Die besten Babycomputer

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Häufig schreiben mir auch Frauen, die keinen Bock haben NFP zu erlernen und stattdessen einen Babycomputer verwenden möchten, um ihre fruchtbaren Tage zu bestimmen. Doch welcher Computer ist der beste? Was sind die Vor- und Nachteile von einem Babycomputer gegenüber der normalen NFP Anwendung und vieles mehr erfährst du in diesem Artikel.

Was du über Babycomputer unbedingt wissen solltest!

Es gibt bisher nur eine Vergleichstudie der Stiftung Warentest, die nun – aus dem Jahr 2000 – schon etwas veraltet ist. Allerdings zeigt diese Studie drei Dinge sehr deutlich. Erstens: es gibt bei den Babycomputern deutliche Unterschiede in der Qualität – vor allem in der Bestimmung der fruchtbaren Tage. Zweitens: grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Computern – einmal Temperatur- oder symptothermale Computer, welche die fruchtbaren Tage auf der Basis der gemessenen Temperatur bestimmen. Und andererseits gibt es Hormoncomputer, die auf der Basis von Hormon-Urin-Tests (LH Tests) die fruchtbaren Tage im Zyklus eingrenzen. In der Studie kam heraus, dass die Temperaturcomputer deutlich besser als die Hormoncomputer sind. Drittens: kein Computer ist so gut wie die handschriftlich durchgeführte symptothermale Methode, die die fruchtbaren Tage nach festen Regeln auf Basis der Körperbeobachtung von Temperatur und Schleim bestimmt. Sie schlug die Babycomputer in allen Kategorien und trat außer Konkurrenz an. Wir haben zudem den Studienleiter zahlreicher Studien Prof. Dr. med. Freundl interviewt, der sich wie folgt dazu äußerte:

“Zuerst muss man hier sagen, dass Zykluscomputer entweder auf Basis der Temperaturmethode oder symptothermalen Methode programmiert sind und daher nie sicherer als diese Methoden sein können. Der Computer ist dann von Vorteil, wenn die Anwenderin sich nicht so gut mit ihrem Zyklus und den Regeln auskennt, dann kann der Computer sie in ihrer Auswertung unterstützen.”

Dem kann ich auch im Jahr 2017 noch deutlich zustimmen. Dennoch hat sich seit der Studie im Jahr 2000 einiges getan – vor allem was die Bedienung, Eingabemöglichkeiten und den Fruchtbarkeitsalgorithmus betrifft. Auf diese Neuerungen und auch Studien sowie neuere Modelle der Babycomputer möchte ich im folgenden eingehen. Modelle, die ich absolut nicht empfehlen kann – werde ich hier nicht aufführen.

Platz 3: Babycomp

Der Babycomp ist ein kassischer Temperaturcomputer, der die fruchtbaren Tage aufgrund der gemessenen Temperatur bestimmt. In der einzigen Vergleichsstudie der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2000 hat dieser bisher nicht so gut abgeschnitten. Dort erreichte er im Bereich Kinderwunsch nur die Note 4,2 – da er gerade bei der Eingrenzung der fruchtbaren Tage eben sehr schlecht abgeschnitten hat. Was ist das Problem? Der Babycomp kennt fruchtbare Tage (grün), eventuell fruchtbare Tage (gelb), und unfruchtbare Tage rot. Nach der Auswertung lieferte der Computer mit gelb eingerechnet weit über 60% der Tage im Zyklus als fruchtbar an. Tja, und laut dieser Fruchtbarkeitsanzeige kannst du also fast jeden Tag theoretisch schwanger werden – da nütz dir der Computer eben nicht so viel. Gerade was er können soll – nämlich die hochfruchtbaren Tage anzeigen, kann es unzureichend und somit ist der Babycomp nicht die erste Wahl. Was sich allein schon dadurch erklärt, dass die Temperatur sich erst nach dem Eisprung markant verändert und somit nicht das optimale Fruchtbarkeitszeichen für den Kinderwunsch ist. Der wichtigste Parameter für den Kinderwunsch ist der Zervixschleim, da er sich VOR dem Eisprung merklich verändert – diesen Parameter erfasst der Computer aber nicht. Mit einem Preis von ca. 595 Euro (Stand: August 2017), muss ich klar sagen, dass der Babycomp mehr als überteuert ist. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist nicht ausgeglichen. Vom Design und Bedienung hat sich beim dem Babycomp seit den 17 Jahren nicht viel getan, er hat aber damals schon ganz gut abgeschnitten und das Aussehen ist sicher noch beste an diesem Babycomputer. Kurze Fragen: Warum kostet der Computer so viel? Wo sind die zahlreichen Erfahrungsberichte im Netz, die mit dem Babycomp schwanger geworden sind? Bisher kenne ich nur wenige Frauen, die diesen Computer zum Schwangerwerden eingesetzt haben – daher möchte ihn nicht als erste Wahl empfehlen.

