Eisprung trotz negativem Bluttest?

Hormon Bluttest

Schaue dir das Video an, in dem ich an einem realen Zyklus zeige, dass Hormon-Bluttests sich auch irren können!

Kann man einen Eisprung anhand des Bluttest feststellen? Wir zeigen warum viele Frauen trotz negativem Test einen Eisprung haben können.

Als Fruchtbarkeitsexpertin komme ich immer wieder mit Frauen in Kontakt, die von ihrer Ärztin aufgrund eines negativem Hormonbluttest gesagt bekommen, dass sie keinen Eisprung haben. Ohne Eisprung wird das Schwanger werden auf natürlichen Weg schwer. Doch sind diese Hormonbluttestes wirklich zuverlässig bzw. die Diagnose korrekt? In diesem Artikel zeige ich Dir die Zyklen einer Frau, die laut Bluttest keinen Eisprung hat. Jedoch werde ich Dir zweifelsfrei zeigen, dass diese Diagnose falsch ist, und sie trotzdem einen Eisprung hat.

Warum Bluttest den Eisprung nicht sicher feststellen können

Die Idee von Hormonbluttests ist einfach. Der Menstruationszyklus der Frau wird über Hormone gesteuert. Bei einem Hormonblutttests werden die wichtigsten Steuerhormone wie das Östrogen, follikelstimulierendes Hormon (FSH), luteinisierendes Hormon (LH), Progesteron, Prolaktin und Testosteron gemessen und mit den Werten von Frauen verglichen, die bekanntermaßen einen „normalen“ Eisprung haben. Wird die Hormonmessung in verschiedenen Phasen im Zyklus mit Ultraschallmessungen kombiniert, so spricht man von Zyklusmonitoring. Die Idee vom Zyklusmonitoring grundsätzlich gut, aber es gibt Gründe, warum das nicht funktioniert.

Zykluslänge schwankt sehr stark

Leider ist der Menstruationszyklus der Frau sehr individuell. Beispielsweise schwankt allein die Zykluslänge bei den meisten Frauen zwischen 23 und 35 Tagen. Demnach müsste man wirklich jeden Tag einen Hormontest durchführen, um wirklich einen Verlauf zu sehen und nichts zu verpassen. Das ist aber unter anderem viel zu teuer und so wird der Hormonbluttest nur durchschnittlich zwei bis vier mal im Zyklus gemessen. Nun kommt noch hinzu, dass Hormonspiegel im Laufe des Zyklus und Tagesverlaufs schwanken können etc. und damit sind Fehldiagnosen vorprogrammiert.

Sind Eisprung Ultraschall Untersuchungen eine Alternative?

Natürlich wäre eine tägliche Ultraschalluntersuchung wirklich eine sehr zuverlässige Methode den Eisprung einer Frau festzustellen. Aber auch hier sind die Belastungen einer solchen Untersuchung für den Körper und die hohen Kosten ernstzunehmende Gründe, warum diese Ultraschalluntersuchung für den Eisprung maximal stichprobenartig durchgeführt wird. Und somit bleibt wieder das Risiko, zum falschen Zeitpunkt zu messen, da der Zeitpunkt des Eisprungs von Zyklus zu Zyklus und Frau zu Frau stark schwanken kann.

Kann man mit NFP den Eisprung bestimmen?

Ja, mit NFP kann man den Eisprung bis auf wenige Tage eingrenzen und auch zweifelsfrei feststellen, ob ein Eisprung stattgefunden hat. Wie du einfach und preiswert deinen Eisprung in drei Schritten mit NFP bestimmen kannst, erkläre ich dir jetzt:

1. Messe deine Basaltemperatur

Kurz nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen kannst du deine Basaltemperatur z. B. mit einem NFP Thermometer für drei Minuten unter der Zunge (oral) messen. Machst du das jeden Tag einen Zyklus lang, dann erhältst du für jeden Tag einen Messpunkt. Verbindest du diese Messpunkte erhältst du deine Temperaturkurve. Kurz nach dem Eisprung steigt die Basaltemperaturkurve im Vergleich zu vorher leicht um etwa 0,2 bis 0,5°C an und bleibt bis zur nächsten Menstruation oder der Geburt des Kindes erhöht.

2. Beobachte deinen Zervixschleim

Im Gebärmutterhals wird der Zervixschleim produziert, den du täglich an dem Eingang deiner Vulvina beobachten kannst. Hierbei kannst du aufnehmen, was für einen Schleim du gesehen oder gefühlt hast. Machst du das einen Zyklus lang, wirst du bemerken, dass sich der Zervixschleim sehr markant verändert. Je näher du dem Eisprung kommst, desto wässriger wird Schleim. Nach dem Eisprung nimmt der Wassergehalt im Zervixschleim wieder ab, der Zervixschleim wird dann bei den meisten Frauen klumpiger und klebrig.

