Sex nach Eisprungrechner

Eisprungrechner, Eisprungkalender

Schau dir das Video zum Thema Eisprungrechner von Anne an!

Kann man mit Sex zum richtigem Zeitprunkt nach Eisprungrechner leichter schwanger werden? Mein ultimativer Testbericht und Vergleich mit NFP.

Schon lange beschäftigt mich die Frage, ob Eisprungrechner bei Kinderwunsch wirklich etwas bringen. Ich schreibe darüber, weil ich als Fruchtbarkeitsexperte weiß, dass viele Frauen versuchen mit einem Eisprungrechner schwanger zu werden. Ich werde in diesem Artikel nicht nur erklären, wie ein Eisprungrechner funktioniert, sondern auch mit der meiner Meinung nach besten natürlichen Methode für den Kinderwunsch einen Vergleich aufzeigen. Überdies werde ich nicht irgendeinen Zyklus verwenden, sondern den Schwangerschaftszyklus meiner Freundin. Also den Zyklus, in dem unserer kleiner Sohn gezeugt wurde 🙂 .

Wie funktioniert ein Eisprungrechner überhaupt?

Die meisten Eisprungrechner, die ich in meiner Recherche für diesen Artikel ausprobierte, wollen zwei Dinge von dir wissen:
① Wann war deine letzte Menstruation?
② Wie lang ist dein Zyklus?

Die erste Frage zu beantworten ist ziemlich einfach – vorausgesetzt man führt einen Menstruationskalender. Das Datum des ersten Blutungstages der Menstruation im Schwangerschaftszyklus war bei meiner Freundin der 18. Januar 2012. Das war ja ganz simpel. Doch nun stehe ich vor dem ersten Problem bei der zweiten Frage. Die Zyklen meiner Freundin schwanken zwischen 27 und 35 Tagen. Was soll ich jetzt eintragen? Nun ich kann ja nicht vorhersehen wie lang der kommende Zyklus tatsächlich sein wird, daher gebe ich einmal die bisher kürzeste Zyklusdauer (27 Tage) ein und einmal die längste Zyklusdauer von Anne (35 Tage) und werde dann die Ergebnisse vergleichen.

Rechnung mit 27 Tagen

Der Eisprungrechner nimmt an, dass ich exakt 14 Tage vor der zu erwartenden Periode meinen Eisprung habe. Das ist der 31. Januar 2015. Dann berücksichtigt der Eisprungrechner, dass die Spermien etwa 5 Tage und die Eizelle etwa einen Tag im Körper der Frau befruchtungsfähig sind. Somit zeigt er eine hochfruchtbare Phase vom 26. Januar bis 1. Februar an.

Ich habe zum Vergleich Annes Temperaturkurve und Zervixschleim dokumentiert und die fruchtbaren Tage mit der symptothermalen Methode bestimmt. Die symptothermale Methode ist derzeit die beste Methode, um die fruchtbaren Tage zu bestimmen, da sie von der wirklichen Biologie der Frau ausgeht. Nach dieser Methode ist man hochfruchtbar, sobald man zum ersten mal die individuell beste Zervixschleimqualität (z. B. dehnbar & glasig) sieht bis zu dem Tag an dem die Temperatur ansteigt (1. höhere Messung). Bei Anne war das vom 2. bis zum 5. Februar 2012 der Fall. Der Eisprung ist nach der symptothermalen Methode (STM) etwa ein Tag vor bis ein Tag nach dem Schleimhöhepunkt. Also im Zeitraum vom 4. bis 6. Februar 2012 – also der 18.-20. Zyklustag.

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Schwangerschaftszyklus von Anne mit symptothermaler Methode dokumentiert

Vergleich STM vs Eisprungrechner

Der Eisprungrechner hat den Eisprung am 31. Januar 2012 angeben. Die symptothermale Methode bestimmte einen Zeitraum vom 4. bis 6. Februar 2012. Damit bestimmt der Eisprungrechner den Eisprung klar zu früh und man wäre vermutlich nur mit Glück in diesem Zyklus schwanger geworden.

