Buch Rezension: „Die Freilerner – Unser Leben ohne Schule“

Du fragst dich, ob das freie Lernen ohne Schule funktionieren kann? Dann ist meine Buchrezension „Die Freilerner – Unser Leben ohne Schule” für dich interessant.

Über den/die Autor(en) bzw. Herausgeber

Dagmar Neubronner ist gelernte Diplombiologin und arbeitet vorwiegend als Lektorin und Therapeutin. Sie wurde durch zahlreiche Medienauftritte bundesweit bekannt, da ihre Söhne Moritz und Thomas die Schule verweigerten und seit 2005 „Freilerner” sind. Seitdem setzt sich Frau Neubronner aktiv für mehr Bildungsfreiheit in Deutschland ein, da dass freie Lernen hier aufgrund der Schulpflicht verboten ist.

An wen richtet sich dieses Buch?

Das Buch * Die Freilerner – Unser Leben ohne SchuleFreilernen richtet sich vor-allem an Eltern, Pädagogen oder Erwachsene, die sich für die Geschichte der Familie Neubronner und das Thema „Lernen ohne Schule” interessieren.

Für wen eignet sich dieses Buch?

Ich halte das Buch besonders gut geeignet für Eltern, die offen für alternative Bildungsformen sind, und sich zum Thema „Freilernen” näher informieren möchten. Ebenso richtet es sich an jene Eltern, Pädagogen usw., welche große Vorurteile gegenüber dem informellen nicht-institutionellen Lernen haben.

Kurzzusammenfassung

Mit ihrer kurzen effektiven Schreibweise schafft es Dagmar Neubronner sowohl ihre eigene Geschichte zu erzählen, als auch alle wichtigen Informationen zum Thema „Freilernen” zusammenzubringen. Das Buch ist insgesamt in drei Teile gegliedert.

Im ersten Teil des Buches erklärt die zweifache Mutter, wie es dazu kam, dass ihre Kinder die Schule verweigerten, obwohl sie als studierte Diplombiologin zu diesem Zeitpunkt absolut überzeugt vom Schulsystem war. Hierbei ging sie sogar soweit, eine neue Montessori-Schule für ihre Kinder zu gründen, die ihre Kinder ebenso ablehnten. Die Situation eskaliert als sie mit ihrer Familie aus Bayern in ihre Heimatstadt Bremen ziehen, wo die Kinder gänzlich den Schulbesuch verweigerten. Da ihre Kinder ohne Schule glücklicher, zufriedener und lernfreudiger sind, kommt Dagmar Neubronner an den Punkt, an dem sie am System zweifelt und ihre Kinder auf ihrem Weg „frei” zu lernen unterstützen möchte. In Kooperation mit den Behörden findet sie einen Weg ihre Kinder für ein Jahr auf Bewährung von der Schulpflicht zu befreien.

Der zweite Teil des Buches ist eine Art Tagebuch über das Leben ihrer Kinder als „Freilerner” im In- und Ausland. Ausführlich beschreibt Sie das Leben mit ihren Kindern ohne Schule, den Umgang mit den Behörden und die Auftritte in Medien und Zeitschriften inklusive Reaktionen aus der ganzen Welt und ihrem unmittelbaren Umfeld. Umfassend und an praktischen Beispielen vermittelt sie die Schwächen des Bildungssystems und Vorteile des Freilernens und die rechtliche Lage für viele Eltern in ähnlicher Situation in Deutschland.

Im dritten und letzten Teil des Buches nimmt Dagmar Neubronner zu verschiedenen Thesen und Fragen von Kritikern des „Freilernens” Stellung. Hierbei schreibt sie kurz und sachlich auf, wie man auf Vorurteile, wie „Wie sollen eure Kinder, denn ohne Schulabschluss klarkommen?“ oder „Sie können doch nicht den ganzen Tag nur spielen!” reagieren kann. Ebenso führt sie in diesem Teil viele Briefe von „Gleichgesinnten” aus aller Welt auf, belegt die meisten ihrer Aussagen mit umfassenden wissenschaftlichen Studien und Bildungsexperten und gibt hilfreiche Weblinks für weitere Informationen an.

Was finde ich gut an dem Buch?

Nach dem ich den Film Alphabet gesehen habe, wollte ich mich näher mit dem Thema „Freilernen” beschäftigen. Vor dem Lesen des Buches hatte ich enorme Vorurteile und Zweifel, was das Thema „freies Lernen ohne Schule” angeht. Diese Vorurteile sollten sich durch die guten Argumente von Frau Neubronner beim Lesen in Luft auflösen. Hätte ich gewusst, dass Freilernen außer in Deutschland und Schweden überall in Europa erlaubt ist und man sehr positive Erfahrungen damit gemacht hat, wäre ich wohl ganz anders an die Thematik herangegangen. Das Buch ist klasse geschrieben, räumt mit Vorurteilen auf und ist ein sehr guter Ratgeber für Eltern, dessen Kinder ebenso das freie Lernen bevorzugen.

Was finde ich nicht so gut?

An dem Buch gibt es nicht so viel zu verbessern. Schade ist, dass das Buch nur den Stand bis 2008 wiedergibt, denn für eine neue Auflage gäbe es genug Material. Mittlerweile hat der älteste Sohn Moritz nämlich seinen Realschulabschluss mit Bestnoten gemacht und möchte nun das Abitur machen. Das allein wäre eine neue Auflage wert gewesen.

Fazit

Es gibt wenige Bücher, die man unbedingt mal gelesen haben sollte. Das Buch * Die Freilerner – Unser Leben ohne SchuleFreilernen gehört dazu. Es hat mich wirklich weitergebracht und mein Denken über Bildung und Lernen erweitert. Ich denke, dass es vielen Eltern beim Umgang mit ihren Kindern helfen kann. Schließlich gibt es viele Kinder, die im Schulsystem weniger gut aufgefangen werden. Ebenso bin ich der Ansicht, dass die Fakten im Buch zeigen, dass „Freilernen” für bestimmte Kinder funktionieren kann. Der Fall Neubronner hat allerdings auch gezeigt, wie weit deutsche Behörden gehen, wenn die Schulpflicht nicht eingehalten wird. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Kinder gleichwertige Leistung wie ihre Altersgenossen in der Schule erbringen. Aktuell ist „Freilernen” in Deutschland verboten! Wir dürfen gespannt sein, ob die engagierte Dagmar Neubronner und die vielen anderen Freilerner überall auf der Welt daran etwas ändern können.

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