Die 10 ersten Fragen zur Schwangerschaft

Fragen zur SchwangerschaftDu hast soeben erfahren, dass du schwanger bist? Vielleicht hast du gerade noch den positiven Schwangerschaftstest in der Hand? In diesem Artikel beantworten wir deine ersten 10 Fragen zur Schwangerschaft.

1) Wann ist der Geburtstermin?

Die erste Frage zur Schwangerschaft ist häufig: „Wann ist der Geburtstermin?” Sobald du deinen Mutterpass bekommst, wird der voraussichtliche Entbindungstermin dort eingetragen.

Geburtstermin berechnen

Wer den errechneten Entbindungstermin schon vorher wissen möchte, benötigt zumindest das Datum der letzten Menstruation. Dieses Datum kannst du in der Regel aus deinem Menstruationskalender ablesen. Von dem ersten Tag der Menstruation rechnet man plus 7 Tage, dann minus 3 Monate und plus 1 Jahr.

Beispiel:  15.07.2021 (1.Blutungstag der letzten Menstruation) → 22.04.2022 (errechnete Entbindungstermin)

Entbindungstermin mit der NFP Methode berechnen

Wer den Termin noch genauer als ein gewöhnlicher Gynäkologe ausrechnen möchte, der benötigt eine Basaltemperaturkurve aus dem Befruchtungszyklus. Anhand der Temperaturkurve kann man den genauen Zeitpunkt des Eisprung eingrenzen. Die Ärzte gehen bei ihrer Berechnung nämlich immer von einem Eisprung, der 14 Tage nach der Menstruation stattgefunden hat, aus. Das trifft im Allgemeinen nicht zu, da die Zykluslänge der Frau stark variiert. Aus diesem Grund korrigieren kompetente Ärzte den Entbindungstermin anhand der Größe des Embryos nach einer Ultraschallmessung.

Berechnung des Geburtstermins mit Basaltemperaturkurve kann ein Vorteil sein

Die genaue Berechnung des Entbindungstermins anhand der Basaltemperatur kann ein riesengroßer Vorteil sein, da Frauenärzte bei falscher Berechnung des Entbindungstermins häufig zu früh die Geburt einleiten. Wie man mithilfe der Basaltemperatur den Entbindungstermin errechnet, könnt ihr in meinem Artikel „Quadratur der Basaltemperatur” nachlesen. Diese Formel für die Berechnung des Entbindungstermin ist hierbei ganz ähnlich zu dem der Frauenärzte. Mit Hilfe der Temperaturaufzeichnungen rechnet man das Datum der ersten höheren Messung der Basaltemperatur minus 7 Tage, dann minus 3 Monate und plus 1 Jahr. Das Ergebnis ist ein genauerer berechneter Entbindungstermin.

2) In welcher Schwangerschaftswoche (SSW) bin ich jetzt?

Für die Berechnung der Schwangerschaftswoche benötigt man das Datum des 1. Tages der letzten Menstruation. Die Schwangerschaftswochen werden ab diesem Tag gezählt. Ist der Tag der letzten Menstruation beispielsweise am 04.01.2021 so geht die erste Schwangerschaftswoche vom 04.01. bis zum 10.01.2021. Natürlich ist die zweite Schwangerschaftswoche, dann vom 11.01.2021 bis zum 17.01.2021 usw. Man kann sich diese Daten natürlich in einem gewöhnlichen Terminkalender notieren. Alternativ kann man auch eine App mit einem Schwangerschaftsrechner oder Schwangerschaftskalender nutzen. Dies hat den Vorteil, dass zu jeder Schwangerschaftswoche noch weitere hilfreiche Tipps bekommt.

Schwangerschaftswoche mit NFP genauer bestimmen

Wer es genauer haben möchte, benötigt auch hier die Basaltemperaturkurve des Befruchtungszyklus. Man zählt von der ersten höheren Messung 14 Tage zurück und erhält so den ersten Tag der ersten Schwangerschaftswoche.

Wissenswertes:

Genau genommen beginnt die 1.Schwangerschaftswoche zwei Wochen vor der Befruchtung und somit noch gar nicht wirklich in der Schwangerschaft. Die Schwangerschaftswochen sind so definiert, weil die meisten nur das Datum der letzten Menstruation 100%ig wissen und nicht das Datum des Eisprungs bzw. der Empfängnis.

