Wie wird man MFM-ReferentIn?

Du arbeitest sehr gerne mit Kindern zusammen und suchst einen lukrativen Nebenverdienst? Dann ist das MFM-Projekt genau das Richtige für dich!

Was ist MFM?

MFM ist ein Projekt, das Mädchen sowie Jungen am Beginn ihrer Pubertät einfühlsam und anschaulich über die Veränderungen im eigenen Körper aufklärt. Alles steht unter dem Motto: „Nur was ich schätze, kann ich schützen!“ Das MFM-Projekt ist unter anderem ausgezeichnet worden als Best Practice-Projekt der EU und die Erfinderin des Projektes hat für ihre innovative Idee sogar das Bundesverdienstkreuz bekommen. Finanziell wird das Projekt teilweise gefördert von Krankenkassen, kirchlichen Einrichtungen oder sonstige Sponsoren. Das übrige Geld muss von den Eltern der teilnehmenden Kindern bezahlt werden.

Das MFM-Projekt kann z. B. von Schulen gebucht werden. Im Vorfeld wird immer ein Elternvortrag angeboten, der die Eltern der Kinder über den Workshop ausführlich informiert. Es gibt dann einen Workshop für Mädchen (Mädchen-Frauen-Meine Tage) und einen extra Workshop für Jungs (Männer-Für-Männer). Um einen solchen Workshop für 10 bis 15 Kinder unter dem geschützten Namen MFM-Projekt anbieten zu können, muss man zunächst eine MFM-Ausbildung absolvieren. Nur Frauen dürfen Mädchen-MFM-Workshops leiten und nur Männer dürfen Jungen-MFM-Workshops leiten. Aus diesem Grund gibt es getrennte MFM-Ausbildungen für Männer und Frauen. Mehr Infos gibt es auf der Homepage des MFM-Projektes.

Lohnt es sich, eine MFM-Ausbildung zu machen?

Es lohnt sich vor allem für Personen, die im sozialen sowie pädagogischen Bereich tätig sind oder bereits Berater für Natürliche Familienplanung sind. Aber auch für Eltern von Kindern zwischen 8 und 13 Jahren, die sich nebenberuflich etwas dazu verdienen möchten, ist die MFM-Ausbildung eine lohnende berufliche Weiterqualifikation. Die Workshoparbeit wird freiberuflich entlohnt – die Höhe des Honorars ist regional verschieden und kann bei der jeweiligen Projektzentrale erfragt werden. Wieviele Workshops man im Jahr durchführt, ist von jedem selbst abhängig. Man kann sich von der Projektzentrale vermitteln lassen oder selbst z. B. Schulen anwerben. Auch unabhängig von Schulen können Workshops angeboten werden, z. B. in Volkshochschulen oder anderen Räumlichkeiten.

Besonders lohnenswert ist allerdings die hohe Zufriedenheit der Kinder und deren Eltern, was einem im besonderem Maße zeigt, wie wichtig diese Aufklärungsarbeit ist. Etwa 97,5 % der Kinder sagen, dass ihnen der MFM-Workshop gut oder sehr gut gefallen hat. Eine große Mehrheit der Mädchen hat nach dem Workshop außerdem eine positive Einstellung zu ihrer bevorstehenden ersten Blutung. Da es heutzutage immer noch sehr viele Frauen gibt, die ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Blutung besitzen, habe ich den Artikel „Wie frau eine positive Einstellung zur Menstruation entwickelt“ geschrieben.

Insgesamt nahmen übrigens allein im Jahre 2011 über 37.000 Kinder am MFM-Projekt in Deutschland teil. Bundesweit waren 2011 insgesamt 333 MFM-ReferentInnen aktiv – davon leider nur ¼ Jungen-Referenten. In Berlin beispielsweise ist die Nachfrage groß, aber leider gibt es noch viel zu wenige MFM-Referentinnen und noch weniger MFM-Referenten. In ganz Nord- und Ostdeutschland gibt es noch ganz wenige MFM-ReferentInnen – also lohnt es sich in diesen Gebieten besonders mit der Aufklärungsarbeit zu beginnen.

Welche Voraussetzungen braucht man für die MFM-Ausbildung?

Um MFM-ReferentIn zu werden, gibt es drei wesentliche Ausbildungsbedingungen:

Lesen des Buches „Was ist los in meinem Körper“. Dieses Buch wurde von der Urheberin des MFM-Projektes – Dr. med. Elisabeth Raith-Paula – geschrieben und stellt ein wichtiges Begleithandbuch zur Leitung eines MFM-Workshops dar. Das komplette Fachwissen dieses Buches wird bereits vor Beginn der MFM-Ausbildung vorausgesetzt.

Hospitation eines MFM-Workshops. Vor der Ausbildung muss ein MFM-Workshop hospitiert werden, um einen Eindruck zu bekommen, was einen erwartet. Da die Teilnehmerzahl für die MFM-Ausbildung stark beschränkt ist, muss sichergestellt werden, dass alle TeilnehmerInnen sich die Ausübung der Workshop-Arbeit auch wirklich vorstellen können. Bei der jeweiligen regionalen Projektzentrale kann man sich erkundigen, wann und wo die nächste Möglichkeit einer Hospitation ist. Ich selbst habe mit meinem Partner zusammen einen MFM-Workshop hospitiert bevor ich mich für die MFM-Ausbildung entschieden habe. Nachzulesen in unserem Blog-Artikel „Das MFM-Projekt“.

Drei Zyklen. Für Teilnehmerinnen der MFM-Ausbildung ist es Pflicht, mindestens drei eigene Zyklen (ohne Hormoneinnahme) Selbstbeobachtung mit der symptothermalen Methode vor Beginn der MFM-Ausbildung nachzuweisen. Man kann diese Methode zur sicheren Verhütung, zur Beobachtung oder bei Kinderwunsch verwenden. Der trainyabrain Blog stellt eine Kurzerklärung der Methode im Artikel „Symptothermale Methode – kompakt“ bereit. Man kann die Methode entweder im Selbststudium mit dem Buch „Natürlich und sicher“ oder in einer NFP Beratung erlernen.
Die männlichen MFM-Azubis können zwar keine eigenen Zyklen dokumentieren, aber sollten zumindest ein tieferes Verständnis des weiblichen Menstruationszyklus vorweisen.

Wie läuft die MFM-Ausbildung ab?

Anmeldung. Nachdem alle drei Voraussetzungen erfüllt sind, kann man sich für das nächstliegende ausgeschriebene Ausbildungswochenende anmelden. In der Regel gibt es einmal im Jahr – meist im Oktober – jeweils eine MFM-Ausbildung für Männer und für Frauen. Mehr Infos zur Anmeldung gibt es weiter unten im Artikel.

Kurs. Das MFM-Ausbildungswochenende für Frauen dauert normalerweise zwei Tage und für Männer drei Tage. In dieser komprimierten Zeitspanne werden alle Formalitäten, pädagogische Tricks und vor allem der komplette Ablauf des Workshops ausführlichst durchgespielt. Zwischendurch ist immer genügend Zeit für Fragen und Diskussionen.

Materialbeschaffung. Für die MFM-Workshops benötigt man eine Vielzahl an Materialien, die man sich im Vorfeld selbst beschaffen, basteln oder kaufen muss. Das ist nötig um den Workshop so anschaulich und spielerisch wie möglich umzusetzen. Gerade das ist das Wesentliche beim MFM-Projekt.

Erneute Hospitation(en). Bevor man nun selbst seinen ersten eigenen Workshop leitet und bei diesem abschließend zertifiziert wird, muss man mindestens noch einmal bei einem MFM-Workshop hospitieren. Das erleichtert zusätzlich die eigene Vorbereitung auf den Zertifizierungsworkshop.

Zertifizierungsworkshop. Im Zertifizierungsworkshop darf man dann endlich zeigen, was man gelernt hat. Sobald man sich eine Gruppe von Kindern organisiert hat und einen Termin mit der zuständigen MFM-Zertifiziererin / dem MFM-Zertifizierer ausgemacht hat, kann es los gehen. Wenn alles gut geklappt hat und man sich an die Projekt-Richtlinien gehalten hat, bekommt man danach das MFM-Zertifikat. Ab diesem Zeitpunkt darf man sich offiziell MFM-ReferentIn nennen und MFM-Workshops leiten.

Mein persönliches Fazit

Ich bin aktuell in der Beraterausbildung für Natürliche Familienplanung (NFP Beratung) und in der Ausbildung zur MFM-Referentin. Beide Tätigkeiten ergänzen sich unheimlich gut – sowohl thematisch als auch terminlich. MFM-Projekte finden normalerweise Vormittags bis Nachmittags statt und NFP Beratungen in der Regel Abends. Es ist also sogar möglich einen Workshop und eine NFP Beratung am gleichen Tag durchzuführen. Insgesamt finde ich diese Art von Aufklärungsarbeit sehr wichtig und notwendig. Ich selbst hätte mir damals in dem Alter solch ein Projekt gewünscht.

Nächsten Ausbildungen zur MFM-Referentin bzw. zum MFM Referent:

Bitte bei den Projektzentralen erfragen.

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