Postkoitaltest negativ – Was tun?

Postkoitaltest negativWas kannst du tun, wenn dein Postkoitaltest negativ ist? Wir geben dir unsere 5 besten Tipps, um trotz negativem PC Test schwanger zu werden.

Bleibt ein Kinderwunsch lange unerfüllt, macht es oft Sinn, Tests zur Fruchtbarkeit von Mann und Frau abzuklären. Der Postkoitaltest soll bei der  Einschätzung helfen, wie viele Spermien im Zervixschleim nach dem Geschlechtsverkehr vorhanden sind. Schließlich ist das entscheidend, denn ohne Spermien kann nun mal keine Befruchtung stattfinden. Wenn ein Postkoitaltest positiv ist, dann ist meist alles ok. Doch was kannst du tun, wenn der Postkoitaltest negativ ausfällt? Wir geben dafür nun unsere besten Tipps, was du bei einem negativem Postkoitaltest tun kannst, um natürlich schwanger zu werden. 

Was ist ein Postkoitaltest?

Ein Postkoitaltest wird üblicherweise ein bis drei Tage vor dem Eisprung durchgeführt. Dafür wird der Zervixschleim etwa zwei bis zwölf Stunden nach dem Geschlechtsverkehr entnommen, um ihn genauer zu untersuchen.

Postkoitaltest positiv

Der Postkoitaltest gilt als positiv, wenn unter dem Mikroskop mindestens fünf lebende Spermien erkennbar sind. Somit liefert der Postkoitaltest eine Aussage darüber, ob die Spermien im Zervixschleim befruchtungsfähig bleiben können oder eben nicht.

Negativer Postkoitaltest

Ein Postkoitaltest ist negativ, wenn weniger als 5 Spermien unter dem Mikroskop gefunden werden können. Der Postkoitaltest ist nicht 100% zuverlässig, daher erfolgen bei einem negativen Test weitere Untersuchungen wie ein Spermiogramm des Mannes oder eine genauere Untersuchung des Zervixschleimes der Frau, um die Ursachen abzuklären. Der Postkoitaltest ist ebenfalls negativ, wenn die Vagina bzw. der Zervixschleim selbst übersäuert sind. In solch einem sauren Milieu können Spermien nicht lang befruchtungsfähig bleiben. In diesem Fall kann man durch eine einfache Spülung mit der Base Natronbicarbonat vor dem Sex das Problem lösen und das Millieu der Vagina neutralisieren.

Kann man einem Postkoitaltest trauen?

Viele Frauen und Männer verfallen in absolute Panik, wenn ein Postkoitaltest negativ ist. Jedoch hat der Postkoitaltest viele Fehlerquellen, die man kennen und verstehen sollte, bevor man den Postkoitaltest macht.

#1 Woher weiß deine Ärztin oder dein Arzt, dass du deinen Eisprung hast?

Die absolut größte Fehlerquelle beim Postkoitaltest ist, dass kaum jemand den perfekten Zeitpunkt für den Test vorab herausfinden kann. Schließlich soll der Postkoitaltest etwa ein bis drei Tage vor dem Eisprung gemacht werden, jedoch kann man mit keiner Methode diesen Zeitraum perfekt eingrenzen. Klar, kann eine Ärztin oder ein Arzt  Ultraschalluntersuchungen durchführen. Ebenso kann man einen Ovulationstest machen, der meist 24 bis 48 Stunden vor dem Eisprung positiv anzeigt. Doch hier gibt es das Problem, dass auch Ovulationstests versagen können. Selbst mit der NFP Methode kannst du den Eisprung im Vorfeld nicht 100% eingrenzen. Jedoch helfen dir deine vorangegangenen Zyklusaufzeichnungen, um zu sehen, ob und wann ein Eisprung stattgefunden hat. Aus diesen Erkenntnissen kann man den Sex sowie einen möglichen Postkoitaltest wirklich besser planen. Vor allem aber würde dir den Schleimbeobachtung am meisten bringen, um den richtigen Zeitpunkt für diesen Test zu wissen. Darauf werde ich gleich noch genauer eingehen. 

Eisprung künstlich mit Clomifen

Doch wie es oft heutzutage ist – was nicht passt, wird passend gemacht. So wird zum Beispiel der Eisprung meist künstlich mit Clomifen und einem anderen Eisprungauslöser auslöst. Folglich handelt es sich nicht mehr, um den natürlichen Eisprung im Zyklus. Es ist ein induzierter Eisprung, der natürlich die Wirklichkeit verzerren kann. 

#2 Es hat kein Eisprung stattgefunden

Wann Eisprung Banner

Ja, es gibt sie – die Zyklen ohne Eisprung. Selbst bei gesunden Frauen im besten Alter zum Schwangerwerden finden etwa 2 bis 4% der Zyklen ohne Eisprung statt. In den Wechseljahren und in der Pubertät sind Zyklen ohne Eisprung viel häufig anzutreffen. Hier sind 20 bis 25% anovulatorische Zyklen keine Seltenheit.

#3 Stress kann Spermien beeinflussen

„Schatz, ich habe in zwei Tagen meinen Eisprung. Wir müssen jetzt Sex haben, damit wir einen Postkoitaltest machen können, um deine Spermien und meinen Zervixschleim zu testen.” Es gibt nicht wenige Männer und auch Frauen, die dieser Sex nach Termindruck stresst oder im schlimmsten Fall sogar total abturnt. Falls nun noch ein allgemein stressiger Alltag hinzukommt, kann die Spermienqualität stark beeinträchtigt sein. In einer Studie aus dem Jahr 2015 mit 193 Männer fand man heraus, dass Männer, mit einem stressigem Alltag, deutlicher weniger mobile Spermien im Spermiogramm haben als Männer, mit einem weniger stressigen Leben. 

Postkoitaltest unter Clomifen – Was bringt das?

Clomifen ist ein Eisprungsauslöser, der bei Frauen eingesetzt wird, die entweder keinen Eisprung haben oder für Untersuchungen zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Eisprung haben sollen. Doch was bringt der Postkoitaltest unter Clomifen, also mit künstlich ausgelösten Eisprung? 

41% der Frauen mit positiven Postkoitaltest schwanger

In einer Studie wurde bei 152 Frauen Clomifen im Zyklus verabreicht, um den Eisprung auszulösen. Bei 135 dieser Frauen konnte ein Postkoitaltest zum perfekten Zeitpunkt durchgeführt werden. 107 Frauen  hatten einen positiven Postkoitaltest und von diesen wurden 41% (44 Frauen) schwanger. 28 Frauen hatten einen negativen Postkoitaltest (keine Spermien im Schleim) von diesen wurden nur 36% (10 Frauen) schwanger. Bei allen anderen Frauen, war der Postkoitaltest nicht so eindeutig. Somit kann man zwar schon einen Unterschied in der Fruchtbarkeit zwischen der Schwangerschaftsrate zwischen negativen und positiven Postkoitaltest erkennen. Jedoch kannst du bei einem negativen Postkoitaltest keinesfalls auf Unfruchtbarkeit schließen. 

Spinnbarer Schleim ist aussagekräftiger

Interessant ist, dass man in der gleichen Studie untersucht hat, ob Frauen, die spinnbaren Zervixschleim beobachten können, leichter schwanger werden. Hier gaben 77 Frauen an, spinnbaren Schleim im Zyklus gesehen zu haben. Von diesen Frauen wurden 46% der Frauen schwanger. Im Gegensatz gaben etwa 45 Frauen an, keinen spinnbaren und transparenten Schleim im Zyklus beobachtet zu haben. In dieser Gruppe wurden jedoch nur 27% der Frauen schwanger. Somit scheint die Zervixschleimbeobachtung wichtiger und aussagekräftiger zu sein als ein Postkoitaltest unter Clomifen.

Postkoitaltest negativ – Was tun?

