht in der richtigen Position entbunden habe und es deshalb leicht eingerissen ist. Ich war nicht im Vierfüßlerstand, sondern eher in der Kindhaltung wie beim Yoga. Kurze Zeit später bekomme ich ein zweites Kind. Diesmal versuche ich im Vierfüßlerstand zu bleiben und den Kopf des Babys nicht mit einmal rauszupressen, sondern nur ganz leicht Stück für Stück und immer ein bisschen mehr. Bei dieser zweiten Geburt fasse ich den Kopf des Babys an und drücke aus Versehen beim Rauspressen den Kopf ein, sodass eine riesige Delle nach innen geht. Ich habe Angst, dass das nicht mehr weg geht.

TRAUM-DEUTUNG

Interessant an diesem Traum ist, dass hier vieles an die Realität erinnert. Der Geburtsraum des Geburtshaus, in dem die natürliche Geburt meines Sohnes stattfand, befindet sich wirklich in der oberen Etage. Im Geburtshaus befindet sich ebenso ein Raum in dem regelmäßig Yoga und Rückbildungskurse stattfinden. Demnach ist die Wahl einer Sport- oder Lagerhalle im Traum wirklich treffend. Darüber hinaus saß ich in der Pressphase wirklich auf einer Matte und musste verschiedenste Positionen einnehmen. Ohne meine Yoga Stunden in der Geburtsvorbereitung, hätte ich das vermutlich nicht geschafft. Die zweite Hebamme kam wirklich erst in der End-Phase hinzu und zu ihr hatte ich auch kein so enges Verhältnis wie zur leitenden Hebamme – was vielleicht dazu führt, dass ich sie hier als fremd empfinde. Entgegen der Realität war mein Partner und die leitende Hebamme nicht bei der Traum-Geburt dabei, was darauf hindeutet, dass ich mich nur auf bestimmte Teil der Geburt konzentriere. Dies ist in Träumen typisch, sie konzentrieren sich auf das Wesentliche. Aus meiner Sicht ist der erste Teil des Geburtstraumes eindeutig der Verarbeitung der realen Erlebnisse meiner Entbindung gewidmet. Interessanter ist für mich der zweite Teil des Traumes, in dem ich eine zweite Geburt eines Kindes erlebe. Diese Doppelgeburt kann man auf mehreren Wegen deuten. Zum einen kann sie für einen neuen Lebensabschnitt – die Stillzeit, die nun beginnt – stehen. Zum anderen könnte sie auch die Ängste bezüglich einer weiteren Geburt thematisieren, die ich zu diesem Zeitpunkt verspürte. Ähnlich wie viele andere Frauen konnte ich mir direkt nach er Geburt meines Babys keine zweite Geburt für mich vorstellen. Drittens könnte man die zweite Traum-Geburt auch als Korrektur der ersten realen natürlichen Geburt betrachten. Was hätte ich noch anders machen können? Was wäre wirklich besser für mich und das Baby gewesen? Ich hatte tatsächlich etwas Angst, dass der Kopf des Kindes bei oder nach der Geburt beschädigt werden könnte, was durch die riesige Delle am Kopf des Babys im Geburtstraum zu Ausdruck kommt. Zum Glück ist ja nichts passiert :).

Traum Nr. 2
Freitag, der 15. Februar 2013 (16 Wochen nach der Geburt)

„Geburten wie am Fließband“

Ich bin in einem Raum mit lauter Frauen, die gleich der Reihe nach ein Kind bekommen müssen/sollen. Eine liegt gerade in den Wehen auf einem Bett und ich gehe mit einer Freundin ins Badezimmer. Wir finden es alle schlimm, dass alle Schwangeren, die danach mit der Entbindung dran sind, die Geburt der schreienden Frau nun schon mit ansehen müssen. Das macht meiner Freundin Angst. Ich bin in dem Raum, die Einzige mit Geburtserfahrung und bin die Einzige, die nicht schwanger ist. Es ist nur noch eine andere Frau dabei, die ich kenne. Die restlichen sind mir unbekannt. Später treffe ich die eine Bekannte wieder, die auch in diesem Raum ein Kind bekommen hat. Sie steht gerade an der Bushaltestelle in meiner Heimatstadt und ich frage sie wie ihre Geburt war? Sie sagt, dass es total weh getan hat und schrecklich war. […]

