Stillen für Anfängerinnen

LAM Verhütung

Du bist das erste Mal schwanger und fragst dich, was du beim Stillen alles beachten musst? Erfahre hier alles Wichtige für den Still-Beginn.

Ein sehr gut passender Still-BH

Da du in der Stillzeit sehr häufig einen Still-BH tragen wirst und zwar am Anfang auch nachts, ist es sehr wichtig einen so bequemen und passenden BH wie möglich zu haben. Viele Frauen wissen ja so schon nicht welche BH Größe sie haben, somit ist es bei einem Still-BH noch schwieriger, da man vorher nicht so genau weiß, wie groß die Brust noch wird. Deshalb sollte der Still-BH sehr dehnbare Cups haben, aber ein stabiles Unterbrustband für optimalen Halt. Vorteilhaft ist es auch, wenn der Still-BH viele Haken zum Einstellen hat. Ich habe beispielsweise einen mit sechs Haken-Abständen. Zur Not würde auch noch ein BH-Verlängerer gehen. Ich habe schon während der Schwangerschaft einen Still-BH getragen, da ich diesen viel bequemer fand. Durch die weit-stellbaren Haken und ohne Bügel passte sich der BH optimal meinen Bedürfnissen an. Investiere also lieber in ein bis zwei richtig gute, als in viele schlecht-passende oder unbequeme Still-BHs!

Richtiges Andocken

Um deine Brustwarzen zu schonen, ist es besonders wichtig, das Baby richtig andocken zu lassen. Das Baby sollte dabei seinen Mund ganz weit auf machen und dann drückst du den Kopf des Babys an dich ran, so dass das Baby die Brustwarze so weit wie möglich in den Mund bekommt. Nur so kann der richtige Unterdruck entstehen. Manchmal schnappt das Baby schon zu früh zu und dann weißt du wieder, warum richtiges Andocken so wichtig ist! Solange es weh tut, ist die Brustwarze noch nicht weit genug drin. Mir hat das die Hebamme direkt nach der Geburt gleich gezeigt und meinte: „So jetzt weiß dein Baby, wie es geht und schafft es beim nächsten mal auch!“ Also kann ich nur raten, frag die Hebamme, wenn sie es dir nicht von selbst schon zeigt, wie es richtig geht.

Der Finger-Trick

Wenn das Baby richtig angedockt ist, wirst du auch merken, dass es nicht so leicht wieder von der Brust abzunehmen ist. Sollte dein Baby nicht von selbst wieder los lassen, kannst du einfach den Finger-Trick anwenden. Hierfür gehst du mit einem Finger am Mundwinkel des Babys in seinen Mund und machst eine „Haken-Bewegung“ Richtung Wange. Somit löst du das Baby schmerzfrei von deiner Brustwarze.

Stillkissen

Für Mutter und Kind sollte das Stillen so angenehm wie möglich sein. Deshalb sollte man darauf achten, dass die Wirbelsäule und der Kopf des Kindes in einer Linie sind beim Stillen, damit das Baby sich nicht den Hals verrenkt. Ein Stillkissen kann dabei helfen, es dir und deinem Baby so komfortabel wir möglich zu machen. Ich habe mir ein Stillkissen am Ende meiner Schwangerschaft gekauft. Seitdem ärgere ich mich darüber, so ein Stillkissen nicht schon vor der Schwangerschaft gekauft zu haben. Es ist einfach super bequem, zumindest wenn man auf die Qualität beim Kaufen achtet. Online würde ich z. B. nur eins kaufen, dass sehr gute Bewertungen hat.

Bei Milchstau – Brust ausstreichen

Gerade am Anfang kann dir gleich beim Milcheinschuss ein Milchstau das Leben schwer machen. Bei einem Milchstau ist die Brust zu voll mit Milch und kann dadurch starke Schmerzen hervorrufen. Ich selbst habe einen sehr schmerzhaften Milcheinschuss samt Milchstau ein paar Tage nach der Geburt bekommen. Ich hatte in kürzester Zeit gefühlte fünf Körbchengrößen mehr – das bekommt kein Schönheitschirurg so schnell hin. Die Verhärtungen waren sehr schmerzhaft und reichten fast bis zum Halsansatz hoch. Ich hätte nicht gedacht, dass Brüste so weh tun können. Da ich meinen Zyklus mit NFP dokumentiere, kenne ich ja schon das Brustsymptom, das ich immer in meiner zweiten Zyklushälfte habe – aber der Milchstau übertraf das Brustsymptom bei weitem.

    Gegen Milchstau hilft:

  • die überschüssige Milch aus der Brust ausstreichen bis das Spannungsgefühl nachlässt
  • ganz oft stillen – ca. alle 2 bis 3 Stunden
  • vor dem Stillen wärmen (z. B. mit warmen Waschlappen oder duschen)
  • nach dem Stillen kühlen (z. B. mit kaltem Waschlappen oder Quarkwickel)
  • beim Stillen die verhärteten Stellen mit leichtem Druck massieren (z. B. mit einem Massagehandschuh oder einfach nur mit der Hand)
  • immer eine Brust ganz leer trinken lassen, aber spätestens nach 30 min. die Brust wechseln
  • abwechselnd die rechte und linke Brust nehmen
  • ganz viel Ruhe
  • generell gilt beim Stillen: viel trinken!

Die Stilleinlagen

Für den Anfang sind Stilleinlagen unverzichtbar. Sie retten dich vor peinlichen nassen Flecken, die auf deinem Oberteil entstehen können, wenn beispielsweise dein Kind oder ein fremdes Kind in der S-Bahn zu schreien beginnt. Dann schießt nämlich oftmals schnell die Milch ein, egal ob du dafür bereit bist oder nicht ;). Bei mir war es am Anfang so viel, dass ich nur Wegwerf-Stilleinlagen mit Außenfolie verwenden konnte, um nicht völlig auszulaufen. Ein paar Wochen später, als sich alles etwas besser eingepegelt hat, ging es dann auch mit waschbaren Stoff-Stilleinlagen. Ich kenne sogar Frauen, bei denen war es so schlimm, dass sie in den Anfangs-Nächten Windeln an ihre Brüste legen mussten, um die überflüssige Milch aufzufangen.

Brustwarzenpflege

Da man am Anfang das Baby sehr oft anlegen muss, um den Milchfluss erst einmal in Gang zu bekommen, sollte besonderen Wert auf die Brustwarzenpflege gelegt werden. Ich verwendete eine spezielle Brustwarzensalbe von dm, die ich sehr empfehlen kann. Es geht aber auch mit Schwarztee- oder Kamillenkompressen – einfach den Tee wie gewohnt kochen und dann die Teebeutel nach dem Abkühlen auf die Brustwarzen legen. Am einfachsten geht es jedoch mit Muttermilch – etwas überschüssige Milch nach dem Stillen auf der Brustwarze einmassieren und danach an der Luft trocknen (ganz wichtig !) lassen.

Verwende eine Still-Erinnerung

Um einem Milchstau vorzubeugen, sollte man die Brüste abwechselnd abtrinken lassen und erst wechseln, wenn die eine Brust richtig leer ist. Blöderweise gleitet man nach der Schwangerschaftsamnesie direkt weiter in die Stilldemenz und kann sich dadurch meistens nicht mehr erinnern, welche Brust man als letztes hatte. Ich habe mir deshalb als Erinnerungshilfe einen Haargummi ums Handgelenk gemacht – je nach dem, ob ich rechts oder links das letzte mal gestillt habe, wanderte der Haargummi immer von der einen auf die andere Hand. Nun darf man nur nicht vergessen, den Haargummi auch nach jedem Stillen zu wechseln ;).

Häufigkeit und Dauer

Am besten stillt man immer, wenn das Baby Hunger hat und nicht nach einem festem Zeitplan. Das kann von stündlich bis alle sechs Stunden hin reichen – etwa 10 bis 15 Minuten an einer Brust. Laut meiner Hebamme und meinem Kinderarzt kommt nach 15 Minuten nichts mehr raus. Ich habe da andere Erfahrungen gemacht. So lange das Baby noch Hunger hat und auch wirklich noch Milch rauskommt, kann es auch mal etwas länger gehen. Jedoch ist zu langes Stillen wieder nicht so optimal für die Brustwarzen.

Nächtliches Stillen

Wenn du nachts stillen möchtest, geht das am besten mit einem Beistellbett oder auch Babybalkon genannt. Einfach beim ersten Hungeranzeichen des Babys im Halbschlaf zu sich rüber nehmen, stillen und weiterdösen. Hilfreich ist auch eine Lampe, die ein gedämpftes Stillicht hat und nicht zu störend ist.

Still-Positionen

Nach der Geburt sind die meisten Frauen körperlich noch sehr angeschlagen. Es ist in diesen ersten Tagen nach der Geburt somit empfehlenswert im Liegen zu stillen. Bauch an Bauch liegt man so seitlich am Baby. Nachts bietet sich diese Still-Position natürlich besonders an.

Mein Fazit

Der Still-Anfang kann sich unter Umständen sehr schwierig für manche Frauen erweisen. Trotz alledem lohnt es sich für Mutter und Kind, das Stillen beizubehalten und alles daran zusetzen, stillen zu können. Denn Muttermilch ist in den ersten Lebensmonaten die beste Nahrung für das Baby und auch die Mutter hat aufgrund des Stillens ein geringeres Risiko an verschiedenen Krankheiten zu erkranken. Außerdem kann man so, die LAM-Methode zur Verhütung in der Stillzeit anwenden. Wer trotz meiner Tipps unüberwindliche Probleme beim Stillen hat, kann eine erfahrene Hebamme oder Stillberaterin aufsuchen.

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