Eisprungrechner – so gut sind sie wirklich

Eisprungrechner, Eisprungkalender

Schau dir das Video zum Thema Eisprungrechner von Anne an!

In diesem Artikel erfährst du alles über Eisprungrechner. Kann man die fruchtbaren Tage berechnen und damit leichter schwanger werden?

Als Fruchtbarkeitsexperte werde ich immer wieder von Frauen gefragt, ob man nicht einfach die fruchtbaren Tage im Zyklus mit einem Eisprungrechner berechnen kann? Kann ein Eisprungrechner wirklich dabei helfen, schwanger zu werden oder ist das nur eine Utopie? Ich habe mir vorgenommen, dir in diesem Artikel ganz konkret zu zeigen, was ein Eisprungrechner wirklich wert ist und wie er funktioniert. Abschließend werde ich den Eisprungrechner hinsichtlich der Fruchtbarkeitsanzeige objektiv bewerten.

Wie funktioniert ein Eisprungrechner?

Bei einem Eisprungrechner werden die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus anhand der durchschnittlichen Zykluslänge und dem Datum der letzten Menstruation berechnet. Doch was rechnet der Eisprungrechner dann genau?
Eisprungrechner
Mal angenommen eine Frau hat eine durchschnittliche Zykluslänge von 30 Tagen. Und ihre letzte Menstruation war am 01.05.2016. Dann wäre die nächste Menstruation am 31. Mai 2016. Nun nimmt der Eisprungrechner an, dass der Eisprung immer genau 14 Tage vor der nächsten Menstruation ist. Also berechnen die meisten Rechner den Eisprung in diesem Beispiel mit den 17. Zyklustag, wegen 31-14 = 17 aus. Als nächstes nehmen viele Eisprungrechner an, dass die Eizelle noch für etwa 24 h befruchtungsfähig ist – also wird der 18. Zyklustag als das Ende der hochfruchtbaren Zeit festgesetzt. Zusätzlich wird noch angenommen, dass die Spermien 5 Tage im Körper der Frau überleben können. Somit gibt der Eisprungrechner meist den 12. Zyklustag als den ersten hochfruchtbaren Tag im Zyklus aus. Die hochfruchtbaren Tage liegen also zwischen dem 12. und 18. Zyklustag in unserem Beispiel. Doch wie gut ist diese Fruchtbarkeitsanzeige wirklich?

Fruchtbarkeitsanzeige vom Eisprungrechner

Ich möchte es kurz vorweg nehmen: die Fruchtbarkeitsanzeige des Eisprungrechners ist zu ungenau, da der Rechner von falschen Annahmen ausgeht. Im folgenden werde ich dir 5 Gründe nennen, warum die Fruchtbarkeitsanzeige vom Eisprungrechner einfach nicht funktionieren kann.

Schwankungen der Zykluslänge

Zykluslänge

Frauen die einen Menstruationskalender führen werden schon gemerkt haben, dass ihre Zyklen nicht immer gleich lang sind. Tatsächlich schwankt die Zykluslänge in Studien bei den meisten Frauen um 6 bis 7 Tage (22,9%). Selbst Unterschiede in der Zykluslänge von 18 Tagen sind nicht selten (12,9%). Nun ist klar, dass allein bei Schwankungen eine Angabe der durchschnittlichen Zykluslänge nicht viel Sinn macht. Denn die Frau kann eben nicht wissen wie lange ihr kommender Zyklus dauern wird – und der Eisprungrechner leider auch nicht.

Schwankungen der Eisprungzeit

Nun werden viele Frauen sagen, ich habe ja einen total regelmäßigen Zyklus und es kann dann bei mir mit den Angaben des Eisprungrechners schon hinkommen. Doch jetzt kommt es! Der Eisprung ist gar nicht immer 14 Tage vor der Menstruation. Der Eisprung ist nach Untersuchungen mit Ultraschall etwa 10 bis 16 Tage vor der nächsten Menstruation. Das heißt konkret, dass der Eisprung selbst bei gleicher Zykluslänge schon stark variieren kann. In unserem Beispiel könnte der Eisprung allein dadurch schon im Intervall vom 15. Zyklustag bis 21. Zyklustag liegen. Das ist doch Wahnsinn, oder? Man bedenke, dass der 19.-21. Zyklustag sogar schon außerhalb des fruchtbaren Fensters liegt, das wir am Anfang mit einem Eisprungrechner berechnet haben. Aber damit nicht genug es kommt noch schlimmer.

Zyklen ohne Eisprung

Zyklen ohne Eisprung

Tja und jetzt kommt noch die Tatsache hinzu, dass es in einem Zyklus gar keinen Eisprung geben muss. Ja, das wissen viele nicht, aber es gibt auch Zyklen, in den gar kein Eisprung stattfindet. Diese Zyklen treten je nach Lebensalter mehr oder weniger häufig auf. Unter 18 Jahren tritt dieses Phänomen sogar in 15 Prozent der Zyklen auf, ebenso wird es ab dem 40. Lebensjahr sehr viel wahrscheinlicher. Aber selbst in der Phase zwischen 35 bis 39 Jahren können solche Zyklen auftreten. Und der Eisprungrechner was macht der? Er gibt dir einfach pauschal einen Eisprung und eine hochfruchtbare Zeit an, weil er eben immer davon ausgeht, dass du einen Eisprung hast.