TRAUM-DEUTUNG
Als ich diesen Traum träumte, gab es in meinem Umfeld viele Freunde, die Kinder bekommen haben oder noch Kinder bekommen möchten. Die Freundin, welche mich im Traum begleitet, hat bis heute starken Kinderwunsch. Aus diesem Grund verwundert es mich nicht, dass sie in diesem Geburtstraum dabei ist. Ich rege mich schon seit einiger Zeit darüber auf, dass Geburten im Fernsehen und Hollywood Filmen häufig sehr negativ dargestellt werden. Sie machen vielen Frauen, die – wie meine Freundin – noch keine Kinder haben, Angst. Dies bringt der Traum zum Ausdruck, in dem alle schwangeren Frauen, vorher eine schreiende Frau mit ansehen müssen. Erst wenn man selbst ein Kind geboren hat, sieht man es anders und weiß wie es wirklich ist. Das zweite Thema, was mich in unserer Gesellschaft stört ist, dass man von vielen Bekannten nur „Horrorstorys” über die Geburt hört. Aus diesem Grund zeigt der Traum wohl eine typische Situation, in der mir eine Bekannte erzählt: „Es hat total weh getan und war schrecklich”. Welcher Frau, helfen diese Storys vor der Geburt? Meiner Erfahrung nach sind die Wehen zwar wirklich eine intensive Erfahrung, aber sie sind keine typischen Schmerzen, die man mit irgendwas vergleichen könnte. Die einseitige Darstellung der Geburten in Medien und Erzählungen führt meiner Ansicht danach dazu, dass Frauen schon mit einer negativen Einstellung in die Geburt gehen. Es ist wie eine Art selbst erfüllende Prophezeiung, wenn man sich die Geburt schmerzhaft und kompliziert vorstellt. Diese Problematik immer wieder im Freundes- und Bekanntenkreis mitzuerleben, ist das Hauptthema dieses Geburtstraumes, dass es für mich zu verarbeiten gilt. Ich selbst habe mich mental durch Schwangerschaftshypnose vorbereitet, was mir wirklich sehr geholfen hat. Ich möchte allen Frauen raten vor der Geburt keine „Storys“ von anderen anzuhören, investiert die Zeit lieber in Schwangerschaftsyoga oder das Genießen des Gefühls schwanger sein und durch die Kindsbewegungen immer in Kontakt mit dem Baby zu bleiben 🙂

Traum Nr. 3
Sonntag, der 23. Februar 2013 (17 ½ Wochen nach der Geburt)

„Die schmerzfreie Geburt“

Ich erlebe eine Geburt und es ist fast schmerzfrei. Alles fühlt sich direkt nach der Geburt genauso gut an wie vorher. Ich freue mich riesig darüber. Die Geburt war glaube ich auf einer Restaurant-Terrasse im Obergeschoss unter freiem Himmel. Es ist nach der Geburt kein Baby da, aber im Traum denke ich, dass es normal ist und wundere mich nicht darüber. Ich gehe gleich nach der Geburt zu einer Freundin und erzähle ihr, wie man es machen muss, damit nichts weh tut und nichts reißt. Außerdem sage ich ihr: „Da ich nun weiß, wie es schmerzfrei geht, könnte ich auf diesem Wege locker 100 weitere Kinder bekommen.

