Vaginale Lubrikation – Was ist das?

Vaginale Lubrikation

Vaginale Lubrikation © Natürliche Fruchtbarkeit

Was ist die vaginale Lubrikation und warum ist sie bei Kinderwunsch so wichtig? Ich zeige, was du bei zu wenig oder zu viel Lubrikation tun kannst.

Um natürlich schwanger zu werden, wäre Sex von Vorteil. Spermien und Eizelle können so auf natürliche Weise zusammenkommen. Bei sexueller Erregung wird bei Männern und Frauen eine Art natürliches Gleitmittel produzieren, das den Sex so angenehm wie möglich macht. Dieses natürliche Gleitmittel von Frauen nennen wir die vaginale Lubrikation und in diesem Artikel zeigen wir dir, warum es in der Kinderwunschzeit so wichtig ist. Produzierst du nämlich zu viel Lubrikation, kannst du unter anderem den Partner nicht mehr so gut spüren. Wird dagegen zu wenig Lubrikation produziert, so können Schmerzen beim Verkehr auftreten.

Was ist die vaginale Lubrikation?

Die vaginale Lubrikation ist ein Vaginalsekret, das während der sexuellen Erregung in den bartholinischen Drüsen der Vagina produziert wird.

Bestehend aus mehr als 50 verschiedenen Substanzen

Natürlich schauen viele Hersteller von Gleitgelen etwas bedrückt, denn die Natur ist Ihnen immer noch weit voraus. Schließlich besteht die vaginale Lubrikation (Erregungsschleim) aus mindestens 50 verschiedenen Substanzen, die jeweils ihren Sinn haben. HIerzu zählt Wasser, Cholesterin, Squalen, diverse Fettsäuren, Milchsäure, Alkohole, Ketone und Aldehyde. Die Mischung der einzelnen Substanzen innerhalb des Erregungsschleimes ändert sich in Abhängigkeit von Zyklus und Ernährung und gibt den ForscherInnen heute noch Rätsel auf.

Geheimnisvolle Duftstoffe

Frauen und weibliche Primaten im Tierreich produzieren innerhalb der Lubrikation, sogenannte Kopuline. Dies Kopuline sind spezielle Duftstoffe, die anziehend auf Männer wirken können. Bei Primaten führen sie dazu, dass die Duftstoffe die Paarung beeinflussen. Bei Männern konnte man in Studien Verhaltensänderungen in Abhängigkeit der Konzentration der Kopuline beobachten. So fühlten sich Männer in Umfragen bei Frauen mit hoher Kopulin Konzentration (z. B. zum Eisprung) attraktiver als bei Frauen mit geringer Kopulin Produktion. Dies ist gar nicht so weit hergeholt, da Erregungsschleim auch bei potentiellen Geschlechtspartnern, also ohne sexuelle Erregung, von Frauen ausgestoßen werden kann.

Zu viel Lubrikation – Was tun?

Sehr wenige Frauen beklagen, dass sie zu viel Lubrikation beim Sex produzieren. In diesem Fall kann es sein, dass durch die viele Flüssigkeit das Empfinden für die Penetration abgeschwächt wird. Ebenso kann der Penis immer wieder ungewollt herausrutschen, was bei zu schnellem Sex zu einem Penisbruch führen kann. Somit ist es verständlich, dass betroffene Frauen nach Lösungen suchen.

Mini-Tampon Lösung

Grundsätzlich ist die vaginale Lubrikation bzw. der Erregungsschleim etwas Gutes, bei dem man nur sehr selten eingreifen muss. Doch einige Frauen produzieren tatsächlich so viel, dass es als sehr störend empfunden wird. Manche Frauen führen sich vor dem Sex einen kleinen Mini-Tampon ein, um ein angenehmeres Gefühl zu haben. Dieser saugt den Erregungsschleim auf und somit werden die beschriebene Probleme gelöst. Auf diese Lösung sollte jedoch nur im äußersten Notfall zurückgegriffen werden, da Tampons eigentlich für diesen Zweck nicht vorgesehen sind.

