Sind Zykluscomputer schlauer als NFP AnwenderInnen

Zykluscomputer vs NFP AnwenderInnenSind Zykluscomputer schlauer als NFP Anwenderinnen? Warum du schneller schwanger wirst, wenn du deinem Gehirn statt einem Gerät vertraust…

Die künstlich Intelligenz (KI) hat wirklich in vielen Bereichen unseres Lebens ihren Sinn und Berechtigung… Jedoch frage ich mich oft: Welchen Sinn hat eigentlich ein Zykluscomputer zur Bestimmung der fruchtbaren Tage? Ich persönlich als NFP Anwenderin beobachte meinen Zyklus selbstständig und selbstdenkend seit 2009. In den ganzen Jahren habe ich nicht ein einziges mal das Gefühl gehabt, dass ich eine technische Unterstützung bräuchte hinsichtlich der Auswertung meines Zyklus. Ganz im Gegenteil: Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, warum die Zykluscomputer eigentlich existieren? Mit einem einfachen Basalthermometer und einem selbst ausgedruckten Zyklusblatt kann ich alles unabhängig von teuren Geräten und Apps selber beobachten, eintragen und auswerten.

Zykluscomputer fördern Geräte-Abhängigkeit

Wenn ich ein teures Gerät habe, das meinen Zyklus auswertet, dann bin ich abhängig von diesem Gerät bzw. einem Zykluscomputer. Ich kann es mir auch nicht einfach in einem anderen Laden für fünf Euro noch mal kaufen, falls es verloren geht, geklaut wird, kaputt geht oder sonstiges Unvorhergesehenes passiert.

Zykluswissen macht unabhängig

Anders verhält es sich bei einem normalen Basalthermometer, welches du dir in jeder Apotheke weltweit für circa 5-10 Euro kaufen kannst. Dein Wissen, was du erlangt hast, über deinen Zyklus und dessen Auswertung kann glücklicherweise auch nicht verloren gehen und bleibt dir ein Leben lang erhalten. Falls doch mal die entscheidende Auswertungsregeln oder ähnliches vergessen wird, gibt es ja mittlerweile auch tolle eBooks, in denen man nochmals alles nachlesen kann. Ich persönlich finde, dieses wichtige Wissen über den weiblichen Körper und den Zyklus sollte von Generation zu Generation weitergegeben werden und nicht über Geräte funktionieren. Dies passiert natürlich nicht, wenn nur noch die Zykluscomputer bzw. Apps etwas über die fruchtbaren Tage im Zyklus wissen und die Frauen selbst keine Ahnung mehr haben.

Leben wir in einer Geräte-Generation?

Ich habe allerdings das Gefühl, dass wir in einer Generation-Geräte leben – also Menschen, die so sehr mit technischen Geräten aufwachsen, als wenn sie ein Teil von ihnen selbst sind.

Das Vertrauen in technische Geräte und Apps ist teilweise leider viel höher als in das eigene Wissen und Intuition sowie den eigenen Körper. Das macht mir mittlerweile große Sorgen, denn viele Frauen, die sehnlichst schwanger werden möchten, verlassen sich dann auf solche Geräte bzw. Zykluscomputer, und sind am Ende wirklich verlassen. Was wäre denn, wenn das Gerät bzw. der Zykluscomputer einfach nicht exakt die fruchtbaren Tage angezeigt? Was wäre, wenn das Gerät bzw. der Zykluscomputer anzeigt, dass du gar kein Eisprung hast, obwohl das gar nicht stimmt? Was wäre, wenn daraus in der Entschluss, in eine Kinderwunsch Klinik zu gehen entsteht, obwohl es vermutlich auch auf natürlichem Wege geklappt hätte, schwanger zu werden?

Diese Fragen beschäftigen mich momentan sehr und daher möchte ich diesen Beitrag dazu nutzen, dir zu zeigen, wie gut die Zykluscomputer wirklich sind. Im folgenden werde ich einzelne Zykluscomputer vorstellen und allgemeine Hinweise dazu geben. Am Ende des Artikels wirst du vielleicht verstehen, warum ich der Meinung bin, dass die Menschheit eigentlich keinen Zykluscomputer braucht.

Verhütungscomputer zum Schwangerwerden nutzen?