3) Wann muss ich das erste Mal zum Frauenarzt?

Entweder geht man das erste Mal zum Gynäkologen, wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob man schwanger ist. Oder man ist sich sehr sicher und möchte einfach nur wissen, ob alles in Ordnung ist. In beiden Fällen sollte man am besten telefonisch mit seinem Gynäkologen abklären, wann ein erster Termin sinnvoll wäre. Meistens wird man in der Frühschwangerschaft spätestens zur 8. bis 10. Schwangerschaftswoche in die Praxis bestellt.

4) Bis zu welcher Schwangerschaftswoche darf ich in den Urlaub fliegen?

Eine der häufigen Fragen zur Schwangerschaft ist, bis zu welcher Schwangerschaftswoche man fliegen darf. Im ersten und zweiten Trimester kann man ohne Bedenken eine Flugreise unternehmen. Vor einer Reise sollte man dennoch das Gespräch mit einem Frauenarzt suchen, da es Einschränkungen bei Blutungen, Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Frühgeburt in einer vorherigen Schwangerschaft gibt.

Thrombose Strümpfe zum Fliegen mitnehmen

Außerdem ist das Thromboserisiko in der Schwangerschaft erhöht, daher sollte man sich vorher Thrombosestrümpfe anpassen lassen, die während der Flugreise getragen werden können. Bei Reisen in exotischen Ländern kann eine ärztliche Beratung über entsprechende Reiseimpfungen und das richtige Essen im Ausland sinnvoll sein. Ich selbst bin übrigens während meiner Schwangerschaft nach Djerba (Tunesien) mit meinem Freund geflogen und ich würde es immer wieder machen.

Beste Zeit zum Reisen ist das zweite Trimester

Die beste Zeit zum Reisen ist das zweite Trimester etwa von der 14. bis zur 24. Schwangerschaftswoche. In dieser Zeit sind die meisten Schwangerschaftsbeschwerden bereits abgeklungen und der Bauch ist noch nicht zu groß.

 Flugzeugreisen nur bis 27. Schwangerschaftswoche möglich

Viele Fluggesellschaften nehmen keine schwangeren Frauen über der 27. Schwangerschaftswoche mit. Die Fluggesellschaft ist generell berechtigt, selbst bei einem gültigen Flugticket, eine Schwangere abzulehnen – wenn eine Entbindung in Kürze sehr wahrscheinlich ist. Hintergrund ist das Risiko für Frühwehen, dass ab der 27. Schwangerschaftswoche deutlich erhöht ist. Genaueres kann in den AGBs der Fluggesellschaften entnommen werden.

Ab 27. Schwangerschaftswoche ist Flugreise nur mit Attest möglich

Wer auf Nummer sicher gehen möchte und einen Flug nach der 27. Schwangerschaftswoche plant, sollte sich ein ärztliches Attest besorgen, in dem das Risiko für das Einsetzen von Wehen als unwahrscheinlich eingestuft wird.

Auf Kreuzfahrten darf man übrigens nur bis zur 24. Schwangerschaftswoche mit fahren.

5) Wann fängt der Bauch an zu wachsen?

Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Größere Frauen sehen in der Regel später ein Bauchwachstum als kleine Frauen. Das liegt daran, dass in ihrem Becken noch genügend Platz für die nun größere Gebärmutter ist. Bei kleineren Frauen ist daher früher ein Wachstum des Bauches nach vorn nötig, um das Baby samt Gebärmutter unterzubringen. Ebenso sieht man den Bauch bei der zweiten Schwangerschaft häufig früher, da der Bauch einem Wachstum der Gebärmutter leichter nachgibt. Wachstumsschübe des Bauches sind in der Schwangerschaft auch nicht ungewöhnlich. Wer gestern noch in seine Hose passte, könnte morgen schon nicht mehr rein passen. Die meisten Frauen erleben das Wachstum des Bauches im zweiten und dritten Trimester von der 14 bis 40 Schwangerschaftswoche. Ich habe es sogar geschafft, die gesamte Schwangerschaft über geschafft ohne Umstandsmode auszukommen.

6) Wie viel nimmt man während der Schwangerschaft zu?

