TioraNat & Fruchtbarkeitsberatung – Interview mit Petra Schenke

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Petra Schenke ist eine sehr erfahrene Fruchtbarkeitsberaterin. Seit 30 Jahren beschäftigt sie sich mit dem Thema natürliche Familienplanung, ist ausgebildete NFP-Beraterin für die symptothermale Methode und seit 15 Jahren Beraterin für die Lady-Comp-Methode. Im Januar 2011 gründete sie das TioraNat Institut (http://www.tioranat.de/), Wir sprechen mit Petra Schenke über ihren „fruchtbaren“ Beruf und was sich dahinter verbirgt.

trainyabrain: Frau Schenke, viele meine Leser wissen wahrscheinlich nicht genau, was eine Fruchtbarkeitsberaterin ist. Können Sie mir kurz erklären was Sie darunter verstehen?

Diese Frage höre ich sehr oft. Ich unterstütze Frauen darin, sich Ihrer Fruchtbarkeit bewusst zu werden und dieses Wissen dann selbständig zur natürlichen Verhütung oder bei Kinderwunsch einsetzen. Da ich mich mit mehreren Methoden zur Bestimmung der furchtbaren und sicher unfruchtbaren Tage gut auskenne, fand ich die Berufsbezeichnung „Fruchtbarkeitsberaterin” passend.

trainyabrain: Klingt sehr plausibel. Wie darf ich mir eine typische „Fruchtbarkeitsberatung“ vorstellen?

Meistens melden sich die Frauen mit ihren Zyklusaufzeichnungen bei mir per Telefon oder E-Mail. In der Regel beantworte ich ihre Fragen und gebe ihnen Rat bei schwierigen Zyklen oder nötiges Hintergrundwissen zum Zyklusgeschehen.

trainyabrain: Mit welcher Methode bestimmen die meisten Frauen, die Sie kontaktieren, ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Menstruationszyklus?

Da ich hauptberuflich als Beraterin für die Lady-Comp Methode arbeite, melden sich bei mir meist Frauen, die diesen Zykluscomputer zur Verhütung nutzen, oder sich konkret dafür interessieren. Die meisten dieser Frauen nutzten vorher entweder eine hormonelle Verhütung, Kondome oder die Kalendermethode.
Durch das TioraNat Institut bin ich auch vermehrt Ansprechpartnerin für Frauen, die noch unsicher sind, welche Methode zu Ihnen passt oder eine NFP-Beraterin in der Nähe suchen.

trainyabrain: Warum ist eine Fruchtbarkeitsberatung sinnvoll?

Das Geschehen rund um den Zyklus ist super spannend und gibt den Frauen wichtige Hinweise zu ihrer Gesundheit. Man kann die Zyklen auch als Spiegel der Frau bezeichnen: Mal herrscht Ruhe und Ausgeglichenheit, mal geht es turbulent zu. Gerade wenn der Zyklus unerwartet verläuft, beruhigt ein persönliches Gespräch und hilft die Methode besser zu verstehen und sicher anzuwenden.

trainyabrain: Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die NFP-Beratung?

Eine NFP Beratung ist für alle Frauen sinnvoll, da wir hier ganz individuell auf die Frau und ihre aktuelle Situation eingehen können. Auch wenn sie bereits das NFP Buch, eine Online-Plattform, App oder Zykluscomputer nutzen, erleben sie in der Beratung häufig einen Aha-Effekt, da sie wertvolles Hintergrundwissen erfahren, nachfragen können und die Methode so noch besser verstehen. Viele Frauen haben auch nicht die Lust oder Zeit sich durch ein Buch zu arbeiten und finden einen Kurs unter Gleichgesinnten oder eine individuelle Beratung einfach angenehmer und kommunikativer.

trainyabrain: Möchten Sie damit sagen, dass sich eine NFP-Beratung auch für Frauen lohnen kann, die mit Zykluscomputern ihre fruchtbaren Tage bestimmen?

Ja, ganz genau. Die Grundlagen des Menstruationszyklus werden innerhalb der NFP-Beratung hervorragend vermittelt. Auch wenn sie nicht mit Blatt und Bleistift auswerten möchten helfen ein oder zwei Beratungseinheiten den Frauen bereits weiter. Sie geben ihnen Sicherheit und das Zyklusgeschehen wird danach mit anderen Augen betrachtet. Daher vermittle ich auch immer wieder Frauen an eine NFP-Beraterin in ihrer Nähe.

trainyabrain: Mit welcher Methode bestimmen Sie ihre fruchtbaren Tage?

