Ist Leukorrhoe ein Anzeichen für eine Schwangerschaft?

Leukorrhoe Ist Leukorrhoe ein Schwangerschaftsanzeichen? Wir zeigen dir, was der geheimnisvolle weiße Ausfluss im Menstruationszyklus wirklich bedeutet.

Viele Frauen beobachten vor der Periode vermehrten weißlichen Ausfluss und fragen sich, ob sie schwanger sind. Dieser weißliche Schleim wird in der Fachsprache Leukorrhoe genannt und kann in verschiedenden Zyklus- und Lebensphasen auftreten. In diesem Beitrag erfährst du, wie du Leukorrhoe richtig deuten kannst und ob er möglicherweise ein Anzeichen für eine Schwangerschaft ist.

Was ist Leukorrhoe?

Generell ist Leukorrhoe ein medizinisches Fachwort für weißlichen, cremigen Ausfluss aus der Vagina. Dieser Ausfluss hat drei Komponenten, die Kapillarflüssigkeit der Vagina, den Zervixschleim aus dem Gebärmutterhals und den Erregungsschleim aus den bartholinischen Drüsen. Jeder Komponente des in der Regel geruchlosen Ausflusses kommt eine andere Bedeutung im Körper der Frau zu.

Kapillarflüssigkeit schützt vor Krankheitserregern

So ist die Kapillarflüssigkeit der Vagina aus den Epithelzellen meist sauer. Dieses saure Milieu soll den Körper insbesondere den Vaginalbereich vor Krankheitserregern schützen. Ebenso erzeugen die Milchsäurebakterien in der Kapillarflüssigkeit die weißliche Farbe des Ausflusses (Leukorrhoe).

Zervixschleim ist Nahrung für Spermien

Der Zervixschleim ernährt die Spermien und sorgt dafür, dass sie bis zu 3 bis 5 Tage im Körper der Frau befruchtungsfähig bleiben. Somit können Spermien auf den Eisprung warten und diese befruchten. Nun ist die Eizelle nach dem Eisprung etwa 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Somit ergeben sich etwa sechs hoch-fruchtbare Tage im Zyklus einer Frau, an denen sie potentiell schwanger werden kann.

Erregungsschleim ist ein natürliches Gleitmittel

Der Erregungsschleim tritt in der Regel wie der Name schon sagt, nur bei sexueller Erregung auf und fungiert als natürliches Gleitmittel, welches Schmerzen beim Sex oder Scheidentrockenheit verhindern soll.

Wann tritt Leukorrhoe auf?

Kommen wir nun zu den häufigsten Zyklus- und Lebensphasen, in denen Leukorrhoe für gewöhnlich auftritt.

Leukorrhoe in der Pubertät

Kurz vor dem Einsetzen der ersten Periode im Leben einer Frau (Menarche) können viele Mädchen schon einen weißlich, cremigen Schleim beobachten. Dieser Weißfluss ist ganz normal und ist ein ersten Zeichen für den Beginn der Fruchtbarkeit bei jungen Frauen in der Pubertät. Für gewöhnlich dauert es eine Weile von der ersten Menarche bis sich der Zyklus stabilisiert. Meist ist die Zyklusstabilisierung bis zum 18. Lebensjahr abgeschlossen.

Weißer Ausfluss zum Eisprung

Leukhorrhoe - weißer Ausfluss

Leukhorrhoe – weißer Ausfluss © Natürliche Fruchtbarkeit

Ja, auch zum Eisprung kann weißer Ausfluss auftreten. Normalerweise steigt der Wassergehalt im Zervixschleim infolge der Steigerung des Östrogenspiegels mit der Eizellreifung an. Somit können viele Frauen zum Eisprung wässrigen Zervixschleim beobachten. Jedoch ist die Zervixschleimqualität zum Eisprung von Frau zu Frau und Zyklus zu Zyklus unterschiedlich. Schließlich ist auch die Östrogenproduktion und der Wassergehalt im Ausfluss von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich. Folglich können einige Frauen auch weißlichen Schleim zum Eisprung  beobachten.