PCO Syndrom

Experten gehen davon aus, dass Zyklusbesonderheiten gar nicht so selten sind. Nach Schätzungen sollen etwa 5 bis 10 Prozent der Frauen das PCO-Syndrom (kurz: PCOS) aufweisen. Das heißt, dass sie teilweise extrem lange Zyklen von etwa 100 Tagen haben und dann im nächsten Zyklus wieder kurze von 25 Tagen. Verwendet eine solche Frau einen Eisprungrechner, um die fruchtbaren Tage zu berechnen, ist die Chance richtig zu liegen und den Eisprung zu erwischen etwa so gut wie ein Sechser im Lotto.

Gelbkörperschwäche

Nun gibt es noch die Möglichkeit, dass eine Frau zwar regelmäßig Eisprünge hat, aber der Gelbkörper nicht ausreichend Progesteron produziert, um die Gebärmutterschleimhaut ausreichend gut aufzubauen. Die Folge ist, dass selbst eine befruchtetet Eizelle sich nicht mehr in der Gebärmutter einnisten und zu einem Baby heranwachsen kann. Mit einem Eisprungrechner würden wir nur ins blaue den Eisprung berechnen und die Frauen würden, wenn der Rechner glücklicherweise mal richtig liegt, trotzdem nicht schwanger werden, weil die Eizellen sich danach nicht einnisten kann. Gerade bei der Gelbkörperschwäche ist es wichtig, dass eine Frau wirklich jeden Zyklus ganz genau ihre fruchtbaren Tage bestimmen kann. Denn Untersuchungen zeigen, dass es immer wieder Zyklen geben kann, in denen die Frau ausreichend gut die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und du dann trotz Gelbkörperschwäche schwanger werden kannst.

Fazit: Eisprungrechner sind Schrott – NFP ist Top

So ich habe dir jetzt schon mindestens fünf Gründe genannt, warum Eisprungrechner einfach nichts taugen und in meinen Augen leider Zeitverschwendung sind. Klar ist es sehr einfach und praktisch die Daten in den Rechner einzugeben – aber wenn das Ergebnis der Fruchtbarkeitsanzeige so zuverlässig wäre – dann würdest du nicht hier diesen Artikel lesen. Dann wäre ich als Fruchtbarkeitscoach ohne Arbeit und ich bräuchte diese Worte für dich nicht zu schreiben. NFP ist im Vergleich zu Eisprungrechnern absolut genial, denn NFP funktioniert, egal wie lang dein Zyklus ist – egal wie stark deine Zyklusschwankungen sind – egal ob dein Eisprung nun 10, 12 oder 16 Tage vor der Menstruation ist. Und dies hat einen einfachen Grund. NFP versucht nicht pauschal die fruchtbaren Tage zu anhand der durchschnittlichen Zykluslänge zu berechnen, sondern mithilfe von Eisprungzeichen wie Zervixschleim und Basaltemperatur immer im aktuellen Zyklus zu bestimmen. Diese Eisprungzeichen sind ein Marker der wichtigsten Sexualhormone, die den weiblichen Zyklus steuern nämlich das Östrogen (Zervixschleim) und das Progesteron (Basaltemperatur). Und deshalb findest du mit NFP so wie in jedem Zyklus deine wahre hochfruchtbare Zeit heraus. Aber das beste kommt noch, du kannst mit NFP eben auch Diagnostik betreiben. Das heißt, du kannst mit NFP konkret herausfinden, ob du in diesem Zyklus einen Eisprung hattest. Oder ob du eine Gelbkörperschwäche bzw. PCOS hast und diese dann auch noch gezielt natürlich behandeln und herausfinden, ob die Behandlung anschlägt. Aus meiner Sicht sind Eisprungrechner ein absoluter Flop und ich kann wirklich guten Gewissens sagen – lass bitte die Finger davon.

Unsere Mission

Aktuell suchen über 90.000 Frauen im Monat den Suchbegriff „Eisprungrechner” und auf gefühlten 99% der Websites werden die Frauen nicht darüber aufgeklärt, wie schlecht und ungenau diese Rechner sind. Sie halten die Frauen in dem Irrglauben, dass ihnen die Berechnung auch nur irgendeine sinnvolle Information über ihre persönlichen fruchtbaren Tage liefern könnte. Mit unserem Blog möchten wir erreichen, dass immer mehr Frauen erfahren – welche Methoden zur Bestimmung der fruchtbaren Tage wirklich funktionieren. Es ist unsere Mission, dass immer weniger Frauen Eisprungrechner suchen, da sie einfach wissen, dass sie nichts taugen. Wir haben den Traum, dass immer mehr Frauen das Wissen um die natürliche Fruchtbarkeit nutzen können, um schneller schwanger zu werden. Wenn du wirklich deine fruchtbaren Tage korrekt bestimmen möchtest, empfehle ich dir die symptothermale Methode. Mit dieser Methode kann man den Eisprung bis auf wenige Tage genau eingrenzen, eine Schwangerschaft ohne Schwangerschaftstest erkennen und Zyklusbesonderheiten wie Gelbkörperschwäche, die dem Kinderwunsch entgegen stehen diagnostizieren. Meine Partnerin ist mit dieser Methode erfolgreich im 1. Zyklus schwanger geworden. Ich wünsche dir von Herzen, dass du deinen Traum Wunschkind erfüllen kannst.

wünschen

Anne und Marcus

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