PMS oder schwanger?

PMS oder SchwangerPMS oder schwanger? Das Prämenstruelles Syndrom und Schwangerschaftsanzeichen sind sehr ähnlich. Wir zeigen dir, wie du sie sicher voneinander unterscheiden kannst.

Das Prämenstruelle Syndrom – auch kurz PMS – bezeichnet komplexe Beschwerden im Menstruationszyklus, die ein paar Tage vor der Regelblutung auftreten. Typische Beschwerden sind beispielsweise Kopf- und Rückenschmerzen, Migräne, Anschwellen der Brüste, Übelkeit, Aknebildung, Heißhungerattacken, Stimmungsschwankungen, Depression, Wassereinlagerungen und vieles mehr. Nach der Regelblutung verschwinden diese wieder. Etwa 3 bis 10% der Frauen sind von PMS [1] betroffen. Viele Symptome von PMS sind sehr ähnlich zu Schwangerschaftsanzeichen, die wir so kennen, daher ist es für viele Frauen in der Kinderwunschzeit schwer zwischen ihnen zu unterscheiden. In diesem Artikel möchten wir dir aufzeigen, wie du mit großer Sicherheit den Eintritt einer Schwangerschaft von PMS Symptomen unterscheiden kannst.

Ist PMS ein Eisprunganzeichen?

Tatsächlich geht man bisher davon aus, dass PMS infolge der komplexen Progesteronbildung nach dem Eisprung entsteht. So zielen eine hohe Zahl von Therapien darauf ab, den Eisprung gezielt zu unterdrücken. Bisher deuten alle Studienergebnisse [2] darauf hin, dass PMS Symptome nur nach einem richtigen Eisprung entstehen können. Das macht es nun aber auch schwieriger, PMS Symptome von Schwangerschaftsanzeichen zu unterscheiden, da ja sowohl eine Schwangerschaft als auch PMS immer nur mit einem Eisprung im Zyklus auftreten können.

PMS Symptome verschwinden nach der Regelblutung wieder

Es ist schon sehr wichtig zu verstehen, dass die typischen PMS Symptome immer spätestens ein paar Tage nach der Regelblutung verschwinden. Bist du schwanger, bleiben die Symptome wie Übelkeit, Brustspannen, Migräne etc. erhalten. Bei mir war das beispielsweise beim zweiten Wunschkind so. Ich bekam ganz normal meine Regelblutung, aber das Brustspannen ist einfach nicht weggegangen, was bei mir normalerweise immer ab Beginn der Regelblutung verschwindet. Nun verschwand das Brustsymptom aber nicht einmal am Ende der Regelblutung, also war mir klar, dass es etwas anders war. Ich machte ein paar Tage später einen Schwangerschaftstest, welcher positiv ausfiel. Heute ist mein Wunschkind schon fast vier Jahre alt und ich bin überglücklich.

Die Basaltemperaturkurve und PMS

Wir wissen aus Studien [3] ganz genau, dass PMS etwa 3 bis 14 Tage vor der Regelblutung und sicher nach einem Eisprung stattfindet. Ebenso haben wir schon herausgestellt, dass PMS Symptome nach der Regelblutung verschwinden. Doch das Problem ist, viele Frauen wissen gar nicht, ob sie einen Eisprung hatten oder wann dieser stattgefunden hat. Sie verwenden unsichere Eisprungrechner mit Prognose der voraussichtlichen Periode. Meist haut das alles nicht hin und so werden die Frauen unsicher. Doch das müsste gar nicht sein, wenn die Frauen die NFP Methode korrekt anwenden würden. Bei der NFP Methode wird der Zervixschleim und die Basaltemperatur während des Zyklus beobachtet und in ein Zyklusblatt oder eine Zyklusapp eingetragen. Die Anwendung der NFP Methode bei PMS hat so einige Vorteile, wie ich nun aufzeigen möchte.

Eisprung bis auf 4 Tage genau eingrenzen

Wann ist der Eisprung auf der Basalthermometerkurve

Grafik: Wann ich der Eisprung? | Gnoth et. al. 1996 – Zentralblatt für Gynäkologie 118(12):650-4

Mit NFP kannst du deinen Eisprung zu 91% sicher bis auf 4 Tage genau eingrenzen. Dies ergaben nationale und internationale Studien weltweit. Somit weißt erstens genau, ob ein Eisprung im Zyklus stattgefunden hat und kann zweitens den Zeitpunkt des Eisprungs genau eingrenzen.

Periode immer genau 12 bis 16 Tage nach dem Eisprung

Nun weiß man aus weiteren Studien, dass die Länge der Gelbkörperphase nach dem Eisprung immer 12 bis 16 Tage dauert. Somit kann man als NFP Anwenderin ziemlich genau abschätzen, wann die Periode kommen wird. Ebenso kannst du dann auch entsprechende Symptome der Gelbkörperphase erkennen und auch leichter zwischen PMS und Schwangerschaftsanzeichen unterscheiden.