Eine durchschnittliche Frau nimmt etwa 11 kg, während ihrer Schwangerschaft zu. Hierbei setzt sich die Gewichtszunahme wie folgt zusammen:

  • 1) Babygewicht bei der Geburt ca. 3.3 kg
  • 2) Gebärmuttergewichtszunahme ca. 0.9 kg
  • 3) Plazenta ca. 0.6 kg
  • 4) Brustgewichtszunahme ca. 0.4 kg
  • 5) Blutvolumenzunahme 1.2 kg
  • 6) Flüssigkeitszunahme im Körper 2.5 kg
  • 7) Fettreserven 2.5 kg

Diese Werte sind Durchschnittswerte.

Genauere Berechnung der voraussichtlichen Gewichtszunahme mit Body Mass Index

Eine genauere Berechnung der voraussichtlichen Gewichtszunahme orientiert sich am Body Mass Index vor der Schwangerschaft, der sich aus dem Verhältnis von Körpergröße und Gewicht berechnet. Die Seite Babycenter hat einen sehr guten Rechner programmiert, der bei Eingabe des Körpergewichtes vor der Schwangerschaft und Körpergröße, die zu erwartende Gewichtszunahme in der Schwangerschaft berechnet.

7) Ab wann sollte man es Bekannten und Verwandten erzählen?

Empfohlen wird es, erst nach der 12.Schwangerschaftswoche die freudigen Neuigkeiten seinem Umfeld mitzuteilen. Auf Grund der statistischen Fehlgeburtsrate von etwa 10 bis 16 Prozent während der ersten 12 Wochen, möchten viele Paare auf Nummer sicher gehen und nicht zu früh alle einweihen. Manche Situationen bringen einige Paare jedoch dazu, es doch schon vorher zu erzählen, z. B. seltene Anlässe, auf denen man es verkünden möchte oder jemand bekommt es zufällig schon vorher mit.

8) Was sollte ich während der Schwangerschaft essen und was nicht?

Was die Ernährung in der Schwangerschaft angeht, beraten einen Hebammen, Gynäkologen und Ernährungsberater sehr gern. Prinzipiell sollte man natürlich auf Alkohol und Nikotin verzichten und Koffein nur in Maßen genießen, da sie die Entwicklung des Babys negativ beeinflussen können. Beispielsweise erhöhen Nikotin und Alkohol das Krebsrisiko, führen zu einer geringeren Entwicklung des Gehirns des Kindes und können zu einer Fehlgeburt führen.

Rohmilchprodukte und rohes Fleisch meiden

Weiterhin sollte in der Schwangerschaft auf Rohmilchprodukte, rohes Fleisch und rohen Fisch verzichtet werden, da sie das Risiko für die seltene Krankheit Toxoplasmose steigern. Diese Krankheit kann zu einer Tod- oder Fehlgeburt führen.

Bedarf an Folsäure, Vitaminen und Mineralien steigt in der Schwangerschaft

Bei einer Schwangerschaft werden innerhalb von ca. 9 Monaten aus einer Zelle, mehrere Trilliarden Zellen. Diese unglaubliche Leistung des Körpers ist auch an den Mehrverbrauch bestimmter Stoffe gekoppelt. Beispielweise steigt der Bedarf an Jod, Folsäure, Eisen und Calcium während der Schwangerschaft stark an. Generell sollte auf ausgewogene Ernährung geachtet werden. Für Folsäure und Jod sind entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen – die Frauenärzte häufig schon früh empfehlen.

Die Top 8 Produkte, die man in der Schwangerschaft essen sollte:

Die Seite familie.de hat die Top 8 der Produkte die Frauen in der Schwangerschaft essen sollten zusammengestellt:

  • Fleisch während der Schwangerschaft: 2 – 3 Mal pro Woche
  • Hülsenfrüchte während der Schwangerschaft: 1 Mal pro Woche
  • Seefisch während der Schwangerschaft: 1 – 2 Mal pro Woche
  • Obst und Gemüse während der Schwangerschaft: jeden Tag
  • Vollkornprodukte während der Schwangerschaft: jeden Tag
  • Wasser + Tee während der Schwangerschaft: 2 Liter pro Tag
  • Milch und Milchprodukte während der Schwangerschaft: jeden Tag
  • Getreide während der Schwangerschaft: regelmäßig

9) Was muss ich beim Sport in der Schwangerschaft beachten?