Platz 2: Clearblue Fertilitätsmonitor

Zykluscomputer-clearblue KinderwunschDer Clearblue Fertilitätsmonitor ist ein klassischer Hormoncomputer und bestimmt die fruchtbaren Tage auf der Basis von morgendlichen Urintests. Getestet werden zahlreiche Hormone – unter anderem das LH (luteinisierendes Hormon), das in wissenschaftlichen Studien kurz vor dem Eisprung deutlich ansteigt und somit mit etwa 100 anderen Hormonen unter Verdacht steht, den Eisprung auszulösen. Der Clearblue Fertiltitätsmonitor konnte in Studien überzeugen und eine höhere Schwangerschaftsrate erzielen. In einer Studie aus dem Jahr 2007 wurden 22,7% der Frauen nach zwei Zyklen schwanger – im Vergleich dazu wurden nur 14,4% der Paare ohne Computer im 2. Zyklus schwanger. Die Bedienung wurde von 90% der Studienteilnehmerinnen als positiv und easy beurteilt. Mit knapp 100 Euro ist der Clearblue Fertilitätsmonitor auf den ersten Blick sehr preiswert. Doch es fallen jeden Monat Folgekosten für die Clearblue Urin Hormontests an – die immerhin knapp 30 Euro pro Monat kosten (Stand: August 2017). Ich sehe den Computer momentan auf dem zweiten Platz, weil es eben noch einen besseren Computer gibt.

Platz 1: cyclotest myWay

Zykluscomputer
Der cyclotest myWay ist aus meiner Sicht aktuell der beste Babycomputer für den Kinderwunsch. Das Vorgängermodell – der cyclotest 2 plus – schnitt in der Studie der Stiftung Warentest schon im Jahr 2000 bei Kinderwunsch mit der Note 1,8 ab. Die Bedienung und das Design haben sich im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich verbessert. Besonders toll finde ich, dass nun neben der Temperatur auch der Zervixschleim eingegeben werden kann. Ebenso ist es der einzige Computer, bei dem du deine Temperaturkurve ansehen kannst – was dir zumindest einen groben Überblick ermöglicht, wo du dich zeitlich im Zyklus befindest. Ich habe mittlerweile diesen Computer über 1,5 Jahre getestet und kann ihn weiterempfehlen, wenn du für’s Schwangerwerden noch etwas mehr Zeit einplanen kannst. Schließlich benötigt der Computer etwa 3 bis 6 Zyklen, damit die Fruchtbarkeitsanzeige ähnliche Werte wie bei der symptothermale Methode ausgibt. Auch bei längeren Zyklen über 45 Tagen oder stark unregelmäßigen Zyklen wie z. B. bei Schichtarbeit oder nach dem Absetzen der Pille, ist der Computer nicht zu empfehlen, weil er eben da seine Schwächen hat. Aber die meisten Frauen haben einen Zyklus, der etwa 23 bis 35 Tage dauert – in diesem Rahmen funktioniert der cyclotest myWay gut. Von der Bedienung und dem Design bin ich von dem Gerät begeistert – das ist wirklich sehr gelungen. Mit knapp 300 Euro ist der cyclotest myWay schon eine Investion, die du dir überlegen musst, aber ich kenne mittlerweile auch Frauen, die mithilfe vom cyclotest myWay schwanger geworden sind. Somit kann ich ihn weiterempfehlen.

Was ein Babycomputer nicht kann und warum es sich lohnt, NFP zu machen?

