Einnistung fördern – Wie geht das?

Einnistung fördernWie kann man die Einnistung fördern und welche Dinge sollte man meiden? Wir zeigen unsere 10 besten Tipps, damit es mit der Nidation endlich klappt.

Alle Frauen in der Kinderwunschzeit wissen, dass die Einnistung der befruchteten Eizelle nach dem Eisprung von großer Bedeutung ist. Erfolgt die Einnistung fehlerhaft, kann sich die Zygote nicht zu einem Baby weiterentwickeln und es kommt zu einem sehr frühen Schwangerschaftsabbruch. Die Möglichkeit ein gesundes Baby im Arm zu halten, hängt also enorm von der Einnistung ab. Im heutigen Artikel möchten wir uns damit beschäftigen, wie man die Einnistung fördern kann. Hierzu zeigen wir unsere 10 besten Tipps auf, damit es schnellstmöglich mit der Nidation klappt.

Wie kann man die perfekte Einnistung erkennen?

Was ist eine optimale Einnistung? Eine gesunde Eizelle vereinigt sich nach dem Eisprung mit einer gesunden Spermie. Diese „befruchtete Eizelle“ (Zygote) bewegt sich nun durch den Eileiter bis zur Gebärmutter und nistet sich anschließend in der Gebärmutterschleimhaut ein. Dieser Prozess dauert meist 7 bis 10 Tage. Hat sich die Eizelle perfekt eingenistet, geschehen wichtige Dinge.

Weiterentwicklung der Zygote zur Blastozyste

Innerhalb weniger Tage entwickelt sich die Zygote zu eine Blastozyste weiter. Als Blastozyste bezeichnet man einen Embryo, welcher aus einer Zellstruktur von rund 64 bis 200 Zellen besteht. Erst ab diesem Zeitpunkt spricht von einer erfolgreichen Einnistung.

Bei Einnistung steigt der hCG Wert

Nach der erfolgreichen Einnistung der Zygote muss der Rest des Körpers informiert werden. Der Körper macht das in der Regel durch die Ausschüttung des humanen Choriongonadotropin (hCG), welches aus einer Vorstufe der Plazenta gebildet wird. Nach der Einnistung steigt der hCG Wert somit sprunghaft an und kann daher als Marker für die Nidation verwendet werden.

84% der Einnistungen sind etwa 8 bis 10 Tage nach dem Eisprung

Anhand des hCG Wertes lässt sich der Zeitpunkt der Einnistung bestimmen. Dieser ist erreicht, sobald das hCG einen gewissen Schwellwert überschreitet. WissenschaftlerInnen fanden heraus, dass die Einnistung etwa 6 bis 12 Tage nach dem Eisprung stattfindet. Überdies hatten in der Studie mit 200 Frauen rund 84% der Studienteilnehmenden eine Einnistung im Zeitraum von 8 bis 10 Tagen nach ihrem Eisprung.

Einnistung perfekt erkennen

Um die Einnistung sicher zu erkennen, muss man zunächst erstmal sehr genau eingrenzen, ob und und wann ein Eisprung stattgefunden hat.

#1 Eisprung sicher eingrenzen

Den Eisprung kann man am besten und sichersten mit der NFP Methode eingrenzen. Bei dieser Methode werden der Zervixschleim und die Basaltemperatur im Zyklus beobachtet. Tag für Tag trägt man die gemessenen Temperaturwerte sowie den Zervixschleim in ein Zyklusblatt ein. Aus der so entstandenen Temperaturkurve und dem Schleimverlauf lässt sich der Eisprung nach bestimmten NFP Regeln zu 91% bis auf vier Tage genau eingrenzen. Mehr zu diesem Thema erfährst du in unserem Beitrag: „Wann ist der Eisprung?”, wo wir genauer auf die Eisprung-Studie und NFP Methode eingehen.

#2 Schwangerschaftstest durchführen

Ein Schwangerschaftstest misst den hCG Spiegel und schlägt ab einem bestimmten Schwellwert positiv an. Mit der NFP Methode weiß man, wann der Eisprung war. Somit kann man ab Tag 12 nach dem Eisprung mit einem *Schwangerschaftsfrühtest auf eine Einnistung bzw. Schwangerschaft testen. Falls die Eizelle wirklich befruchtet wurde und sich eingenistet hat, lässt sich dies somit leicht mit einem SS Test mit einer Schwellenkonzentration von 10 mIU pro ml feststellen.