Basaltemperatur bleibt bei Schwangerschaft mindestens 3 Monate erhöht

Kurz nach dem Eisprung steigt die Basaltemperatur an und bleibt normalerweise bis zum Eintreten der Menstruation erhöht. Wird eine Frau jedoch schwanger, so bleibt die Basaltemperatur bis zu drei Monat erhöht und fällt nicht ab. Folglich weiß eine NFP Anwenderin genau, ob sie schwanger geworden ist oder eben nicht. Sie muss hier einfach nur ihre Basaltemperatur mit einem geeigneten NFP Thermometer messen und die Temperaturkurve führen…

Temperaturkurve Schwanger nicht Schwanger

Temperaturkurve – Schwanger oder nicht schwanger © Natürliche Fruchtbarkeit

Schwangerschaftsrate durch NFP Anwendung erhöht

Nun werden die meisten Frauen sagen, dass sie keine Lust haben, NFP anzuwenden, nur um zu unterscheiden, ob sie PMS haben oder schwanger sind. Frauen mit Kinderwunsch haben längst erkannt, dass sie ihre Chancen, schwanger zu werden, durch die NFP Anwendung erhöhen können. In Studien wurden 81% der Frauen, die NFP zur Bestimmung der fruchtbaren Tage im Zyklus während der Kinderwunschzeit anwenden, innerhalb von 6 Monaten natürlich schwanger. Ohne NFP Methode sind es im Vergleich nur 60% im halben Jahr. Je älter eine Frau wird, je wichtiger wird die NFP Anwendung, weil man hiermit auch Zyklusbesonderheiten wie Gelbkörperschwäche oder Ovarialinsuffizienz erkennen kann, die einer Schwangerschaft im Weg stehen.

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PMS oder schwanger? So erkennst du es richtig

Nun möchten wir mal logisch zusammenfassen, welche Symptome für eine eingetretene Schwangerschaft sprechen.

Diese Symptome sprechen für eine Schwangerschaft:

Ausbleiben der Menstruation

Hat sich eine befruchtete Eizelle bei dir eingenistet wird der Körper alles versuchen, sie im Körper zu halten. Eine Menstruation bzw. das Ausstoßen der Gebärmutterschleimhaut, in der sich die Eizelle einnisten will, macht somit keinen Sinn. So beobachten die meisten Frauen bei Schwangerschaft ein Ausbleiben der Menstruation.

Verfärbung der Brustwarzen

Bei einer eingetretenen Schwangerschaft treten weiteren Hormone auf, die deine Brustwarzen beim Brustspannen verfärben können. Bei PMS tritt diese Verfärbung in der Regel nicht auf, weil die entsprechenden Hormone nicht aktiv sind.

Erhöhte Temperatur und triphasische Zyklen

Wie schon weiter oben erklärt, bleibt die Basaltemperatur bei einer eintretenden Schwangerschaft mindestens drei Monate erhöht. Eine Frau, die die NFP Methode nutzt, kann somit an der Temperaturkurve eine Schwangerschaft feststellen.

Morgendliche Übelkeit und Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel

Zugegeben Übelkeit ist auch ein typischen PMS Symptom. Jedoch ist die Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel sowie eine entsprechende Übelkeit, die nur vormittags ausgeprägt ist, eher ein Schwangerschaftsanzeichen.

Vermehrter Harndrang

Ja, schwangere Frauen müssen meist mehr auf Toilette in der Frühschwangerschaft. Dies ist ein Symptom was bei PMS eher nicht beobachtet werden kann.

Vermehrter Zervixschleim

Der Zervixschleim umgangssprachlich auch Ausfluss tritt bei vielen Frauen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft unabhängig von den Zyklusphasen vermehrt auf. Hierbei ist ein besonders einheitliches Zervixschleimmuster sehr auffällig.

Anhaltende Müdigkeit

Klar auch Frauen mit PMS sind häufiger in der Nähe der Menstruation erschöpft und müde. Jedoch bessert dies sich nach dem Eintreten der Menstruation in der Regel schnell wieder. In der Schwangerschaft kann sich diese Müdigkeit bis zu drei oder vier Monate hinziehen.

Längeres Anhalten der Symptome und Außergewöhnliches

Fast jede Frau, mit der man über ihre Schwangerschaft spricht, bemerkt im Schwangerschaftszyklus Symptome, die sie noch nie hatte. Hat eine Frau beispielsweise regelmäßige PMS Symptome wie Übelkeit und Migräne. So werden im Schwangerschaftszyklus vermutlich neue Symptome wie zum Beispiel das Brustspannen hinzu kommen. Der wichtigste Hinweis für eine Schwangerschaft ist jedoch, dass die PMS ähnlichen Symptome auch nach dem Eintritt der Menstruation einfach nicht verschwinden, falls es überhaupt eine Blutung gibt.