Der erste Punkt, den ich anspreche, betrifft die Verhütungscomputer, die gleichzeitig auch damit werben, dass du damit schwanger werden kannst. Es kann nämlich sein, dass ein solcher Zykluscomputer eher auf die Verhütung spezialisiert ist als auf das Schwangerwerden. So kann man häufig beobachten, dass eigentlich alle Zykluscomputer keine Zyklusdiagnostik beherrschen. Sie sind also nicht auf Zyklusbesonderheiten spezialisiert, die das Schwangerwerden erschweren können. So bleibt eine Gelbkörperschwäche oder Ovarialinsuffizienz häufig unerkannt, da die Geräte das nicht erkennen können. Dies ist vor allem für Frauen ab 35+ entscheidend, da sich hier die Zyklen mehr und mehr verändern und eben Zyklusbesonderheiten häufiger auftreten.

Manchmal ist es auch so, dass der Zykluscomputer nicht einmal deine hoch fruchtbaren Tage von den fruchtbaren Tagen unterscheiden kann. Leider erkennen die meisten Zykluscomputer in den ersten sechs Monate kaum etwas und geben fast jeden Tag an, dass du fruchtbar bist. Doch so ein Computer nützt dir nichts, schließlich willst du in der Kinderwunschzeit wissen – wann der Eisprung kurz bevor steht. Dies können viele Zykluscomputer bzw. Apps einfach nicht leisten. Das Ironische ist, dass dies sogar in der Verpackungsbeilage steht, doch diese wird heutzutage ja kaum von jemandem gelesen. Allgemein ist auch noch ein Problem, dass die Algorithmen zur Bestimmung der fruchtbaren Tage von einem Zykluscomputer in der Regel unbekannt sind. Sie sind ein Betriebsgeheimnis und kaum wissenschaftlich untersucht. Dies macht eine objektive Bewertung der Zykluscomputer für die Frauen heute so schwierig.

Im Gegensatz dazu, kannst du mit der selbstständigen Zyklusbeobachtung mit NFP, deine Besonderheiten im Zyklus mittels Zyklusdiagnostik eindeutig erkennen und natürlich auch deine hoch fruchtbaren Tage bestimmen. NFP ist eine geprüfte Methode, die in Studien mehrfach gezeigt hat, dass sie den Eisprung bis auf wenige Tage genau eingrenzen kann. Ebenso kann NFP Studien mit Schwangerschaftsrate vorweisen und die Regeln können in jedem gutem eBook nachgelesen werden. Aus meiner eigenen Kinderwunschgeschichte kann ich sagen, dass die eindeutig bestimmbare hoch fruchtbare Zeit und die Zyklusdiagnostik enorm wichtig sind, um schnellst möglich schwanger zu werden. Ich habe dank NFP meine Gelbkörperschwäche diagnostiziert und anschließend mit professioneller Hilfe von einer Ärztin und Heilpraktikerin behandelt. Anschließend wurde ich durch Sex in der hochfruchtbaren Zeit schwanger und bin heute glückliche Mutter von zwei Kindern.

Basaltemperatur auswerten

Zykluscomputer Test 2018 & 2019

Ich habe im letzten Jahr und diesem Jahr einige Tests mit Zykluscomputer gemacht und mir Erfahrungsberichte von anderen angehört und gelesen. Zu einigen der bekanntesten Zykluscomputern werde ich im Folgenden die wesentlichen Fakten zusammentragen.

Gerät 1: Zykluscomputer cyclotest myWay

Der cyclotest myway ist ein All-in-One Computer, der deine Temperatur messen kann, sie dann im Computer mit Touch-Screen speichert und deine Zykluskurve darstellen sowie auswerten kann. Theoretisch kannst du auch noch die Ergebnisse von einem LH Test eintragen sowie den Zervixschleim und Muttermund. Problematisch bei diesem Gerät finde ich, dass es nicht symptomthermal auswertet, obwohl es damit beworben wird, dass es symptothermal auswertet. Wenn du nämlich nur die Temperatur misst, wertet das Gerät trotzdem deine fruchtbaren Tage aus. Das gleiche passiert, wenn du nur Zervixschleim beobachtest und keine Basaltemperatur misst. Beides ist bei der symptothermalen Methode nicht zulässig, hier müssen immer Basaltemperatur UND Zervixschleim im Zyklusverlauf beobachtet werden.