Trotz aller Weiterentwicklungen – die Babycomputer bleiben gegenüber NFP die zweitbeste Wahl. Im Vergleich zu den Babycomputern ist die symptothermale Methode (NFP) bisher viel besser erforscht. Die symptothermale Methode hat in Studien mehr als überzeugt – bei gesunden Frauen zeigte sich, dass etwa 81% der Paare mit dieser Methode nach 6 Monaten schwanger werden – ohne NFP sind es nur 60%. Doch jetzt kommt es: Wird die Methode in einem NFP Kurs von einer ausgebildeten Fruchtbarkeitsberaterin erlernt, kann sie sogar Paaren nach langer Wartezeit zum Wunschkind verhelfen, wie ich in meinem Artikel – Schwanger werden nach langer Wartezeit – ausführlicher erklärt habe. Mit NFP lassen sich sowohl die hochfruchtbaren Tage als auch der Eisprung bis auf wenige Tage eingrenzen – genauer als jeder Babycomputer es bis heute kann kann.

Das meiner Meinung nach größte Manko, was die Babycomputer haben ist allerdings ein anderes: Die dokumentierten Zyklen können nicht zur Zyklusdiagnostik verwendet werden. Das bedeutet, wirst du nach 6 bis 12 Monaten trotz Babycomputer nicht schwanger, hast du keine Ahnung woran das liegen kann. Der Kauf des Gerätes war somit völlig umsonst. Mit NFP kann das nicht passieren – die in einem App oder Zyklusblatt dokumentierten Zyklen können verwendet werden, um eventuelle Ursachen für den bisher nicht erfüllten Kinderwunsch einzugrenzen. Ich diagnostizierte bei mir eine Gelbkörperschwäche und bin dank NFP zweimal im ersten Zyklus schwanger geworden mit einem Babycomputer hätte es bei mir nicht geklappt – weil meine Gelbkörperphase zu kurz war, um ein Kind erfolgreich in der Gebärmutter einnisten zu lassen. Da hätte ich noch so viele Zyklen optimalen Verkehr in der fruchtbaren Zeit haben können. Aber dank NFP wusste ich, was mir fehlt und habe die Gelbkörperschwäche und Hashimoto erfolgreich heilpraktisch therapiert und bin dann mit nur einem Mal Sex in der hochfruchtbaren Zeit schwanger geworden. Hier mein Schwangerschaftszyklus.

Schwangerschaftszyklus Nr. 2 - Anne

Mein Schwangerschaftszyklus bei Baby Nr. 2

Gerade bei Zyklusbesonderheiten wie PCOS, Gelbkörperschwäche und Endometriose bringt NFP einfach den Vorteil,  dass jeder dokumentierte Zyklus gleichzeitig auch Diagnostik ist und du ihn zur Diagnostik und weiteren Vorgehensweise nutzen kannst.

Das beste Kinderwunsch Buch aller Zeiten 😉

Damit du so schnell wie möglich die Bestimmung der fruchtbaren Tage mit NFP beginnen kannst und diese Methode zur Zyklusdiagnostik nutzen kannst – empfehle ich dir unser eBook “Wann bin ich fruchtbar? Der natürliche Weg zum Wunschkind” herunterzuladen. Dort findest du eine Schritt für Schritt Anleitung für die symptothermale Methode, 5 Übungszyklen inkl. Lösungen, hilfreiche YouTube Videos zu den wichtigsten Eisprungzeichen und 15 motivierende Erfahrungsberichte von Frauen, die mit NFP schwanger geworden sind. Hier sind auch Berichte dabei, wo Frauen trotz PCOS, Endometriose, Gelbkörperschwäche, Schichtarbeit, Zykluschaos nach Absetzen der Pille und schlechtem Spermiogramm vom Mann schwanger geworden sind. Damit du im Alltag NFP schnell und leicht integrieren kannst – findest du im eBook unsere besten Tipps sowie Hinweise zu empfehlenswerten Apps und Thermometern in diesem Buch. Marcus und ich haben eine medizinisch pädagogische Ausbildung zum Fruchtbarkeitscoach erfolgreich im Jahr 2013 abgeschlossen und seitdem hunderte Paare erfolgreich in die Methode eingeführt und zum Wunschkind begleitet. Über zwei Jahre haben wir an diesem eBook geschrieben und einen großen Teil unseres Wissens und Erfahrungen in dieses Buch gepackt, sodass wir es dir wirklich als umfassenden Ratgeber wärmstens empfehlen können.

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