Ausfluss nach Konisation – Was ist normal?

Ausfluss nach Koinsation

Ausfluss nach Koinsation © Natürliche Fruchtbarkeit

Ausfluss nach Konisation – Was ist normal? Wir zeigen dir, wie du deinen Scheidenausfluss nach Gebärmutterhals-OP richtig deuten kannst. 

Bei einer Konisation handelt es sich um einen operativen Eingriff, bei dem ein kegelförmiger Ausschnitt aus dem Gebärmutterhals entfernt wird. Der Eingriff wird durchgeführt, wenn Auffälligkeiten in der Zellstruktur des Gebärmutterhalses festgestellt wurden, die mögliche Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs darstellen. Durch die Konisation wird das auffällige Gewebe vollständig entfernt und kann anschließend feingeweblich untersucht werden. Zusätzlich hat der Eingriff einen vorbeugenden Effekt, da mögliche Krebsvorstufen eliminiert werden. Aufgrund der OP kann es zu einem Ausfluss nach Konisation kommen. Doch wie lässt sich das deuten und was ist normal? Wir zeigen in diesem Beitrag auf, wie ein typischer Ausfluss nach Konisation aussieht und wie du diesen richtig interpretieren kannst.

Ausfluss nach Konisation – was ist normal?

Generell bezeichnet man als Ausfluss alle Körperflüssigkeiten, die aus der Vagina herausrinnen. In der Regel setzt sich der normale gesunde Ausfluss aus drei Komponenten zusammen. Erstens gibt es die saure Scheidenflüssigkeit aus den Kapillaren und Epithelzellen zum Schutz vor Krankheiten. Zweitens produziert der Körper abhängig von der Zyklusphase den basischen Zervixschleim aus dem Gebärmutterhals zum Schutz und Ernährung der Spermien, sowie den Erregungsschleim aus den bartholinischen Drüsen als natürliches Gleitgel bei sexueller Erregung. Nach einer Konisation kommt es zu einem Ausfluss infolge der Regeneration, Reinigung und Heilung der Wunde in der Gebärmutter.

Rötlich-Brauner Ausfluss nach Konisation in den ersten 14 Tagen

rötlich brauner Ausfluss nach Koinsation

rötlich brauner Ausfluss nach Koinsation © Natürliche Fruchtbarkeit

In den ersten ein bis zwei Wochen bildet sich zunächst ein Wundsekret aus abgestorbenen Zellen und Blut. Dies führt zu einem rötlich-braunen Ausfluss. Ebenso ist ein schleimiger, gelblicher oder weißlicher Ausfluss typisch für die Heilungsphase. Der Ausfluss nach Konisation kann auch kleine Blutgerinnsel enthalten. Die Menge des Ausflusses kann in den ersten Tagen nach dem Eingriff stärker sein und ähnelt einer leichten bis mittelstarken Regelblutung. Im Laufe der Heilung wird der Ausfluss dann weniger und heller. 

Farbe des Ausflusses kann in der frühen Heilphase variieren

Die Farbe des Ausflusses kann variieren von blassrosa über braun zu gelb oder weiß. Dies ist ein Zeichen dafür, dass altes Blut und Wundsekret abfließen. Solange der Ausfluss nicht stark riecht oder von plötzlich einsetzenden heftigen Schmerzen begleitet wird, ist dies ein normaler Teil des Heilungsprozesses.

Weißer bis milchiger Ausfluss in der Heilungsphase nach 2 bis 4 Wochen

Nach zwei bis vier Wochen sollte der Ausfluss allmählich weniger werden und eine helle bis weiße Farbe annehmen. Auch ein leichter, durchsichtiger oder milchiger Ausfluss ist völlig normal, da die Scheide sich weiter regeneriert und reinigt.

Vollständige Heilung nach vier bis sechs Wochen

Nach vier bis sechs Wochen ist die Wunde an der Gebärmutter vollständig verheilt. Der Ausfluss versiegt und es treten keine Blutungen mehr auf. Natürlich tritt hier im Zyklus immer noch ein ganz normaler Ausfluss auf, aber eben kein zusätzlicher Scheidenausfluss infolge einer Gebärmutterhals-OP.

Plane Zeit für die Heilung des Gebärmutterhalses ein

Dieser Heilungsprozess ist ganz normal. Der Körper braucht Zeit, um die entstandene Wunde zu reinigen und neue Zellen wachsen zu lassen. Solange der Ausfluss nicht stark riecht oder die Blutung sehr stark ist, ist dies ein Zeichen, dass der Körper wie erwartet heilt.