Wann-ist-der-Eisprung-im-Zervixschleimverlauf

Eisprung und Zervixschleimhöhepunkt

Wir bezeichnen den letzten Tag an dem der Zervixschleim die individuell beste Qualität hat als Zervixschleimhöhepunkt (H). Der Zervixschleim gilt als ausgewertet, wenn die Schleimqualität mindestens drei Tage nach dem Zervixschleimhöhepunkt geringer ist als am Höhepunkt. Aus diesem Grunde werden die Tage nach dem Zervixschleimhöhepunkt mit den Ziffern 1,2,3 bezeichnet. Es sei an dieser Stelle gesagt, dass jede Frau ihren eigenen Zervixschleimverlauf hat, der jeden Zyklus variieren kann, und außerdem auch mehrere Zervixschleimhöhepunkte im Zyklus auftreten können. Um wirklich zu wissen, wann der Eisprung vorbei ist und OB überhaupt ein Eisprung statt gefunden hat, ist es daher notwendig, zusätzlich die Basaltemperatur zu messen. Ebenso ist es wichtig die NFP Regeln zur Bestimmung des Eisprungs perfekt zu beherrschen. Hierfür empfehlen wir ein gutes NFP Buch zu lesen.

3. Bestimme den Eisprung und die fruchtbaren Tage mit den NFP Regeln

Den Schleim und die Temperatur trägst du bequem in ein geeignetes NFP Zyklus App ein und bestimmst mithilfe der NFP Regeln die fruchtbaren Tage und den Eisprung im Zyklus.

Eisprung lässt sich aus Basaltemperaturkurve erkennen

Aus der Basaltemperaturkurve kannst du demnach erkennen, ob ein Eisprung stattgefunden hat und wann der Eisprung in etwa stattgefunden hat. Der Zervixschleim ist eine doppelte Absicherung dafür, ob der Anstieg der Temperatur auch wirklich aufgrund des Eisprungs und nicht aufgrund einer Besonderheit (Krankheit: Fieber, Lebensweise: Alkohol, Party, Stress etc.) angestiegen ist. Denn nur bei einem richtigen Eisprung lassen sich sowohl der Zervixschleim als auch die Temperatur nach den NFP Regeln auswerten.

3 über 6 Regel der Basaltemperatur

Im einfachsten Fall lässt sich die Temperatur mit der 3 über 6 Regel auswerten. Eisprung in der Basaltemperaturkurve Das heißt, du suchst in der Basaltemperaturkurve drei Temperaturmesspunkte, die höher als die 6 vorangegangen Temperaturmesspunkte sind. Die erste erhöhte Messung der Basaltemperatur wird auch erste höhere Messung (1.hM) genannt. Die dritte höhere Messung muss für die Auswertung mindestens 0,2°C höher als die 6 tieferen Werte sein. Die erhöhten Temperaturwerte werden markiert (s. Bsp.: Vierecke) und die sechs tieferen Werte mit Ziffern von 1 bis 6 gekennzeichnet.

Eisprung zu 91% sicher bestimmen

Der Eisprung befindet sich dann nach der Grafik um 91 Prozent im Zeitfenster von zwei Tagen vor der ersten höheren Messung bis einen Tag nach der höheren Messung der Basaltemperatur. Ein Eisprung hat dann stattgefunden, wenn sowohl der Zervixxschleim als auch die Temperatur nach den NFP Regeln auswertbar sind. (Doppelte Kontrolle). Dies stellte Prof. Dr. med. Gnoth in einer Studie [1] aus dem Jahr 1996 eindrucksvoll fest.

Bluttest negativ – Kein Eisprung? – Zyklusbeispiel

Nun haben wir dir ausführlich erklärt, wie du den Eisprung selbst bestimmen kannst. Somit bist du jetzt in der Lage einen Eisprung anhand der Temperaturkurve zu erkennen. Im folgenden möchte ich dir einen realen Zyklus einer realen Frau vorlegen, die mehrfach negative Bluttests hatte. Von ihrer Ärztin bekam sie daher die Diagnose: „Sie haben keinen Eisprung und können demnach nicht natürlich schwanger werden”. Doch ist diese Diagnose wirklich korrekt? Wir schauen es uns an!

Zyklus bei Gelbkörperschwäche

Bluttest am 3. und 23. Zyklustag ist negativ

Wie man aus der Grafik erkennen kann, hatte die besagte Frau am 3. Zyklustag und am 23. Zyklustag einen Bluttest gemacht. Das Blut wurde somit einmal vor dem Eisprung in der Eireifungsphase und nach dem Eisprung in der Gelbkörperphase entnommen. Das Bluttest Ergebnis war negativ ausgefallen. Die Diagnose ihrer Ärztin war somit: „Sie haben keinen Eisprung, sie können nicht natürlich schwanger werden!”.

