Hast du das richtige Mindset für NFP?

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Oft ist sind es die Glaubensätze – das Mindset, was Frauen daran hindert, endlich hormonfrei zu verhüten. Hast du das richtige Mindset für NFP?

In den vergangenen Jahren habe ich mich bereits mit hunderten Frauen, die sich für hormonfreie Verhütung mit NFP interessierten, aber noch die Pille nahmen, ausgetauscht. Ich musste immer wieder feststellen, dass die Glaubensätze der Frauen häufig der Grund dafür sind, dass sie bis heute immer noch die Pille nehmen.

1. Sichere Verhütung geht nur mit Hormonen!

Dieser Glaubenssatz hält sich sehr wacker in der Bevölkerung und kam fast von allen Frauen, die die Pille oder Hormonspirale anwenden gleich beim Gesprächsbeginn. „Ich sehe keine Alternative zur Pille, da hormonfreie Verhütung nicht sicher ist.“ Schaut man die Studien und die unzähligen Erfahrungsberichte im Netz über hormonfreie Verhütung an, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die symptothermale Methode hat bei korrekter Anwendung einen Pearl Index von 0,4. Das bedeutet im Klartext, dass nur eine von 250 Frauen, die die symptothermale Methode für ein Jahr ohne Fehler anwendet, ungeplant schwanger wird. Die Pille liegt mit einem Pearl Index von 0,3 in einem ähnlichen Bereich. Und die symptothermale Methode ist nicht die einzige hormonfreie Alternative, die ähnlich sicher wie die Pille ist, auch die Kupferkette, Gold- und Kupferspirale haben in Studien einen Pearl Index von 0,3 erreicht. Aus wissenschaftlicher Sicht kann man also den Glaubenssatz „nur Hormonelle Verhütung ist sicher“ absolut nicht bestätigen. Man muss allerdings die Feinheiten betrachten und das Kleingedruckte lesen, damit sich ein korrektes Bild über hormonfreie Verhütung mit NFP ergibt. Denn NFP (= Natürliche FamilienPlanung) steht eigentlich für eine Vielzahl von Methoden die auf der Körperbeobachtung basieren. Viele Anwenderinnen haben nur keinen Bock immer den Satz „Ich wende die symptothermale Methode an” zu sagen und verwenden daher umgangssprachlich die Form: „Ich mache NFP”. In der Praxis werden Anwenderinnen verschiedenster NFP Methoden in einen Topf getan und dann heißt es oft: „Diese Frau ist mit NFP ungeplant schwanger geworden.” Ich würde da erstmal fragen, welche Methode genau verwendet wurde. Ist es wirklich die symptothermale Methode nach den Regeln des Buches „Natürlich und Sicher” gewesen und hat die Frau wirklich einen Kurs zum Erlernen der Methode besucht??? Das kann ich bei nahezu allen Fällen von ungeplanten Schwangerschaften, die irgendwo im Netz zu finden sind, verneinen. Nach einer Umfrage der Plattform myNFP.de für Anwenderinnen der symptothermale Methode haben 97,5 % der Nutzerinnen die Methode im Selbststudium ohne Kurs erlernt. Wie sicher das ist, ist (noch) nicht bekannt. Bekannt ist nur, dass die symptothermale Methode sehr sicher ist, wenn sie richtig in einem Kurs mit geschulten BeraterInnen erlernt wurde. Dies ist einer der Gründe, warum wir uns die Mühe machen, Online Kurse inklusive Email Support anzubieten und nicht mehr einfach nur ein Buch oder gar eine App zu empfehlen.

2. Hilfe, ich bin fruchtbar

Nun hat man die Frau soweit, dass sie alle Studien und die zahlreichen Erfahrungsberichte auf unserem Blog gelesen hat und nun weiß das die symptothermale Methode sicher ist – kommt nun das nächste Mindset ins Spiel: „Hilfe, ich bin nach dem Absetzen der Pille fruchtbar, die fruchtbare Zeit wird mein Spontanes Sexleben zerstören, mein Partner wird das nie akzeptieren und mich verlassen und zur besten Zeit im Zyklus muss ich Kondome nehmen…” Um nur mal eine kleine Auswahl an Gedankenmustern vorzustellen.

Ich muss zugeben, dass ich als Mann 2009 als Anne und ich begannen die symptothermale Methode in Kombination mit dem Kondom zu verwenden ebenso dachte. Tatsächlich schäme ich mich heute dafür, denn all meine Vorbehalte sind heute beseitigt, wenn nicht sogar widerlegt. Erstmal sind nur 30 bis 50 Prozent der Tage im Zyklus fruchtbar. Somit ist etwa die Hälfte des Zyklus schon mal völlig von dieser Fruchtbarkeitsdiskussion ausgenommen.