Nun wirst du dich fragen, warum sollte ich überhaupt einen Postkoitaltest machen, wenn dieser sowieso nicht zu 100% sicher ist. Trotz aller Kritik liefert der Postkoitaltest Informationen, die sonst kein Test liefern kann und diese schauen wir uns nun genauer an. Nehmen wir mal an, dass der Postkoitaltest negativ ist und zum perfekten Zeitpunkt durchgeführt wurde. Dann heißt das meist, dass aus irgendwelchen Gründen, Spermien im Zervixschleim sterben oder eben zu wenige Spermien vorhanden sind. 

#1 Lasse auf Spermaallergie testen

Mal angenommen, man konnte den Postkoitaltest zum perfekten Zeitpunkt durchführen. In diesem Fall, muss es ja eine Ursache geben, warum so wenig Spermien im Zervixschleim waren. Bei einer Spermaallergie reagiert der Körper der Frau auf Spermien „allergisch“ und so werden diese u. U. abgetötet. Spermien werden bei der Spermaallergie vom Körper der Frau als Krankheitserreger betrachtet und angegriffen. Ebenso treten weitere Symptome wie Schwellungen, Rötungen, Quaddelbildung und Ausschlag nach dem Sex am Körper auf. 

Behandlung

Mit einem Postkoitaltest könnte man erste Hinweise auf eine Spermaallergie finden. Ein weiterer PSA Test kann Aufschlüsse geben, ob du eine Spermaallergie hast. Diese kann dann meist durch Hyposensibilisierung oder durch Antiallergische Medikamente behandelt werden. 

#2 Neutralisiere das saure Vaginalmillieu

Spermien können nur im basischen Zervixschleim etwa 3 bis 5 Tage befruchtungsfähig bleiben. Ist das Vaginalmilieu zu sauer, können die Spermien nicht überleben und man kann u.U. schwerer schwanger werden. In diesem Fall kann man einfach die Spülung mit der Base Natronbicarbonat vor dem Sex nutzen, um das saure Millieu der Vagina zu neutralisieren.

#3 Verbessere die Spermien des Mannes 

Natürlich kann ein Postkoitaltest auch ein Hinweis für eine unzureichende Spermienqualität sein. Dies kann man ja leicht mit einem Spermiogramm prüfen. Beim Spermiogramm müssen die Männer eine Spermaprobe abgeben, die anschließend auf Menge, Beweglichkeit und Morphologie geprüft wird. Gerade, wenn man zu wenige Spermien im Ejakulat hat oder zu wenig Spermien beweglich sind, ist das eine große Herausforderung. 

Reproduktionsmedizin oder lassen sich Spermien natürlich verbessern?

In der Kinderwunschklinik wird dann meist gleich zur Reproduktionsmedizin geraten. Jedoch kann man es auch natürlich versuchen, die Spermienqualität zu verbessern, bevor ICSI oder ähnliche Methoden zur Anwendung kommen.  Für den Fall, dass du es natürlich probieren möchtest, findest du mehr Infos in unserem ausführlichen Artikel zum Thema „Spermien verbessern” auf diesem Blog.

#4  Erhöhe die Qualität deines Zervixschleimes

Es kann auch sein, dass die Qualität vom Zervixschleim, der im Gebärmutterhals produziert wird, einfach nicht so optimal ist. Hier könnte z. B. ein Östrogenmangel vorliegen, der sich infolge einer falschen oder ungünstigen Ernährung ergibt. Ebenso lässt die Qualität des Schleimes infolge der Wechseljahre mit der Zeit nach. Zuletzt kann der Zervixschleim auch durch Krankheiten im Gebärmutterhals nicht ausreichend produziert werden. In unserem Artikel zum Thema „Wie kann ich meinen Zervixschleim verbessern verbessern!” gehen wir ausführlicher auf dieses Thema ein.