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Vergleich: Wann ist der Eisrung nach Eisprungrechner (bei 35 Zyklustagen) und symptothermaler Methode

Gut zu wissen:
Man kann an der Temperaturkurve erkennen, ob man einen Eisprung hatte. Nämlich dann, wenn die Temperatur im Verlauf des Zyklus leicht ansteigt und oben bleibt. Dies ist so, weil der Temperaturanstieg direkt an die Progesteron Produktion gekoppelt ist. Und Progesteron wird nur ausreichend durch den Gelbkörper im Eierstock produziert, wenn der Eisprung vorbei ist.

Rechnung mit 35 Tagen

Legt man die gleichen Daten zugrunde und gibt bei der zweiten Frage 35 Tage als Zykluslänge ein, errechnet der Eisprungrechner den 8. Februar 2012 als wahrscheinlichsten Zeitpunkt für den Eisprung. Als hochfruchtbares Fenster berechnet der Eisprungrechner folglich den 3. bis 9. Februar 2012.

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Vergleich: Wann ist der Eisrung nach Eisprungrechner (bei 27 Zyklustagen) und symptothermaler Methode

Vergleich STM vs Eisprungrechner

Der Eisprungrechner errechnet den Eisprung am 8. Februar 2012. Die symptothermale Methode gibt den 4. bis 6. Februar 2012 als wahrscheinlichsten Zeitpunkt aus. Somit errechnet der Eisprungrechner in diesem Fall den Eisprung zu spät und auch hier wäre man wahrscheinlich nur mit Glück schwanger geworden.

Gut zu wissen: Der Zervixschleim ist das WICHTIGSTE Körperzeichen für den Kinderwunsch. Er verändert sich im Verlauf des Zyklus. Je näher der Eisprung kommt, desto flüssiger, spinnbarer und dehbarer wird der Schleim.

Zervixschleim-Verlauf

Das wichtigste Körperzichen bei Kinderwunsch: Die Veränderungen der Zervixschleim-Qualität

Lohnt sich ein Eisprungrechner?

Der Eisprungrechner lohnt sich meiner Meinung nach zur Anwendung bei bestehendem Kinderwunsch nicht. Anne wäre nur mit Glück oder Zufall mit Hilfe eines Eisprungrechners schwanger geworden. Er berechnet den Eisprung meistens zu früh oder zu spät. Das Problem ist, dass ein Eisprungrechner immer davon ausgeht das der Eisprung exakt 14 Tage vor der Menstruation ist. Nach aktuellen Erkenntnissen ist das nicht korrekt, denn auch dieser Zeitraum schwankt bei den meisten Frauen etwa zwischen 12 und 16 Tagen. Hinzu kommt, dass KEINE Frau immer genau gleich lange natürliche Zyklen hat und die Länge des Zyklus somit nicht auf den Tag genau vorhergesehen werden kann. Bei meiner Freundin, Anne, schwankt die Zyklusdauer zwischen 27 und 35 Tagen. Nach Studienergebnissen kann dieser Zeitraum bei gesunden Frauen sogar zwischen 23 und 35 Tagen schwanken. Diese Schwankungen des natürlichen Zyklus machen die Berechnung der fruchtbaren Tage und des Eisprungs mit einem Eisprungrechner ungenau und unbrauchbar.

Wenn du wirklich schwanger werden möchtest, empfehle ich dir, deinen Zervixschleim zu beobachten und deine Temperatur zu messen und die fruchtbaren Tage mit der symptothermalen Methode zu bestimmen. Es ist nachweislich so, dass NFP Methoden die Schwangerschaftsrate steigern können. Meine Freundin und viele andere Frauen, die wir in unseren Kursen beraten, sind mit dieser Methode natürlich und relativ schnell schwanger geworden. Kürzlich hat uns eine Frau angerufen, dass sie nun endlich natürlich mit der symptothermalen Methode schwanger geworden ist. Vor unserem Kurs hatte sie es mehrere Jahre erfolglos probiert und nun hat es glücklicherweise kurz vor Beginn der Hormontherapie im Kinderwunschzentrum geklappt. Meine Partnerin ist mit NFP trotz Hashimoto und Gelbkörperschwäche mittlerweile zweimal erfolgreich schwanger geworden. Hierbei hat beim zweiten Mal nur einmal Sex im Zyklus ausgereicht, dass hat mir gezeigt wie wichtig der Sex zum Fruchtbarkeitsoptimum für den Kinderwunsch ist.

✼Fruchtbare Grüße✼ sendet dir

Dein Marcus
Fruchtbarkeitsexperte

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