Tja und in der fruchtbaren Zeit? Da sind 85 Prozent der Paare sexuell aktiv – das ergab zumindest eine NFP Studie vor einigen Jahren. Viele Paare verwenden Barrieremethoden wie das Kondom, Diaphragma und sind glücklich. Denn über 91 Prozent der Frauen, die an der Sicherheitsstudie teilgenommen haben, möchten weiterhin die symptothermale Methode anwenden. „Mmmh ist doch komisch, warum sind das so viele???”, habe ich mich damals gefragt. Für mich war ein entscheidender Punkt, dass wir wirklich sehr viel ausprobiert haben. So habe ich erkannt, dass Sex mit dem Kondom in der richtigen Größe viel mehr Spaß macht. Ebenso habe ich gelernt, dass es noch so unzählige verschiedene Sorten von Kondomen gibt, die sich interessant und anders anfühlen und somit mehr Abwechslung bringen und auch das Diaphragma Caya haben wir schon getestet. Es gibt zudem auch viele Wege ohne Penetration sexuellen Kontakt zu genießen „Oralsex, Tantra, erotische Reflexzonenmassage, Lingam und Yoni Massage u.v.m.” Fast jeden Zyklus finden wir neue Dinge, die wir ausprobieren können und möchten. Diese Vielfalt, die Offenheit für Neues hält unsere Sexualität seit vielen Jahren so lebendig und dafür bin ich sehr sehr dankbar. Die Abwechslung zwischen fruchtbar und unfruchtbar führt zudem zu einem Wechsel, der wirklich wichtig und belebend für die Sexualität sein kann. Wie viele Paare hängen in der Routine fest und können sich kaum noch auf etwas Neues einlassen? Heute nach vielen Jahren mit der Fruchtbarkeit würde ich es genau anderes herum formulieren: „Hilfe meine Frau ist künstlich permanent unfruchtbar…”

Warum ich mich schäme! (Abschnitt insbesondere für Männer) 😉

Nun, ich war selber nicht besser und habe wirklich an eine Einschränkung der Sexualität durch die Fruchtbarkeit geglaubt und daher möchte ich mir diesem Artikel auch alle Männer direkt ansprechen:

Sicher fragt ihr euch, warum schämt der sich heute dafür, so schlimm ist das doch nicht zu denken: „Hilfe, meine Frau ist fruchtbar?” So sehe ich das momentan nicht mehr, denn dies sagt viel mehr über mich und mein damaliges Mindset aus, als mir lieb ist.

Fakt ist, die Fruchtbarkeit ist der natürliche Zustand, er gehört zu deiner Partnerin dazu. Die künstlichen Hormone machen deine Frau nur künstlich unfruchtbar und können enorme Nebenwirkungen wie Libidoverlust und Gewichtszunahme usw. mit sich bringen. Und jetzt sei ehrlich, wie sehr gefällt dir das, wenn deine Frau weniger Lust auf Sex hat und 20 kg mehr wiegt – nur weil du dem Mindset „Hilfe, meine Partnerin ist fruchtbar folgst”?

Noch schlimmer wird es, wenn man die Sache mal umdreht. Deine Frau akzeptiert ohne zu Zucken, dass du permanent fruchtbar bist und zwingt dich auch nicht eine Hormonspritze oder Sterilisation durchzuführen, nur damit sie bedenkenlos Sex haben kann. Und du kannst nicht mal akzeptieren, dass deine Frau nur ca. 30 bis 50 Prozent fruchtbar im Zyklus ist? Ist das wirklich fair? In dem du permanente Unfruchtbarkeit forderst, akzeptierst du deine Partnerin nicht so wie sie ist und diskriminierst die natürliche Fruchtbarkeit, die einfach zu uns gehört wie der Sand zum Strand. Es ist wirklich beschämend, dass gerade wir Männer, die den größten Anteil der gemeinsamen fruchtbaren Zeit von Mann und Frau im Zyklus haben (Eizelle lebt nur 24 h, Spermien des Mannes können bis zu 5 Tage im Körper der Frau befruchtungsfähig bleiben), so denken.

Aus diesem Grund liebe Männer traut euch die fruchtbare Zeit deiner Partnerin anzunehmen, Dinge auszuprobieren, die wahre Libido der Partnerin zu erfahren und hört auf, egoistisch und bequem zu sein. Ich verspreche euch, es wird sich lohnen, denn eure Partnerin wird euch dafür noch umso mehr lieben und ihr werdet vielleicht eine ganz neue Qualität in der Sexualität erleben.

