Testbericht: OvuView App für Android

OvuView-Testbericht

OvuView App Logo | Quelle: Bildschirmfoto

Ich habe die  OvuView App für Android-Handys einen Zyklus lang getestet. Was kann diese Zyklus-App und lohnt sich der Download?

Hier ist meine Beurteilung der OvuView App in vier Kategorien – mit jeweils maximal fünf Sternen [*****] pro Kategorie – also sind maximal 20 Punkte insgesamt möglich.

I Technische Umsetzung

Für die technische Umsetzung der OvuView App würde ich insgesamt 5 von 5 Sterne vergeben. [*****]

Kurzübersicht der technischen Daten

  • Dateneingabe/-ausgabe: einfach und funktioniert alles
  • Ausgabe des Zyklus als png: in der kostenpflichtigen Version: ja | in der kostenlosen Version: nur Foto des letzten Zyklus möglich
  • Passwortschutz: nur in der kostenpflichtigen Version möglich
  • Usability/Nutzerfreundlichkeit: Bedienung ist intuitiv und einfach gestaltet
  • Design: schlicht und übersichtlich, Farben individuell einstellbar
  • Datenbackup: funktioniert super auf SD Karte im Handy
  • Sprache: Deutsch, Englisch und viele andere Sprachen möglich
OvuView-App-Startbild

Das Startbild in der OvuView App | Bildquelle: Bildschirmfoto

Die OvuView App funktioniert auf allen Android-Geräten. Für die technische Umsetzung gebe ich der OvuView App alle fünf Sterne. Allerdings nur bezogen auf die kostenpflichtige Version, denn in der kostenlosen Variante ist z. B. der E-Mail Export der Zyklen und der Passwortschutz nicht freigeschaltet. Aber in der kostenlosen Version funktioniert immerhin der Export des letzten Zyklus.

Zyklus wird als Rad dargestellt

Auf dem Startbild (siehe Foto) ist der Zyklus als Rad dargestellt, das man auch drehen kann, um zu sehen an welchem Zyklustag bespielsweise die fruchtbare Phase losging oder endete. Es wird in der Mitte des Rads immer angezeigt, wie lange es noch bis zur nächsten Blutung, nächsten Eisprung usw. dauert, was natürlich nur statistische Schätzungen sind und nicht als Voraussage gedacht ist. Ein bisschen ungünstig finde ich, dass man nur vom Startbild/Startmenü aus auf die Zyklusdarstellung (in der App als „Diagramm“ bezeichnet) zugreifen kann. Wenn ich also im Eintrage-Modus bin, gibt es keinen Button, der direkt zur Zyklusdarstellung führt. Das würde glaube ich die Navigation etwas verbessern, ist aber nur eine Kleinigkeit und nicht so bedeutsam.

Eintragung der Basaltemperatur ist spannend gestaltet

OvuView-App-Temperatureintragung

Temperatureintragung in der OvuView-App | Bildquelle: Bildschirmfoto

Sehr interessant finde ich, wie die Temperatureintragung gestaltet ist (siehe Foto) – links ist ein Thermometer abgebildet und auf der Fläche daneben stellt man durch hoch- oder runterfahren mit dem Finger den Temperaturwert ein, den man gemessen hat. Das finde ich, ist eine gute Idee. Die Zyklusdarstellung ist meiner Meinung nach auch gut ungesetzt, vor allem weil man sich mit einem Lupe (+/-) Button alles größer und kleiner anzeigen lassen kann. Je größer die Darstellung desto detaillierter sind die Eintragungen, die man sehen kann. Wenn man einen langen Zyklus hat, kann man so auch kleiner zoomen und seinen gesamten Zyklus im Überblick sehen ohne scrollen zu müssen. In der kostenpflichtigen Version ist sogar ein Vollbildmodus möglich, um den Zyklus noch größer und besser sehen zu können. Außerdem sind auch schon in der kostenfreien Version die Design-Farben frei wählbar und es gibt einen Nachtmodus mit dunklem Hintergrund.

OvuView App funktioniert in verschiedenen Sprachen

Es funktionieren übrigens viele Sprachen in dieser App, z. B. Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch, Französisch und wahrscheinlich noch mehr – weitere habe ich nicht getestet. Je nach dem welche Sprache im Smartphone eingestellt ist, ändert sich dementsprechend auch die Sprache in der OvuView App. Die Hersteller rufen dazu auf, dabei zu helfen, die App in weitere Sprachen zu übersetzen. Insgesamt finde ich die OvuView App technisch sehr gut umgesetzt.

II Regelkonformität mit der NFP Methode

Etwas anders sieht es bei der Regelkonformität aus. Hier würde ich maximal 2 von 5 Sternen [**] vergeben.  Im Menü kann man sich die 17 verschiedenen natürlichen Methoden ansehen, mithilfe dessen die Zyklen ausgewertet werden, darunter einige Temperaturmethoden, Schleimmethoden und Kalendermethoden. Ehrlich gesagt hat mich das etwas überfordert, denn ich kann dadurch schwer nachvollziehen, nach welchen Regeln die App auswertet. In der kostenfreien Version sind nicht alle Methoden auswählbar, aber auch an sich kombiniert die App scheinbar prinzipiell verschiedene teilweise sehr unsichere Methoden mit einander.