Hinsichtlich der Häufigkeit sollte man etwa zwei bis viermal pro Woche Sport treiben. Super geeignet sind Ausdauersportarten wie Radfahren, Walken, Schwimmen, Spazierengehen usw. Hierbei ist das Training über einen regelmäßigen längeren Zeitraum einem kurzen intensiven Training vorzuziehen. Die Herzfrequenz sollte nicht mehr als 140 bis 150 Schläge übersteigen. Zwischen den Sporteinheiten sollte eine Pause von mindestens 24 h liegen, damit sich der Körper wieder vollständig regenerieren kann.

Gesunde und gelenkschonende Sportarten sind von Vorteil

Gelenkschonende Sportarten sind vorteilhaft, da die Dehnbarkeit der Bänder in der Schwangerschaft erhöht ist. Dabei kann es leichter zu Verletzungen kommen. Es ist besonders wichtig seine Grenzen zu kennen und auf seinen Körper zu hören. Wenn euer Körper eine Pause braucht, dann nehmt euch eine. Beachtet man diese Regel, ist gegen Sport in der Schwangerschaft zu keinem Zeitpunkt etwas auszusetzen. Frauen, die in der Schwangerschaft Sport treiben, sind in der Regel eine leichte und entspannte Geburt haben.

10) Wo möchte ich gebären?

Grundsätzlich gibt es drei Orte, an denen man die Geburt eines Kindes unter Vorbehalt planen kann. Als Geburtsort kommen grundsätzlich  das Krankenhaus, das Geburtshaus und dein Zuhause infrage.

Mehrheit der Frauen entbindet im Krankenhaus

Die Mehrheit der Frauen entscheidet sich für eine Krankenhausgeburt, da der Arzt und entsprechende Geräte für den Notfall sofort vorhanden sind. Eine natürliche Geburt in einer angenehmen Atmosphäre mit einer vertrauten Hebamme wird immer beliebter. Im Geburtshaus sind die Voraussetzungen erfüllt. Gegensätzlich muss man im Krankenhaus damit rechnen, dass die Hebammen und die Ärzte während der Wehen und Geburt sogar ihre Schicht wechseln. Ebenso kann es vorkommen, dass man viel zu früh Schmerzmittel (PDA) angeboten bekommt oder ein Kaiserschnitt eingeleitet wird.

Hausgeburt kann eine Alternative sein

Eine Hausgeburt ist eher selten und nur unter bestimmten Voraussetzungen zu empfehlen. Zu diesen zählen eine geräumige Wohnung oder Haus mit guter Anbindung zum Krankenhaus und eine relativ risikofreie Schwangerschaft und Entbindung. Dieses wird bei den zahlreichen Vorsorgeuntersuchungen vom Frauenarzt abgewogen. Jede Frau sollte sich sehr genau über die heutigen Möglichkeiten, ein Kind zu gebären, informieren. Anschließend kann sie sich den entsprechenden Geburtsort vorher nach ihren Bedürfnissen auswählen. Um sich besser über die Geburt zu informieren kann ich das Buch * Die selbstbestimmte Geburt von May Gaskin empfehlen, dort findest du umfassende Erfahrungsberichte und vieles mehr.

Quellen

[1] E. Raith, P. Frank-Herrmann, G. Freundl, S. Baur, N. Klann, U. Sottong, Natürliche Familienplanung heute: Mit ausführlicher Darstellung der Zykluscomputer für Ärzte, Berater und interessierte Anwender, Herausgeber: Sichere Empfängnisregelung, Köln Arbeitsgruppe NFP der Malteser e.V., 4. Auflage, 2008

[2] Franz Kaiser, Das große Buch zur Schwangerschaft. Umfassender Rat für jede Woche, Gräfe und Unzer Verlag, 2009

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{ 2 comments… add one }
  • Lisa
    11. November 2014, 11:11

    Hallo, ich bin in der 7 ssw und mein Freund hat mir gerade mitgeteilt dass er nur kranke kinder zeugen kann denen viele Gehirnzellen sterben und das das Imunsystem sehr schwach wird und das kind schwer behindert sein wird!!
    Stimmt das was mein freund sagt oder ist das nur eine Taktik damit ich abtreibe??? Hilfe!!

    • Anne Zietmann
      11. November 2014, 15:17

      Hallo Lisa,
      vielen Dank für deine Frage. Ich kann dir allerdings leider keine genauen Angaben schreiben, sondern empfehle dir, mit ihm gemeinsam zum Gynäkologen/zur Gynäkologin zu gehen und das zu besprechen. Ich wünsche euch alles Gute!