Meine Femometer App Erfahrungen

Femometer App Erfahrungen

Femometer App Erfahrung

Meine Femometer App Erfahrungen inkl. Basalthermometer zur Bestimmung der fruchtbaren Tage in meinem realen Schwangerschaftszyklus – findest du hier!

Was ist das Femometer und die Femometer App?

Das Femometer ist ein Basalthermometer und die dazugehörige App ist eine App zum Dokumentieren deines Zyklus. Die Firma Femometer bietet verschiedene Basalthermometer an. Ich habe mich für das einfachste NFP Thermometer entschieden, dass du auch in diesem Bild sehen kannst.

Von der Firma Femometer gibt es auch noch eine App, die mit dem jeweiligen Basalthermometer kombiniert werden kann. Nutzt man beispielsweise das Bluetooth Basalthermometer von Femometer, so lassen sich die Temperaturwerte auch automatisch in die App übertragen. Aus Kostengründen habe ich mich allerdings nicht für die Bluetooth Version entschieden, sondern für das günstige NFP Thermometer der Firma, bei dem man die Werte selbst (also manuell) in die Femometer App eintragen kann bzw. “muss”.

Ich habe also die klassische Femometer App mit dem dazugehörigen NFP Thermometer verwendet, um meinen Zyklus zu dokumentieren. Die Femometer App kann von jeder Frau installiert und genutzt werden und ist an kein bestimmtes Basalthermometer gebunden. Somit kann man theoretisch, solange man kein Bluetooth nutzen möchte, jedes andere beliebige NFP Thermometer verwenden. Laut Hersteller kannst du die App dazu nutzen, mehr Informationen über deinen Zyklus zu bekommen, wenn du zum Beispiel in speziellen Lebensphasen bist wie zum Beispiel in der Kinderwunschzeit.

Mein Test der Femometer App inkl. Basalthermometer

Schon seit vielen Monaten haben mich immer wieder Frauen angeschrieben, welche das Femometer Basalthermometer inkl. App nutzen. Um diesen Frauen bestmöglich helfen zu können und die Qualität des Femometers zu beurteilen, habe ich mich entschieden, das Basalthermometer von Femometer selbst zu kaufen und es zusammen mit der kostenlosen App zu testen.

Mein Ziel war es, festzustellen, ob diese Femometer App inkl. Basalthermometer, wirklich zur Bestimmung der fruchtbaren Tage im Zyklus geeignet ist. Dies ist ja schließlich ganz entscheidend, wenn du mithilfe der Femometer App schwanger werden.

Aus diesem Grund werde ich bei meinem Testverfahren des Fruchtbarkeitsalgorithmus der App einen realen alten Zyklus von mir selbst verwenden, bei dem ich schwanger geworden bin. Dann werde ich kontrollieren, ob die fruchtbaren Tage und der Eisprung korrekt von der App bestimmt worden sind. Hierzu werde ich die Zyklusdaten zusätzlich mit der symptothermalen Methode, die ich auch in meinem eBook ausführlich beschreibe, vergleichen. Ich musste leider auf einen alten Zyklus zugreifen, da ich aktuell immer noch in der Stillzeit bin (seit über 2 Jahren) und seitdem keinen Eisprung habe. Nach kurzer Überlegung habe ich mich entschieden, meinen Schwangerschaftszyklus von meinem ersten Sohn aus dem Jahr 2012 für den Test der App zu verwenden.

Mein erster Eindruck mit dem Femometer

Femometer Basalthermometer

Femometer Basalthermometer Verpackung

Mein erster Eindruck von dem Femometer Basalthermometer ist relativ unspektakulär. Es sieht aus wie ein gewöhnliches Thermometer mit einer digitalen Anzeige. Ich finde es relativ schlicht und einfach. Was mir aufgefallen ist, ist, dass die Verpackung sehr durchgestylt ist. Ich meine damit, es könnte passieren, dass Frauen dieses Thermometer nur wegen der Verpackung kaufen. Bei der Verpackung wurde sich wirklich sehr viel Mühe gegeben. Hier kannst du dir einmal ein Foto von der Verpackung ansehen im Vergleich zum Thermometer.

Meine ersten Erfahrungen mit der Femometer App und Installation

Die Femometer App scheint auch auf den ersten Blick eine ansprechend gestaltete Zyklus App zu sein. Die Farben und das Design sprechen mich zunächst erst einmal positiv an. Ich schaute mir erst einmal die Vorschaubilder im App Store an. Ich habe die Femometer App auf dem iPhone 5SE installiert. Es gibt die Femometer App allerdings auch für Android Systeme. Auf meinem alten Samsung Tablet konnte die Femometer App leider nicht installiert werden, weil es laut Hersteller „nicht kompatibel“ ist. Auf neueren Smartphones und Tablets müsste es jedoch funktionieren. Die Installation auf meinem iPhone funktionierte reibungslos, schnell und einfach. Ich brauchte dafür auch keinen Herstellercode oder ähnliches.

Erstes Mal Basaltemperatur messen mit dem Femometer Basalthermometer

Nun möchte ich meine Erfahrungen mit dem einfachen Basalthermometer der Firma Femometer mit dir teilen. Die gute Nachricht ist, es kann drei Minuten lang messen, ohne dass es ausgeht. Somit kannst du regelkonform messen und deine Zyklus-Daten gut auswerten. Ein bisschen schade finde ich, dass es keine flexible Spitze hat. Somit war die Messung im Mund ein wenig unangenehm. Bei der vaginalen und rektalen Messung wird es sicher keine Probleme geben. Der letzte Messwert wird gespeichert und kurz angezeigt, wenn das Thermometer eingeschaltet wird. Es gibt kein beleuchtetes Display, aber das finde ich ok, denn so hält die Batterie länger. Das Basalthermometer von Femometer piept nach einer unbestimmten Zeit (ca. 1-2 Minuten). Du kannst aber auch nach dem Piepton weiter messen bis die drei Minuten um sind. Positiv finde ich, dass die Firma Femometer auch auf der Verkaufsseite in Internetportalen die 3-Minuten als ausreichende Messzeit aufführt. Nur mit 3 Minuten Messzeit kann eine ausreichende Genauigkeit der Basaltemperatur erreicht werden. Damit du die regelkonforme 3-Minuten-Messung einhalten kannst, empfehle ich dir eine beleuchtete 3 Minuten Sanduhr zu verwenden. Diese erleichtert auch zudem das Ablesen der Temperaturwerte bei Dunkelheit, wenn dies nötig ist.

Eintragung meines Schwangerschaftszyklus in die Femometer App

Die Eintragung gestaltete sich, dadurch dass es ein alter Zyklus war, etwas schwieriger. Ich wählte zunächst erst einmal ein geeignetes Datum für den Start des Zyklus. Mein alter Zyklus begann am 18. Januar 2012 und in die App trug ich ein, dass der Zyklus am 25. Juli 2019 begonnen hat. Dieser Tag ist auch gleichzeitig der erste Tag der Menstruation.

Basaltemperatur und Eisprungzeichen können nur online eingetragen werden

Ebenso können die Werte nur online eingetragen werden. Ist man offline, also ohne Internet, kann man keine Werte eintragen. Das ist ein großer Nachteil, finde ich.

Femometer App wirkt etwas unübersichtlich

Ich hatte etwas Probleme, die Basaltemperatur Einstellung zu finden. Nach etwas Suchen bin ich circa nach 10 Minuten zurecht gekommen. Allerdings habe ich die leichte Eintragungsmöglichkeit erst gefunden, als ich schon mit der kompletten Kurve fertig war.

Eintragung vom Zervixschleim fand ich verbesserungswürdig

Die Eintragung für den Zervixschleim fand ich persönlich stark verbesserungswürdig. Beispielsweise gibt es nur fünf verschiedene Arten von Zervixschleim, die man auswählen kann, und drei Angaben für die Flüssigkeitsmenge. Jedoch gibt es 9(!) verschieden Arten von „Anormalen“ Ausfluss-Arten zum Auswählen. Das finde ich schon sehr eigenartig und es kann eventuell auch ein falsches Bild vermitteln sowie der Nutzerin eher die Nicht-Normalen Dinge in den Fokus rücken. Die fünf Arten des Zervixschleims in dieser App sind: trocken, zähflüssig, cremig, wässrig und spinnbar. So etwas wie feucht oder nass gefühlt gibt es nicht, dafür gibt es eine dreistufige Menge Angabe (wenig / mittel / viel). Die Schleim-Abkürzungen sind natürlich auch andere als bei der klassischen NFP, aber es wäre möglich auch mit diesen Bezeichnungen einen Zervixschleim-Umschwung zu ermitteln, der ja notwendig ist, um mit den NFP Regeln die fruchtbaren Tage im Zyklus bestimmen zu können. Die App zeigt den Schleimumschwung aber leider gar nicht an. Du kannst auch ein Foto von deinem Zervixschleim machen und dann wird es in der App gespeichert. Allerdings habe ich bis heute noch nicht gefunden, wie dieses Bild anschließend wieder gelöscht werden kann. Auch das spätere Ansehen der aufgenommenen Zervixschleim Bilder ist sehr schwer zu finden. Man kann ja nur hoffen, dass es nicht in obszöne Hände gelangt?! Eventuell muss die App kostenpflichtig upgegradet werden, um die Zervixschleim Bilder im Vergleich sehen zu können oder so ähnlich? Ich werde in einem separaten Beitrag die 7-Tage-Testversion noch ausführlich rezensieren, um das alles herauszufinden.

Die Muttermund Eintragung ist nicht standardmäßig vorgesehen

Auch die Eintragung für den Muttermund war nicht standardmäßig in den Einstellungen eingestellt. Ich konnte sie allerdings hinzufügen. Hier funktioniert die Eintragung genauso wie auch bei der NFP-Methode. Also du kannst eingeben: tief, mittel und hochgestellt, sowie weich/hart, geschlossen, leicht geöffnet und voll geöffnet.

Basaltemperaturwerte werden nicht gerundet

Die Temperaturwerte werden übrigens NICHT gerundet in der Femometer App, sondern werden so wie sie eingegeben wurden, stehen gelassen. Dies entspricht NICHT den Regeln der symptothermalen NFP Methode, so wie sie in der Fachliteratur angegeben wird. Beispiel einer Rundung: 36,52°C → 36,50°C und aus 36,53°C → 36,55°C. Diese NICHT-RUNDUNGEN können zu Auswertungsfehlern führen, wie wir in unserem Beitrag „Runden oder Nicht Runden – das ist hier die Frage?” ausführlich erläutert haben.

Gestörte Messwerte der Basaltemperatur sind „Anormal”

Ungewöhnlich ist auch, dass du Temperaturwerte als „Anormal“ anklicken kannst, was vermutlich das „Ausklammern von Temperaturausreißern“ sein soll – und dann werden diese Werte jedoch NICHT in der Zykluskurve angezeigt. Sie sind dann wie weggezaubert. Das finde ich nicht so gut, weil ja gerade das, die Körperwahrnehmung usw. stärkt, wenn du weißt, was bei dir die Temperatur nach oben treibt.

Eisprung bestimmen mit der Femometer App im Schwangerschaftszyklus

Ich habe mit der Femometer App meine fruchtbaren Tage bzw. den Eisprung im Schwangerschaftszyklus bestimmt. Diese fruchtbaren Tage und die Eisprungzeit habe ich mit der wissenschaftlich geprüften NFP Methode verglichen, welche nachweislich in mehreren Studien die Schwangerschaftsrate erhöhen kann. Ebenso kann man mit der NFP Methode eindeutig den Eisprung bis auf wenige Tage eingrenzen. Aus diesem Grund sehe ich einen Vergleich mit der NFP Methode als die beste Möglichkeit an, um die Qualität der Fruchtbarkeitsanzeige der Femometer App zu beurteilen, DENN das Femometer ist NICHT gleich NFP.

Femometer Schwangerschaftszyklus mit Zervixschleim

Femometer Schwangerschaftszyklus mit Zervixschleim und Basaltemperatur

Femometer App erkannte den Eisprung korrekt

Nach den NFP Regeln musste ich die Basaltemperatur mit der 3 über 6 Regel auswerten. Die erste höhere Messung im Schwangerschaftszyklus war am 19. Zyklustag. Der Eisprung befindet sich nach den NFP Regeln etwa 2 Tage vor bis einen Tag nach der 1. höheren Messung. Demnach war der Eisprung in meinem Schwangerschaftszyklus etwa vom 17-20. Zyklustag.

Die Femometer App erkannte die erste höhere Messung und legte pauschal einen Tag vor der ersten höheren Messung den Eisprung fest. Diese wird in der Femometer App mit einem „O“ für Ovulation gekennzeichnet. Die Ovulation war also nach der Femometer App am 18. Zyklustag also im mit NFP bestimmten Zeitfenster vom 17. bis 20. Zyklustag. Das ist zunächst erst einmal positiv zu bewerten.

Femometer App gibt immer 6 Tage als fruchtbar aus

Die Eizelle ist etwa 12 bis 18 Stunden nach dem Eisprung befruchtungsfähig und Spermien bleiben etwa 3-5 Tage im Körper der Frau befruchtungsfähig. Somit ergibt sich, wenn man den Eisprung perfekt bestimmen kann, eine biologisch hochfruchtbare Zeit von ca. 6 Tagen.

Problem ist hierbei, dass man den Eisprung nicht auf perfekt einen Tag festnageln kann, wenn man die Basaltemperatur misst. Zum einen ergeben Studien, dass man den Eisprung nur bis auf 3-4 Tage genau eingrenzen kann. Dies liegt daran, dass der Eisprung eben 2 Tage vor bis einen Tag nach der 1. höhere Messung stattfinden kann oder einen Tag vor bis einen Tag nach dem Zervixschleimhöhepunkt, der zeitlich mit dem Temperaturanstieg zusammenhängt. Der Eisprung findet nach medizinischen Untersuchungen mit Vergleich von Basaltemperaturkurve und Ultraschall zu 91% in einem Zeitfenster von 4 Tagen statt. Bei mir war das der 17-20. Zyklustag.

Es ist also absolut nicht korrekt, dass das Femometer immer exakt 6 Tage als hochfruchtbar ausgibt. Es muss hier allein wegen der Toleranz des Eisprung eine größere Spanne sein. Würde beispielsweis der Eisprung am 17. Zyklustag stattfinden, dann würden die Spermien davor bis zu 5 Tage befruchtungsfähig bleiben können. Hieraus ergäbe sich ein Zeitfenster vom 12. bis zum 17. Zyklustag für die hochfruchtbare Zeit. Das Femometer gibt aber den 12. Zyklustag als unfruchtbar an, was als Fehler zu betrachten ist. Wir können auch annehmen, dass der Eisprung am 20. Zyklustag stattfinden könnte, denn es gibt ja eine Wahrscheinlichkeit dafür. Doch auch hier hat mir das Femometer unfruchtbar für den 20. Zyklustag angeben.

Ich nehme mal an, ein Paar wünscht sich sehnlichst ein Baby und hat es nicht geschafft bis zum 19. Zyklustag Sex zu haben, weil es in Fernbeziehung lebt. Nun kommt der Herzmann am 20. Zyklustag zu Besuch. Die Frau schaut auf ihr Femometer App und denkt: „Oh man, so ein misst – fruchtbare Zeit verpasst. Ich kann nicht mehr schwanger werden… ach dann lass uns doch einfach ins Kino gehen und zu unserem Lieblingsrestaurante gehen….“ Doch eigentlich ist der Eisprung am 20. Zyklustag und das Paar hätte schwanger werden können, wenn es Sex gehabt hätte. Das ist ärgerlich und blöd, oder?!

Fruchtbare Tage im Schwangerschaftszyklus

Die fruchtbaren Tage in meinem Schwangerschaftszyklus vom 1. Kind lagen vom 13. bis zum 20. Zyklustag. Das Femometer App gibt als hochfruchtbare Tage den 13. bis 19. Zyklustag aus, liegt also gar nicht soweit weg.
Femometer App wertet NUR die Basaltemperatur aus
Jetzt könnte man auf den ersten Blick denken, dass die Femometer App eine tolle App mit kleinen Fehlern ist. Doch dem ist nicht so. Schließlich gibt es einen Fehler, der so schlimm ist, dass er alles überstrahlt.

Femometer Schwangerschaftzyklus ohne Zervixschleim

Femometer Schwangerschaftzyklus ohne Zervixschleim

Gibt man keinen Zervixschleim und keinen Muttermund ein, wertet der Algorithmus vom Femometer App genauso aus wie vorher. Das heißt es spielt laut der Femometer App keine Rolle, was man beim Zervixschleim oder Muttermund beobachtet hat. Dies ist ein grober Fehler, wenn man den Zyklus symptothermal auswerten (lassen) möchte. Schließlich gelten die Regel für die Auswertung der Basaltemperatur NUR in Kombination mit der Zervixschleim oder Muttermundauswertung.

Im Falle, dass eine Frau mit Kinderwunsch nur die Basaltemperatur einträgt, hätte die App zwingend die Regeln der Basaltemperaturmethode anwenden müssen – und diese wären deutlich anders als die Regeln der symptothermalen Methode. Dies ist sehr problematisch, denn eigentlich sichern sich Zervixschleim/Muttermund und Basaltemperatur gegenseitig ab.

Jeder weiß, dass die Basaltemperatur aufgrund von Krankheit, Fieber unterschiedlichen Aufstehzeiten beeinflusst werden kann. Dies kann man zwar ausklammern, aber ob man in etwa richtig liegt mit der Auswertung des Eisprung, wird vom Zervixschleim eben auch angezeigt. Schließlich steigt der Wassergehalt vor dem Eisprung im Schleim an und nimmt danach in der Regel wieder ab. Auf diese Weise ergibt sich eine doppelte Kontrolle. Diese doppelte Kontrolle führte dazu, dass die Regeln für die Auswertung der Basaltemperatur vereinfacht werden konnten. Diese Vereinfachung führte dazu, dass nun fast alle Frauen im Zyklus die fruchtbaren Tage mit NFP bestimmen können. Mit den strengen Regeln der Basaltemperatur konnten die meisten Frauen nur in knapp der Hälfte der Zyklen die fruchtbaren Tage bestimmen.

Temperaturmethode vs Symptothermale Methode

Auswertbarkeit der Zyklen bei Temperaturmethode und Symptothermale Methode © Rosmus T 1992 aus dem Buch NFP heute

Die Basaltemperaturregeln der symptothermalen Methode zu verwenden, ohne den Zervixschleim zu verwenden, ist in etwa so wie Trampolin springen ohne Netz und doppelten Boden. Es ist ein sehr hohes Risiko, dass zu enormen Fehleinschätzungen des Zyklus führen kann. Zudem muss gesagt werden, dass eine solche Methodik nicht geprüft ist. An dieser Stelle verlässt somit das Femometer den Boden der Wissenschaft.

Femometer App hilft dir erst, wenn die fruchtbaren Tage schon vorbei sind

Nun muss man ehrlich auf den größten Nachteil der Femometer App bei Kinderwunsch hinweisen. Eigentlich zeigt der Schleim im Vorfeld an, wann die fruchtbaren und hochfruchtbaren Tage beginnen. Das heißt eine Frau, die NFP anwendet, weiß wenn sie Zervixschleim sieht, das sie fruchtbar ist. Doch beim Femometer bekomme ich ja die fruchtbare Tage NUR anhand der Temperatur angezeigt. Folglich weiß ich erst, wenn die Basaltemperatur angestiegen ist, wenn ich fruchtbar gewesen bin. Dies ist ein absoluter Nachteil, denn ich muss bei Kinderwunsch zwingend vorher wissen, wann ich Sex haben sollte, um schwanger zu werden.

Ich konstruiere mal wieder einen Fall für meinen Schwangerschaftszyklus. Ich hätte ja auch am 12. Zyklustag Sex haben können und dann nie mehr im Zyklus. Ich habe Kinderwunsch und hätte auch am 18. Zyklustag mit meinem Freund Sex haben können, aber habe mir lieber einen Film angesehen. Doch das habe ich halt nicht gemacht, weil die Temperatur ja noch nicht gestiegen ist. Ich könnte denken: „Die Basaltemperatur steigt nicht, also passiert nichts.” Doch dann zeigt mir die Femometer App erst am 20. Zyklustag an, dass ich vom 13. bis 20. Zyklustag fruchtbar gewesen wäre. Das ist doch total ungünstig, im Nachhinein zu erfahren – dass man zur falschen Zeit Verkehr hatte.

Kurz gesagt ohne Zervixschleim und Basaltemperatur in Kombination geht es nicht. Der Zervixschleim verändert sich in der Regel schon vor dem Eisprung deutlich. Er wird daher immer für den Beginn der fruchtbaren Tage herangezogen. Das Ende der fruchtbaren Zeit zeigt sich in der Regel durch einen Temperaturanstieg also durch die Basaltemperatur. Die Basaltemperatur ist, weil sie in der Regel erst nach dem Eisprung steigt, eben nicht das optimale Eisprungzeichen bei Kinderwunsch. Sie allein reagiert halt zu spät, weshalb die Wissenschaft den Zervixschleim als wichtigstes Eisprungzeichen ansieht. Die Kombination ist natürlich ideal, weil man so den Anfang UND das Ende der fruchtbaren Tage sehr schön eindeutig eingrenzen kann. So kannst du sicher sein, dass es auch wirklich dein Eisprung war.

Femometer App bestimmt immer automatisch die fruchtbaren Tage

Tja nun werden einige von euch denken: Gut die Femometer App macht Fehler, kein Problem, dann korrigiere ich das halt manuell. Tja und jetzt kommt der nächste große Fehler. Die Femometer App wertet IMMER automatisch aus, man kann die Auswertung nicht korrigieren oder selbst machen. Somit hat man keine Möglichkeit einen Auswertungsfehler infolge von Rundungsfehler zu korrigieren. Hier bliebe dann nur die Möglichkeit die Basaltemperaturwerte selbst vorab zu runden oder manuell einzugeben, dass der Eisprung an einem anderen Tag war. Jedoch glaube ich nicht, dass die Mehrheit der Frauen, dies überhaupt macht, weil nur selten Fachliteratur vor der NFP Anwendung gelesen wird. Die Frauen wollen ja nicht umsonst eine automatische Auswertung, damit sie das eben selbst nicht mehr machen müssen. Ob das so sinnvoll ist, bezweifle ich jetzt mal stark 😉

Femometer App wertet auch bei zu geringer Datenmenge aus

Prinzipiell wertet die App einfach immer aus, auch wenn viel zu wenige Informationen zur Verfügung stehen. Beispielsweise gibt es eine furchtbare Zeit an, auch wenn du nur zwei Temperaturwerte oder du gar kein Zervixschleim eingetragen hast. Das kann eigentlich überhaupt nicht sein. Wenn es eine seriöse Anzeige wäre, müsste eigentlich angezeigt werden, dass die Fruchtbarkeit nicht ermittelt werden kann, wenn so wenige Informationen zur Verfügung stehen. Somit sind Fehler bei der Bestimmung der fruchtbaren Tage aufgrund von zu geringer Datenmenge vorprogrammiert.

Fazit zur Fruchtbarkeitsanzeige

Zur Fruchtbarkeitsanzeige kann man ganz klar nur das Urteil mangelhaft aussprechen. Klar in meinem Schwangerschaftszyklus hat es gepasst, weil der Schleim die Auswertung der Basaltemperatur mehr oder weniger nur bestätigt hat.

Schaut man detailierter auf die Femometer App muss man schwere Mängel feststellen, die sehr sehr gefährlich sind. Das Femometer App wertet nach meinen Einschätzung NUR anhand der Basaltemperaturregeln der symptothermalen Methode aus. Die Auswertung der anderen Eisprungzeichen wie Muttermund und Schleim werden für die Auswertung leider nicht berücksichtigt. Dies führt dazu, dass keine doppelte Kontrolle von Basaltemperatur und Schleim stattfindet und der Nutzerin die symptothermale Methode nur vorgegaukelt wird. Das mag bei einigen Zyklen noch gut gehen, doch im Allgemeinen halte ich das für sehr bedenklich.

Gerade nach dem Absetzen der Pille ist der Zervixschleim häufig nicht auswertbar. Infolgedessen kann man häufig die ersten Zyklen nicht auswerten, auch wenn die Basaltemperaturkurve etwas anderes sagt. Hier würden die Fehler der Femometer App besonders zum Tragen kommen, da die App hier einfach fruchtbare und unfruchtbare Tage angeben würde.

Ein nächster Fehler ist die Nichtrundung der Basaltemperaturwerte. Diese kann nachweislich zu anderen Auswertungen z. B. einer Verschiebung des Basaltemperaturanstieges führen. Diese Verschiebung des Basaltemperaturanstieges führt natürlich auch zu anderen fruchtbaren Tagen, als sie regelkonform mit der geprüften NFP Methode sind. Dass man die Auswertung nicht mal selbst vornehmen kann, macht die Sache nicht besser, da man so solche Rundungsfehler nicht mal einfach so korrigieren kann. Somit kann man sich gegen die Fehler nicht mal wehren, wenn man Ahnung hat.