Ausfluss nach Konisation – wann muss man sich Sorgen machen und ärztliche Hilfe aufsuchen?

Nach einer Konisation ist es normal, leichte Schmerzen, Ausfluss und Blutungen zu haben. Allerdings gibt es einige Symptome, die auf mögliche Komplikationen nach dem Eingriff hindeuten können:

Schmerzen

Starke, anhaltende Schmerzen, die nicht durch Schmerzmittel gelindert werden können, sind ein Warnsignal. Dies kann auf eine Infektion oder Verletzung hinweisen. Treten zunehmende Bauchschmerzen oder Schmerzen beim Wasserlassen auf, sollte man an eine mögliche Verwachsung oder Blasenentzündung denken.

Hohes Fieber

Fieber über 38 °C kann auf eine Infektion der Wunde oder eine Entzündung hinweisen.

Riechender Ausfluss nach Konisation

Ein übelriechender, eitriger Ausfluss kann ein Anzeichen für eine Infektion der Wunde sein.

Starker Ausfluss 

Sehr starker vaginaler Ausfluss, der länger als zwei Wochen nach der OP anhält. 

Stärkere Blutungen als Periode

Nachblutungen, die stärker sind als eine normale Periode sind ein Anzeichen dafür, dass es Komplikationen beim Eingriff geben könnte.

Kreislaufprobleme und Schwindel

Schwindel, Kreislaufprobleme oder Blutarmut. Dies kann auf eine stärkere Nachblutung hindeuten.

Sollten solche Komplikationen auftreten, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären und gegebenenfalls behandeln zu lassen.

Was tun bei Infektionen nach Konisation?

Nach einer Konisation ist es wichtig, auf Anzeichen von Infektionen zu achten. Eine Infektion kann sich durch folgende Symptome bemerkbar machen:

  • Starker, übelriechender Ausfluss
  • Fieber
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Schwellung und Rötung im Operationsbereich

Treten solche Symptome auf, solltest du unbedingt deinen Arzt oder deine Ärztin aufsuchen. Meist wird eine antibiotische Behandlung notwendig sein, um die Infektion zu bekämpfen. 

Beachte die Hygienevorschriften

Wichtig ist außerdem, die Hygienevorschriften genau zu befolgen. Dusche täglich und verwende keine Spermizide oder Tampons, solange der Ausfluss anhält. Trage atmungsaktive Baumwollunterwäsche und wechsle diese regelmäßig. 

Antibiotika

Halten die Beschwerden trotz Antibiotika an oder kommen sogar neue Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder sehr starke Schmerzen hinzu, könnte es sich um eine schwerere Infektion handeln. Suche in dem Fall umgehend eine Klinik oder Notaufnahme auf.

Gute Chancen auf Heilung

Mit der richtigen Behandlung können Infektionen nach einer Konisation aber gut überwunden werden. Achte auf deine Genesung und zögere nicht, bei Bedenken eine ärztliche Praxis zu konsultieren.

Ausfluss nach Konisation – was tun bei Nachblutungen?

Eine leichte Blutung nach einer Konisation ist normal und hält in der Regel einige Tage an. Wenn die Blutung jedoch stärker wird oder länger als eine Woche andauert, kann es sich um eine Nachblutung handeln. 

Anzeichen einer Nachblutung

  • Starker, anhaltender Blutfluss, der eine Binde vollständig durchnässt   
  • Blutgerinnsel oder Klumpen im Abfluss  
  • Schwächegefühl, Schwindel, Kurzatmigkeit durch Blutverlust

Behandlung von Nachblutungen

Starke Nachblutungen werden meist mit den folgenden Maßnahmen behandelt:

  • Ruhe einhalten und Becken hochlagern, um den Blutfluss zu verlangsamen
  • Kühle Umschläge auf den Unterbauch legen 
  • Tamponieren oder vaginale Kompressen zur Blutstillung  
  • Bei starken Nachblutungen: vaginaler Blutstillungstampon oder Ballonkatheter
  • Bei anhaltender starker Blutung: chirurgischer Eingriff zur Blutstillung
  • Ausgleich des Blutverlusts durch Infusionen
  • Bei Blutarmut: Gabe von Eisenpräparaten 

Wenn die Nachblutung nicht von selbst aufhört oder sehr stark ist, sollte umgehend ein Arzt oder Ärztin aufgesucht werden. Eine nicht behandelte Nachblutung kann zu einer lebensbedrohlichen Blutarmut führen.