Fruchtbarkeitsalgorithmus vom cyclotest myWay ist unbekannt

Da der Algorithmus des cyclotest myWay der Öffentlichkeit nicht bekannt ist, weiß man nicht genau, ob es einen Unterschied macht, wenn man Zervixschleim und Basaltemperatur dokumentiert. Jedoch war die Fruchtbarkeitsanzeige nicht viel besser als die des Vorgänger-Modells cyclotest 2 plus.

Viele Anwenderinnen vom cyclotest myWay messen nur Basaltemperatur

Aus vielen Gesprächen mit Anwenderinnen des cyclotest myWay wissen wir, dass sie häufig nur spärlich Zervixschleim beobachten und meist nur die Basaltemperatur messen. Ebenso ist klar, dass man mit der Basaltemperatur allein die hochfruchtbaren Tage und den Eisprung nicht so gut eingrenzen kann. Schließlich steigt die Basaltemperatur biologisch bedingt meist erst nach dem Eisprung an. Der Zervixschleim zeigt jedoch meist schon vor dem Eisprung eine deutliche Veränderung an. So nutzt man bei der symptothermalen Methode vorwiegend den Zervixschleim, um zu erkennen, wann die hochfruchtbaren Tage beginnen. Mit der Basaltemperatur kann man gut feststellen, wann die hochfruchtbare Zeit vorbei ist. Eine Synergie der beiden Symptome ist also sehr sehr wichtig, da sie die beiden Eisprungzeichen optimal ergänzen.

Zykluscomputer erkennen Störungen der Basaltemperatur nicht selbst

Ebenso ist bekannt, dass die Basaltemperatur durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden kann. Man merkt dies dann an der Temperaturkurve häufig daran, dass die Basaltemperatur plötzlich ohne biologisch erkennbaren Grund nach oben ausschlägt. Dies passiert häufiger, wenn du im Schichtdienst arbeitest, schlecht geschlafen hast, Fieber oder ähnliche Erkrankungen durchlebst u.a. Das Erkennen von gestörten Messwerten erfordert Übung und menschlichen Verstand – es kann dir von KEINEM Zykluscomputer der Welt abgenommen werden.

Unserer Erfahrung nach kommen die Zykluscomputer sehr schlecht mit Störungen der Temperatur klar. Einige Zykluscomputer bieten die Funktion, gestörte Temperaturwerte auszuklammern gar nicht an, und in jedem Fall können die Computer die gestörten Werte nicht selbst erkennen. Woher soll denn auch ein Zykluscomputer bitte schön wissen, ob du gerade Fieber hast?! Verstehst du, was ich meine?

Zykluscomputer haben häufig Messzeitbeschränkungen

Ebenso gibt es häufiger sogar eine Messzeitbeschränkung der Zykluscomputer. Zum Beispiel kann man beim cyclotest nur in einem Zeitfenster von 4 Stunden seine Basaltemperatur messen. Ansonsten ist es nicht mehr möglich. Dies ist für alle Frauen in Schichtarbeit schon mal nicht umsetzbar. Auch hier gibt es im Regelwerk der NFP Lösungen und sogar spezielle Regeln zur Schichtarbeit, welche in unserem Bonus Buch (Gratis-Buch zu unserem eBook “Wann bin ich fruchtbar?”) stehen, um damit umzugehen. Ebenso wird in guten Büchern das Erkennen und der Umgang mit Störungen der Basaltemperatur ausführlich diskutiert. Wichtig ist auch, dass NFP keine großartige Messzeitbeschränkung hat. Messen kann man zu jeder Uhrzeit – man muss nur vor der Messung mindestens eine Stunde geruht oder geschlafen haben.

Doch was ist, wenn du keine Ahnung von NFP hast oder eben keine Fachliteratur gelesen hast? Dann wirst du im schlimmsten Fall einfach dem Gerät vertrauen und dieses Gerät oder diese App wird dann eben Fehler machen, weil jeder Zykluscomputer oder auch Zyklusapp nur so schlau ist, wie die Frau, die ihn bedient.