Ich messe jeden Tag mit meinem Lady-Comp. Für mich ist er Wecker, Frühwarnsystem für die nächste Menstruation und lieb gewonnener Experte auf dem Nachttisch – deshalb darf er auch mit den Urlaub. Zur Kontrolle nutze ich die symptothermale Methode. Da ich beide Methoden lehre, wende ich auch beide an. Zusätzlich teste ich auch andere Methoden oder Geräte.

trainyabrain: Was ist das besondere am Lady-Comp Computer gegenüber anderen Zykluscomputern?

Das Besondere ist, dass der Lady-Comp schon ab dem 1. Tag sicher ist und jede Zykluslänge auswerten kann. Selbst bei sehr langen oder schwankenden Zyklen oder nach einer Geburt findet er die sicher unfruchtbaren Tage nach dem Eisprung sehr zuverlässig. Darüber hinaus hat Lady-Comp in vielen Studien immer wieder seine hohe Zuverlässigkeit nachgewiesen. Aus diesem Grund ist er auch als einziger Zykluscomputer als Medizinprodukt IIb nicht nur für die Zyklusbeobachtung sondern auch als Verhütungs-Methode zugelassen.

Für TioraNat habe ich sämtliche, in Europa erhältliche, Zykluscomputer miteinander verglichen. Hier wurde mir klar, dass die Besonderheiten des Lady-Comp nicht selbstverständlich sind. Insbesondere nicht, wenn man sich intensiv mit den anderen Geräten und ihren Stärken und Schwächen auseinander setzt.

Noch dazu ist er langfristig sehr günstig. Er benötigt kein Verbrauchsmaterial und hat eine durchschnittliche Lebensdauer von zehn Jahren. Sollte wirklich mal etwas kaputt sein, kann er vom Hersteller, ein Familienbetrieb aus Deutschland, auch meist wieder repariert werden, denn er wird in Deutschland gefertigt.

trainyabrain: Sie scheinen eine sehr beliebte Fruchtbarkeitsberaterin zu sein. Immer wieder konnte ich im Internet nette Rückmeldungen von Frauen lesen, die Sie beraten haben. So z.B:

Ich bin bisher sehr zufrieden mit dem Lady Comp und habe schon viel über meine Körper gelernt. Vielen Dank auch nochmal für das nette Beratungsgespräch vor ein paar Wochen als ich wegen eines sehr kurzen Zyklus doch unsicher war. Sie waren sehr freundlich und ein kompetenter Ansprechpartner, so dass ich mich gut aufgehoben gefühlt habe.

Melanie K., http://zykluscomputer.dita.de/lady-comp-erfahrung, 8.2.2011

Sind solche Nachrichten für Sie motivierend, um sich noch mehr für die Verbreitung der natürlichen Methoden einzusetzen?

Absolut! Mein Beruf bedeutet für mich Leidenschaft. Solche Rückmeldungen zeigen, wie wichtig und hilfreich Fruchtbarkeitsberatung sein kann. Deshalb habe ich auch das TioraNat-Institut gegründet.

trainyabrain: Lassen Sie uns darüber sprechen. Können Sie kurz für alle LeserInnen erläutern – was das TioraNat-Institut ist?

Das TioraNat-Institut ist Lotse und Kompass für alle, die eine sichere und einfache Methode suchen, natürlich zu verhüten und ebenso natürlich schwanger zu werden.

Dafür sammeln, recherchieren und präsentieren wir Wissen rund um den Zyklus und Methoden zur hormonfreien Verhütung und Familienplanung. Zusätzlich zu den Webseiten bieten wir kostenfreie Erstberatungen und den wöchentlichen TioraNat Zykluswissen-Hangout auf Google+ an. Diese Angebote gibt es derzeit auf deutsch, englisch, französisch und spanisch.

trainyabrain: Ihre Website (www.tioranat.de) ist seit Januar 2011 online. Was möchten Sie mit dieser Website bewirken oder verändern?

Ganz wichtig ist mir die Objektivität. Alles, was Sie auf dieser Seite finden ist somit exzellent recherchiert. Ich möchte eine Plattform schaffen, die das Thema natürliche Fruchtbarkeit mit Wissen bereichert. So bietet sie jeder Frau durch gutes Hintergrundwissen die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, was zu ihrer aktuellen Lebenssituation passt.
Unser Schwerpunkt liegt bisher bei den natürlichen Methoden. Hier sehe ich mich als Expertin und weiß wovon ich schreibe. Um Frauen auch für die Themen Kinderwunsch und hormonelle Verhütung ein gut verständliches Hintergrundwissen sowie Entscheidungshilfen zu geben, suche ich noch geeignete Autoren.