Leukorrhoe vor der Periode

Kurz vor der Periode löst sich der Schleimpfropf und somit kann es zu cremigen und weißlichen Ausfluss (Leukorrhoe) kommen. Somit ist dieser weißliche Schleim vor der Periode in diesem Fall ein Anzeichen für die bevorstehende Menstruation. Häufig können Frauen hier auch ein Brustspannen in Ankündigung der Periode beobachten.

Leukorrhoe in der Schwangerschaft

Gegen Ende des ersten Trimesters nimmt der Ausfluss vermehrt zu und nimmt häufiger eine weißliche cremige Konsistenz an. Dieser Ausfluss wird in der Fachsprache auch gern Weißfluss genannt und ist völlig normal. Er besteht zum größten Teil aus der Kapillarflüssigkeit der Vagina, da in der Schwangerschaft Krankheitserreger von der Mutter und dem Baby in der Gebärmutter fern gehalten werden sollen. Eigentlich ist der Leukorrhoe in dieser Phase auch ein Schwangerschaftsanzeichen. Nur nützt es einem wenig, da die meisten Frauen zu diesem Zeitpunkt bereits mit einem Schwangerschaftstest ihre Schwangerschaft festgestellt haben.

Leukorrhoe – Wann muss ich zum Arzt?

Normalersweise ist Leukorrhoe ein normaler geruchloser, weißer Schleim und somit etwas ganz Natürliches. Treten jedoch Schmerzen, Jucken, Brennen oder Rötungen im Vaginalbereich auf, kann es sich um eine Scheideninfektion, Pilzinfektion oder verschiedene Geschlechtskrankheiten handeln. In diesem Fall solltest du auf jeden Fall eine gynäkologische Praxis aufsuchen. Dort wird dann ein Abstrich gemacht und der Krankheitserreger wird schnell diagnostiziert. Normalerweise gibt es bei einer frühen Erkennung der Ursache für den krankhaften Ausfluss auch geeignete Medikamente, die die Krankheitserreger abtöten.

Fruchtbare Tage mit Leukorrhoe bestimmen

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Falls du deine fruchtbaren Tage mit Leukorrhoe bestimmen möchtest, empfehlen wir dir zusätzlich zur Zervixschleimbeobachtung die Basaltemperatur zu messen. Auf diese Weise kannst du die NFP Methode anwenden und den Eisprung bis auf wenige Tage genau bestimmen. Studien haben ergeben, dass man den Eisprung mit der NFP Methode zu 91% sicher bis auf vier Tage genau eingrenzen kann. Ebenso ist es möglich, anhand der Basaltemperaturkurve ohne Schwangerschaftstest eine Schwangerschaft zu erkennen. Weitere Vorteile der Basaltemperaturmessung haben wir in unserem Artikel „7 Gründe, die Basaltemperatur zu messen” für dich zusammengefasst.

Fazit

Leukorrhoe ist ein weißer Ausfluss, der in verschiedenen Lebens- und Zyklusphasen wie z. B. der Pubertät, vor der Periode, zum Eisprung oder in der Schwangerschaft vermehrt auftreten kann. Meist ist bei weißem Ausfluss die Kapillarflüssigkeit in der Vagina dominant, welche durch das saure Milieu den Vaginalbereich vor Krankheitserregern schützt. Leukorrhoe ist somit etwas völlig Normales und gehört zum Leben mit Zyklus dazu. Jedoch muss man aufpassen, wenn es brennt, juckt, schmerzt oder der Ausfluss übel riecht, dann gehe bitte zu deiner Ärztin oder zu deinem Arzt, um die Ursachen abklären zu lassen. In diesem Sinne wünschen wir dir alles Gute.

 

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