TRAUM-DEUTUNG

Dieser Geburtstraum ist einer meiner Lieblingsträume. Erstmals in meiner ganzen Geburtstraum-Geschichte kann ich mir eine Entbindung ohne Schmerzen vorstellen. Tatsächlich glaube ich wirklich daran, dass man eine schmerzfreie Geburt eines Kindes erleben kann. Ich denke, dass die Geburtsvorbereitung, die mentale Stärke und die Erfahrung einer Frau hier eine große Rolle spielen. Wie im ersten Geburtstraum nach meiner Entbindung, findet die Geburt diesmal wieder im Obergeschoss statt. Das Obergeschoss ist ein Teil des Traumsymbols „Haus“, das für das eigene Bewusstsein steht. Hierbei gilt, je tiefer die Etage des desto tiefer sind wir im Unterbewusstsein. Umgekehrt lässt sich aus der oberen Etage schließen, dass ich mir und meinen Gedanken auch im wachen Leben sehr bewusst bin. Die Gestaltung des Raumes im Haus sagt viel darüber aus, wie ich über die Geburt denke bzw. gedacht habe. Im Traum „die Doppelgeburt” habe ich das Obergeschoss noch als Sport- oder Lagerhalle betrachtet, die Geburtsvorbereitung bzw. der Ablauf waren für mich eher wie ein sportlicher Wettkampf, auf den man sich vorbereiten muss. Bei der langen Wartezeit auf das Baby – die Geburt meines Babys ging ca. 16 Stunden – kam ich mir wirklich wie ein Produkt in einer Lagerhalle vor. Im abschließendem Traum bin ich auf einer Restaurant Terrasse unter freiem Himmel. Ich kann also von oben auf die Geschehnisse herunter blicken und verbinde die Geburt eher mit einem schönen offenen Ort, bei dem es etwas zu essen gibt. Der Ortswechsel zeigt, dass ich nun in der Lage bin, die Geburt positiver zu betrachten. Darüber hinaus könnte dieser Ortswechsel aufzeigen, dass der Geburtsort für eine schmerzfreie Entbindung ebenso entscheidend ist, warum nicht ein Kind auf einer Dachterrasse unter freiem Himmel zur Welt bringen. Ist bestimmt viel schöner als in einem Kreißsaal im Krankenhaus oder im Taxi auf dem Weg dorthin. Ich fühle mich heute mental gut vorbereitet, erfahrener als vorher und sicherer. Ich denke, dass ich mir nun vorstellen kann, wie man eine Geburt eines Babys schmerzfrei erleben kann und möchte diese Erfahrung nicht nur im Traum mit meiner Freundin teilen.

Fazit

Meine Trilogie über Geburtsträume zeigt klar, dass die Deutung dieser Träume stark davon abhängt, wann die Frau von einer Geburt träumt. Ist man noch kinderlos, kann die Geburt für einen unerfüllten/unbewussten Kinderwunsch oder neuen Lebensabschnitt stehen. Während der Schwangerschaft sind die Geburtsträume eher wirklich als mentale Geburtsvorbereitung gedacht, die einen schrittweise auf den großen Tag vorbereiten. Nach der Geburt werden meist die Erfahrungen der eigenen Geburt verarbeitet. Die gesellschaftlichen Zwänge werden gelöst und eine noch bessere mentale Vorbereitung ist möglich, da man die Erfahrungen der ersten Geburt nun nutzen kann. Ich bin sehr stolz auf mich, wenn ich die Entwicklung meiner Geburtsträume betrachte. Am Anfang habe ich mich selten getraut von meiner eigenen Entbindung zu träumen und wenn ich es tat, war der Geburtsvorgang eher von Ängsten geprägt. Im abschließenden Traum findet die Geburt in meinen Träumen ohne jegliche Hilfe auf der Dachterrasse unter freiem Himmel statt. Die enorme mentale Entwicklung kannst du auch erleben. Geburtsträume können meiner Ansicht nach eine enorme Bereicherung für das eigene Selbstbewusstsein und die Geburtsvorbereitung sein.

Angenehme Träume wünschen
Anne Zietmann und Marcus Krahlisch (Hilfe bei der Traumdeutung)


Teil 1 – Geburtsträume vor der Schwangerschaft

Teil 2 – Geburtsträume während der Schwangerschaft
Teil 3 – Geburtsträume nach der Entbindung

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