Es ist NICHT empfehlenswert, sich komplett auf einen Zykluscomputer zu verlassen

Wer wirklich in jeder Lebenssituation NFP problemlos anwenden möchte, kommt immer wieder an dem Punkt an, dass der kürzere Weg die Aneignung von Wissen und der Kauf von einem gewöhnlichen Basalthermometer ist. Somit kannst du einfach selbst schnell und einfach deine Basaltemperatur aufzeichnen und die fruchtbaren Tage bestimmen. Selbst ist die Frau ;D. Es ist zumindest nicht sinnvoll, sich vollständig auf einen Zykluscomputer zu verlassen, sondern wirklich ein umfassendes Wissen über den eigenen Zyklus zu erlangen. Ansonsten bringt dich auch der teuerste Zykluscomputer ever nicht weiter, wenn du schwanger zu werden möchtest. In meinem Testbericht zum cyclotest myWay kannst du noch mehr Details nachlesen.

Gerät 2: cyclotest mySense mit App

Das cyclotest mySense ist von der gleichen Firma wie der cyclotest myWay. Dementsprechend wurde hier vermutlich auch der gleiche Algorithmus integriert. Der unterschied zum cyclotest myWay ist beim cyclotest mySense, dass es sich um ein Bluetooth Thermometer handelt, das die gemessenen Temperaturwerte in die dazugehörige mySense App übertragen kann und diese Werte dann in der App auswertet. Es ist dementsprechend etwas günstiger als der All-in-One Computer, aber trotzdem noch zehnmal teurer als ein einfaches Basalthermometer. Letztendlich ist auch die Frage bei diesem Gerät: wieso sollte ich mir dieses Gerät kaufen, wenn ich mit einem fünf Euro Basalthermometer und einer anderen App, die vielleicht auch noch mal fünf Euro kostet, das gleiche Ergebnis erzielen kann – bis auf den Punkt, dass ich keine Bluetooth Übertragung der Thermometerwerte habe? Hinzu kommt, dass das cyclotest mySense Bluetooth Basalthermometer noch nicht regelkonform messen kann und auch bei der Bestimmung der fruchtbaren Tage Probleme macht. Einen ausführlichen Testbericht zu diesem Gerät, findest du im Artikel zu „cyclotest mySense mein Testbericht“.

Gerät 3: Zykluscomputer Ava-Armband mit App

Dieses Armband von Ava soll laut Hersteller Firma die fruchtbaren Tage im Schlaf erkennen, in dem es die Hauttemperatur am Handgelenk und viele weitere Körpersymptome aufnimmt über ein Armband, das nachts getragen wird. Ich habe es selbst noch nicht getestet, aber ich habe sehr viele Erfahrungsberichte und Beispielzyklen von Frauen gesehen, die ihre Zykluskurve auf Instagram gepostet haben (du findest mich auf Instagram unter: @eisprung.bestimmen).

Temperaturkurven vom Ava Armband sind wertlos für die Kinderwunschzeit

Diese Temperaturkurven, die mit dem Ava Armband aufgezeichnet wurden, können leider nicht zur Bestimmung der fruchtbaren Tage sowie zur Zyklusdiagnostik verwendet werden.
Dies liegt allein schon daran, dass die Basaltemperatur NICHT über die Haut gemessen werden kann. Die Messgenauigkeit über die Haut ist einfach nicht ausreichend. Wer mir nicht glaubt, kann sich ja mal ein Fieberthermometer mit Hautmessung (z. B. ein Stirn- oder Ohrthermometer besorgen und die gemessen Werte mit einem richtigen Fieberthermometer mit 3 Minuten Messzeit vergleichen. Ihr werdet sehr überrascht sein, wie schlecht die Messung über die Haut ist. Wer keine Lust auf Experimente hat, kann auch einfach in die Verpackungsbeilage vom Hautthermometer schauen und wird feststellen, dass die Messung keine 0,05°C Genauigkeit aufweist. Dies ist aber für eine regelkonforme Messung der Basaltemperatur zwingend notwendig. Somit verwundert es nicht, dass bis heute die Messung nur im Mund, in der Vagina oder im Po regelkonform ist, da wir hier eine ausreichende Messgenauigkeit erreichen.

