Vaginalsekrete richtig deuten

Vaginalsekrete deuten

Vaginalsekrete deuten © Natürliche Fruchtbarkeit

Wie kannst du deine Vaginalsekrete richtig deuten, um schnell schwanger zu werden? Ich zeige dir, welche Vaginalsekrete es gibt und was sie im Körper machen.

Generell sind Vaginalsekrete Stoffe, die aus Einzelzellen oder Drüsen in der Vagina gebildet werden und die für den weiblichen Organismus eine Bedeutung haben. Meist lagern sich Vaginalsekrete an den Oberflächen der Vagina ab und gelangen dann mit Hilfe der Schwerkraft nach außen. Dies ist vielen Frauen schon aufgefallen, wenn sie ein feuchtes Gefühl im Slip zur Eisprungzeit bemerken. Doch können uns die Vaginalsekrete beim Schwangerwerden helfen oder welche Bedeutung kommt ihnen für den weiblichen Organismus zu? Wir zeigen dir, welche Vaginalsekrete es gibt und wie du sie richtig deuten kannst.

Welche Vaginalsekrete gibt es?

Erstmal möchte ich dir zeigen, welche Vaginalsekrete es gibt und welche Aufgaben diese im Körper haben.

#1 Scheidenflüssigkeit

Das wichtigste Vaginalsekret der Vaginalsekrete ist wohl die Scheidenflüssigkeit. Diese Körperflüssigkeit wird im Vaginalepithel (Schleimhaut der Vagina) gebildet. Sie besteht u.a. aus Wasser, Elektrolyten, Harnstoff, Proteinen, Immunglobulinen, Bakterien, Leukozyten (während der Menstruation) sowie organischen Säuren (Fettsäuren, Essigsäure, Milchsäure).

pH Wert der Scheidenflüssigkeit

Der hohe Anteil an Säuren ist einer der Gründe, warum der pH Wert in der Scheidenflüssigkeit der Vagina in der Regel sauer ist und zwischen 3,8 und 4,4 liegt.

Aufgaben und Bedeutung der Scheidenflüssigkeit

Die Scheidenflüssigkeit soll in erster Linie Krankheitserreger von deiner Vagina und Gebärmutter fernhalten. Gerade bei schwangeren Frauen ist dies sehr wichtig, da hier nicht nur die Mutter, sondern auch das Baby geschützt werden. Aus diesem Grund kann die Scheidentrockenheit auch ein großes Problem sein, weil hier durch die Trockenheit der Vagina das Risiko für Geschlechtskrankheiten oder Infektion sowie Pilzerkrankungen steigt.

#2 Erregungsschleim

Wenn man über Vaginalsekrete spricht, macht es Sinn, auch über den Erregungsschleim (vaginale Lubrikation) zu sprechen. Dieses Vaginalsekret wird in den bartholinischen Drüsen im Scheidenvorhof gebildet. Diese geheimnisvolle Körperflüssigkeit besteht aus über 50 bisher nachgewiesenen Substanzen wie Wasser, Cholesterin, Squalen, diversen Fettsäuren (Stearinsäure, Palmitinsäure, Glycerin), weiteren Säuren wie Harnstoff, Essigsäure und Milchsäure sowie Alkohole, Ketone und Aldehyde.

Aufgaben und Bedeutung vom Erregungsschleim

Im Prinzip ist der Erregungsschleim sowas ähnliches wie das Gegenstück zum männlichen Lusttropfen. Der Erregungsschleim wird nur bei sexueller Erregung produziert und hat eine milchig weißliche Konsistenz. Die Hauptaufgabe vom Erregungsschleim ist es, wie ein natürliches Gleitgel zu fungieren, um bei eventueller Penetration oder ähnlichem unter anderem die Lust und Erregung zu steigern. In den Wechseljahren kann es sein, dass die vaginale Lubrikation weniger produziert wird. Hier kann ein Kinderwunsch Gleitmittel helfen, dass sowohl gut für die Spermien ist als auch gegen Scheidentrockenheit hilft.

Warum der Zervixschleim kein Vaginalsekret ist

Ironischerweise muss man, um die Vaginalsekrete zu verstehen, den Zervixschleim richtig deuten. Der Zervixschleim wird aber nicht wie der Erregungsschleim oder die Scheidenflüssigkeit in der Vagina produziert, sondern in speziellen Drüsen im Gebärmutterhals. Aus diesem Grund ist er streng genommen kein Vaginalsekret, sondern ein Gebärmutterhalssekret. Doch wenn Frauen ihren Vaginalausfluss richtig deuten wollen, dann kommen nunmal Erregungsschleim, Zervixschleim und Scheidenflüssigkeit zusammen. Aus diesem Grund müssen wir beim Thema Vaginalsekrete, natürlich auch über den Zervixschleim sprechen.