Temperaturkurve zeigt einen Eisprung

Doch schauen wir die Temperaturkurve und den Zervixschleimverlauf an, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Schließlich hat die Frau nach der 3 über 6 Regel einen auswertbaren Temperaturanstieg mit der ersten höheren Messung am 29. Zyklustag und einen auswertbaren Zervixschleimhöhepunkt am 27. Zyklustag. Da sie einen eindeutig auswertbaren Temperaturanstieg und Zervixschleimhöhepunkt hatte, ist somit zweifelsfrei klar, dass sie einen Eisprung hatte.

Gelbkörperschwäche ist die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch

Die eigentliche Ursache, warum die Frau bisher nicht schwanger geworden ist, liegt demnach ganz woanders. Du kannst nämlich sehen, dass von der ersten erhöhten Temperaturmessung (1.hM, 29. Zyklustag) bis zum Einsetzen der Menstruation am 34. Zyklustag nur 5 Tage vergangen sind. Für den optimalen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut zur Einnistung der befruchteten Eizelle werden allerdings mindestens 10 Tage benötigt. Somit war die Gelbkörperphase nicht lang genug, um schwanger zu werden. Man spricht hier von einer Gelbkörperschwäche. Vermutlich wurde die Gelbkörperschwäche durch die vorherige Pilleneinahme hervorgerufen. Ebenso könnte die Schilddrüsenunterfunktion der Frau die Gelbkörperschwäche eine große Rolle spielen.

Fazit

Zum Glück hat sich diese Frau nicht nur auf ihre Frauenärztin und den Bluttest verlassen, sondern auch noch zusätzlich NFP praktiziert. So konnte sie der niederschmetternden Diagnose „Sie haben keinen Eisprung, sie können nicht natürlich schwanger werden!” keinen Glauben schenken.

Falsche Diagnosen können großen Schaden anrichten

Meiner Meinung kann eine falsche Diagnose schon großen Schaden anrichten. Selbst eine Frau, die ihren Eisprung sicher mit NFP bestimmen kann, wurde durch die falsche Diagnostik verunsichert.

Reproduktionsmedizin ohne Grund

Im schlimmsten Fall wäre die nächste Station dieser Frau die Reproduktionsmedizin gewesen, wenn sie der Ärztin geglaubt hätte. Doch eine IVF oder ICSI sind kein Kinderspiel. Häufig führen Medikamente dazu, dass es Nebenwirkungen gibt. Ebenso erleiden fast 20% der Frauen bei künstlicher Befruchtung eine Fehlgeburt, dies kannst du auf der Seite vom IVF Register nachlesen.

Diagnose – Kein Eisprung – kann mental belasten

Hinzu kommt eine unglaubliche mentale Belastung nicht natürlich schwanger werden zu können und keinen Eisprung produzieren zu können.

Gelbkörperschwäche wurde nicht erkannt

Am schlimmsten ist jedoch, dass die wahre Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch nicht entdeckt wurde. Leider wird eine Gelbkörperschwäche im klassischen Zyklusmonitoring häufig übersehen. Es gibt sehr viele Fehldiagnosen beim Thema Gelbkörperschwäche.

NFP ist die sicherste Methode zur Diagnostik einer Gelbkörperschwäche

Mit NFP konnte die Frau sicher ihre Gelbkörperschwäche feststellen. Anschließend wurde die Gelbkörperschwäche erfolgreich in Begleitung einer Heilpraktikerin mit TCM und weiteren homoöpatischen Mitteln behandelt.

Frau ist auf natürlich Weg schwanger geworden

Am schönsten, war es zu erfahren, dass die Frau nach Behandlung der Gelbkörperschwäche auf natürlichem Weg schwanger geworden ist. Falls du mehr über NFP und Diagnostik einer Gelbkörperschwäche erfahren möchtest, empfehle ich dir unser Kinderwunsch Starter Set. In diesem Set habe ich alles, was du für den Start in die NFP Methode brauchst, zusammengestellt. Das NFP die Chancen schwanger zu werden steigern kann ist wissenschaflich bewiesen. Folglich verwundert es nicht, dass ich sehr häufig solche E-Mails in meine Postfachlesen kann:

Liebe Anne, danke das es dich gibt. Ich kann es immer noch nicht glauben. Heute hat mein Schwangerschaftest positiv angezeigt. Ich hatte auch einen negativen Hormonbluttest, dank NFP weiß ich das ich einen Eisprung habe. Trotz der Diagnose unfruchtbar habe ich, dank der Zyklusbeobachtung mit NFP, immer an mich geglaubt. Vielen lieben Dank dafür. Katharina

Ich wünsche dir von Herzen, dass du dir deinen Traum von Wunschkind schnellstmöglich erfüllen kannst.

Quellen:
[1] Prof. Dr. med. C. Gnoth et. al, How do self-observed cycle symptoms correlate with ovulation?, Zentralbl Gynakol. 1996;118(12):650-4.
[2] Dr. med. E. Raith-Paula, Natürliche Familienplanung heute, Springer Verlag, 5. Auflage
[3] Prof. Dr. med. Gnoth et. al., Time to pregnancy: results of the German prospective study and impact on the management of infertility. Hum Reprod. 2003 Sep;18(9):1959-66.

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