Langsamere Erregung

Bei einigen Frauen kann es helfen, wenn sie langsamer erregt werden. Dies kann zu einer besseren Regulation der vaginalen Lubrikation führen. Ebenso kann ein Wechsel aus intensiven Phasen des Verkehrs und langsameren und ruhigeren Phasen bei zu viel Erregungsschleim stabilisierend wirken.

Zu wenig Lubrikation – Was tun?

Eigentlich tritt weitaus häufiger das Problem auf, dass zu wenig Erregungsschleim produziert wird. Dies kann zum Beispiel in den Wechseljahren der Fall sein, wo die hormonelle Umstellung einen Einfluss auf die Lubrikation haben kann. Doch was können wir hier konkret tun, um trotz zu wenig Lubrikation Spaß am Sex zu haben?

Kinderwunsch Gleitgel verwenden

Die einfachste Lösung ist mit Sicherheit ein bestimmtes *Kinderwunsch Gel zu verwenden. Dies hilft nicht nur gegen Scheidentrockenheit, sondern das Gel schützt auch die Spermien vor dem sauren Milieu der Vagina. Eine Auswahl der besten Gleitgele findest in unserem Artikel: „Gleitgel bei Kinderwunsch – Lohnt sich das?”.

Phytoöstrogene Ernährung

Meist entsteht die Scheidentrockenheit durch ein Mangel an Östrogenen. In diesem Fall kann man nachhaltig durch eine phytoöstrogene Ernährung gegensteuern. Natürlich sollte man dies vorab durch ein Zyklusmonitoring in einer gynäkologischen Praxis abklären lassen. Anschließend kann man durch die vermehrte Verwendung von Soja-Produkten oder Leinsamen die Östrogenproduktion im Körper ankurbeln.

Viel Trinken

Wie der Zervixschleim, besteht auch der Erregungsschleim zu einem großen Teil aus Wasser. Somit ist es immer eine gute Idee, bei Scheidentrockenheit bzw. einem Mangel an vaginaler Lubrikation viel zu Trinken.

Alternative Menstruationshygiene

Manchmal kommt die Scheidentrockenheit auch aus einer falschen oder ungünstigen Intimhygiene. Die Anwendung von Tampons beispielsweise kann die Vagina wirklich sehr stark austrocknen und zu Schmerzen beim Sex führen. Hier ist es besser auf Menstruationstassen, Naturbinden oder die freie Menstruation zu setzen. In unserem Artikel „Alternative Menstruationshygiene” findest du eine gute Übersicht von Produkten, die ich zur Zeit der Periode empfehle.

Weitere Tipps

Umfassende weitere Tipps zur Vermeidung von Scheidentrockenheit findest du in meinem Artikel: „Scheidentrockenheit – Was tun?”, den ich dir an dieser Stelle wärmstens empfehlen kann.

Zervixschleim oder Erregungsschleim?

Zervixschleim im Zyklusverlauf

Zervixschleim im Zyklusverlauf © Natürliche Fruchtbarkeit

Viele Frauen beobachten ihren Zervixschleim zur Bestimmung der fruchtbaren Tage. Dies ist jedoch gar nicht so einfach, wenn man kürzlich Sex hatte. Schließlich können sich in diesem Fall die vaginale Lubrikation und der Zervixschleim überlagern. Um hier den Zervixschleim vor dem Erregungsschleim unterscheiden zu können, sollte man nach dem Sex ein paar Stunden abwarten. Meist ist nach ein paar Stunden sämtliche Lubrikation aus dem Körper, sodass der Zervixschleim wieder ungestört beobachtet werden kann. Alternativ kann man den Zervixschleim direkt am Gebärmutterhals abnehmen und somit die Vermischung von Zervixschleim und Lubrikation vermeiden.

Fazit

Die vaginale Lubrikation ist wirklich ein Meisterwerk des Frauenkörpers. Zum einen sorgt der Erregungsschleim dafür, dass der Sex sich meist angenehm und schön anfühlt. Zum anderen gibt uns der Frauenkörper mit seinen feinen Duftstoffen Rätsel auf, die wir bis heute noch nicht entschlüsselt haben. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute auf deinem Weg zum Wunschkind.

Leave a Comment

{ 0 comments… add one }
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner