Meine Fertility Matters (MFM) Ausbildung

mfm-ausbildung

Meine Ausbildung zur MFM-Referentin von meiner ersten Hospitation bis zur Prüfung. Wie ich alles organisierte und dann endlich die Ausbildung abschließ.

Was? Wie? MFM?

Einige Jahre ist es nun schon her, seitdem ich das erste Mal von dem „MFM-Projekt“ gehört habe. Mittlerweile heißt es MFM-Programm und ist nun ein Verein. Es war Anfang des Jahres 2011 und ich hatte mich zunächst dazu entschlossen, die NFP BeraterInnen Ausbildung mitzumachen. Marcus und ich kamen über das Internet mit dem Begriff MFM-Projekt in Berührung und informierten uns näher darüber. Ich konnte mir damals überhaupt nicht vorstellen wie, was und wozu dieses Projekt gut sein soll – ich hatte einfach keine so richtige Vorstellung darüber und dennoch interessierten mich diese Aufklärungs-Workshops.

Meine erste Hospitation

Im Sommer 2011 kurz vor meiner ersten Hospitation war ich total aufgeregt und gespannt, was mich nun erwartet. Ich war in einem Mädchen-Workshop und Marcus war im anderen Klassenzimmer bei einem Jungen-Workshop angemeldet, um dort zu hospitieren. Eine erfahrene MFM-Referentin leitete die Mädchen-Gruppe und ich versuchte mich darin hinein zu versetzen, wie es wohl als junges Mädchen wäre, bei diesem Workshop mit zu machen und gleichzeitig stellte ich mir vor, wie es wohl wäre, diesen Workshop zu leiten. Das Mädchen in mir war schon etwas traurig, dass sie solch einen Projekttag zu ihrer Zeit nicht erlebt hat, aber sagte sich: “Besser später als nie!” 😉 Die Frau in mir sagte sich: “hmmm ob ich das wirklich mal selbst leiten möchte, kann ich nicht sagen.” Ich war nach dem Workshop erstmal leicht überfordert mit den vielen, vielen neuen Eindrücken. Die ganzen Materialen, Informationen, die Fragen der Mädchen… ich wusste danach noch nicht richtig alles einzuordnen.

Die theoretische MFM Ausbildung

Der Entschluss die MFM Ausbildung mit zu machen, kam erst etwas später bei mir. Ich informierte mich dann etwa im Sommer 2012 darüber, wie man MFM Referentin wird. Jedes Jahr startet eine neue Ausbildung ungefähr im Herbst. Somit begann ich erst im Herbst 2012 – also ein Jahr später – die Ausbildung. Ich war an dem theoretischen Ausbildungswochenende hochschwanger und es waren nur noch drei Wochen bis zu meinem ersten großen Finale der Zyklusshow (Entbindungstermin). Ich hatte erst schon Angst, dass ich deswegen nicht mehr mit aufgenommen werde oder ich aus welchen Gründen auch immer nicht teilnehmen kann, aber es hat alles super geklappt. Das anstrengendste war eher der Anfahrtsweg, denn ich musste dafür von Berlin nach Augsburg fahren. Das waren ungefähr 7 Stunden mit dem Zug. Auch machte ich mir so meine Gedanken darüber, was ist, wenn ich mein Baby unterwegs im Zug bekommen muss oder die Wehen während der MFM-Ausbildung beginnen?! All das ist glücklicherweise nicht passiert. Ein bisschen beruhigt hat mich auch, dass zwei Hebammen an der MFM-Ausbildung teilnahmen und somit die Erstversorgung vor Ort sichergestellt war. Insgesamt war die theoretische MFM-Ausbildung einfach genial! Es war einfach sooo schön mit all den tollen Frauen (+ ein Mann war auch als Assistent dabei) und allen voran unsere Ausbilderin Lissy alias Elisabeth Raith-Paula, die einfach großartig ist! Von meinen leichten Spätschwangerschafts-Beschwerden mal abgesehen, genoss ich wirklich jede Minute dieser Ausbildungszeit.

Basteln, lernen und üben

Karteikarten-MP3s Nach der theoretischen Ausbildung ging ich nun zum Praktischen über. Als erstes begann ich alle Materialen, die für die Durchführung der Workshops nötig sind, zu erstellen. Bis ich alles fertig gebastelt und erstellt hatte, hat es ziemlich lange gedauert (ca. ein Jahr, aber mit vielen Unterbrechungen) – effektiv hätte man die Materialien so grob überschlagen auch in etwa ein bis zwei Wochen fertig basteln können. Um einen kleinen Eindruck von der Fülle der Materialien zu bekommen: die Liste, auf der alle Materialien stehen, ist sieben A4-Seiten lang und alles passt am Ende in einen sehr großen Reisekoffer. Das Basteln und Materialien-Erstellen war zwar aufwendig, aber hat natürlich auch Spaß gemacht 😀 . Aus copyright-Gründen kann ich hier keine Fotos von meinen Materialen zeigen. Im August 2013 hospitierte ich das erste Mal nach der theoretischen Ausbildung und übernahm das erste Mal einen kleinen Teil des Workshops bei einer erfahrenen MFM-Referentin. Das war total spannend und ich war schon etwas aufgeregt, aber es lief alles recht gut. Ich habe hier bewusst erst einmal Teile ausgewählt, die sich relativ leicht einprägen lassen und somit einen guten Einstieg für mich ermöglichten. Um den fünfstündigen Workshop letztendlich frei leiten zu können, habe ich mich dazu entschieden, Karteikarten anzulegen. Ich habe den kompletten Workshop (ca. 60 A4-Seiten) auf fast 200 Karteikarten (A8-Größe einseitig beschrieben) bekommen. Mit diesen Karteikarten konnte ich lernen und zur Not, falls ich es bis zu meinem Zertifizierungsworkshop nicht schaffe, alles auswendig zu können, den Workshop leiten. Das hat zudem noch den Vorteil, dass man nach einer etwas längeren Workshop-Pause auch schnell wieder rein kommt und nicht nochmal das ganze Manual durchgehen muss. Zusätzlich erstellte ich mir selbst Workshop-MP3s, in dem ich das MFM-Manual vorlas und mit meinem MP3-Player aufnahm. So konnte ich auch unterwegs oder kurz vor dem Einschlafen (ohne Licht) noch gut lernen, ohne mein kleines Kind dabei zu stören, das bei uns mit im Familienbett schläft… Ich hatte dann insgesamt drei Workshops in Berlin & Brandenburg, an denen ich kleine bis große Teile selbstständig leitete.

Die Organisation meines Zertifizierungsworkshops

Das Schwierigste war am Ende den Zertifizierungsworkshops zu organisieren, da es einen Workshop geben muss, bei dem ich und meine Prüferin auch beide Zeit haben. Da es mir auch nicht möglich war, einen privaten Workshop zu organisieren, wartete ich einfach auf einen offiziellen schulischen Workshop – und dieser war dann am 2. April 2014. Der Termin passte mir eigentlich überhaupt nicht, aber ich wollte auch nicht länger warten. Es war alles „nur“ eine Frage der Organisation. Problem war nämlich, dass ausgerechnet an diesem Tag mein Freund nicht auf unser Kind aufpassen konnte und wir zu dieser Zeit keine feste Betreuungsmöglichkeit hatten. Dazu kam noch, dass ich am Nachmittag eine NFP-Sprechstunde hatte und abends einen NFP-Kurs. Ich überlegt mir dann also, dass ich unser liebes Kind einen Tag vorher zur Oma bringen müsste – dort dann übernachte mit ihm und am nächsten Morgen um 6:00 Uhr los fahren müsste, um pünktlich um 8:30 Uhr bei der Schule zu sein, um dort alles aufzubauen. Den großen MFM-Koffer würde ich dann eine Woche vorher schon in der Wohnung meines Vaters lagern, der zufälligerweise ganz in der Nähe der Schule wohnt, in der ich meinen Prüfungsworkshop habe. Der Workshop geht dann bis 14:00 Uhr, dann schnell Abbauen, etwas essen und zur NFP-Sprechstunde fahren, die um 16:00 Uhr beginnt. Währenddessen müsste mein Freund unser Kind wieder von der Oma abholen. Nach der Sprechstunde müsste ich im Anschluss direkt zum NFP Kurs fahren und wäre dann ca. 21 Uhr wieder zu Haus. Alles ziemlich durchgeplant…