Ava Armband ist wissenschaftlich nicht bewiesen

Bisher gibt es keine ausreichenden Tests und Studien, die die Wirksamkeit von dem Ava Algorithmus bestätigen. In der einen Studie, die Ava immer wieder zitiert, wurde das Ava einfach viel zu wenig untersucht. Die unabhängige Forschungsinstitution Sektion Natürliche Fertilität schreibt öffentlich auf ihrer Website darüber das Folgende:

“Aktuell wird z. B. ein nachts anzulegendes Armband mit Sensorsystem namens Ava besonders propagiert, das Hauttemperatur, Pulsrate und anderes misst. Häufig ist eine gewisse Korrelation solcher Parameter zu den Zyklusphasen festzustellen, die in der Regel jedoch nicht eng genug ist, um für Kinderwunsch oder Kontrazeption geeignet zu sein. Derzeit ist es weiterhin so, dass Frauen durch eigene Kompetenz am besten das fruchtbare Fenster feststellen können (wie man das lernt, siehe oben) und sich nicht von Werbung und Marketing einreden lassen sollen, dass neu entwickelte Produkte besser sind.” © Studie zum unerfüllten Kinderwunsch, Sektion-Natürliche-Fertilität.de

Zyklusdarstellung vom Ava Armband unzureichend

Eigentlich kann man dem Zitat der WissenschaftlerInnen nicht mehr viel hinzufügen. Doch mal angenommen, die Messung über die Haut mit dem Ava würde passen, selbst dann würde das Ava Armband durchfallen. Schließlich ist die Zyklusdarstellung wirklich nicht gelungen und bringt viele Frauen in sozialen Netzwerken regelmäßig zum verzweifeln.

Sehr häufig posten Frauen auf Instagram ihre Zykluskurve vom Ava Armband und fragen dann andere Frauen, was sie denn damit anfangen sollen, weil der Zyklus so unübersichtlich dargestellt ist. Die Antwort ist einfach: „Ihr könnt leider nichts mit dem Ava Zykluskurven anfangen.” Damit Temperaturkurven zur Diagnostik oder Interpretation genutzt werden können, müssen sie auf Methoden basieren, die wissenschaftlich geprüft sind. Das Ava Armband ist aber wissenschaftlich nicht ausreichend überprüft und somit sind wir wieder am Anfang der Argumentationskette angekommen.

Gerät 4: Zykluscomputer Pearly (Ladycomp)

Der Zykluscomputer Pearly basiert vom Fruchtbarkeitsalgorithmus auf dem Ladycomp Zykluscomputer. Auch hier ist der Algorithmus zur Fruchtbarkeitsanzeige wissenschaftlich sehr dünn untersucht. Die letzte relevante Vergleichsstudie der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2000 vom Ladycomp fiel nicht gut für den Computer aus. Es landete mit einem Testergebnis von 3,7 am hinteren Ende noch hinter dem cyclotest Computer, wobei NFP den Sieg mit großem Abstand zur Konkurrenz holte. Auch beim Pearly gibt es wieder ein Messzeitfenster von 3-6 Stunden, womit es bei Schichtarbeit wieder nicht verwendet werden kann. Ebenso soll man vor der Messung mindestens 3-5 Stunden geschlafen haben, was noch zu schaffen ist. Es wird nur die Basaltemperatur in der Auswertung berücksichtigt. Zervixschleim und Muttermund können nicht eingegeben werden. Natürlich braucht der Pearly wieder 2-6 Monate, um ausreichend viel über die Frau und dessen eingegebene Zyklen zu lernen. Mit anderen Worten, die ersten 6 Monate kann man sich nicht auf die Angaben verlassen. Dies ist in der Kinderwunschzeit schon eine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass viele Frauen ab 35+ mit der Babyplanung starten. Sie können sich eigentlich keine 6 Monate Lernphase eines Gerätes leisten, in denen sie keine ausreichenden Infos über die fruchtbaren Tage bekommen, da ihre biologische Uhr nunmal tickt. Der Pearly hat keine Zyklusdarstellung der Temperaturkurve und auch keine App. Dies finde ich nicht mehr zeitgemäß und veraltet. Aus meiner Sicht hat der Pearly im Vergleich zu anderen Zykluscomputern ein sehr schlechtes Preis-Leistungsverhältnis, da er sehr wenig kann.

