Testbericht: iButton – das etwas andere Basalthermometer

iButton-Set-Testbericht

Ich habe den iButton einen Zyklus lang getestet. Meine persönliche Meinung zu diesem besonderen Basalthermometer mit Kauf-Entscheidungshilfe.

Anfangsbemerkung:
Ich selbst habe aktuell einen kleinen Sohn und empfinde das morgendliche Messen als große Herausforderung. Somit wollte ich unbedingt einmal testen, ob der iButton mir dabei helfen kann. Auch für Schichtarbeiterinnen ist dieses Messgerät interessant. Ich habe das iButton Set auf Anfrage kostenlos von der Herstellungsfirma Endotherm zugeschickt bekommen, damit ich den iButton testen und euch darüber berichten kann. Vielen Dank dafür! 😀 Ich werte meine Zyklen seit November 2009 mit einer symptothermalen Methode aus und habe die gemessene Zykluskurve mit dem iButton mit einer Zykluskurve, die mit einem anderen Thermometer gemessen wurde, verglichen.

Wie funktioniert EndoTherm Basal iButton?

Der iButton von EndoTherm Basal funktioniert ganz anders als normale Basalthermometer. Die Körpertemperatur wird mit dem iButton nicht morgens nach dem Aufwachen gemessen, sondern über Nacht in der Vagina. Der kleine iButton-Chip wird hierfür in die dafür vorgesehene Silikonhülle eingelegt und vor dem Schlafengehen eingeführt. Der Chip kann über mehrere Tage in der Vagina verbleiben. Es wird allerdings empfohlen alle fünf Tage die Silikonhülle auszukochen. Je nach Bedarf, kann der Chip täglich am PC mithilfe des USB-Adapters angeschlossen werden und die Daten ausgelesen werden. Mit der dazugehörigen Software kann der Chip so programmiert werden, dass er z. B. alle 30 Minuten eine Messung machen soll zwischen 22:00 und 07:00 Uhr. Bei der Datenauswertung kann man dann entweder immer die 2:00 Uhr oder eine andere beliebige Uhrzeit nehmen und diese zur Zyklusauswertung verwenden. ODER man nimmt immer den tiefsten Wert in der Nacht so wie ich es gemacht habe. Letzteres würde ich Müttern von Kleinkindern empfehlen, da die Nächte zu unregelmäßigen Uhrzeiten gestört sein können. Die Temperaturmesswerte kann man selbst abschreiben und in ein Zyklusblatt eintragen oder in den Fruchtbarkeitskalender (auch eine Software von Endotherm) eingetragen. Diese Software funktioniert auch ohne den iButton, nur dass man dann die Lizenz nach einem Monat erwerben muss, um es weiter benutzen zu können.

Bedienung von EndoTherm Basal iButton & Software

Mit der Handhabung an sich bin ich sehr gut zurecht gekommen und empfand es als sehr entspannend, morgens nicht mit einem Kleinkind die Temperatur messen zu müssen (zumindest kann ich mir das sehr gut vorstellen, denn ich habe ja trotzdem morgens gemessen, um die Temperaturwerte vergleichen zu können). Ich habe mich dazu entschieden, den iButton jeden Abend einzusetzen und morgens wieder zu entfernen. Allerdings musste ich mich erstmal daran gewöhnen, dass ich nun Abends daran denken muss, den iButton einzuführen. Das habe ich dann auch ein paar Mal vergessen, aber das macht ja für die Zyklusauswertung nicht so sehr was aus. Viel anstrengender empfand ich hingegen die Installation & Bedienung der Software. Da ich eigentlich ausschließlich Ubuntu als Betriebssystem nutze, wurde ich etwas enttäuscht, denn der Fruchbarkeitskalender läuft nur auf Windows-Systemen. Für Linux- und Mac-Systeme gibt es noch keine (wirklich gute) Lösung. Das finde ich sehr schade. Ich habe dann auf dem Laptop eines Bekannten, die Software EndoTherm Control und Basal installiert. Ich habe es leider nicht hinbekommen mit der Basal-Software meine Zykluskurve anzusehen. Es geht bestimmt irgendwie nur hatte ich dann leider keine Zeit mich mit dieser Software weiter auseinander zu setzten, weil es mich einerseits frustriert hat und andererseits ich auch nicht stundenlang an dem Laptop meines Bekannten herumexperimentieren konnte. Ich habe dann einfach mit der Control-Software meine tiefsten Temperaturwerte der Nächte in mein Zyklusblatt eingetragen und mit meiner morgendlichen Aufwachtemperatur verglichen.