Ausfluss bei Konisation – was tun bei Verwachsungen?

Eine mögliche Komplikation nach einer Konisation sind Verwachsungen im Gebärmutterhals. Dabei können sich Narbengewebe und Verklebungen bilden, die den Gebärmutterhals verengen. 

Die Anzeichen für Verwachsungen sind:

  • Schmerzen im Unterbauch, beispielsweise während der Menstruation
  • Stärkere und längere Menstruationsblutungen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Unfruchtbarkeit aufgrund eines verschlossenen Gebärmutterhalses

Die Verwachsungen können mittels einer bildgebenden Untersuchung wie einer Hysteroskopie festgestellt werden. 

Zur Behandlung gibt es mehrere Optionen:

  • Vorsichtige Dehnung des Gebärmutterhalses durch den Arzt
  • Operativer Eingriff zur Öffnung der Verwachsungen 
  • Behandlung mit einem hormonellen IUP zur Verhinderung der Monatsblutung und Schmerzlinderung
  • Bei ausgeprägten Verwachsungen kann eine erneute Konisation notwendig sein

 

Es ist wichtig, bei verdächtigen Symptomen frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um Verwachsungen zu erkennen und behandeln zu können. Oft lassen sich die Beschwerden durch geeignete Maßnahmen gut lindern.

Ausfluss nach Konisation – was tun bei Schmerzen?

Nach einer Konisation können für einige Tage leichte Schmerzen und Unwohlsein auftreten. Das ist eine normale Reaktion des Körpers auf die Operation. 

Die Schmerzen können verschiedene Ursachen haben:

  • Entzündung oder Reizung der Wunde
  • Nachblutungen oder Infektionen
  • Verwachsungen im Genitalbereich

In den meisten Fällen klingen die Schmerzen nach etwa einer Woche wieder ab. 

Maßnahmen zur Linderung der Schmerzen

Zur Linderung kann man folgendes tun:

  • Schmerzmittel einnehmen (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol)
  • Wärme auf die Bauchdecke auflegen
  • Viel Ruhe, kein Sport
  • Leicht verdauliche und ballaststoffreiche Ernährung
  • Viel trinken

Bleiben die Schmerzen länger als 1 bis 2 Wochen bestehen oder werden sie plötzlich stärker, sollte man eine ärztliche Praxis aufsuchen. Das kann ein Hinweis auf Komplikationen sein. Das entsprechende Fachpersonal wird dann abklären, ob es sich um eine Infektion, Nachblutung oder etwas anderes handelt und entsprechende Behandlung einleiten.

 

Mit zunehmender Heilung lassen die Schmerzen normalerweise nach. Leichtere Unannehmlichkeiten können aber noch bis zu vier Wochen nach der Konisation vorhanden sein.

Ausfluss nach Konisation – Ernährung und Lebensweise

Nach einer Konisation ist es wichtig, einige Empfehlungen für die Ernährung und Lebensweise in der Heilungsphase zu beachten. 

Schwere körperliche Anstrengungen vermeiden

Vermeide in den ersten Tagen nach der Operation schwere körperliche Anstrengungen, hebe keine schweren Lasten und fahre kein Fahrrad. Gehe spazieren, um die Durchblutung anzuregen, aber überanstrenge dich nicht.

Viel trinken

Trink ausreichend, zwei bis drei Liter am Tag, um die Heilung zu unterstützen. Vermeide Alkohol in den ersten Tagen nach der OP.

Gesunde Ernährung

Esse ballaststoffreiche und vitaminreiche Kost wie Vollkornprodukte, Gemüse und Obst. Meide fettiges, schweres Essen. Achte auf eine ausgewogene Ernährung mit genügend Eiweiß, das hilft dem Körper, sich zu regenerieren. Gute Eiweißquellen sind Fisch, mageres Fleisch, Eier, Milchprodukte und Hülsenfrüchte.  

 

  • Nimm die verordneten Schmerzmittel nach Anweisung ein, um die Heilung zu unterstützen. 
  • Ruhe dich ausreichend aus und schlafe genug. Der Körper braucht Erholung. 
  • Sorge für eine gute Hygiene im Intimbereich und wechsele entsprechend häufig die Binden.
  • Vereinbare die empfohlenen Nachsorgetermine in einer gynäkologischen Praxis.

 

Mit der richtigen Lebensweise und Ernährung kannst du die Heilung nach der Konisation gut unterstützen. Falls Unklarheiten bestehen, frage deinen Arzt.