Gerät 5: Zykluscomputer daysy (Ladycomp)

Im Prinzip ist der daysy mit dem cyclotest mySense vergleichbar. Der daysy ist nämlich auch ein Bluetooth Basalthermometer mit einer App. Die App kann die gemessenen Temperaturwerte vom Bluetooth Basalthermometer importieren. Ebenso ist auch die Eingabe vom Zervixschleim möglich. Der Algorithmus zur Bestimmung der fruchtbaren Tage stammt wieder von der Firma Ladycomp wie beim Pearly.

Wissenschaftliche Untersuchung zum daysy sind fehlerhaft

Wissenschaftlich wurde der daysy hinsichtlich der Verhütungssicherheit untersucht. Die Untersuchung wurde von der Mehrheit der WissenschaftlerInnen – mal milde ausgedrückt – kritisch betrachtet. Den Tenor kann ich mal zitieren:

“Published analysis of contraceptive effectiveness of Daysy and DaysyView app is fatally flawed, Chelsea B. Polis Reprod Health. 2018; 15: 113.

Deutsche Übersetzung:

Die veröffentlichte Analyse der empfängnisverhütenden Wirksamkeit der Daysy- und DaysyView-App ist fatal fehlerhaft.” Chelsea B. Polis Reprod Health. 2018; 15: 113.

Sowas machen WissenschaftlerInnen nicht häufig, dass sie ihren Kollegen so stark widersprechen. Doch, wenn ein Wissenschaftlicher kühn behauptet, dass der daysy zu 99% sicher ist und diesen auch noch für besser als die wissenschaftlich etablierte Kupferspirale hält, dann ist das schon ein Kommentar wert. Der größte Makel ist aber, dass dieser angegebene Pearl Index auf einer Befragung von ca. 6278 Menschen basiert, von denen ca. 768 Frauen mitgemacht haben. Das heißt nur 13% der Frauen haben bei der Umfrage mitgemacht. Über den Rest, der überwältigenden Mehrheit, weiß man halt nichts. Dies wäre ungefähr so, als wenn bei einer Bundestagswahl nur 13% zur Wahl gehen und dann im Fernsehen berichtet wird, dass die Mehrheit der Bevölkerung diese oder jene Partei gewählt hat. Das ist natürlich stark an der Realität vorbei. So funktioniert Wissenschaft natürlich nicht, daher ist die Kritik absolut berechtigt. Weitere kritische Punkte in der Veröffentlichungen runden das Bild einer wissenschaftlich sehr schlecht gemachten Studie ab.

Aus meiner Sicht müssen weitere Untersuchungen gemacht werden, um die Qualität vom daysy Algorithmus zur Bestimmung der fruchtbaren Tage zu bewerten. Ich erwarte hier aber nicht den Durchbruch, weil das Prinzip vom daysy ähnlich zum mySense ist. Ich habe den daysy aber bisher nicht selbst getestet und möchte daher kein abschließendes Urteil über das Gerät fällen.

Gerät 6: Femometer mit App

Das Femometer mit der dazugehörigen App gibt es in verschiedenen Ausführungen. Erstens als Bluetooth Variante, mit der die Temperaturwerte mit einem Bluetooth Basalthermometer gemessen und anschließend in die App übertragen werden können. Zweitens kann man die Femometer App auch einfach mit einem ganz normalen Basalthermometer nutzen und die Werte manuell selbst eintragen. Ein ausführlichen Testbericht zum Femometer und dessen Fruchtbarkeitsanzeige, habe ich bereits auf diesem Blog verfasst.

Zusammenfassung und Fazit

Insgesamt kann man zusammenfassen, dass die Zykluscomputer allgemein nicht als das Ultimative anzusehen sind. Sie sind bis heute nicht ausreichend gut entwickelt, um mit NFP mithalten zu können. Alle Zykluscomputer haben gemeinsam, dass sie wissenschaftlich gar nicht oder schlecht untersucht sind. Wir WISSEN also streng genommen NICHT, wie gut sie die fruchtbaren Tage bestimmen oder bei Kinderwunsch helfen können.

Zykluscomputer sind im Vergleich zur klassischen NFP Anwendung relativ kostenintensiv und haben meist Einschränkungen bei der Messzeit und Zykluslänge, was ihre Anwendung bei Schichtarbeit oder Zyklusbesonderheiten wie PCOS teilweise unmöglich macht. Hinzu kommt die Erlernphase von 2-6 Monaten, die sich die meisten Frauen bei Kinderwunsch nicht leisten können etc., weil die biologische Uhr nunmal weiter tickt.

Bis heute ist die einfachste, preiswerteste Variante: den Zyklus selbst mit einer wissenschaftlich geprüften Methode wie NFP zu beobachten. Hier misst man die Basaltemperatur mit einem einfachen NFP Thermometer und dokumentiert dann Zervixschleim und Temperatur in einem Zyklusblatt oder einer geeigneten App. Anschließend bestimmt man die fruchtbaren Tage auf der Grundlage fester NFP Regeln anhand der aufgezeichneten Temperaturkurve und dem Schleimverlauf.

Studie NFP Schichtarbeit Basaltemperatur

Studie zur Auswertbarkeit der Zyklen bei Störungen der Basaltemperatur © Elisabeth Raith-Paula et. al. Natürliche Familienplanung heute 2013

Die symptothermale Methode (NFP) funktioniert für fast alle Frauen, selbst wenn bei Schichtarbeit oder wenn sie PCOS haben. In Studien konnten die Frauen in 94,5% der Zyklen ihre fruchtbaren Tage bestimmen. Bei Schichtarbeit waren es immerhin noch 80%, was ein guter Wert ist. Man kann sofort beginnen und hat keine Messzeit Einschränkungen – das ist doch mal was.

Schwangerschaftsrate NFP

Schwangerschaftsrate mit NFP und ohne NFP | Gnoth et. al. Hum Reprod. 2003 Sep;18(9):1959-66.

Den Beweis das NFP funktioniert gibt es schon lang, denn hier kann man eindeutig zeigen, dass die Schwangerschaftsrate erhöht ist. In Studien wurden 81% der Frauen innerhalb von 6 Monaten schwanger, ohne NFP sind es nur 60%. Weitere Studien zeigen, dass die NFP Methode sogar Frauen mit langer Wartezeit bei Kinderwunsch helfen kann. Auch hier war die Schwangerschaftsrate im Vergleich zu Frauen, die kein NFP gemacht haben, erhöht. Weitere Studien zur Eingrenzung des Eisprungs bis auf wenige Tage u.v.m. sprechen auch für sich.

Eisprung bestimmen

Alles was es braucht, um NFP anzuwenden, ist ein gutes Basalthermometer und Wissen. Dieses Wissen kannst du am besten mit unserem eBook “WANN BIN ICH FRUCHTBAR?” erwerben, was ich dir auf diesem Weg empfehlen möchte. Schließlich findest du hier eine Schritt für Schritt Anleitung in die NFP Methode inkl. Übungszyklen + Lösungen. Erfahrungsberichte von Frauen, die mit NFP trotz PCOS, Gelbkörperschwäche, Endometriose, Schichtarbeit, schlechtem Spermiogramm, Zyklus-Chaos nach Pille, langer Wartezeit u.v.m. schwanger geworden sind. Der absolute Clou ist jedoch, dass Kapitel zur Zyklusdiagnostik, mit denen du die Ursachen, warum es bisher nicht geklappt hat, anhand deiner Zyklusaufzeichnungen eingrenzen kannst. Klar gibt es im Buch auch Tipps von mir, wie du clever und mit einfachen Mitteln NFP in deinen Alltag integrieren kannst und welche Apps und Basalthermometer, ich dir wirklich empfehlen kann.

Ich habe schon unzählige Zykluscomputer, Thermometer und Apps auf diesem Blog getestet und muss ganz klar sagen, dass NFP immer meilenweit vorn war. Ich bin fest davon überzeugt, dass auch noch eine ganze Weile eine NFP Anwenderin, welche ihre fruchtbaren Tage selbst bestimmt, tausend mal schlauer ist als jeder Zykluscomputer. Gehirn statt Gerät lautet mein Motto. Schwanger werden mit NI (natürlich Intelligenz) statt KI (künstliche Intelligenz) ist meines Erachtens die bessere Wahl.

In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute auf deinem Weg zum Wunschkind

DEINE ANNE

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