Zusammensetzung und pH Wert vom Zervixschleim

Der Zervixschleim besteht zu einem großen Anteil (80 bis 90%) aus Wasser. Er enthält zudem noch Schleimstoffe (Muzine), Aminosäuren, Enzyme, Salze und Zucker. Im Gegensatz zum Erregungsschleim und der Scheidenflüssigkeit, die einen sauren pH Wert haben, hat der Zervixschleim einen schwach basischen pH Wert zwischen 7,1 und 7,4.

Aufgaben und Bedeutung vom Zervixschleim

Die Zusammensetzung vom Zervixschleim ist kein Zufall. Der Zucker wird benötigt, um die Spermien im Körper der Frau zu ernähren. Schließlich müssen sie auf ihrem Weg zur Eizelle im Eileiter einen Marathon zurücklegen. Auch der schwach basische pH Wert ist keine Laune der Natur, sondern die einzige Chance für die Spermien im Körper der Frau befruchtungsfähig zu bleiben und auf den Eisprung zu warten. Ohne Zervixschleim können Spermien nur wenige Stunden im Körper der Frau überleben – mit Zervixschleim sind es dagegen etwa 3 bis 5 Tage. Der Zervixschleim dient also in erster Linie dem Ziel, die Spermien befruchtungsfähig zu halten, wenn sie in den Körper der Frau kommen.

Vaginalsekrete richtig deuten, um schwanger zu werden

Milchiger Scheidenausfluss

Milchiger Scheidenausfluss © Natürliche Fruchtbarkeit

Während der Kinderwunschzeit ist es für die Frauen sehr wichtig, ihren Ausfluss zu beobachten, um die fruchtbaren Tage zu bestimmen und den Eisprung einzugrenzen. Hier hilft es sehr, die Vaginalsekrete richtig zu deuten und zu verstehen, ob nun der Zervixschleim oder die Vaginalsekrete wie Scheidenflüssigkeit bzw. Erregungsschleim dominant sind.

Schließlich gilt die Faustregel:

 „Je dominanter der Zervixschleim im Ausfluss ist, desto fruchtbarer bin ich.”

Milchig weißer Ausfluss im Zyklus

Meist weit vor dem Eisprung ist der Ausfluss eher milchig und weißlich. Wir haben schon darüber gesprochen, dass sowohl die vaginale Lubrikation als auch die Scheidenflüssigkeit Milchsäure enthalten. Diese macht den Ausfluss weißlich und milchig. Also kannst du davon ausgehen, dass in Phasen mit milchigem, weißlichem Ausfluss meist die Vaginalsekrete wie z. B. die Scheidenflüssigkeit dominant ist. Hier ist der Eisprung meist noch weiter entfernt und es geht dem Körper mehr um die Abwehr von Krankheitserregern statt um die Vermehrung.

Wässriger Ausfluss im Zyklus

Wässriger Scheidenausfluss

Wässriger Scheidenausfluss © Natürliche Fruchtbarkeit

Ebenso haben wir darüber diskutiert, dass der Zervixschleim zu einem Großteil aus Wasser besteht. Doch interessant ist, dass dieser Wassergehalt im Schleim abhängig von der Zyklusphase ist. Bei allen Frauen steigt der Wassergehalt im Zervixschleim bis zum Eisprung an – aus diesem Grund können viele Frauen zum Eisprung wässrigen, transparenten und spinnbaren Ausfluss beobachten. Es gilt somit, je wässriger der Ausfluss ist, desto dominanter ist der Zervixschleim und es geht dem Körper darum, alles für eine erfolgreiche Befruchtung der Eizelle zu tun.

Eisprung bestimmen mit Zervixschleim und Basaltemperatur

Wann Eisprung Banner

Beobachtest du den Zervixschleim in Kombination mit der Basaltemperatur, dann kannst du den Eisprung bis auf wenige Tage genau eingrenzen. Studien zeigen, dass man den Eisprung mit der NFP Methode zu 91% sicher bis auf vier Tage genau bestimmen kann. Natürlich ist dies für die Kinderwunschzeit sehr bedeutsam, da man zum Eisprung die beste Chance hat, schwanger zu werden. Falls du auch mit der NFP Methode deinen Eisprung sicher bestimmen möchtest, empfehle ich dir mein Kinderwunsch Starter Set. Dort erfährst du alles, um sofort mit der NFP Methode zu starten.

Roter Ausfluss vor der Periode

Der Ausfluss vor und während der Periode kann unterschiedlich aussehen, von weißlich und milchig bis dehnbar und transparent. Somit sieht man schon am Aussehen das Ausflusses, dass die Vaginalsekrete wie die Scheidenflüssigkeit oder bei sexueller Erregung die vaginale Lubrikation dominant sind. Vermischt sich Menstruationsblut mit Schleim, so kann roter Ausfluss vor und während der Periode entstehen. Jedoch kann sich auch während der Einnistung der befruchteten Eizelle ein wenig Gebärmutterschleimhaut lösen und abbluten. In diesem Fall beobachteten viele Frauen etwa 6 bis 12 Tage nach dem Eisprung eine Einnistungsblutung, welche ein Zeichen für die erfolgreiche Einnistung der Eizelle sein kann.