Bewirken möchte ich, dass sich Frauen nicht mehr verunsichert oder alleine gelassen fühlen, sondern eine weitreichende Aufklärung erfahren. Aus vielen Gesprächen mit Gynäkologen weiß ich, dass bis 20% ihrer Patientinnen auf der Suche nach einer nicht hormonellen Verhütungsmethode sind. Leider sind sichere natürliche Verhütungsmethoden auch unter Ärzten noch relativ wenig bekannt.

Beispielsweise Polen ist uns da weit voraus. Seit die Gynäkologische Gesellschaft eine klinische Studie zur Sicherheit des Lady-Comp durchführte, wird er offiziell empfohlen. Sprich, dort sind die Ärzte rund um das Thema natürliche Familienplanung gut informiert und können Alternativen zur Pille anbieten. Soweit sind wir in Deutschland, Frankreich oder Spanien noch nicht. Da liegt mein Wunsch nach Veränderung.

trainyabrain: Sehen Sie somit die Bedeutung Ihrer Website auch eher international?

Ja, ganz klar international. Dieser Gedanke ergibt sich schon aus meiner Biographie und der Zusammenarbeit mit vielen der über 30 internationalen Lady-Comp Vertriebspartner, insbesondere mit Frankreich und Spanien. Da liegt der Gedanke an eine internationale Plattform nah.

trainyabrain: Ein großes Ziel. Wann denken Sie, wird Ihre Website tioranat.de voraussichtlich fertig sein.

TioraNat ist wie eine Pflanze, die langsam und aufgrund von guter Pflege stetig wächst. Aus diesem Grund lohnt es sich, unsere Website immer mal wieder zu besuchen.

trainyabrain: Sie sind eine der wenigen NFP Beraterinnen, die es ins TV geschafft hat. 2008 haben sie in der Talkshow von Jürgen Fliege über Natürliche Familienplanung und die Zykluscomputer Lady-Comp und Baby-Comp gesprochen. Wie kam es dazu?

Eigentlich ganz unkompliziert. Auch Herrn Fliege ist der Trend zur natürlichen Verhütung nicht entgangen. So fragte seine Produktionsgesellschaft bei Prof. Dr. G. Freundl und dem Lady-Comp Hersteller Valley-Electronics nach, ob sie eine Sendung über den Lady-Comp machen könnten.

trainyabrain: Prinzipiell finde ich die Idee, NFP-Methoden und Zykluscomputer im TV vorzustellen, eine tolle Idee. Allerdings wirkte Herr Fliege für mich nicht so gut vorbereitet. Wie haben Sie seinen Auftritt gesehen?

Nun, das war von Herrn Fliege beabsichtigt. Er wollte sich dem Thema so nähern wie seine Zuschauer, die meist auch nur sehr wenig über sichere und natürliche Familienplanung wissen. Für mich war es eine sehr interessante Erfahrung, insbesondere auch mal hinter die Kulissen zu blicken.

trainyabrain: Leider gibt es zu wenige Sendungen über NFP im TV. Was denken Sie woran das liegt?

Es gibt schon ein paar Filme zu NFP. Insgesamt ist das Thema jedoch noch zu unbekannt und zu speziell. Hier sind keine hohen Einschaltquoten zu erwarten. Für das Fernsehen rechnet sich das nicht.

trainyabrain: Das erklärt so einiges. Meiner Ansicht nach bleibt es dem Internet vorbehalten die NFP weltweit zu verbreiten. In meinem Artikel NFP-im-Netz habe ich den Vorschlag gemacht, dass alle NFP-Seiten miteinander kooperieren sollten. Wie sehen Sie das?

Das Internet ist wirklich der effektivste Weg Informationen nachhaltig bereitzustellen und viele Menschen zu erreichen. Insbesondere junge Menschen nutzen das Netz, um sich zu informieren und sich auszutauschen. Das Thema Verhütung ist hier somit perfekt aufgehoben. Ein breites Netzwerk zu schaffen ist daher eine sehr gute Initiative. Gemeinsam lässt sich mehr bewegen und im Endeffekt profitieren alle davon: Alle, die sich präsentieren möchten, und alle, die auf der Suche nach der für Sie passenden Methode sind.

Ich freue mich schon sehr auf unser nächstes gemeinsames Projekt.

Das Interview für Marcus Krahlisch für trainyabrain

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