3. NFP funktioniert bei mir nicht

Diesen Spruch höre ich zu oft: „NFP funktioniert bei mir nicht, weil…”. Es gibt verschiedene Gründe warum Frauen das denken. Oft kommt: „Ich habe zu unregelmäßige Zyklen, ich kann NFP nicht anwenden!“ Doch – die symptothermale Methode funktioniert, egal wie lang oder kurz der Zyklus ist. Tatsächlich lassen sich nach Studien in 97,5 % der Zyklen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage bestimmen und das obwohl alle Frauen so verschieden leben und auch mal krank werden etc. Dann kommt: „Was machen Frauen die in Schichtbarbeit arbeiten oder häufiger Fliegen (Jetlag), die können NFP doch nicht wirklich anwenden, oder?“ Nun – auch in diesen Fällen kann nach Studien immerhin noch in 90 Prozent der Zyklen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage bestimmt werden (Quelle: Rosmus T, 1992, NFP heute). Denn zum Messen der Temperatur gibt es mittlerweile technische Lösungen wie den iButton und man muss auch nur eine Stunde vor der Temperaturmessung geruht oder geschlafen haben. Ich kann mich noch gut Erinnern an eine Rettungssanitäterin, die enorme Vorbehalte gegenüber NFP hatte und die Methode nur für den Kinderwunsch erlernte, trotz Schichtarbeit, trotz Hausbau, trotz enormer Vorbehalte hat es diese Frau in einem Kurs geschafft, die Methode zu erlernen und fast in jedem Zyklus ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage zu bestimmen. Sie sagte nach dem Kurs sinngemäß etwa folgendes: „Ich muss zugeben, dass ich wirklich sehr viele Vorbehalten gegenüber NFP hatte, aber sie funktioniert wirklich. Ich konnte mir nicht vorstellen, diese Methode vor dem Kurs zur Verhütung anzuwenden, dass hat sich nun geändert. Mittlerweile ist die Methode in Fleisch und Blut übergangen und vom Aufwand nicht mehr als das tägliche Zähneputzen.” Ganz ehrlich ich hätte nicht gedacht, dass sich diese Frau von NFP überzeugen lässt, aber ich habe mich geirrt. Aber auch hier zeigt sich die Bedeutung eines Kurses und geschulten BeraterInnen, denn ohne das glaube ich nicht, dass das Fazit so positiv ausgefallen wäre.

4. NFP ist zu kompliziert

Ihr ahnt es schon, auch hierfür gibt es eine Studie. Nach dieser wenden unterschiedlichste Frauen unterschiedlichster Berufsgruppen NFP an. Man braucht also kein Abitur für NFP, sondern nur den Mut es auszuprobieren. Tja, aber warum funktioniert NFP so gut, obwohl es ja so komplex ist? Vielleicht liegt es daran, dass für die symptothermale Methode mittlerweile wirklich gute Online und Offline Beratungsangebote, Bücher und Thermometer existieren. Jede Frau kann also ihren Weg finden. Insgesamt gibt es vielleicht 10 Regeln für die Bestimmung der fruchtbaren Tage. Die Körperbeoachtung ist eine Übungssache. Ich denke, dass kann mit entsprechenden Coaching und Support geschafft werden. Ich verstehe noch nicht ganz, warum es nun so kompliziert sein soll? Ich habe es als Mann geschafft, die Methode zu erlernen, also kann es auch jede Frau schaffen, oder?

5. NFP ist mir zu aufwendig

Gut man muss NFP erlernen – das ist wohl noch der größte Aufwand. Aber wozu gibt es Online Kurse? In nur 30 Tagen mit 10 Minuten Aufwand pro Tag kannst du bequem zu jeder Uhrzeit, an jedem Ort und mit fast jedem internetfähigem Gerät auf den Kurs zugreifen und die Methode erlernen. Falls Fragen auftauchen, gibt es einen Email-Support. Ich denke, dass kriegt man hin. Und danach? Temperaturmessen dauert nur drei Minuten pro Tag, Zervixschleimbeobachtung kann während des Toilettengangs durchgeführt werden, die Eintragung von Temperatur und Schleim ist mit einem geeigneten Smartphone App Sekundensache und die Auswertung der fruchtbaren Tage nur einmal im Zyklus notwendig. Selbst, wenn du kein Bock auf Temperaturmessen hast, gibt es mit dem iButton eine Lösung. Und drei bis fünf Minuten am Tag für etwas wichtiges wie die Verhütung zu investieren, ist denke ich vom Aufwand her vertretbar. Erfahrene Anwenderinnen messen auch nicht jeden Tag und sparen so nochmals Zeit, da im Optimalfall nur 10 bis 15 Temperaturwerte pro Zyklus zum auswerten notwendig sind, also ist der Aufwand auch so ein Mindset, das sehr leicht widerlegt werden kann.

Fazit

Wir alle leiden mehr oder weniger unter Glaubenssätzen, die wir von unserer Gesellschaft und Umgebung bekommen haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass jedes Paar ihren Weg mit NFP finden kann. Keine Methode ist perfekt, aber viele Vorurteile sind unbegründet und können sogar durch medizinische Studien zweifelsfrei widerlegt werden. Würden alle Frauen ihr Geld in eine vernünftige Beratung beim Erlernen investieren, wäre uns allen geholfen. Denn natürlich ist es viel aufwendiger sich im Selbststudium die symptothermale Methode beizubringen, den Partner zu überzeugen und die Fragen in unübersichtlichen Facebookgruppen oder Foren zu stellen und sich mit unzähligen Meinungen auseinanderzusetzen. Ja und natürlich gehört ein Engagement und der Mut dazu, die künstlichen Hormone wirklich mal abzusetzen und anzufangen. Aber es gilt hier auch die Regel: „Wer NFP erlernen möchte, findet Wege, wer es nicht möchte erfindet Gründe.”

Fruchtbare Grüße sendet

Marcus

PS: Kein Bock mehr auf Hormone? In unserem Webinar am Sonntag um 19 Uhr zeigen wir dir wie du hormonfrei und sicher verhüten kannst.

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