#5 Führe Selbstdiagnostik zu Hause durch

Falls ein Postkoitaltest (PCT) negativ ausfällt, könnte es auch daran liegen, dass er falsch durchgeführt wurde. In diesem Fall kannst du den Zeitpunkt des PCT durch die Anwendung von Ovulationstests und der NFP Methode optimieren und Termine mit deiner gynäkologischen Praxis abstimmen. Mit der NFP Methode kannst du sicher eingrenzen, ob und wann dein Eisprung stattgefunden hat. Alles was du brauchst, um sofort mit NFP zu beginnen, erfährst du in unserem Kinderwunsch Starter Set.

Spermiogramm zu Haus durchführen

Ein Spermiogramm kannst du mittlerweile von einigen Anbietern zu Hause durchführen. Ebenso gibt es vaginale Tests, in der du deinen *PH-Wert in der Vagina und im Schleim während der Ovulation messen kannst. All dies hilft dir, die Diagnostik bei deiner Ärztin oder deinem Arzt zu ergänzen und noch mehr über dich zu erfahren.

Ist der Postkoitaltest ein Hoffnungsschimmer bei schlechtem Spermiogramm?

Viele ReproduktionsmedizinerInnen machen einen Postkoitaltest, wenn das Paar schon länger nicht schwanger geworden ist und das Spermiogramm nicht optimal ist. Eine Studie aus den 80er Jahren untersuchte 207 Paare, die maximal drei Jahre unerfüllten Kinderwunsch hatten. Ebenso hatten die Männer ein unzureichendes Spermiogramm. Bei den Frauen gab es keine größeren Auffälligkeiten für Unfruchtbarkeit. Anschließend machte man einen Postkoitaltest und betrachtete die Schwangerschaftsrate nach weiteren zwei Jahren. 

68% Schwangerschaftsrate nach positiven Postkoitaltest

Aus der Gruppe mit positiven Postkoitaltest sind ca. 68% der Frauen natürlich schwanger geworden. Im Gegensatz dazu, wurden bei der Gruppe mit negativen Postkoitaltest nur 17% der Frauen schwanger. 

Postkoitaltest als Entscheidungsmittel für Reproduktionsmedizin

Hast du ein negatives Spermiogramm, aber einen positiven Postkoitaltest, hast du sehr gute Chancen, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Umgekehrt stehen die Chancen bei einem negativen Spermiogramm und negativem Postkoitaltest auf natürliche Schwangerschaft nicht mehr so gut. Falls auch die Natürlichen Wege zur Verbesserung des Spermiogrammes versagen, muss man über moderne Methoden der Reproduktionsmedizin nachdenken. 

Fazit

Ein negativer Postkoitaltest (PCT) ist kein Weltuntergang und kann viele Ursachen haben. Häufig wird der PCT nicht korrekt ausgeführt, da man den Zeitraum des Eisprunges nicht perfekt im Vorfeld abschätzen kann. Ein Postkoitaltest ist vor allem in Kombination mit einer Untersuchung des Zervixschleimes und einem Spermiogramm interessant, da er einfach noch mehr Infos bringt. So lassen sich Ursachen wie zu saures Vaginalmilieu (Scheidenmilieu), Spermaallergie u.a. abklären. Auch seltene Autoimmunerkrankungen können die Ursache für ein Absterben der Spermien im Schleim sein. Egal wie dein Postkoitaltest ausgefallen ist, wir wünschen dir alles Gute auf deinem Weg zum Wunschkind!

Quellen

[1] Nahuis MJ, Weiss NS, Van der Velde M, Oosterhuis JJ, Hompes PG, Kaaijk EM, van der Palen J, van der Veen F, Mol BW, van Wely M. Does the postcoital test predict pregnancy in WHO II anovulatory women? A prospective cohort study. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol. 2016 Apr;199:127-31. doi: 10.1016/j.ejogrb.2016.01.005. Epub 2016 Feb 1. PMID: 26922384.

[2] Cathryn M.A. Glazener, W.C.L. Ford, Michael G.R. Hull, The prognostic power of the post-coital test for natural conception depends on duration of infertility, Human Reproduction, Volume 15, Issue 9, September 2000, Pages 1953–1957, https://doi.org/10.1093/humrep/15.9.1953

 

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