Zyklusauswertung von EndoTherm Basal iButton im Vergleich mit cyclotest 2 plus Thermometer

Den iButton-Chip habe ich so programmiert, dass er nachts alle 10 Minuten eine Messung speichert. Ich habe parallel zur iButton Messung, morgens mit dem cyclotest 2 plus gemessen und diese Werte auch in mein Zyklusblatt eingetragen. Beim Vergleich der Zykluskurven kann man deutlich sehen, dass die iButton Kurve (rote Kurve) tiefer ist als die morgens gemessenen Temperaturkurve. Mit der iButton Kurve konnte ich auch sehr gut auswerten und bin auf die gleichen fruchtbaren Tage und erste höhere Messung gekommen. Zu erwähnen wäre noch, dass die Messgenauigkeit des iButtons 0,1°C und die Mess-Auflösung 0,0625°C beträgt. Theoretisch wurde in den Studien zur symptothermalen Methode eine Auflösung von 0,05°C vorausgesetzt. Genauer erklärt ist es im iButton FAQ. Ich selbst konnte jedoch keine negativen Auswirkungen auf meine Zykluskurve feststellen, eher im Gegenteil, die iButton Kurve ist sogar viel deutlicher auswertbar und zeigt eine schöne ruhige Kurve. Es könnte aber auch Zufall sein, da ich ja bis jetzt nur einen Zyklus getestet habe. Interessant wäre nun gewesen, wenn ich eine Störung gehabt hätte, ob diese sich auch nachts auf die Körpertemperatur ausschlägt oder weniger oder gar nicht? Leider hatte ich bei meiner Störung am 9. Zyklustag nicht gleichzeitig mit dem iButton gemessen im Testzyklus. Ich werde weiter messen und euch berichten, wenn ich es schwarz auf weiß dokumentiert habe. In den folgenden beiden Bildern zeige ich dir einmal, wie die Kurve in der Software aussieht mit meiner Auswertung rein gezeichnet (Punkte, Linie usw.). Außerdem habe ich die Temperaturkurve, die ich mit dem iButton gemessen habe ins Zyklusblatt eingetragen und mit der Temperaturkurve, die ich mit cyclotest 2 plus gemessen habe, verglichen.

iButton-zykluskurve mit Auswertung

Markiert sind hier von mir die tiefsten Temperaturwerte der Tieflage (blaue Punkte) und der Hochlage (rote Punkte), sowie die Hilfslinie durch den höchsten der 6 niedriegen Werte.

iButton-cyclotest-vergleich-kurve

Auswertung der mit dem iButton (rote Kurve) gemessenen Temperaturkurve im Vergleich zur blauen Kurve, die mit cyclotest 2 plus gemessen wurde. Beides ist auswertbar, aber aus Gründen der Übersichtlichkeit habe ich nur eine Auswertung eingetragen.

Support

Auf der Homepage des Herstellers gibt es ein Kontaktformular und Telefonnummer, sodass einem dort sicher weitergeholfen wird, wenn man fragen hat.

Fazit & Kauf-Entscheidungshilfe für das EndoTherm Basal iButton Set

Insgesamt finde ich, hat die Messung mit dem iButton einige Vorteile, aber auch einige Nachteile. Es kann durchaus vorteilhaft sein, mit dem * iButton zu messen, wenn man kleine Kinder hat, in Schichtarbeit arbeitet, häufige und sehr unterschiedliche Aufwachzeiten hat oder sonstige Hindernisse beim drei-minütigen Messen der Basaltemperatur am Morgen hat. Man muss sich aber auch klar darüber sein, dass das normalerweise simple Ablesen des Temperaturwertes, etwas aufwendiger ist vor allem wenn man kein Windows-PC hat. Bisher gibt es noch keine Studie zum iButton, aber es gibt schon sehr viele positive Erfahrungen und Berichte im NFP Forum. Finanzieller Nachteil: Das iButton-Set kostet logischerweise auch etwas mehr als ein normales Basalthermometer. Letztendlich muss jede Frau selbst entscheiden, was ihr wichtiger ist und ob der iButton DIE Lösung für ihre aktuelle Situation bietet. Ich hoffe, ich konnte dich in deinem Entscheidungsprozess unterstützen.

Fruchtbare Grüße sendet euch eure Anne 😀

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{ 4 comments… add one }
  • Sabrina
    5. April 2015, 23:08

    Hallo, wenn Du hier guckst, findest Du auch ein Linux-Programm für die Auslese des iButtons: http://www.instructables.com/id/iButton-ds1922L-unter-Linux-auslesen/
    Außerdem gibt es dort auch eine Anleitung, wie man sich selber ein Bluetooth-Auslesegerät für Android Smartphones bastelt. Vielleicht hilft das ja weiter!

    • Anne Zietmann
      6. April 2015, 08:51

      Ah. Interessant. Danke! 🙂

  • Magdalena
    31. März 2015, 11:13

    Ich nehme auch phasenweise immer wieder den iButton her. Das mit der Software (ich nehme AiBA) hab ich mit einer Virtual Box auf der Windows xp läuft nach einem Nachmittag hinbekommen.
    Das mit alle 5 Tage auskochen find ich quatsch. Ich werf den einmal pro Zyklus mit meiner Menstasse in den Kochtopf, sonst reicht Wasser und Seife total aus.

    • Anne Zietmann
      31. März 2015, 13:22

      Ah. Kenne die virtual box, aber hatte leider keine Zeit es auszuprobieren. Danke für den Tipp. Dann werde ich es auch mal demnächst so machen, wenn du meinst, dass es funktioniert. 🙂