Regeln am Zyklusanfang stimmen nicht mit NFP überein

Zyklusdarstellung in der OvuView App | Bildquelle: Bildschirmfoto

In der Methodenübersicht steht aber zu jeder Methode die Sicherheit und wie die Methodenregeln aufgebaut sind. Mir erschließt sich allerdings die Funktionsweise der Zyklusauswertung dadurch nicht wirklich. Zwar hat die OvuView App das Ende meiner fruchtbaren Zeit genauso festgelegt nach den Regeln der AG NFP, aber am Zyklusanfang hat es nicht übereingestimmt.

Zervixschleim Eintragung hat noch Luft nach oben

In der OvuView App gibt es auch keine Zervixschleim Abkürzungen wie der symptothermalen Methode der AG NFP, sondern es gibt nur +,- oder nichts. Bei der Zervixschleim-Eintragung muss man sich entscheiden zwischen trocken, feucht anfühlend, klebrig, cremig, wässrig, Eiklar. Diese Angaben werden bei der Zyklusauswertung berücksichtigt. Zusätzlich kann die Zervixschleim-Farbe als Zusatzsymptom ausgewählt werden – es ist also Standardmäßig nicht eingestellt, sondern muss in den Einstellungen erweitert werden. Dann kann man folgende Farben für den Zervixschleim eintragen: weiß, gelb, beige, braun, opak, trüb, klar oder rosa. Den Gebärmuttermund mit Lage, Öffnung und Härtegrad kann eingetragen werden, wobei der Härtegrad auch erweitert werden muss. In der Temperaturkurve werden leider keine höheren Messungen oder die erste höhere Messung markiert und auch keine Hilfslinie eingetragen. Dadurch ist es zusätzlich erschwert, einen Überblick über die Auswertung zu bekommen. Lediglich die fruchtbaren und hoch-fruchtbaren Tage werden in der oberen Spalte angezeigt. Insgesamt kann ich für die Regelkonformität nur zwei Punkte vergeben, da ich diese Testreihe ja auf die NFP Regeln beziehe.

III OvuView Support

Kann man sich bei Fragen und Problemen an den Support wenden? Wie schnell reagiert dieser in der Regel? Ich habe den Support vor zwei Tagen angeschrieben, weil ich testen wollte, wie schnell ich dort eine Antwort bekomme. Bis jetzt habe ich noch keine Antwort bekommen. Vielleicht liegt es daran, dass ich auf deutsch geschrieben habe und in dem Team der OvuView App-Hersteller nur vier englischsprachige Männer zusammen arbeiten? Zumindest sieht es auf deren Website so aus. Es kann auch sein, dass sie Userfragen generell nur über das dazugehöriges englischsprachige Forum, in dem man Fragen stellen kann, laufen lassen wollen. In englischer Sprache erhält man dann auch eine Antwort, sodass ich diesmal 4 von 5 Sternen vergeben kann. [****]

IV Kosten

Die OvuView App ist in ihrer Grundfunktion kostenlos – allerdings mit Werbebanner – nutzbar, damit bekommt sie von mir in der Kategorie Kosten alle fünf Punkte [*****]. Die weiteren Features können über den Feature Store freigeschaltet werden. Diese In-App-Produkte kosten von 0,69 € bis 4,00 € pro Artikel. Wenn man weitere Features freischaltet, bekommt man danach auch keine Werbung mehr angezeigt.

Mein Fazit

Insgesamt ist die OvuView App mit 16 von 20 möglichen Sternen eine tolle, funktionierende Zyklus App . Wer allerdings viel Wert darauf legt, nach den Regeln der AG NFP eintragen und auswerten zu können und einen schnellen Support möchte, ist mit anderen NFP Apps besser aufgestellt. Bei bestehendem Kinderwunsch kann ich die OvuView App auf jeden Fall sehr empfehlen, da die hoch-fruchtbare Zeit mit dieser App schon relativ gut bestimmt werden kann. Generell animiert diese App sehr zum Eintragen von vielen Körpersymptomen und ermöglicht somit eine intensive Kennenlernphase für NFP Neulinge. Bei Verhütungsabsicht der Nutzerin ist bei dem Methoden-Wirrwarr aus teilweise sehr unsicheren Methoden auch zu überdenken, ob man der Zyklusauswertung vertrauen kann. Ich bin – wie bei jeder anderen NFP-App auch – der Meinung, dass alle Zyklus-App-Benutzerinnen vor der Anwendung das Buch „Natürlich und sicher“ lesen sollten. Dies stellt sicher, dass frau nicht die Verantwortung an eine App abgibt, sondern die volle Verantwortung für ihre (Natürliche) Familienplanung übernimmt.

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