#3 Auf weitere Einnistungs-Symptome achten 

Neben einen positiven Schwangerschaftstest, gibt es noch weitere Einnistungs-Symptome wie z. B. die Einnistungsblutung, Einnistungsschmerzen, der Zervixschleim, der Verlauf der Basaltemperaturkurve u.a., die eine Einnistung anzeigen können. Mehr dazu erfährst du in unserem Beitrag: „Die 7 wichtigsten Einnistungs-Symptome”.

Einnistung fördern – die besten 10 Tipps

Anhand von wissenschaftlichen Studien sowie persönlichen Erfahrungen als Fruchtbarkeits- Expertin mit meinen Klienten möchte ich nun meine 10 besten Tipps zum Einnistung fördern vorstellen. 

#1  Folsäure und Einnistung

Folsäure oder Folat zählt zu den Vitaminen der B-Gruppe. Eigentlich können die B-Vitamine auch über die Ernährung natürlich aufgenommen werden. Jedoch reicht das häufig nicht aus und so lohnt es sich schon vor der Schwangerschaft *Folsäure als Nahrungsergänzung einzunehmen. Es gibt hier auch spezielle Kombipräparate für die Kinderwunschzeit, die noch weitere wichtige Nährstoffe enthalten. Eine Folat Unterversorgung kann zu Fehlgeburten, Frühgeburten, Wachstumsstörungen sowie einer Reduktion des Geburtsgewichtes führen. Dies kann man internationalen Studien zur Folsäure entnehmen. Aus diesem Grund ist die regelmäßige Einnahme von Folsäure in der Frühschwangerschaft von der WHO empfohlen. Mehr dazu erfahren sie in unserem Beitrag: „Schwanger nach Fehlgeburt – Was tun?”.

#2 Aspirin in geringer Dosierung

So verrückt es klingen mag, aber Aspirin kann die Einnistung fördern. In einer Studie aus Argentinien wurden 298 Frauen, die sich einer IVF Behandlung unterzogen haben und mindestens 35 Jahre alt waren, in zwei Gruppen eingeteilt. In der ersten Gruppe aus 149 Teilnehmerinnen, bekamen die Frauen regelmäßig Aspirin in geringer Dosierung zugesetzt. Die Kontrollgruppe war auch 149 Frauen stark – jedoch wurde hier nur ein Placebo verabreicht. Anschließend hat man die Schwangerschaftsrate und Implantationsrate verglichen. Hierbei ist die Implantationsrate der Prozentsatz der Einnistung derjenigen Embryonen, welche erfolgreich in die Gebärmutter implantiert wurden.

Schwangerschaftsrate und Implantationsrate waren bei Aspirin-Gruppe erhöht

Im Ergebnis war die Schwangerschaftsrate der Aspirin-Gruppe mit 45 zu 28% erhöht. Auch bei der Implantationsrate ergab sich mit 17,8 zu 9,2% ein deutlicher Vorsprung der Aspirin-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Somit kann Aspirin tatsächlich die Einnistung fördern. Obwohl Aspirin nicht verschreibungspflichtig ist, möchten wir dazu raten, die Dosierung und Einnahme immer mit deiner Frauenärztin oder deinen Frauenarzt abzustimmen.

#3 Akupunktur

Vor allem im Zusammenhang mit modernen Methoden der Reproduktionsmedizin untersucht man TCM Methoden schon länger. Beim Embryonentransfer im Rahmen einer IVF kann man direkt sehen, ob die Einnistung funktioniert oder nicht. Hier gibt es ja die so genannte Implantationsrate, die man ja objektiv vergleichen kann. In einer Studie teilte man die 186 Teilnehmerinnen vor einem Embryonentransfer in drei Gruppen. Gruppe 1 führte die Akupunktur 25 Minuten vor und nach dem Embryonentransfer durch, Gruppe 2 unterzog sich einer Akupunktur nur 25 Minuten vor dem Embryonentransfer und in der Gruppe 3 wurde keine Akupunktur durchgeführt. 

Akupunktur steigert die Chancen auf erfolgreiche Einnistung

Im Ergebnis war die Implantationsrate der Frauen, die eine Akupunkturbehandlung erhalten haben, deutlich höher als bei Frauen, die keine Behandlung erhalten haben. Dieses Ergebnis zeigt, dass TCM Methoden durchaus helfen können die Einnistung zu fördern. 

#4 Vitamin D3

Vitamin D Mangel und eine Fehlgeburt hängen zusammen. In der Studie mit 500 Teilnehmenden hatten etwa 53% einen schweren Vitamin D Mangel, etwa 30% einen leichten Vitamin D Mangel. Nur bei ca. 17% der Frauen lag der Vitamin D Spiegel im Normbereich. Alle Frauen unterzogen sich im Anschluss reproduktionsmedizinischen Behandlungen, um schwanger zu werden. Im Anschluss hat man die Baby-Take-Home Rate der Teilnehmenden verglichen. Also die Zahl der Frauen, die tatsächlich ein Baby nach der Behandlung mit nach Hause nahmen.

Baby-Take Home Rate bei gutem Vitamin D Spiegel erhöht

Im Ergebnis hielten nur 23% der Frauen mit schweren Vitamin D Mangel ein Baby im Arm. Bei den Frauen mit mittlerem Vitamin D Mangel wurde etwa 27% Mamas. Jedoch konnten in der Gruppe der Frauen, die einen Vitamin D Spiegel im Normbereich hatten, etwa 34% der Teilnehmerinnen ein gesundes Baby im Arm halten. Nun muss man sagen, dass jede Frau in Absprache mit ihrem Ärzteteam den Vitamin D Wert testen sowie bei einen bestehendem  Mangel *Vitamin D3 Präparate supplementieren kann. Somit kann jede Frau gezielt etwas dafür tun, dass die Chancen, dass das Baby auch bleibt, steigen.

#5 Vermeide Koffein 

Es gibt viele verschiedene Studien, die zeigen das übermäßiger Koffeinkonsum die Fehlgeburtenrate steigen lässt. Beispielsweise fand man in einer Studie heraus, dass Frauen die mehr als 200 mg Koffein täglich zu sich nehmen (eine Tasse Kaffee pro Tag) eine zweimal so hohe Fehlgeburtenrate haben wie ohne Koffeinkonsum. Somit sollte man unserer Meinung nach bei einem bestehenden Kinderwunsch auf koffeinfreien Kaffee oder andere Alternativen umschwenken.

# 6 Einnistung fördern durch Lebensmittel

Zum Thema Einnistung fördern durch Lebensmittel gibt es wenige Studien, aber viele Meinungen und Erfahrungen. Die folgenden Lebensmittel habe ich nach umfassenden Recherchen zusammengetragen, sie enthalten Nährstoffe die den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut sowie die Hormonproduktion anregen können. Wir empfehlen jedoch in der Kinderwunschzeit immer eine individuelle Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen, da wir alle verschieden sind. 

Von Ananas zu Vollkornprodukten

Nach meinen Recherchen sind Ananas, Walnüsse und Sonnenblumenkerne, rote Früchte wie Beeren und Granatapfel, Vollkornprodukte, Seetang sowie grünes Blattgemüse wie Grünkohl sehr gut geeignet, um die Einnistung zu fördern. Generell gilt die PUR-Regel so gut es geht ein zu halten. Das bedeutet: P für pflanzlich, U für unverarbeitet und R für regional. Idealer Weise sind Bio-Lebensmittel natürlich den konventionellen vorzuziehen.

# 7 Die richtigen Tees für die Einnistung

Erstmal soll vorab gesagt sein, dass koffeinhaltige Tees oder Getränke genauso ungünstig sind wie Kaffee und im gleichen Maße zu einer höheren Fehlgeburtenrate führen können. Dies ergab eine Studie aus dem Jahr mit über 1000 Teilnehmerinnen aus dem Jahr 2008. Jedoch gibt es Tees, die natürliche Folsäure sprich B-Vitamine enthalten bzw. die Bildung von B-Vitaminen unterstützen, die ja nachweislich wichtig für eine gute Einnistung sind. Zu ihnen gehören im besonderen der Himbeerblättertee und der Frauenmantel, den viele HeilpraktikerInnen in der zweiten Zyklushälfte empfehlen.

# 8 Einnistung und Sport

Zum Thema Einnistung und Sport gibt es unterschiedliche Meinungen in der Wissenschaft. In Studien ist es unstrittig, dass regelmäßiger Sport in Maßen durchaus die Fruchtbarkeit und auch die Empfängnis positiv beeinflussen kann. Jedoch gibt es auch Studien, die aufzeigen, dass eine übermäßige sportliche Aktivität vor dem Schwangerwerden und in der Frühschwangerschaft die Progesteronwerte senkt und somit eine Gelbkörperschwäche sowie eine Fehlgeburt wahrscheinlicher macht.

#9 L-Arginin und Einnistung

Je besser die Gebärmutterschleimhaut, je besser ist die Einnistung. Diese Erkenntnis ist für immer mehr ExpertInnen der Anlass die Aminosäure L-Arginin als Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen. L-Arginin stärkt die Durchblutung der Gefäße in der Gebärmutter und unterstützt somit den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Dies zeigen zahlreiche Studien in den letzten Jahren. Bei der Einnahme von L-Arginin muss man jedoch auch Vorsichtigkeit sein, da Risiken für Nebenwirkungen bestehen können. Aus diesem Grund nehmt dieses Präparat nur in Absprache mit eurer gynäkologischen Praxis.

#10 Reduziere den Stress

Beim Thema Stress ist die Wissenschaft auch sehr gespalten. Während zahlreiche WissenschaftlerInnen und Mainstream Medien keinen Zusammenhang zwischen Stress und einer erhöhten Fehlgeburtenrate sehen, gibt es auch andere Meinungen. In einer Meta Studie, die über 1100 Studien angesehen hat, kommt man schon zu dem Schluss, dass Stress einen Einfluss auf die Fehlgeburtenrate haben könnte. Unserer Erfahrungen nach ist eine  Stressreduktion wirklich von großen Vorteil beim Schwangerwerden. 

Fazit

Die Einnistung fördern kann auch auf natürliche Weise gelingen. Die Wissenschaft zeigt, dass es zahlreiche Wege gibt, die Wahrscheinlichkeit ein gesundes Baby im Arm zu halten, zu verbessern. Die vorgestellten Tipps basieren auf Erfahrungen und Studien, die ganz sicher nicht alle Möglichkeiten aufzeigen, die es gibt. Wichtig ist zu wissen, was die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und die zweite Zyklushälfte nach dem Eisprung stabilisiert u.ä. Durch diese Gedanken wird man automatisch für sich gute Lösungen finden.

NFP hilft dabei, eine Einnistung sicher zu erkennen

Es ist jedoch sehr von Vorteil, zu wissen, wie du einen Eisprung erkennen kannst. Hier hilft NFP dir sehr weiter, da du mit dieser Methode nicht nur deinen Eisprung, sondern auch eine Schwangerschaft sicher erkennen kannst. In diesem Sinne wünschen wir dir alles Gute auf deinem Weg zum Wunschkind.

Quellen

[1] Zehghani AS, Homayouni K, Kanannejad Z, Kanannejad Z. The effect of acupuncture on the day of embryo transfer on the in vitro fertilization outcomes: An RCT. Int J Reprod Biomed. 2020;18(3):209-214. Published 2020 Mar 29. doi:10.18502/ijrm.v18i3.6719

[2] Chu, J., Gallos, I., Tobias, A. et al. Vitamin D and assisted reproductive treatment outcome: a prospective cohort study. Reprod Health 16, 106 (2019). https://doi.org/10.1186/s12978-019-0769-7

[3] McKinnon CJ, Hatch EE, Rothman KJ, et al. Body mass index, physical activity and fecundability in a North American preconception cohort study. Fertil Steril. 2016;106(2):451-9. doi:10.1016/j.fertnstert.2016.04.011

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