Spätestens ab dem Zeitpunkt, wo die Femometer App mit unzureichenden Daten auswertet und fruchtbare Tage ausgibt, muss man klar sagen: STOP! Es reicht, sowas geht garnicht. Eine Frau, die zu wenig Daten eingibt, muss zwingend darüber informiert werden, dass mit so wenigen Daten der Zyklus eben nicht ausgewertet werden kann. Dieser Hinweis erfolgt nicht und so kann es zu enormen Fehleinschätzungen der fruchtbaren Tage kommen, weil die Datenlage einfach nicht ausreichend ist.

Letztlich ist die Femometer App deshalb so gefährlich, weil niemand weiß, wie groß das Fehlerpotential ist, wenn man die Temperaturregeln für die symptothermale Methode zur alleinigen Auswertung benutzt. Hierfür gibt es keine Studien und damit auch keine Sicherheit. Der NFP Anwenderin wird eine symptothermale Methode vorgegaukelt, die keine ist. Ob sie Zervixschleim dokumentiert oder den Muttermund aufzeichnet, ist für die Auswertung der App egal. Das kann eine NFP Anfängerin ja gar nicht wissen, denn es erfolgt ja kein Hinweis dazu.

Ich würde dir lieber empfehlen, die besten Zyklus Apps der Welt zu verwenden, welche nach den Regeln der symptothermalen Methode arbeiten. Welche das sind, erfährst du in meinem Kinderwunsch Starter Set. Dort habe ich alle Artikel zusammengefasst, die du für den optimalen Start in die NFP brauchst.

Eisprung bestimmen

Kaufentscheidungshilfe: Femometer – ja oder nein?

Eigentlich kann man das Femometer wie folgt zusammenfassen: Basalthermometer Top, Femometer App Flop!

Mal im ernst, dass Basalthermometer ist wirklich ok. Ich finde, dass das *NFP Thermometer von Femometer sehr gut zum Messen geeignet ist. Mit dem Basalthermometer von dem Femometer kann man sehr gut die Messzeit von 3 Minuten einhalten. Es hört im Gegensatz zu den anderen Basalthermometern nicht vorher auf zu messen. Es besticht zudem durch eine leichte Bedienung und einen leisen Piepton. Das Basalthermometer kann ich also problemlos weiterempfehlen.

Die Femometer App ist allerdings eine Katastrophe. Sie suggeriert einem eine symptothermale Methode, indem man ebenso Zervixschleim und Muttermund eingeben kann, aber diese spielen dann plötzlich bei der Auswertung keine Rolle. Die Femometer App wertet einfach nach den Basaltemperaturregeln der symptothermalen Methode aus und tut so als wenn das ok ist. Dabei ist das keine wissenschaftlich geprüfte Methode und daher kann man diese App nicht weiterempfehlen. Das man diese Fehler noch nicht mal korrigieren kann und die Basaltemperatur ungerundet zur Auswertung kommen, macht die Sache noch schlimmer!

Schwangerschaftsrate NFP

Schwangerschaftsrate mit NFP und ohne NFP | Gnoth et. al. Hum Reprod. 2003 Sep;18(9):1959-66.

Das Femometer App hat keine Studie, in der ersichtlich ist, dass es beim Schwangerwerden helfen kann. Verzweifelt sucht man eine Schwangerschaftsrate oder Studie zum Fruchtbarkeitsalgorithmus vom Femometer. Im Vergleich zu NFP liegt hier das Femometer somit meilenweit zurück. Schließlich kann NFP in zahlreichen Studien zeigen, dass die Anwendung der symptothermalen Methode die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit erhöhen kann.

Falls du schwanger werden möchtest, empfehle ich dir dringend ein Buch zu lesen, wo alle Regeln sowie die Beobachtung der Eisprungzeichen ausführlich erklärt werden. Ebenso empfehle ich dir dringend eine andere Zyklusapp zur Dokumentation der Eisprungzeichen zu verwenden. Die aktuellen besten Apps nach einer Studie der Stiftung Warentest sind die myNFP App für das iPhone und die LadyCycle App für Google Android.
Bisher zeigen alle Studien, dass die Frauen mit der Selbstauswertung ihrer Zyklen immer noch besser als jede App oder Zykluscomputer ihre fruchtbaren Tage bestimmen können. Aus diesem Grund empfehle ich dir wirklich, wenn du schwanger werden möchtest, NFP zu erlernen.

Ich möchte dir auf diesem Weg alles Gute auf deinem Weg zum Wunschkind wünschen

DEINE ANNE 😀

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