Träume im Prüfungswahn – mein Zertifizierungsworkshop

Ich war schon einige Wochen davor sehr aufgeregt hinsichtlich dieser engen Zeitplanung und natürlich auch wegen dem Workshop selbst – schließlich ist jede Mädchengruppe anders, darauf kann man sich schlecht vorbereiten. Aber ich war guter Hoffnung, denn die Friedrichshagener Schulen sind bekanntermaßen eher das Gegenteil von der Berliner Rütli-Schule. Mehr Sorgen machte mir die enge Zeitplanung, denn ich war ja auch noch auf die Pünktlichkeit der Bahn angewiesen. In der Nacht vor meinem Zertifizierungsworkshop träumte ich sogar das worst case scenario eines MFM Workshops: […] ich verschlafe und komme zu spät zum Workshop und habe auch noch meinen Koffer vergessen. Meine Mutter trägt mir den Koffer dann hinterher und ich bin mit den Nerven am Ende […] Dann wurde ich wach – rechtzeitig! Und den Koffer konnte ich auch nicht vergessen, denn der war ja schon in Berlin-Friedrichshagen 😉 . Glücklicherweise klappte tatsächlich mein gesamter Tageszeitplan. Was das Auswendiglernen angeht: Ich schaffte es nun tatsächlich nicht, den kompletten Workshop bis zu meiner Prüfung auswendig zu können. Wie gut, dass ich die Karteikarten hatte und somit den Ablauf und wichtige Details im Griff hatte. Alles in allem lief es sehr gut und ich hatte eine sehr liebe und nette, kleine Mädchengruppe von sechs Mädchen. Die nette Klassenlehrerin war auch am Anfang und zwischendurch mal ganz kurz dabei, um sich eine Vorstellung vom Workshop zu machen. Meine Prüferin war natürlich auch immer dabei und führte ein Protokoll über den Workshop. Es war wirklich eine sehr ruhige Gruppe, was mir sehr entgegen kam. Danach war ich sehr erleichtert, dass ich es geschafft habe – vor allem, weil meine Prüferin mir danach sagte, dass ich bestanden habe 😀 .

Fazit

Im Mai kam schließlich auch mein Zertifikat per Post an und ab Juni bekam ich gleich die ersten Anfragen für Workshops im Juni. Ich hätte nicht gedacht, dass alles insgesamt so lange dauert. Von theoretischen Ausbildungs-Wochenende bis zum Zertifikat-Erhalten hat es bei mir ein Jahr und sieben Monate gedauert. Die MFM-Ausbildunghat sich für mich echt geloht und ich bin sehr froh diese Ausbildung gemacht zu haben, denn die Workshops zu leiten macht mir wirklich viel Spaß und es ist vor allem so sinnvolle Arbeit! Die Mädchen sind einem vermutlich ihr ganzen Frauenleben dafür dankbar, dass sie eine solch tolle und wertschätzende Aufklärung hatten und ich bin froh, dass nach jedem Workshop wieder ein paar mehr Mädchen wissen, was in ihrem Körper los ist und vor allem wissen die Mädchen nun: My Fertility Matters!

Bald berichte ich noch von meinen ersten vier Workshops im Juni 2014. Weitere MFM Beiträge findest du in der Kategorie „MFM“!

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