Vaginalsekrete deuten, um Krankheiten zu erkennen

Generell kann man auch am Ausfluss bevorstehende Krankheiten im Vaginalbereich erkennen. Hierzu ist es ebenso notwendig, seine Vaginalsekrete genauer zu deuten.

Sobald es juckt, brennt oder schmerzt – geh bitte zum Arzt

Der Vaginale Ausfluss d.h. Zervixschleim, Scheidenflüssigkeit und Erregungsschleim sind geruchlos und natürlich. Im Normalfall verursachen die Gebärmutterhals- und Vaginalsekrete keine Schmerzen. Sobald es juckt, brennt oder schmerzt, ist das meist ein Hinweis für eine Erkrankung, Infektion oder ähnliches. In diesem Fall solltest du dringend eine gynäkologische Praxis aufsuchen, um die Ursachen abzuklären.

Veränderung der Farbe zu gelben und grünlichen Ausfluss

Normaler Ausfluss ist je nach Wassergehalt eher weißlich bis durchsichtig. Sobald du jedoch gelben oder grünlichen Ausfluss bemerkst, solltest du wachsam sein. Hier können z. B. eine Pilzinfektion (Scheidenpilz) oder eine Geschlechtskrankheit (Tripper, Chlamydien) dahinterstecken. Bei einem Abstrich in einer gynäkologischen Praxis kann schnell festgestellt werden, um welchen Erreger es sich handelt und dieser kann dann effektiv behandelt werden.

Vorsicht, wenn Vaginalsekrete übel riechen

Die Gebärmutterhals- wie auch Vaginalsekrete (Scheidenflüssigkeit, Lubrikation) sind in der Regel geruchlos. Falls dein Ausfluss übel nach Fisch oder faulem Ei riecht, solltest du ärztlichen Rat einholen. Auch dies ist ein weiteres Symptom für einen krankhaften Ausfluss infolge einer Infektion, Geschlechtskrankheit etc.

Wechsel der Konsistenz wie z. B. bröckeliger Ausfluss

Klar kann Schleim mal weißlich, klumpig und cremig wie Quark oder Joghurt sein. Wird dein Ausfluss jedoch bröckelig wie Hüttenkäse, so steckt meist eine Pilzinfektion dahinter. Nimm diese bitte ernst und gehe zu einer gynäkologischen Praxis. Mehr zu diesem Thema erfährst du in unserem Artikel: „Bröckeliger Ausfluss – was bedeutet er?”.

Fazit

Vaginalsekrete sind Substanzen, die in den Zellen, Schleimhäuten oder Drüsen gebildet werden, um dem Organismus zu helfen. Im Körper der Frau sind die beiden wichtigsten Vaginalsekrete die Scheidenflüssigkeit und der Erregungsschleim. Während der Erregungsschleim ein natürliches Gleitmittel ist, ist die Scheidenflüssigkeit eine Art Schutzflüssigkeit vor Krankheitserregern. Obwohl der Zervixschleim kein Vaginalsekret ist, muss man ihn verstehen, um den weiblichen Vaginalausfluss richtig zu deuten.

Vaginalsekrete deuten macht für jede Frau Sinn

Für jede Frau macht es Sinn, ihre Vaginalsekrete richtig zu deuten. Einerseits kann man die Deutung nutzen, um Krankheiten oder Infektionen schneller zu erkennen und zu behandeln. Andererseits ist die Deutung von Gerbärmutterhals- und Vaginalsekreten in der Kinderwunschzeit wichtig, da sie dabei helfen, die fruchtbaren Tage und den Eisprung sicher zu bestimmen. Somit wünsche ich dir viel Erfolg bei der Interpretation deiner Vaginalsekrete und alles Gute auf deinem Weg zum Wunschkind!

DEINE ANNE

Hinweise

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschließlich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihre / Ihren Ärztin, Arzt, Heilpraktikerin oder Heilpraktiker.

Quellen

[1] Dr. med. Elisabeth Raith-Paula, Dr. med. Petra Frank-Herrmann, Prof. Dr. med. Günter Freundl, Prof. Dr. med. Thomas Strowitzki, Natürliche Familienplanung heute, Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung, Springer Verlag 2021

[2] Prof. Dr. Chrisitan Gnoth, Heilpraktiker Andreas Noll, Kinderwunsch: Natürliche Wege zum Wunschkind, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH; 4. Edition (7. September 2009)

 

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