Konisation und der Einfluss auf die Fruchtbarkeit

Hat die Konisation einen Einfluss auf meine Fruchtbarkeit? Diese Frage stellten sich ForscherInnen, die 2014 in einer Studie die Schwangerschaftsrate und Fehlgeburten bei Frauen mit und ohne Konisation untersuchten. Hierzu schauten sie sich 15 internationale Studien zu dem Thema an und kamen zu folgenden Ergebnissen.

Keinen nennenswerten Einfluss auf die Schwangerschaftsrate

Bei der Studie kam heraus, dass Frauen nach Konisation genauso gut schwanger werden wie Frauen ohne medizinischen Eingriff am Gebärmutterhals. Vergleicht man es nur mit den Frauen, die wirklich schwanger werden wollen, so wurden mit Konisation 88 % und ohne 92 % schwanger. Ist wohl kein so großer Unterschied, meinen die ForscherInnen.

Erhöhte Fehlgeburtenrate

Jedoch hatten die Frauen mit Konisation eine deutlich erhöhte Fehlgeburtenrate im zweiten Trimester. Hier hatten 1,6 % der behandelnden Frauen eine Fehlgeburt gegenüber 0,4 % in der Kontrollgruppe ohne Behandlung. Das gleiche Ergebnis zeigte sich bei dem Risiko für Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter, was bei 1,6 % bei den behandelten Frauen gegenüber 0,8 % bei den Frauen ohne Eingriff lag. Besonders deutlich zeigte sich die Tendenz bei Schwangerschaftsabbrüchen im ersten Trimester. Hier erlitten 12,2 % der Frauen nach Konisation eine Fehlgeburt, während ohne Eingriff nur 7,4 % der Frauen in der Kontrollgruppe eine Fehlgeburt erlitten. 

Fazit

Der Ausfluss nach Konisation ist in den meisten Fällen nur 2 bis 4 Wochen nach dem Eingriff verändert und von rötlich-bräunlicher Farbe. Ebenso können gelblicher Schleim und Schmerzen auftreten. Falls jedoch die Schmerzen unerträglich werden, Fieber oder sehr starke Nachblutungen im Intimbereich auftreten, sollte man skeptisch werden. In diesem Fall ist eine ärztliche Untersuchung sehr empfehlenswert. Glücklicherweise sind die Auswirkungen einer Konisation auf die Fähigkeit, schwanger zu werden, relativ gering einzuschätzen. Jedoch besteht ein höheres Risiko für eine Fehlgeburt. Somit sind die guten Nachrichten, auch nach einer Konisation kannst du immer noch schwanger und Mutter werden. 

Doch egal, ob du deinen Ausfluss nach Konisation beobachtest oder nicht. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute auf deinem Weg zum Wunschkind. 

Quellen

[1] Manfred Staubner und Thomas Weyerstahl: Duale Reihe: Gynäkologie und Geburtshilfe. 3- Auflage. Georg Thieme, 2007, ISBN 978-3-13-125343-9, S. 239, 540.

[2] Cooper DB, Carugno J, Dunton CJ, Menefee GW. Cold Knife Conization of the Cervix. 2023 Oct 26. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2024 Jan–. PMID: 28722875.

[3] Athanasiou A, Veroniki AA, Efthimiou O, Kalliala I, Naci H, Bowden S, Paraskevaidi M, Arbyn M, Lyons D, Martin-Hirsch P, Bennett P, Paraskevaidis E, Salanti G, Kyrgiou M. Comparative effectiveness and risk of preterm birth of local treatments for cervical intraepithelial neoplasia and stage IA1 cervical cancer: a systematic review and network meta-analysis. Lancet Oncol. 2022 Aug;23(8):1097-1108. doi: 10.1016/S1470-2045(22)00334-5. Epub 2022 Jul 11. Erratum in: Lancet Oncol. 2022 Aug;23(8):e370. PMID: 35835138; PMCID: PMC9630146.

[4] Kyrgiou M, Mitra A, Arbyn M, Stasinou SM, Martin-Hirsch P, Bennett P, Paraskevaidis E. Fertility and early pregnancy outcomes after treatment for cervical intraepithelial neoplasia: systematic review and meta-analysis. BMJ. 2014 Oct 28;349:g6192. doi: 10.1136/bmj.g6192. PMID: 25352501; PMCID: PMC4212006.

Leave a Comment

{ 0 comments… add one }
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner