Meine megatolle MFM Ausbildung

MFM Ausbildung Ludwigsburg 2013

Mein Erfahrungsbericht über die megatolle theoretische MFM Ausbildung in Ludwigsburg 2013 ist für dich ganz sicher interessant.

Es ist der 17.10.2013 als ich mich um etwa 7:00 Uhr mit dem Zug von Berlin nach Ludwigsburg auf den Weg mache, wo meine theoretische Ausbildung zum MFM Referenten stattfinden soll. Seit etwa zwei Jahren freue ich mich schon auf diese Ausbildung, da mich MFM seit meiner ersten Hospitation einfach nur begeistert. Es ist einfach so fantastisch zu sehen, wie Jungen im Workshop ihren Körper kennenlernen und die Entstehung des menschlichen Lebens und die Veränderung mit der Pubertät begreifen.

Im Zug kläre ich erstmal eine Frau über NFP und MFM auf. Hierbei zeige ich ihr die eindrucksvollen Abbildungen in dem fantastischen Buch * „Was ist los in meinem Körper?”Was ist los in meinem Körper?. Besonders bewegt ist die junge Frau als sie erfährt, dass der Zyklus nicht immer 28 Tage dauert und sich zwischen den beiden Regelblutungen jeden Zyklus eine beeindruckende Show abspielt, in der die Gleichung des Lebens (Eizelle + Spermie = Baby) Wirklichkeit werden kann. Ihre Augen zeigen großes Interesse und sie löchert mich mit vielen Fragen rund um NFP. Plötzlich möchte sie ganz viel über MFM wissen, da sie einen kleinen Sohn hat, der im besten Alter für einen MFM Workshop ist. Sie ist am Ende der fast fünf-stündigen Zugfahrt so dankbar, dass sie mich umarmt und mir eine gute Weitereise wünscht. Sie verabschiedet sich von mir mit den Worten: „Ich habe noch nie so viel auf einer Zugfahrt gelernt, vielen vielen Dank dafür :)”

Ich denke – jetzt nur noch etwa 40 Millionen mal Zugfahren und alle Frauen in Deutschland sind endlich aufgeklärt :D. Gegen 16:00 Uhr komme ich im Tagungshotel Sankt Josef in Ludwigsburg an. Die Nonnen zeigen mir die Räumlichkeiten und geben mir den Zimmerschlüssel, ich bin begeistert wie gut alles organisiert ist. Mein Zimmer hat einen wunderschönen Blick vom Balkon auf den umliegenden Park und die wirklich schöne Stadt Ludwigsburg.

Um 18 Uhr ist Abendessen und ich gehe gemeinsam mit den anderen Referenten in die Cafeteria. Das Essen ist sehr gut und ich spüre von Anfang an eine positive Stimmung unter den anderen „angehenden” Referenten. In der Vorstellungsrunde erfahre ich, dass diesmal – mit mir zusammengerechnet – 19 Männer im Alter von 27 bis 56 Jahren aus den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz die MFM Ausbildung mitmachen. Die Männer kommen aus den unterschiedlichsten Berufen, doch sie haben alle ein gemeinsames Ziel: Sie möchten den Jungen das Wissen über ihren eigenen Körper und die Entstehung des Lebens vermitteln.

Gegen 19:00 Uhr erklingt ein besonderer Applaus als die Gründerin des MFM Projektes Elisabeth Raith-Paula den Raum betritt. Sie möchte uns heute noch bis etwa 22:00 Uhr etwas über den Workshop der Mädchen und die Entstehung des MFM Projektes erzählen. Hierbei erfahre ich, dass MFM seit 2012 ein eingetragener Verein ist. Zur Begründung erwidert Raith-Paula kurz: „MFM hat einfach eine gewisse Größe erreicht, jährlich werden nun etwa 57.000 Kinder in knapp 4.000 Workshops aufgeklärt. Ein Programm in einer solchen Reichweite kann nicht mehr allein von einer Person getragen und geleitet werden – aus diesem Grunde haben wir uns zur Gründung des Vereins entschlossen.” MFM steht nun im Zuge der Gründung des Vereins und Internationalisierung für „My Fertility Matters”, was so viel „wie meine Fruchtbarkeit zählt“ bedeutet. Außerdem ist MFM seit der Vereinsgründung kein Projekt mehr, da der Begriff Projekt fälschlicherweise einen Anfang und eine Ende impliziert. MFM soll, aber über Generationen weiterbestehen und hoffentlich nicht enden. Schließlich müssen so lange die Menschheit existiert, Jungen und Mädchen aufgeklärt werden. Aus diesem Grund spricht man nun vom MFM Programm und nicht mehr vom MFM Projekt.

Nun stellt Lissy, wie Frau Raith-Paula von vielen MFM Referenten liebevoll genannt wird, den Mädchenworkshop vor und ich schlüpfe, wie alle anderen „angehenden” MFM Referenten, in die Rolle eines 10 jährigen Mädchens, das zum ersten Mal die Entstehung des Lebens und die Veränderungen ihres Körpers in der Pubertät durchlebt. Während des Mädchen-Workshops bin ich emotional mehrfach den Tränen nahe, noch nie habe ich den Körper und die Vorgänge der Frau auch mit meinem Herzen verstanden. Mich berührt vor allem die Szene, in der sie von einem gehörlosen Mädchen erzählt, das in dem MFM Workshop zum ersten Mal verstanden hat, dass sie zweifache Siegerin ist und sich bei der Befruchtung aus etwa einer halbe Milliarde Spermien und etwa 25 möglichen Eizellen durchgesetzt hat. So fragte das gehörlose Mädchen die Dolmetscherin: „Das heißt jetzt, dass ich mich gegenüber allen anderen Spermien und Eizellen durchgesetzt habe, die alle eventuell hören können?” Die Übersetzerin erwidert kurz in Gebärdensprache ein „Ja”! Und darauf ballt das Mädchen stolz die Faust und freut sich wie ein Honigkuchen: „Ja es ist gut so wie ich bin.” Was für eine tolle Botschaft, die sich eigentlich jeder Mensch sagen sollte. Der MFM Mädchen Workshop berührt mich tief, noch nie habe ich so sehr verstanden, wie wichtig das Wissen über den Zyklus für das Selbstvertrauen und die Entwicklung einer Frau ist. Auch andere Männer in der Runde teilen meine Eindrücke und sind den Tränen nahe. Das MFM Programm, so lerne ich, ist mehr als nur Aufklärung, es ist Aufklärung mit Herz.

Um etwa 22:30 Uhr beschließe ich, mich mit den anderen MFM Azubis und Ausbildern Elisabeth Raith-Paula, Max Wolf und Kirsten Danelzik bei einem Glas Wein in der hauseigenen Bar im Keller des Gebäudes auszutauschen. Bis spät in die Nacht diskutiere ich über NFP, MFM und die Verbesserung der Welt. Zufrieden und erschöpft schlafe ich gegen 2:00 Uhr nachts ein.

Am nächsten morgen werde ich von einem Glockenklingeln der Nonnen geweckt. Es ist jetzt etwa 8:00 Uhr – Zeit zum Frühstücken. Wieder ist alles top vorbereitet und super lecker. Im heutigen Tagesprogramm wird der komplette MFM Jungen Workshop durchgespielt. Max Wolf einer der Urheber des Jungen Workshops gibt uns hilfreiche Tipps und erzählt von seinen Erfahrungen. Besonders viel nehme ich mit, als ich mich in einem Rollenspiel in die Rolle eines 11-jährigen Jungen versetze, der den Workshop besucht. Die anschließenden Diskussionen an jedem MFM Workshopteil mit den anderen Teilnehmern sind sehr bereichernd, da viele von ihnen schon langjährige Erfahrung im Umgang mit Kindern haben. Gegen 19:00 Uhr starten wir ein Stationenspiel durch das ganze Gebäude, in dem ich viel über die biologischen Geschlechtsorgane des Mannes und der Frau lerne. Erstmals begreife ich, wie mein eigener männlicher Hormonzyklus funktioniert, indem die Spermien heranreifen, gebildet und abgebaut werden. Als mir klar wird, dass mein Körper in dieser Sekunde etwa 1000 Spermien produziert, bin ich erstmal fassungslos über dieses Wunderwerk der Natur.

Besonders schön finde ich, dass im letzten Teil des heutigen MFM Ausbildungstages auch auf NFP bei Verhütungsabsicht und Kinderwunsch eingegangen wird. Viele Teilnehmer haben selbst nur wenig NFP Erfahrung, obwohl viele eine Partnerin haben, die NFP anwendet. Von einigen Details sind sie dadurch sehr überrascht. Die NFP Beraterin und MFM Referentin Kirstin Danelzik zeigt in diesem Teil ihre ganze Erfahrung und bringt viele schwierige NFP Zusammenhänge in wenigen verständlichen Worten auf den Punkt. Nach dieser NFP Einheit ist der heutige offizielle Teil beendet und ich tausche mich mit den anderen wieder bis in die Nacht aus. Die Gespräche sind so intensiv und lehrreich, dass ich mich bestimmt noch viele Jahre daran zurück erinnern werde.

Heute ist der 19.10.2013 und damit der letzte Tag der theoretischen MFM Ausbildung und ich bin schon etwas traurig, dass die wirklich tolle Veranstaltung schon zu Ende geht. Als Hauptthema des Tages diskutieren wir vor allem pädagogische Inhalte im Umgang mit Kindern in der Sexualaufklärung, Rahmenbedingungen des MFM Programms, Organisatorisches und vieles mehr. Ich lerne vor allem, wie man die oft heiklen und intimen Fragen der Jungen im MFM Workshop beantworten kann. Max Wolf macht hier sehr schön deutlich, dass es nicht immer leicht ist, auf die teilweise intimen Fragen der Jungen einzugehen. In einer Diskussionsrunde tauschen wir uns mit den anderen aus – wie man bei bestimmten Fragen angemessen reagieren kann. Die Vorschläge der anderen sind gut und kreativ, sodass ich mich jetzt viel sicherer im Umgang mit verschiedensten Situationen fühle.

Zum Abschluss lassen wir die drei Tage Revue passieren. Überwiegend ist das Feedback der Teilnehmer positiv und die Ausbilder werden stark gelobt. Aus meiner Sicht sind Elisabeth Raith-Paula, Max Wolf und Kirsten Danelzik ein Klasse Team, die es nicht nur schaffen zu informieren, sondern auch zu unterhalten und emotional zu berühren, was die Ausbildung trotz dem immensen Inhalt zu einem echten Erlebnis macht. Die Teilnehmer waren wirklich tolle Männer, denen man gern seine Kinder anvertraut. Es sind Menschen mit dem Herz am rechten Fleck und hoher Sozial- und Körperkompetenz. Gegen 16:00 Uhr verabschiede ich mich von den anderen MFM Azubis und mache mich auf den Heimweg. Die theoretische Ausbildung ist nun abgeschlossen – nun geht es in den praktischen Teil. Ich werde wohl noch ein paar Mal beim MFM Jungen Workshop hospitieren, um noch mehr Erfahrungen zu sammeln, bevor ich meine praktische Prüfung angehen kann.

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Hinweis:

Wenn du dich auch für die MFM Ausbildung interessierst, empfehle ich dir Annes Artikel „Wie wird man MFM ReferentIn?” zu lesen. Falls du mal ein wenig in den Workshops schnuppern möchtest, kann du vielleicht vor Ort in deiner Umgebung hospitieren. Mehr dazu erfährst du auf der offiziellen Seite des MFM Programmes.

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