Testbericht: Lily Zyklus-App

Lily App Testbericht

Lily App Logo | Quelle: Bildschirmfoto

Ich habe die Zyklus-App Lily für das iPhone mehrere Zyklen lang getestet. Wie ist das Preis-Leistungsverhältnis? Lohnt sich der Kauf dieser App?

Hier ist meine Beurteilung der * Lily App für das iPhone in 4 Kategorien – mit jeweils maximal 5 Sternen [*****] pro Kategorie – also sind maximal 20 Punkte insgesamt möglich.

I Technische Umsetzung

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Eisprungzeichen eintragen Lily

Eisprungzeichen eintragen – Lily App | Quelle Bildschirmphoto

KURZÜBERSICHT

  • Dateneingabe/-ausgabe: funktioniert super
  • Ausgabe des Zyklus als pdf: funktioniert sehr gut
  • Passwortschutz: ist möglich
  • Usability/Nutzerfreundlichkeit: Bedienung ist übersichtlich & intuitiv
  • Design: sehr schick und übersichtlich
  • Datenbackup: möglich über iTunes oder iCloud
  • Sprache: Deutsch und Englisch je nach Spracheinstellung des Gerätes

Die Lily App Version 3.51, die ich getestet habe, ist kompatibel mit dem iPhone, iPod touch, iPad und erfordert iOS 8.1 oder neuer. Für die technische Umsetzung gebe ich der Lily App alle fünf Sterne. Ich finde die Lily Zyklus-App ist momentan die technisch best gelungenste App auf dem NFP App Markt. Das Design ist für meinen Geschmack super gut umgesetzt und auch die Dateneingabe funktioniert sehr gut. Intuitiv habe ich mich in der Lily App sehr schnell zurecht gefunden.

Am besten finde ich, dass man mit dem Finger über die Tage im Zyklusverlauf fahren kann und dann angezeigt bekommt, was dort eingetragen ist (siehe Bild). Das macht die gesamte Zyklusdarstellung sehr übersichtlich. Anders als bei anderen NFP Apps ist auch, dass die Zyklen alle hintereinander anliegen – also man kann vom ersten bis zum aktuellen Zyklus durchscrollen und muss nicht auf einen Pfeil zum nächsten Zyklus klicken oder ähnliches. Außerdem ist das Startbild gleichzeitig das Eingabemenü des aktuellen Tages und am unteren Balken kannst du erkennen, ob du gerade fruchtbar (lila) oder unfruchtbar (blau) bist. Toll ist auch, dass die Sprache Englisch oder Deutsch danach eingestellt ist, je nachdem welche Sprache im Gerät gerade verwendet wird.

II Regelkonformität

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Für die Regelkonformität gebe ich der Lily App zwei Sterne. Es funktioniert zwar alles, was wichtig ist, aber als NFP Nerd würde ich mir doch noch ein paar Dinge wünschen, die verbessert bzw. verändert werden könnten.

Die automatische Auswertung von Temperatur und Zervixschleim funktioniert soweit, aber beispielsweise die Darstellung der Auswertung der 2. Ausnahmeregel (siehe Bild) ist etwas irritierend für NFP Anwenderinnen. Der Temperaturwert, der auf die Hilfslinie oder darunter fällt, darf laut den NFP-Regeln nicht markiert werden als höhere Messung, weil es ja auch keine höhere Messung ist 😉 . Es sind so Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Der Zervixschleim-Höhepunkt wird z. B. markiert, aber die drei Tage danach nicht. Die fruchtbare Zeit endet in der Lily App auch nicht am Abend, sondern am Ende des Tages. Die Zervixschleim Abkürzungen sind anders als in den NFP Regeln, da hier laut der App-Hersteller mehr Wert auf Einfachheit gelegt wurde.

Zyklusbeispiel Lily App

Zyklusbeispiel mit der Lily App | Quelle Bildschirmphoto

In der Lily App wird deshalb die Temperaturauswertung der NFP-Regeln mit der Zervixschleimdokumentation der Fertility Awaremess Method (FAM) aus den USA verwendet und jedoch der Höhepunkt (hier Peakday genannt) nach den NFP Regeln ausgewertet. Wer allerdings unbedingt die NFP Zervixschleimdokumentation einhalten möchte, kann dies auch tun, indem man einfach den Zervixschleim manuell auswertet. Das geht nämlich ganz gut, wenn du die Striche mit den Zervixschleimabkürzungen folgendermaßen gleichsetzt. ||| = S+, || = S, | = f und kein Strich ist dann ø oder t. Dann ist mir noch aufgefallen, dass die Temperaturwerte gestrichelt miteinander verbunden werden, wenn zwischendurch Tage mit Temperaturwerten fehlen. Im Menü kannst du die Auswertungsart von NFP auf FAM umstellen und es gibt einen Menopause-Modus, den ich aber noch nicht verstanden habe, da es dazu keinerlei Auswertungserklärung im Infoteil gibt. Außerdem gibt es keinen Hinweis auf den zusätzlichen höheren Messwert, der nach der Pille und nach einer Geburt abgewartet werden muss beim ersten Temperaturanstieg. Die Stillzeitregeln und Wechseljahrsregeln könnten eventuell mit der Menopause-Auswertung funktionieren, aber ich hab es leider nicht hin bekommen. Vielleicht wird an dieser Stelle noch weiter verbessert in nächster Zeit? Leider kann man auch nicht mit der Kombination Temperatur und Muttermund auswerten, aber immerhin kann man die Muttermundbeobachtungen eintragen. Dann kannst du ja auch gut sehen, sobald es drei Mal hart und geschlossen hintereinander war. Wenn du schon langjährige NFP Anwenderin bist, kannst du auch leider nicht die früheste erste höhere Messung aus allen Zyklen eintragen, um die Minus-8-Regel gleich verwenden zu können. Die nicht so strenge Regelkonformität liegt wohl daran, dass die Anwenderinnen der symptothermalen Methode der AG NFP nicht die Hauptzielgruppe dieser App sind. Überwiegend ist die Lily App nämlich im amerikanischen Raum verbreitet und soll auch laut der App-Hersteller insgesamt eher Frauen ansprechen, die die Regeln nicht erlernen wollen und ausschließlich mit Hilfe der App ihre Familienplanung regeln möchten – egal ob Kinderwunsch oder zur Verhütung. Ich habe meine beiden Schwangerschaftszyklen in die Lily App eingetragen und die App zeigt ab dem 18. Hochlagentag eine wahrscheinliche Schwangerschaft an und berechnet auch den wahrscheinlichen Geburtstermin. Auch wenn die Lily App von mir nur zwei Sterne bei der Regelkonformität bekommen hat, heißt das ja „nur“, dass sie nicht streng den Auswertungsregeln der AG NFP folgt. Die wesentlichen Temperaturregeln werden ja richtig automatisch ausgewertet und der Zervixschleimhöhepunkt auch. Positiv ist allerdings noch zu erwähnen, dass eine hochfruchtbare Zeit angezeigt wird, in der die Chance schwanger zu werden, erhöht ist.

III Support

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Kann man sich bei Fragen und Problemen an den Support wenden? Wie schnell reagiert dieser in der Regel? Ich habe den Support angeschrieben, weil ich testen wollte, wie schnell ich dort eine Antwort bekomme. Mein Resultat: Sehr guter Support – habe schnelle, ausführliche und sehr nette Antworten bekommen. Vielen Dank!

IV Kosten

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Der Preis für die Lily App (6,99 € | Stand: 09/2017) ist ok finde ich, denn andere symptothermale Methode Apps kosten ähnlich viel. Es gilt also das Gleiche wie bei den anderen Apps. Da es ein einmaliger Betrag ist, ist der Preis völlig gerechtfertigt. Weil es allerdings auch kostenlose Zyklus-Apps gibt, bekommt die Lily App in der Kategorie Kosten von mir vier statt fünf Sterne.

Mein Fazit

Sehr schön anzusehende NFP App, die Lust auf mehr macht (Stand: 09/2017). Von den genannten kleinen Regelabweichungen mal abgesehen, kann ich Frauen, die schwanger werden möchten und viel Wert auf Design legen die * Lily App wärmstens empfehlen.

Endergebnis für die Lily App = 16/20 Sternen

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UPDATE 4.9.2017

Ich habe diesen Testbericht zuletzt am 04.09.2017 aktualisiert und upgedated. Der Testbericht bezieht sich auf die Version 3.5.1, welche für iOS 8.1 oder höher mit allen bekannten Apple Geräten kompatibel ist.

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  • Anne Zietmann
    16. Dezember 2014, 13:44

    UPDATE:

    Seit dem 15.12.2014 ist eine komplett überarbeitete Version 3.0 von Lily herausgekommen. Siehe unten im Beitrag ergänzt.