Positiver Schwangerschaftstest

Etwa 12 bis 14 Tage nach dem mit NFP bestimmten Eisprung kannst du einen *hochsensiblen Schwangerschaftstest mit der Intensitätsstufe 10 miu/ml versuchen. Bei mir war dieser in der zweiten Schwangerschaft schon 13 Tage nach dem Eisprung positiv. Logisch, dass ein positiver Schwangerschaftstest für eine Schwangerschaft spricht.

Die Symptome sprechen für PMS:

Natürlich kann man auch mal anders herum schauen, was für typische PMS Symptome es gibt und somit gegen eine Schwangerschaft spricht.

Einsetzen der Periode kurz nach den Beschwerden

Ganz typisch für PMS ist, dass kurz nach den Beschwerden die Menstruation einsetzt. Bei einer Schwangerschaft würden diese Symptome dagegen bestehen bleiben.

Kopfschmerzen und Migräne

Psychologische oder psychosomatische Symptome sind beim Eintritt einer Schwangerschaft eher selten auf. Somit weisen Kopfschmerzen, Migräne oder Depression eher auf PMS hin.

Neigung zu Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme

Bei viele Frauen ist im ersten Trimester noch nicht so viel von einer Schwangerschaft zu sehen. Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme sind in den ersten Wochen daher eher selten und deuten eher auf PMS hin.

Regelmäßiges Auftreten der Symptome

Eine Frau, die am prämenstruellen Syndrom leidet, hat die Symptome eher jeden Zyklus auf ähnliche Art und Weise. Für eine Schwangerschaft spricht dagegen das plötzliche Auftreten neuer unbekannter und ungewöhnlicher Symptome…

Kein Sex an den fruchtbaren Tagen

Hattest du gar keinen Sex im besagten Zyklus (vorausgesetzt du weißt, wann dein Eisprung war und hast das auch richtig dokumentiert und ausgewertet), so kannst du auch nicht schwanger sein. Natürlich sprechen die beobachteten Beschwerden dann eher für PMS.

Fazit

PMS ist ein Symptomkomplex aus Beschwerden, sie sich in der zeitlichen Nähe der Menstruation befinden. Häufig tritt er in regelmäßigen Abständen mit den gleichen Symptomen bei den Frauen auf. Ebenso verschwinden die Beschwerden kurz vor oder nach dem Einsetzen der Menstruation wieder. Schwangerschaftsanzeichen treten dagegen eher unregelmäßig auf und bleiben in dem ersten Trimester bestehen. Falls du dir unsicher bist, ob du PMS hast oder schwanger bist, kannst du etwa 12 bis 14 Tage nach deinem Eisprung einen hochsensiblen Schwangerschaftstest versuchen. Dieser zeigt dir bei eingetretener Schwangerschaft mit großer Wahrscheinlichkeit positiv an. Vorteilhaft ist in jedem Fall die Anwendung der NFP Methode, weil sich so der Eisprung besonders gut eingrenzen lässt und die PMS Symptome leichter von Schwangerschaftsanzeichen unterscheiden lassen. Und selbst, wenn du PMS hast, ist die gute Nachricht, dass PMS ein Eisprungzeichen ist und es ist bei bestehendem Kinderwunsch immer etwas Gutes, einen Eisprung zu haben. Ich möchte den Artikel mit einem Zitat des bekannten deutschen Schriftstellers Gotthold Ephraim Lessing beenden, der einst sagte:

„Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch geschwinder als der, der ziellos umherirrt.“

In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute auf deinem Weg zum Wunschkind

DEINE ANNE

Quellen:

[1] Eriksson E, Andersch B, Ho HP, Landén M, Sundblad C. Diagnosis and treatment of premenstrual dysphoria. J Clin Psychiatry. 2002;63 Suppl 7:16-23. PMID: 11995774.

[2] Naheed B, Kuiper JH, Uthman OA, O’Mahony F, O’Brien PM. Non-contraceptive oestrogen-containing preparations for controlling symptoms of premenstrual syndrome. Cochrane Database Syst Rev. 2017 Mar 3;3(3):CD010503. doi: 10.1002/14651858.CD010503.pub2. PMID: 28257559; PMCID: PMC6464572

[3] Imai A, Ichigo S, Matsunami K, Takagi H. Premenstrual syndrome: management and pathophysiology. Clin Exp Obstet Gynecol. 2015;42(2):123-8. PMID: 26054102. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26054102/

[4] C. Gnoth, D. Godehardt, E. Godehardt, P. Frank‐Herrmann, G. Freundl, Time to pregnancy: results of the German prospective study and impact on the management of infertility, Human Reproduction, Volume 18, Issue 9, September 2003, Pages 1959–1966, https://doi.org/10.1093/humrep/deg366

[5] Gnoth, Christian & Frank-Herrmann, Petra & Bremme, M & Freundl, Guenter & Godehardt, Erhard. (1996). How do self-observed cycle symptoms correlate with ovulation?. Zentralblatt für Gynäkologie. 118. 650-4.

 

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